Als Gast in Mordor

Unverhofft kam diese Last-Minute-Einladung an den Volkspark, ich werde also – um es kurz zu machen – entgegen meiner vehementen Weigerung, doch das Derby am Volkspark ansehen. Der Sohn eines guten Freundes ist krank geworden, ein Freund, der nun die Gelegenheit gekommen sah, unsere Einladung vom vergangenen Samstag zu erwidern. Eine Einladung, die ich nicht ablehnen mag, auch wenn ich nach wie vor mit gemischten Gefühlen in Richtung Stellinger Wald fahre. Continue reading “Als Gast in Mordor”

@drobo_ampem Forza Esbjerg – bis bald! #fcsp

Es gibt wenige Spieler des magischen FC, die eine so enge Verbindung zu diesem Blog haben, wie Davidson Drobo-Ampem. Nach seinem fulminanten Debut gegen Rot-Weiss Oberhausen vor knapp zwei Jahren, und der Erwähnung in einer Folge “Rückwærts TV”, hatten Kumpels ihm den ersten Real Tweet in einem Stadion gewidmet. Ein wenig verwirrt war er damals, Mediengeschichte geschrieben zu haben, aber gefreut hat es ihn sehr, wie er mir später im Jahr bei einem kurzen Gespräch veriet.

Ich fand das immer schade, dass Davidson “Drobo” Drobo-Ampem sich nicht festspielen konnte – und werde das Fachsimpeln über ihn vermissen, das ich immer mal wieder mit dem Junior des indischen Imbisses bei mir um die Ecke über seine Entwicklung beim FC St. Pauli hatte.

Nun leiht der Verein ihn an einen dänischen Erstligisten – und tut genau das richtige, ihm Spielpraxis zu ermöglichen, damit in Dänemark die Gazetten in Kürze auch befürchten, dass bei der spielerischen Entwicklung St. Pauli ihn schnell wiederhaben möchte. Forza Drobo – auf ein baldiges Wiedersehen am Millerntor

Im Sommer 2006 aus der A-Jugend des SC Vorwärts/Wacker Billstedt ans Millertor gewechselt, verlässt Drobo den FC St. Pauli nach nun viereinhalb Jahren.

Cheftrainer Holger Stanilawski äußerte sich wie folgt: “Für Drobo ist es einfach wichtig, dass er all das, was er die Jahre bei uns gelernt hat, regelmäßig im Spiel abrufen kann. Nur so kann er sich immer weiterentwickeln und den nächsten Schritt machen. Gegen Köln haben wir ihn eingewechselt, weil er sich diesen Bundesliga-Einsatz nach den vielen Jahren, die wir zusammen gegangen sind, einfach noch mal verdient hat.”

St. Pauli – Annäherung an einen Verein

St. Pauli – Annäherung an einen Verein
(ein Blogwichtel-Beitrag 2010*)

In einem dramatischen Viertelfinale der Champions League unterlag der FC Bayern dem FC St. Pauli mit 0:4. Trainer Stanislawski sagte nach dem Spiel überglücklich: “Es ist Wahnsinn, was Fans und der Verein in den letzten Jahren aufgebaut haben. Jetzt sind wir im internationalen Geschäft angekommen.”

Horrorvision? Erstrebenswertes Ziel? Nun, wenn wir schon bei den erfolgsverwöhnten Münchnern sind, lohnt sich vielleicht doch ein kurzer Blick auf die Unterschiede zwischen beiden Vereinen. Was mich an den Bayern stört, ist deren ausformulierter Anspruch, stets bei den Ersten, wenn nicht der Erste sein zu wollen – im Wettbewerb, beim Merchandising, bei den Fanclubs, bei den Transfers. Es ist alles auf Erfolg getrimmt, sauber polierte Oberfläche, glänzender Lack, Perfektion. Es hat oft den Anschein, als liebe man das Geld der Fans, aber nicht die Fans als solche. Es besteht ein merkwürdig distanziertes Verhältnis zwischen Fans und Verein. Ein paar hundert Kilometer nördlich: himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – der Fan erlebt eine Achterbahn der Gefühle und wird mitgerissen. (Ich erinnere mich noch sehr gut an die Bilder des unbändigen Jubels, als der Wiederaufstieg von St. Pauli in das Oberhaus der Liga feststand.) Das bedeutet auch, dass er mit seinem Verein durch dick und dünn geht. Und dazu einen braun-weißen Schal schwenkt.

Vielleicht geht ja am 3 Adventswochenende ein Traum in Erfüllung: St. Pauli schlägt Bayern auf heimischem Boden. Ich habe ja mit meinem Blogwichtelbeitrag unter anderem deswegen so lange gebraucht, weil ich dieses Spiel unbedingt abwarten wollte. Nein, der Wunsch des Weltmeisterpokalsiegerbesiegers ist nicht in Erfüllung gegangen. 3:0 für die Bayern, das klingt nach einer klaren Angelegenheit – was das Spiel ja nun ganz und gar nicht war. Erstaunlich, wie oft ich an die Partie erinnert wurde: schon am Freitagmorgen, als ich in den Bus stieg, machte mich ein mit seinem Iphone beschäftigter Kollege darauf aufmerksam. “Es wird ein interessantes Spiel.” “Ja, die Paulianer…”, antwortete ich. Immer für eine Überraschung gut. Und als ich am Samstag an der Kasse meines Haus- und Hof-Supermarkts stand, unterhielten sich der Kassierer und ein Kunde über ein Spiel des örtlichen Drittligisten. “Das fällt aus, wegen der schlechten Platzverhältnisse…”, warf ich ein. “O.k., aber es spielt ja noch St. Pauli.”, verkündete der Kunde freudestrahlend. Ich musste schmunzeln.

Vereine wurzeln ja immer in dem Milieu, in dem sie heimisch sind. Bei St. Pauli war das unter anderem tatsächlich mal die Hamburger Hausbesetzerszene, die den Totenkopf ins Stadion schmuggelten. Eine hübsche Geschichte für einen Verein, der einen Teil seiner Identität immer aus der Herausforderung der allzu etablierten, allzu satten Vereine geschöpft hatte. Aber wann wird man aus einem allseits beliebten Underdog zu einem anderen Verein, der die Underdog-Rolle nun wirklich nicht mehr für sich beanspruchen kann? Und was passiert dann mit der Seele von St. Pauli? Gehört dazu der Einstieg ins internationale Geschäft? Noch ist es ja nicht soweit. Der zwölfte Mann feuert die Mannschaft um Trainer Stanislawski unermüdlich an, und Ebbers, Kruse oder Lehmann ackern, was die Scholle hergibt. Es ist kein Beinbruch, bei den Bayern zu verlieren. Nein, ganz und gar nicht.

Es bleibt zu hoffen, dass St. Pauli erstklassig bleibt. Weil dieser Verein mit seinen Fans eine Bereicherung für die Bundesliga darstellt. Und weil das doch eine ganz heiße Liebeskiste ist.

Obiger Beitrag ist dieser Postille als Blogwichtel untergejubelt worden. Irgendwie scheint der Autor oder die Autorin davon Wind bekommen zu haben, dass es hier manchmal magisch zugeht. ich bedanke mich recht herzlich dafür!

“Der Blogwichteltag 2010 ist der 15.12.2010, also am Mittwoch in dieser Woche und das ist der Tag an dem wir Blogwichtler alle unser Wichtel präsentieren – uns freuen und gemeinsam beratschlagen, ahnen wer unser Blogwichtel ist – oder auch nicht. Das weiß man nie! Aber die Erfahrung zeigt, alleine mit Entgegennahme und der Publizierung des eigenen Wichtels, ist das Blogwichteln längst noch nicht ad acta gelegt. ;-)”

Das ewige Thema: schwuler Fußball

“is schwul trainer for deuschland” ist die kuriose Variante des Phänomens, dem sich diese kleine (Heten-)Postille seit mehr als vier Jahren gegenüber sieht. Jedes, aber wirklich jedes noch so unwichtige Freundschaftsspiel (sic!) der deutschen Nationalmannschaft zieht unweigerlich hunderte Besucher nach sich, die sich über die womöglich contranormale sexuelle Interessenslage unseres Bundestrainers informieren wollen. Kurz gefragt: “Ist Jogi Löw schwul?” – meine Interpretation dieser Frage ist ebenso alt – und genauso die Diskussion in den Medien, über dieses angebliche Tabu. An das ich immer weniger glauben will.

Wenn es nicht einfach ist für den Einzelnen, dann sollen sich doch alle Spieler (m)einer Mannschaft, idealerweise alle an einem Spieltag outen, an einem Samstag als schwul, an dem folgenden allesamt als polygam. Solange dies Thema verschwurbeln, bis der Boulevard die Lust verliert (sic!) – und die Kurven gleich mit.

Ich schaue mir heute die Boys in Brown am Millerntor an und bin 90 Minuten schwul. So wie Fußball sein soll!

Schluss mit dem Playmate-Fußball

Klamme Kälte kriecht unter die Laibchen, es wird zweimal täglich trainiert in dieser Woche. Schön sein war gestern, das gilt auch für das Spiel des FC St. Pauli. In hübsche Menschen ist man eben auch nur verknallt, einen euphorischen Sommer lang. Im werktäglichen St. Pauli, im schmuddeligen November, stehen heute gerade mal zwei Menschen vor mir an, um Karten für das Spiel gegen Kaiserslautern zu ergattern. Playmates und Posterboys in Brown hängt man sich eben lieber in den Spind oder an die Wand, und nicht ins Herz. Bei Nieselregen kann sich nur verlieben, wer auch das eklige an St. Pauli mag. “Den Ball abfressen” möchte Matthias Lehmann in einer herrlich übermotivierten Variante des Grasfresser-Schwurs, der absolute Hingabe verspricht. Weh soll es tun, auch den Gegnern. Continue reading “Schluss mit dem Playmate-Fußball”

FC St. Pauli vs Marco Fritz 1:3


Am Vormittag hatten meine Deerns ihr Achtelfinale gegen den TSV Niendorf im HHer Pokal. Der Verband hatte ein wenig verschlafen und es erschien kein Schiedrichter. Die Spielleitung hat dann ein Vater der Niendorferinnen übernommen – und er hat gut gepfiffen, auch wenn er statt einer Pfeife zwei Finger benutzte.

Ich bin mir sicher, dass Thorsten, so hieß er, das Spiel am Nachmittag ebenfalls souveräner hätte leiten können, als das Marco Fritz und seine Fuzzies an der Linie getan haben. Continue reading “FC St. Pauli vs Marco Fritz 1:3”

Bundesliga live: Sky oder Liga total?

Ich verstehe das so:

sky (vormals Premiere) ist das klassische Pay-TV, also das Fernsehen, dass aus der Dose (Kabel, Satellit) in meinen Fernseher kommt. Liga total ist eigentlich dasselbe, also auch nur Fußball-Bundesliga (in HD?), mit dem Unterschied, dass die Fernseh-Live-Bilder via Internet (DSL) gestreamt werden.

Frage:

Welche Preisunterschiede gibt es?
Welche Qualitätsunterschiede gibt es?

Die Vollendung

Sechs auf fünftem Platz bedeutet:
Beharrlichkeit bringt Heil. Keine Reue.
Das Licht des Edlen ist wahrhaftig.

Der Sieg ist errungen. Die Kraft der Beständigkeit ist nicht zuschanden geworden. Es ist alles gut gegangen. Alle Bedenken sind überwunden. … Aufs neue strahlt das Licht einer edlen Persönlichkeit und setzt sich durch unter Menschen, die daran glauben und sich darum sammeln. Die neue Zeit … ist da.

Für mich eines der schönsten Fotos von gestern. Von einem Fürther aufgenommen, wenn ich das richtig deute. Auf diesem Weg nochmals Danke für die Gastfreundschaft. – und das Orakel (IGing) hatte recht behalten.

1860 – 150 mal verloren magischer FC?

Warum fahre ich auswärts mit dem magischen FC? Bin ich Masochist? Kann ich was bewirken?

Ja, das geht. Nirgendwo ist der Unterschied zwischen dem heimischen Millerntor und der Fremde spürbarer als in München. 1860 Freunde, die sich freuen, Dich zu sehen und 500 Ultras, die ihr eigenes Süppchen kochen, “Scheiß St. Pauli” rufen und dumme “St. Pauli-FC Bayern”-Rufe ernten. Nee, deswegen bin ich nicht hier. Sondern wegen der Magie, die auch wirkt, wenn sie fehlt, lieber Andre Trulsen. Das durften wir nicht gewinnen heute, weil wir Angst vor den eigenen Chancen hatten – soviel zum Spiel.

Aber den Sieg gegen RWO am Millerntor nächstes Wochenende, den habe ich ein wenig mit erlitten heute, mir verdient, indem ich Werner seine Magie abgeschnackt habe. Werner ist übrigens Deutscher Pokalsieger von 1957 – und wird in der Arena rumgeschubst von jungen Hostessen, wie wir alle. Er hat sie mir vermacht, seine Magie, siehst Du Fußballgott, das wirkt, auch wenn Du mir auf meine aufmunternden Worte mit Presse-Texten antwortest (“zu diesem Zeitpunkt haben alle ersten fünf noch Chancen …” mein Popo!). Macht nix, dass Ebbers nur einen versenkt. Hauptsache wir können gegen RWO auch ohne Bruns und Takyi, die haben sich meine Magie heute nicht verdient. Du lieber Naki wundere Dich nicht, dass Dir wildfremde nachwinken. Das war ok.

Allez Braun-weiß, so renne ich durch diesen Sonntag. Für mich, rastlos und ausser Haus.

Holger, Andre und Helmut: Drei der Magie erlegen (zu Frage 3 des Vorspiel-Interviews FC St. Pauli – Union Berlin)

3.) Eine der Sorgen bei Union war, dass Trainer Uwe Neuhaus durch die erfolgreiche Arbeit weggekauft werden könnte. Holger Stanislawski wird bei St. Pauli ebenso wie Neuhaus mit der aufgebauten Mannschaft und dem Erfolg der letzten drei jahre identifiziert. Habt ihr auch die Sorge, Stanislawski könnte mal weg sein? Und was zeichnet seine Arbeit aus?

… fragte Sebastian mich via E-Mail in unserem Vorspiel-Interview zum Klassiker der Kulterben FC St. Pauli vs Union Berlin.

Eigentlich freue ich mich über die Frage, auch wenn sie diffuse Ängste belebt, die jeden Fan am Millerntor irgendwie bewegen. Da geht es um eine merkwürdige Melange, den immer noch ungläubigen Blick auf die tollen Spiele und den famosen Fußball, der seit Stanis und Trullas Übernahme seit nun 3 Jahren am Millerntor gespielt wird. So recht trauen wir dem Braten ja immer noch nicht, und laufen so Gefahr, es nicht genießen zu können, bevor es mal vorbei sein wird.

Und das wird es. Ein professioneller Fußballtrainer, wie Holger Stanislawski, quält sich ja nicht zur Prüfung, um dann in zwei oder drei Jahren nicht in der 1. Bundesliga zu trainieren. Meiner bescheidenen Einschätzung nach, bleibt dem magischen FC dieses Gespann noch zwei weitere Jahre erhalten, in denen wir entweder in die Bundesliga aufsteigen oder auch nicht. Für mich eigentlich einerlei, ich sehe Spiele gegen Union genauso gerne, wie gegen Bochum.

Das zunächst auch von mir kritisch beäugte Wiederverpflichten von Helmut Schulte kann sich dann als Glücksgriff herausstellen. Dieser Mann ist nicht nur ein hervorragender Junioren-Trainer und Scout, er kann den Stil eines Stani auch mit Trulla gemeinsam weiterführen. Das macht mich also nicht bange.

Niemand siegt am Millerntor!

Allez Forza Sankt Paulé

“Sowas kann nur das Millerntor”, da waren wir uns gestern einig, dass das ein ganz tolles Spiel war im Hamburger Nieselregen. Gegen eine Ahlener Mannschaft, die viel zu früh sich selbst auf die Schulter klopfte, nach ihrer fulminanten Anfangs-halben-Stunde.

Wieso dann auch keiner am Millerntor gewonnen hat diese Saison, zeigte sich nach dem 0:2, als die 20.000 Paulianer im Stadion gemeinsam den Ball ins Ahlener Tor gewünscht haben, so laut und energisch, dass Ebbers und Bruns gar nicht anders konnten, als auszugleichen (Spielverlaufs-Blogging bei Jekylla).

Mich fasziniert ja immer wieder, wie Entscheidungen des Schiris (beim 0:1 bspw.), aber auch Support, Gesang und Liebe so ein Fußballspiel beeinflussen können. Mensch, was hatten die Ahlener eine Schiet-Angst am Schluss und wie schlimm kaputt gemacht haben sie ihr eigenes Spiel, dass es fast schon unanständig war. Da ist es am Ende nur eine Randnotiz, dass Hennings den Elfer verschossen hat.

Macht nix, blieben wir halt stehen und singen uns aus einem spannenden Fußballabend. “Niemand siegt am Millerntor”!

13:30 ohne uns! – die neuen Anstosszeiten der DFL

13:30 - ohne unsAuch die neuen DFL-Anstosszeiten bleiben eine Katastrophe für den deutschen Fußball.

Der Regelspieltag der 2. Bundesliga sieht weiter drei Spiele am Freitag um 18:00 Uhr vor. Hinzu kommen zwei Begegnungen am Samstag um 13:00 Uhr, was den Clubs der 2. Bundesliga Präsenz im Rahmen der frühen Free-TV-Erstverwertung der Bundesliga (Samstag ab 18:30 Uhr) sichert. Im Sinne der Fans wurde die Anstoßzeit der Sonntagsspiele im Vergleich zum ursprünglichen gemeinsam mit Sirius veröffentlichten Plan um eine Stunde in den Nachmittag verlegt: Die Partien werden nun um 13:30 Uhr angepfiffen. Darüber hinaus bleibt es beim eingeführten Montagsspiel um 20:15 Uhr.

Letztlich müssen Fanpetitionen wirkungslos bleiben, wenn die DFL – und damit der DFB und damit die Vereine! – den TV-Zuschauer als Fan betrachten, ihre Supporter im Stadion, die Auswärtsfahrer und die eigenen Amateure aber opfern oder so drangsalieren, dass sie nicht mehr ins Stadion kommen. Schaden tun sich die Vereine selbst, schneiden den lebendigen Körper der Aktiven entzwei, um passive Premiere- und DSF-“Kunden” zu gewinnen.

Das macht Fußball beliebig, virtuell, was sich am Thema Hoffenheim gut zeigt.
Continue reading “13:30 ohne uns! – die neuen Anstosszeiten der DFL”

“Balan, home of St. Pauli Supporters in Munich”

rwTV s01e06

Ich bin immer noch ganz heiser von dem magischen Abend im Balan in der Balanstr. 21, wo ich nach meiner Suchanfrage von Doro (der Wirtin) und ca. 20 Exil-Paulianern freundlich aufgenommen wurde.

Pauli, der magische Hund eines der mitsehenden Paulianer sowie die Rückkehr der Einwechsel-Magie sind Themen der neuen Folge rueckwærts.TV (der 5. 6. glaube ich). Nicht so drauf achten, dass mir 3 Helle eine gscheite Wolldecke auf den Gaumen gezaubert haben. Auch was ich sage ist eher unkreativ. Das was im letzten Drittel im nicht-sichtbaren-Bereich akustisch zu erleben ist, das macht den Spaß ;)

volles Rohr, auf ring2.blip.tv

Magisches Hoffenheim

1899 Hoffenheim Tradition Indianer Häuptling, flickr cc-lizenz

Das Experiment “TSG 1899 Hoffenheim” ist ja ein ganz besonderes. Der Herkuleskampf von Fußball-Tradition gegen Kohle wird da gerne und oft stilisiert. Vor allem von denen, die ihre Seele vor Jahren schon durch Ausgründung der Profiabteilung in eine Aktiengesellschaft zur Disposition gestellt haben. Fußballvereine, in denen die Region (sic!) oder die Stadt hineinwirken und aus den Vereinen wieder zurück. Das gibt es kaum noch – strukturell gesund, meine ich.
Continue reading “Magisches Hoffenheim”

‘Hoeneß 4’

Christian Wörns ist zu alt für die Bundesliga und steht nun einsam und allein auf der Transferliste rum.
Die schließt aber in einigen Tagen. Wer dann, wie bei der Reise nach Jerusalem, keinen Platz hat, wenn die Musik aufhört zu spielen, der gehört zu den armen Würstchen, “zu den 10% Profispielern”, die nach der Transferperiode zwischen der Saison ohne Platz in einem Kader dastehen.

Juan Pablo Sorin (Verletzungsanfällig ist sein dritter Vorname) ist ein weiteres prominentes Beispiel.

Wie wohl eine Mannschaft aus diesen Aussortierten in der Bundesliga abschneiden würde? So als Freibeuter-Truppe die erste oder zweite Bundesliga aufmischend?

via: “Spieler-Karussell hat nicht für jeden Platz”

12:30 – ohne uns! (update)

Es geht eine bisher unsichtbare Linie durch die Liebhaber des Fußballs und spaltet sie in zwei Lager. Da sind zum einen die Fernsehgucker, Sesselsportler mit Premiere-Abo und Eheproblemen, denen nichts besseres passieren kann, als dass Bundesliga-Fußball aller Klassen und seine Übertragung ruhig die halbe Woche andauert.

Ab nächste Saison wäre das dann so. Freitag bis Montag, 1. und 2. Bundesliga schön gestaffelt, fernsehgerecht aufbereitet – auch noch für den letzten Winkel der asiatischen Welt.

Und dann gibt es die Fußball-Liebhaber, die irgendwie ihren müden Körper bewegen müssen, um ihren Kick zu kriegen. Supporter, die in Stadien abhängen, die einmal erlebt haben womöglich, wie das gemeinsame Wünschen Spiele beeinflussen kann, und Menschen, die selbst Fußball spielen nicht zu vergessen. Das von den Fernsehmachern und DFL-Funktionären wenig ernst genommene Rückrat des deutschen Fußballs, die Amateure.

Die haben sich nicht immer lieb, wenn sie aufeinander treffen. Säbelt die DFL aber, wie mit den Planungen zu den Anstosszeiten 2009/2010 geschehen, an ihrer Leidenschaft derart herum, dass sie unausführbar wird, dann stehen sie zusammen und solidarisieren sich in ihrem Zorn.

Ein ermutigend lebendiges Zeichen aus Fürth. Fußball lebt!

12:30 ohne uns! T-Shirt

12:30shirtHabe mir bei den hoch sympathischen Leuten bei shirts&more im Altonaer Mercado einen Prototypen eines Protest-T-Shirts “12:30 Uhr? Ohne uns!” machen lassen.
Passt, wackelt und hat Luft.

Ein Fehldruck liegt da noch in Größe XL. Gibts bestimmt zum Sondertarif ;)

Die Aktion zum T-Shirt: Sozialromantiker-Ini
Die social Community, 12:30 NING
Das Blog zum Thema, fussball-lebt

Das Spreadshirt-Shirt kommt auch noch … bitte dranbleiben, trotz Sommerpause.

Altona 93: Heisse Hohe Luft

Altona 93Ich habe noch ein paar beschauliche Spiele in der letzten, der Aufstiegssaison an der Adolf-Jäger-Kampfbahn mitbekommen. Damit ist nun Schluß. Nicht nur, weil Altona 93 in der kommenden Saison im Halbprofigeschäft mitmischt, sondern weil Spiele gegen Chemnitz und den kleinen HSV (II) nicht immer mit dem Attribut “beschaulich” zu vereinbaren sind.

Grausige Vorstellung, dass da Hools durch das verschlafene Eppendorf marodieren und das ausgerechnet bei den beiden ersten Heimspielen der Saison.

(Vielleicht behalte ich ja recht – und der AFC wird auch magisch, mit allen schlimmen Seiten, die das mit sich bringt.

fussball-lebt: ein Metablog für den kritischen Fan

Fußball ist eine lebendige Komposition aus verschiedenen Komponenten. Den Vereinen, den Fans, dem Fernsehen und der Verbände. Seit geraumer Zeit scheint die Harmonie im Zusammenspiel dieser Instrumente, zugunsten der Rendite zu leiden. Jüngstes Beispiel, die Proteste gegen die neuen Anstosszeiten der DFL für die Bundesligen ab 2009.

Unter Fussball-lebt möchten engagierte Blogger, Fans und Menschen, denen der Fußball am Herzen liegt eine Sammelstelle für Artikel, Meinungen und Aktionen sein, die sich mit diesem wichtigen Thema beschäftigen.

Meldet euch gerne an, posted Links, Artikel, Meinungen und Themen. Forza 15:30.

Fan-Petition gegen DFL-Anstoßzeiten

petition gegen die dfl anstoss zeiten 2009

Eine Aktion der Sozialromantiker Sankt Pauli

Die DFL formuliert in ihrer Mitteilung von dieser Woche in geligem PR-deutsch, dass sie eine Organisation der Spieltage ab 2009 vorstellt, die Fans, Vereine und Partner gleichermaßen bedenkt. Quatsch!

Fussball-Fans fühlen sich immer mehr als “nützliche Idioten”, deren Leben am Wochenende von Renditeüberlegungen in Asien geleitet wird. Die Sozialromantiker St. Pauli sind ein Fanprojekt, dass gegen die neuen Anstoßzeiten und ihre Gefahren eine Petition ins Leben gerufen haben. Unsere Forderungen:

• Nehmen Sie diese neuen, fanfeindlichen Anstoßzeiten vor allem am
Samstag und Sonntag zurück! Beginnen Sie an diesen Tagen keine Spiele
vor 15 Uhr.

• Werten Sie die 2. Bundesliga im öffentlichen
Interesse auf durch möglichst einheitliche Anstoßzeiten an maximal zwei
Tagen pro Spieltag.

• Verzichten Sie an Wochentagsspieltagen auf Anstoßzeiten vor 19.30 Uhr.

• Sorgen Sie durch frühzeitige und langfristige Terminierung der
Spieltage für Anreise-Planungssicherheit vor allem für die Auswärtsfans.

GEGEN DIE ZERSTÖRUNG DES KULTURGUTS FUSSBALL!

… hatte gegen den Millerntaler ja schon mal funktioniert.
(via cajacore, foto: sozialromantiker st. pauli)

Neue Anstoßzeiten 2009: DFL-Entscheidung-“eine Katastrophe für den Fußball”

DSF | USPDer Konkurrenzkampf um den Platz an der Sonne auf Europas Fußballplätzen ist unerbittlich. Wie weiland im vorletzten Jahrhundert beuten die Verantwortlichen ihre Ressourcen bis aufs Blut aus, um die scheinbar bestmögliche Position im Kampf um die Führungsposition zu haben.

Was sich hier wie eine Abhandlung aus der Kolonialzeit anhört oder vom neokapitalistischen Treiben einiger Hedgefonds abgeleitet sein kann, ist die einzig logische Folgerung, die man aus der letzten Entscheidung der DFL zur übernächsten Spielzeit bezüglich der Anstoßzeiten ziehen kann.

Die DFL hat in ihrer großen Weisheit zur Stärkung ihres Aushängeschilds noch einmal sämtliche Spielpläne durcheinander geworfen. Ab sofort werden aus dem Salamispieltag mit drei Terminen je Runde noch mehr dünn geschnittene Scheibchen für den Fan, denn mit Freitag (20:30), Samstag (15:30, 20:30), Sonntag (14:45!, 17:00 – 20:30!), gibt es gleich fünf Termine, auf die sich der Fan einstellen muss.

Wesentlich härter als die Bundesliga hat des die Fans im Unterbau getroffen. Schon jetzt mussten die Anhänger sich teilweise Urlaub nehmen, wenn sie ein Heimspiel ihrer Mannschaft sehen wollten (Wochenspieltage um 17:30 Uhr, Freitag um 18:00 Uhr). Doch in naher Zukunft gibt es dazu noch Ärger mit dem Pfarrer und der Familie. Wie anders ist ein Termin um 12:30 Uhr zu deuten, der jetzt für die Zweite Liga am Sonntag vorgesehen ist. Dazu kommt ein “Top-Spiel” am Samstag um 13:00 Uhr. Der gemeine Stadiongänger geht der DFL anscheinend am Allerwertesten vorbei. Wie könnte dies Vertretung der Profi-Klubs sonst auf die Idee kommen, ihre Fans derart zu verprellen.

Continue reading “Neue Anstoßzeiten 2009: DFL-Entscheidung-“eine Katastrophe für den Fußball””

Freie Meinungsäußerung als Fan nur noch anonym?

Wenn es nach den Fußballverbänden und ihren Verwertern geht, dann ist jedwede Übertragung aus Stadien, vor, während oder nach dem Spiel lizenzpflichtig. Das gilt für eine EM genauso, wie für die Bundesligen und Hartplätze in Würtemberg.

Diese Ansicht ist mächtig, vor allem mit mächtig Aggression und langem Atem ausgerüstet, wenn es um die Durchsetzung der Interessen geht. Einem Fan scheint es da unmöglich sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung auch aus Stadien zu verteidigen. Das kann schlicht Existenz gefährdend sein.

Nun kann man nur denjenigen abmahnen, den man auch ermitteln kann (Blogimpressum) und der in dem eigenen Rechtsraum agiert. So gesehen ist es letztlich konsequente Folge dieser rigiden Einstellung, dass Projekte, wie der Euroticker von Lanu vollkommen anonym über diverse us-amerikanische Dienste, wie Mogulus oder Twitter, betrieben werden.

Verhindern kann die DFL also mannigfaltige digitale Fan-Äußerungen gar nicht. Sie zu erlauben, zumal sie das eigene Produkt eher stärken, als schwächen, ist das Gebot der Stunde, will man nicht dem Weg der Musikindustrie nachfolgen.

2. Bundesliga: Sonntags ohne Mittagessen ins Stadion

DSF | USPEben beim Mittagessen noch einmal über die Frage gesprochen, wem denn der Fußball gehört. Da erreicht mich per Fanclub-Newsletter, dass die kommerzielle Formatierung des Fußballs eine weitere Drehung nimmt:

gleich wird es über die Ticker der Republik kommen, denn in der kommenden übernächsten Saison werden die Spiele am Sonntag in unserer Liga bereits um 12:45 starten. Ich weiß, die Anzahl der Gänger zum Gottesdienst ist wohl hier eher klein. Aber vielleicht gibt es ja noch Menschen, die am Sonntag um diese Zeit mit der Familie essen oder anderweitig gesellschaftlichen Verpflichtungen nachgehen.

Hintergrund für diese Entscheidung ist die Vorverlegung von zwei Bundesligapartien auf 14:45 oder 14:30, um stärker auf dem asiatischen Markt präsent sein zu und um weiter Rechtepakete für das TV schnüren zu können.

Freitags, sonntags und Montags könnte ich kotzen.

Ich auch, gerne auch auf chinesisch!

update: sehe gerade, dass die Schanze schon gestern gemeldet hat ;)

update zwo: Corny und der gesamte FC St. Pauli sind strikt dagegen, bibelfeste Paulianer von ihrem sonntäglichen Döner wegzuholen:

Corny Littmann: “Um die Zeit isst der Deutsche doch, da steht das Mittagessen auf dem Tisch. Ich finde das alles schon sehr skurril und frage mich spontan, ob man da wohl noch Einfluss nehmen kann.”

-via-

Fischkopp-Blogger Bundesliga Tipp: St. Pauli, HSV und Werder Bremen


Die Sonne scheint auf die schönste Stadt und seine Alster, da lässt es sich prächtig entspannen, bei einem gepflegten Fachgespräch über die Richtung weisenden Spiele für die Fußballclubs im Norden.

Für einen Moment wurde das Iphone mal nicht zum twittern genutzt, ja nicht einmal an die zweitschönste Nebensache der Welt gedacht. Für einen kurzen sonnigen Moment ging es nur um Fußball. Fast.

Diese Woche tippen Svensonsan (Sankt Pauli), Nico Lumma (HSV) und Malte Diedrich (Werder Bremen):

Continue reading “Fischkopp-Blogger Bundesliga Tipp: St. Pauli, HSV und Werder Bremen”

Oemer

Es prickelt. Die Journaille schreibt den Abstiegskampf herbei. Morena macht sich Mut.
Gehe heute mit meinem Kumpel Oemer ins Stadion, vielleicht um die Profipremiere seines Namensvetters mitzuerleben.
Was bleibt Stani auch anderes uebrig. Siegen muss er mit den Braunweissen vor ausverkauftem Millerntor.

FORZA OEMER, FORZA Sankt Pauli

Tretmühe

DSC01445.JPG

Jetzt gehe ich los zum Millerntor. Die 1860er, die ich heute schon am Hafen gesehen habe beim touristischen Nachmittagsprogramm willkommen heißen. Drei Punkte müssen heute in Hamburg bleiben. Das wird ein Gestrampel für 90 Minuten. Zurück zur guten alten Beinarbeit, ohne Carbonlenker und Gangschaltung.

Auf twitter mit dem hash #stpauli.