Foodblogging in action #rp12

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In Berlin geht es gerade um die Wurst. Foodblogging ist der Reichweiten- und Followermagnet auf der re:publica 12, die ich mir wieder einmal spare. Nicht weil ich sie nicht mag, nur weil ich besseres zu tun habe: an der Ostsee Grillen zum Beispiel, mit Blick auf die Kieler Förde, einem Rindersteak mit Kräutermarinade auf der Holzkohle und einem Glas französischen Wein.

Das Rauschen des Meeres und die leichte Brise, die mir den Grillduft herüberweht, das macht den Unterschied. Was ist schon Berlin, wenn man Strande haben kann?

Die ultimative Vanille-Lorbeer-Zitronen-Sauce für Fischgerichte – nach Jamie Oliver #myvideo

Jamie Oliver ist mein Kochbuch-Held. Das erste Mal in meinem Leben, dass ich Kochbücher nicht nur bewundern konnte, sondern die nachgekochten Rezepte auch genauso aussahen und schmeckten, wie in dem Buch, das verdankt unsere Generation Jamie Oliver.

Und das Besondere: in jedem Rezept versteckt Jamie Oliver Tipps und Geheimwissen, was man universal anwenden kann. Hier die ultimative Frische-Formel für Fisch-Saucen: Vanille, Lorbeer, Zitrone!

Die Vanille längs aufschneiden und mit einem Messer auskratzen. Das Ausgekratzte in einen Mörser geben,
und die Schote zerschneiden und ebenfalls in den Mörser geben.
Ein paar Lorbeerblätter dazu,
einen Teeloöffel Salz und einen Teelöffel Wacholderbeeren.

Das ganze gut Stampfen …

Den Engelbarsch, oder Seezunge, oder Fisch-Filet mit der Paste einschmieren und auf den Grill legen. LECKER


Jamie Oliver vom 15.12.11 – Wimbledon- Jamie Olive… – MyVideo

Wie werden Kartoffel-Chips gemacht?

Kartoffel-Chips-Herstellung als Video

Ein Video, ohne Moderation oder anderen erklärenden Text, das zeigt, wie in den USA und wohl auch in Deutschland analog anwendbar, Kartoffel-Chips hergestellt werden …

Erst kommen die Kartoffeln in ein Bad, werden gerubbelt und geschrubbt. Vollautomatisch.
In Wasser gekocht.
Dann geschnitten und in heissem Öl frittiert.

Dann kommen sie zum, Abtropfen auf eine weiteres Rüttel-Laufband. werden gesalzen, rütteln weiter in den Portionierer und werden dann abgepackt. Fertig.

Eigentlich ganz einfach. Wer braucht da noch Moderatoren oder Off-Text ;)

Strander Butt #Ostsee #Scholle

Das Wasser der Ostsee ist noch kalt, das merkt man besonders, wenn die Sonne untergeht und die Kälte urplötzlich auf das Deck fällt. Abends gehen dann auch die ersten Strander Fischer wieder raus auf die Kieler Förde, in ihren Reusen nachzuschauen, ob Butts sich darin verheddert haben. Fangfrisch kommen die dann angelandet, früh morgens, nur um nachmittags mir serviert zu werden. Mit guter Butter, Speck und Bratkartoffeln.

Strander Butt - Ostsee Scholle - Foto

Wie beantrage ich eine Metro-Karte #Einkaufen

Der METRO-Großhandel, wie hier in Hamburg, genießt einen gewissen Kultstatus. Angeblich gäbe es dort sensationelle Preise, eine überdurchschnittlich gute Weinabteilung und Fleischtheke. Nachteil: man muss Gewerbetreibender sein und das nachweisen, wenn man METRO-Kunde werden und eine der begehrten Metro-Kundenkarten beantragen möchte.

Praktischerweise kann man bei METRO auch online einen Antrag als Neukunde einreichen …»

5 Euro für den Unterschied zwischen Dioxin-Eiern und Bio-Eiern

Wer ein monatliches Einkommen von mehr als 2500 Euro brutto und nun Bauchschmerzen wegen verzehrter, eventuell mit Dioxin vergifteten Eiern hat, der tut mir nicht wirklich leid. Selbst die extremst teuren Eier am Tegernsee drüben in Gasse direkt vom Hof, wo man sich im Sommer auf der Wiese anschauen kann, welche Hühner die Eier legen, und vorsichtig fahren muss, weil die Viecher hier frei rumrennen, kosten nicht mehr als 25 oder 30 Cent. Wer im Monat 30 Eier verbraucht, zahlt fünf bis sechs Euro mehr, als für die schlimmsten Eier aus der widerlichsten Produktion in allerscheusslichsten Geschäften.

… hole ich mal als Argument herüber, das ich mir auch immer wieder vornehmen sollte. Als Ottenser ist man ja nicht gerade abgeschnitten, was Bio-Versorgung angeht. Weiß das jemand, ob Bio-Eier auch belastet sind?

Schanzenviertel: Kohlroulade zum Mittagstisch

Kohlroulade hausgemacht

Ich habe lange nach einem Restaurant im Hamburger Schanzenviertel gesucht, in dem man (ausser dem fantastischen Hatari und der St. Pauli Brasserie Raval) gute Hausmannskost bekommt. Diese herrliche und hausgemachte Kohlroulade fand ich dann am Neuen Pferdemarkt im f&b.

Hier wird sich geduzt und man bekommt den besten Espresso der Gegend. Danach.

Ich hab Orthorexie, keine Leidenschaft ist wie sie

Nervöse Orthorexie oder Othorexia Nervosa ist eine Kultur-Krankheit. Nun, eigentlich kann gesunde Ernährung nicht krank machen – und deshalb erfindet man ein Leiden, das eine Mischung aus Verhaltensstörung und Spleen daher kommt. Im besten Falle, im schlimmsten stempelt eine gefährliche Allianz aus Food-Herstellern und Fast-Food-Konsumenten reihenweise Aktivisten und Konsumenten von Bio-Produkten zu armen Irren. Continue reading “Ich hab Orthorexie, keine Leidenschaft ist wie sie”

Pasta Schuta

Meine Mutter hat das immer gemacht und es wahr himmlisch, eines unserer Familien-Lieblingsessen für immer mal (anders als Grünkohl, der war ja aufwendiger und jahreszeitlich festgelegter). Ich habe lange Zeit geglaubt, dass meine Mutter sich diesen Namen ausgedacht hat, damit wir nicht immer so oft schnöde Pasta Bolognese essen. Später lernte ich das Wort “pasta asciutta” kennen und nahm an, dass sie das Wort “Pasta Schuta” daher hat. Vielleicht als eine Art somalischer Pastavariante, daher, aus Mogadischu, hatte sie das Originalrezept nämlich.

Nun, ich habe mich wohl geirrt. Lecker war es trotzdem.

McKanzler und Holzklasse-Minister

Ich habe mich schon damals, als der seelige Politiker Scharping über ein Liebes-Wochenende auf Mallorca strauchelte, mit meiner Umwelt gestritten. Weil ich nichts schlimmes daran fand, dass mein Verteidigungsminister mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr nach Mallorca flog.

Auch kann man Ulla Schmidts Marotte, immer mit demselben Fahrer und Wagen nach Spanien zu gurken, komisch finden, schlimm ist das nicht. Schlimm und unwürdig ist das Gewinde, mit dem sie salami-taktisch versucht sich trotz dieses Themas über den Wahlkampf zu retten.

Schlimm ist, dass sie dazu gezwungen scheint, bei einer breiten Front von Scheinheiligen, die das Privileg nicht in Bezug setzen zur Aufgabe oder zum Mandat. Schlimmer noch, es geht den Nörglern und Neidern offenkundig nicht um Gerechtigkeit, sondern um den Effekt.

Ich, liebe Ulla, möchte nicht, dass Sie in Spanien mich repräsentieren mit einem Mittelklasse-Gefährt, in dem ihre Vormieter ihre Schlappen und Taschentücher vergessen haben. Ich möchte Ihnen ersparen, dass sie sich auf abgelegenen bspw. Sixt-Stationen die Beine in den Bauch warten, bis sich einer der schnöseligen Damen bequemt, Sie zu bedienen. Liebe Angela Merkel, ich wünsche Sie mir nicht als Kanzelerin, zumindest nicht so teilnahmslos und harmoniesüchtig, wie derzeit. Aber ich möchte, dass Sie sich zum Essen einladen, wen Sie mögen. Und ihr Gast möge nach Hause gehen und schwärmen. Über die niveauvolle Gastfreundschaft unseres Souveräns, dessen Vertreterin Sie sind.

Wie lange eigentlich noch?

Mittach: heute schwer zu ertragen

Es war heute Mittag schwer zu ertragen, bei meinem Lieblings-Fischmann in den Colonnaden zu sitzen.

Ich saß neben einem Arschloch, das in einer Tour seinem weiblichen Gegenüber zeigen wollte, wie toll er ist. So beschimpfte er fröhlich seine Sekretärin als geisteskrank, fuhr sich dabei durch den gefärbten, schon lichten Haaransatz und schwitzte.

Oh, ein Anwalt.

Ich esse schnell auf und ziehe weiter. Einkaufen.

10%

Magere 10% bekommt der magische FC von den Einnahmen aus “seinem” Merchandising, wie diesem (erhältlich ab 30. Mai).

Lächerlich wenig, findet nicht nur Cornelius.

LITTMANN: … Auf dem Merchandising-Sektor sind wir national schon fast für die Champions League qualifiziert. Und wer fährt den Gewinn ein?

ABENDBLATT: Vermarkter Upsolut, der 90 Prozent dessen einbehält.

LITTMANN: So ist es. Und das ärgert mich. Wenn ich dann höre, wie sich alle darüber freuen, dass es demnächst St.-Pauli-Shops in anderen deutschen Städten geben soll, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Unser Verein profitiert davon nur unerheblich. Im Grundsatz bin ich nicht bereit, dies weiter hinzunehmen. Uns gehen jedes Jahr Millionenbeträge verloren.

Bild und Hinweis via twitter.

Copykill

Nostalgie repost:

klonkriege

Bisher noch als –geheim– eingestufte Pläne der Menschenrechtsorganisation ai fordern ein Umdenken in der internationalen Konfliktlösung. RF unterstützt logistisch das Vorhaben der USA-Sektion 200.000 Klone des amerikanischen Präsidenten George W. Bush gegen 391.166 Saddam’s antreten zu lassen.
Aus der amerikanischen Administration kam der Vorschlag, die Menge der von jeder Seite eingesetzten Klone an das Verhältnis der Militärausgaben zu koppeln. Aus Bagdad kam darauf hin ein entschiedenes “NO WAY”. Man hat sich, wie die gut informierte “science cloning today” mitteilte, auf eine komplizierte Formel geeinigt, die die Skrupellosigkeit des Iraker Regimes berücksichtigt — so kam man dann auf ein Verhältnis von 1: 1,955830.

“Wir freuen uns, diesen und andere Konflikte so kollateralschadenfrei wie möglich austragen zu können. Wir beenden so auch alle möglichen persönlichen Fehden”, freute sich U.N. Generalsekretär Kofi Annan am Freitag Abend.
ai hat unterdessen das lybische Unternehmen copykill.cc mit der Produktion der Klone beauftragt. Der volle Klon-Aufmarsch am Golf wir in ca. 2 Monaten abgeschlossen sein, bestätigte ein Sprecher.

Die ganze Welt wartet gespannt auf die ersten Klonkriege.
Unklar ist noch, ob die Weltmeisterschaft in Japan und Korea ausfallen, oder die Klonspiele dort stattfinden sollen.
Eines steht aber schon fest: MTV wird dieses Spektakel zusammen mit dem angeschlagenen Sender Premiere (Deutsche Bank Gruppe) übertragen. Die mehrstündige Übertragung wird im Rahmen des erfolgreichen MTV-Formates “Celebrity Deathmatch” stattfinden. Premiere verlangt für eine Live-Übertragung über den Malone Draht (vgl. RF::Call-a-Terror) einen Betrag von 1.000 EUR. Wer nicht mitschauen möchte erhält bei einem sog. bcc:-Abo für 500 EUR nur die Tonspur.
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Star Wars vs. Star Trek

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Stolpere in letzter Zeit immer wieder über Menschen, die unbedingt diese beiden Sci-Fi-Legenden in den Ring schicken müssen. Warum kann man sich, wie in Clerks II herrlich vorgemacht, nicht einen echten “Gegner” aussuchen: LOTR – oder “Der lange Marsch”.

Einerlei. Witzig, dass das zwei Frauen sind, bei denen ich so einen Vergleich gerne, weil pointiert und mit glaubhaftem Engagement lese.

Hier die besten Argumente, angefangen bei Kiki und Star Wars vs. Star Trek:
2. Obi-Wan oder Mr. Spock?
Das ist schon schwieriger zu beantworten, das sind zwei fast ebenbürtige Gegner. Beide schaffen es, gleichzeitig unterkühlt und dennoch irgendwie warmherzig rüberzukommen. Lustig auch, daß ein Wesen vom brodelnden Planeten Vulkan so bar jeglicher Emotionen sein kann. Und Spock haben wir das unnachahmliche
faszinierend zu verdanken, das sich bei vielen Gelegenheiten anwenden lässt, z.B. auch gern bei Cocktailparties, wo man von irgendwelchen Langweilern zugetextet wird.
Aber überzeugender ist dann doch Obi-Wan, außerdem kann er mit einem Laserschwert umgehen.

… und hier Ankes Killerargument, das Quentschen Genialität, die das Scripten von Star Trek Folgen zur Benchmark gemacht hat:

6. Q
Die Macht? Wenn einem Drehbuchautor nix mehr einfällt, greift er zum ältesten Puppenspielertrick aller Zeiten: Telekinese. Pffft. Das Star-Trek-Universum hat stattdessen Kindskopf Q, der alles machen kann, was er will. Und er muss nicht mal seltsame Masken tragen, die einem die Atmung unnötig schwermachen.

Übrigens, die Mädels haben mich viel mehr überzeugt als die fünf Filmfreunde.

“They are not gay, they are Hobbits”. – Foto: Paramount

Solidarität, Anstand, Selbstverständlichkeit

Komisch, es gibt Tage, da liest man alles das, was an anderen Tagen nicht viel gemein hat, anders, in einer Art innerem Zusammenhang. Worte, Begriffe, die sich immer wiederholen, das Unmittelbare verknüpfen im Kopf.

Schön ist aus meiner Sicht, dass Erwachsenwerden vermutlich der Moment ist, wo die Bedeutung dieser Subkulturen und Zugehörigkeiten schrumpft und man lernt, die Welt komplexer und individueller wahrzunehmen. … lese ich bei den bissigen Liberalen. Und verneine.

Komplexer, ja, vielleicht, weil ich inzwischen hinter so manche Kulisse geschaut habe. Einige Drähte zu ihren Puppenspielern verfolgt, aber allzu viele Fäden gesehen habe, denen ich nicht so tief hinab folgen konnte. Individueller? Kommt sie mir vor die Welt, ja. Bin mehr allein. Hängt vielleicht mit dem Alter zusammen, oder mit einer Welt, die solange schon sich selbst bedroht, dass keiner mehr hinhört. Mit “Erwachsen werden” hat das wenig zu tun.

Im Gegenteil, ich empfinde “individueller zu sein” als pubertär. Wichtig, denn erst wenn ich mich selbst begreife, kann ich mich auch wieder in Ruhe umsehen, mich anschliessen.

Wenn ich meinen alten Freund Gavin treffe, der inzwischen in den USA lebt und gestern Geburtstag hatte – herzlichsten übrigens – dann sind seit dem letzten Treffen meist einige Jahre vergangen. Wir gehen dann nach einer kurzen “was hat sich denn inzwischen getan”-Phase in den stillen Teil unserer Konversation über. Reden wenig, geniessen die Zeit, die man nebeneinander verbringt. Selbstverständlich, auf Basis einer zugegeben erprobten Gemeinsamkeit, aufgrund erlebter Solidarität.

Dann lese ich einen Text von Axel Vornbäumen im Tagesspiegel, dem man ruhig vorwerfen kann, dass er sich bei der Überschrift hat hinreissen lassen – “Kein Herz für Inder” hat nämlich mit den Aussagen in seinem Text wenig zu tun. Konträr sogar, reduziert er die Thematik doch gut auf die wichtige Kernfrage: “Was wäre anständig gewesen?”

Ich bin es ebenfalls leid über Selbstverständlichkeiten, wie Anstand noch zu diskutieren. Ich suche Menschen auf, die Anstand mitbringen. Da spielt es keine Rolle, ob das Inder, Sachsen oder Volksmusikanten wären. Das nenne ich erwachsen werden, die Erkenntnis “zusammen weniger allein zu sein”.

Diese Selbstverständlichkeit übrigens, die finde ich Sonnabends für ein paar Stunden am Millerntor. Immer wieder, ohne dass man das groß sagen, einfordern oder in Prozesse gießen müsste.

Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.
Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.
Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.
Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.
Gerhard Bronner (3)
23.10.1922 –
österreichischer Komponist, Musiker und Kabarettist

Der Spanier an sich mag ja keine Tiere,

… es sei denn man kann sie essen, pökeln oder quälen.

Soweit eines der gefährlichen , pseudo-gutmenschlichen Vorurteile, die man in Deutschland so gerne pflegt. In einem Land in dem es immer wieder große Aufregung darüber gibt, wenn jemand Autos zerkratzt oder Tiere aussetzt, macht die spanische Sicht auf fühlende Geschöpfe fassungslos. Meist ist es dann aber der vermeintliche Tierfreund, der zur Katasrophe auch noch maßgeblich beiträgt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir zu unserem ersten Hund kamen, mein Bruder und ich.

Erstens durch Gequengel und durch das Ausmalen von Bedrohungen für das kleine Geschöpf – vor allem unseren Eltern gegenüber. Und wirklich wäre der kleine Hund, einer von achten eines wilden Wurfes, am nächsten Tag ertränkt worden. Wir lebten in einer Bar im damals verschnarchten Ses Covettes auf Mallorca, auf Urlaub bei Freunden. Am Strand streunerten viele halbwilde Hunde herum, die in der entbehrungsreichen kurzen Zeit ihres Lebens genau zu unterscheiden lernten, wen es lohnte anzuschlecken und anzuwinseln: deutsche Touristen. Sie sahen verzottelt aus diese wilden Mischlinge und niedlich trotteten sie hinter dir her.

Wir beschlossen eines dieser Welpen mitzunehmen nach Deutschland. Hier gibt es das nicht, das Problem von streunenden Hunden, die ja noch da sind, wenn der Urlaub dann mal zuende geht, es Winter wird.

Tier.TV hat sich des Themas angenommen und eine Reportage darüber gedreht, wie es auf Mallorca zugeht. Ob das so reisserisch hätte angetrailert werden müssen, ob die Perspektive nicht allzu eindimensional ist, kann und muss man diskutieren. Genauso, wie die kulturelle Sicht auf den Umgang mit Tieren und den Respekt davor.

reboot9 statt G8

Wenn ich mir die Mädels, die da von uniformierten, ebenfalls Mädels, abgeführt wurden am letzten Sonntag, noch einmal vor den inneren Diaprojektor schiebe, dann juckt es mich ja schon, nach Heiligendamm zu fahren und ordentlich mitzudemonstrieren. Stelle ich mir dann, wie ein politisches Hurricane-Festival vor. Spannend.

Stattdessen fahre ich brav zu “social geschwafel” und “Bierchen mit netten Freunden 2.0” nach Kopenhagen.

Wenns langweilig wird, kann ich ja mit den Bewohnern von Christiana demonstrieren.
Da ist ja auch was los, in diesen Tagen.

Foto: indymedia.de

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Gute Idee – “Ich bin A-Blogger, holt mich hier raus”

Peter Turi im Interview. Langsam wird mir klar, dass ich beim Beginn meiner “Liebesbeziehung” mit ix professioneller hätte sein sollen, nicht so persönlich angefressen. Dann würde mich heute jedes Kind in Klein Blogistan kennen ;)

Motzen ist eine Form der Liebe, Motzbloggen ist ein Betteln um Zuwendung.

Vielleicht würde ich ja dann auch in das Blogger-Camp eingeladen, freilich erst, wenn Markus feine Idee auch Wirklichkeit wird:

Markus Willnauer sagte,
am 04. April 2007 um 09:28 Uhr

Super Interview, super Kommentar, mit das Beste was an dieser Stelle bis dato zu finden ist, weiter so! Vielleicht kann man ja aus den Alpha-Bloggern mal so etwas wie eine daily soap machen oder alle in einen Container stecken – Übertragungsrechte bei arte.

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“Wie Du das machst ist mir egal”

Da wird Zentral-Vorstand Feldmeyer bei Siemens verhaftet und in Untersuchungshaft gesteckt unter dem Vorwurf der “Untreue“. Er soll eine Mitarbeitervertretung der anderen ggü “bevorzugt” – unelegant ausgedrückt – geschmiert haben.

Aber hat er sich damit “untreu” ggü Siemens verhalten?

Jenseits der juristischen Aufarbeitung dieser Frage, liegt der Kern des Unverständnisses in der Defintion dessen, was für Topmanager eigentlich “das Unternehmen” ausmacht. In den Etagen mit dem vielen Leder und dem dezenten Designerchrom herrscht nämlich die einhellige Ansicht, dass der “Shareholder” gleichbedeutend mit “dem Unternehmen” ist. In manchen Managerseelen sind auch die Shareholder nur störendes Beiwerk, das ist aber eine andere Geschichte.

Mit seiner “Ruhigstellung” der Mitarbeitervertretung hat er sicher, wohl kann ich mir vorstellen, dass Feldmeyer das auch so sieht, “treu” gegenüber den Shareholdern gehandelt, die in der Regel ihre Interessen diametral gespiegelt sehen durch ihre Mitarbeitervertreter. Was dann auch das eigentliche Problem berührt: Wer sind die Teile eines Unternehmens ggü denen man sich als Manager “treu” verhalten soll?
Besserung ist erst in Sicht, wenn endlich die Shareholder-Value-Sicht in eine Stakeholder-Value-Sicht wandelt. Und dies, da machen wir uns nix vor, geht nur, wenn möglichst viele Stakeholder – also Anspruchsgruppen ggü dem Konzern – auch Shareholder werden. Mitbestimmung über Anteile ist das eigentliche Thema. Dann kann man auch gesellschaftlich wieder über Treue und ihr Gegenteil reden.

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Wenn die alte Tante SPD irrt …

… dann biegen sich die politischen Balken. Immernoch.
Und gleichzeitig dreht sich ein großer Teil der alten Ostpolitiker im Grab um.

Zwei Meldungen, die verdeutlichen, was ich meine:
– BILD meldet heute, dass die Polen bei den Deutschen am unbeliebtesten sind (bisher nicht online)
– Die SPD hofft – in Form ihres Leitwildebers Kurt Beck -, lt. Neue Züricher Zeitung, dass sich das Wehren gegen den amerikanischen Raketenschild bei den Wählern auszahlt. Eine Konfrontation, wie 2002 zwischen Schröder und Bush wird hier zumindest billigend in Kauf genommen. Die SPD konzentriert sich dabei traditionell auf Russland:

Während Bundeskanzlerin Merkel einer Auseinandersetzung mit den USA wegen der Raketenabwehr aus dem Weg gehen möchte, sucht die SPD die Konfrontation.

Ein fataler Fehler!

Wenn es ein Land in Europa gibt, mit dem es so nötig gewesen wäre, wie beim Vorbild der Deutsch-Französischen-Aussöhnung vorzugehen, dann wäre das Polen gewesen.
Der kalte Krieg hat das verhindert und nun fällt es den beteiligten EU-Nationen merkwürdig schwer, das Miteinander zu organisieren, zu normalisieren.

Deutsche Sicherheitspolitik kann indes nicht ohne die enge Berücksichtigung der polnischen Interessen funktionieren, das sieht Angela Merkel vollkommen richtig. Nur eine enorme kommunikative Anstrengung in Europa kann den Wiederstand gegen diesen eigenartigen Schutzschirm wirksam formieren. Die SPD selbst schreibt hier von “Friedenssicherung durch Interessenausgleich”. Der sieht freilich anders aus, Herr Beck!

Alle reflexartigen und taktischen Alleingänge schütten Spaltsalz in die noch immer offene europäische Wunde.

Übrigens eine gute Gelegenheit, die Aussöhnung mit Polen zu intensivieren und über lange Zeit zu fördern. Immerhin ist Frankreich inzwischen das beliebteste EU-Land der Deutschen.

Foto: SPD.de

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Einladung zur Web 2.0 Butterfahrt

Wer schon einmal eine Verlosung mit “meet & greet” veranstaltet hat, der weiss, dass man sich da mit Sätzen wie: “schickt uns doch mal die schönsten Basteleien für euren Startreff mit Fuzzi MC” ganz schön in den eignen Fuß schiessen kann. Bei “HnzgnF” haben wir damals Wagenladungen von schlimmen Zeichnungen, pubertären Schlüpfrigkeiten und naiven Basteleien entsorgt. Jede Woche.

Die Coolen, die Begabten, die mit denen man vor der Kamera was anfangen kann, die sind nie darunter gewesen.

Noch schlimmer wirds, könnte man nun meinen, wenn ein next-generation-“web 2.0”-Kongress – zu seinem zweiten Geburtstag sich next07 nennend (ja ein Internetjahr sind vier Jahre, schon vergessen?) – zu so etwas aufruft.

Doch weit gefehlt. Sie sind da draussen, die coolen und begabten Hoschies, die unbedingt zu der Butterfahrt nach HH wollen:

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Ehre, wem Ehre gebührt, Alter!

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Das, was hier (bitte zum besseren Verständnis dessen, was hiernach kommt lesen. Auch wenn es weh tut) wie eine Hausarbeit in Gemeinschaftskunde, zehnte Klasse anmutet, ist genau das Gegenteil dessen, was es befördern möchte: Ehrlos und dummerhaftig.

An die Stelle des Leistungsdenken tritt das Anspruchsdenken. Die Erfolgreichen werden zu Glücklichen oder Gaunern, die ihren Erfolg nicht verdienen und den weniger Glücklichen oder einfach nur Ehrlichen etwas schulden. Die Folge ist ein Anspruchsdenken aller gegenüber der Gesellschaft. Der zentrale Wert demokratischer Gleichheitsethik ist der Neid. Eine solche Gesellschaft ist auf Stillstand oder Verfall programmiert. Die Rückkehr zur Leistungsgesellschaft führt über die Rehabilitation der Ehre.

Komischerweise will mir zum Begriff Ehre nie das Wort Mehrheit, Lesitung oder Elite einfallen. Ehre ist etwas subjektives, oder besser:

„Die Ehre ist, objektiv, die Meinung anderer von unserem Wert und, subjektiv, unsere Furcht vor dieser Meinung.“

– Arthur Schopenhauer –

Versteht man, lieber Sascha Vetterle, die Ehre als von anderen, gleich gesinnten, – manchmal gleichzeitig geborenen, anderswo gleich beidfüßigen oder gleich hässlichen Menschen gegeben, dann funktioniert ihr ganzer schöner Artikel nicht. Leistung wird geehrt. Ja, immer.
Ob das dann allerdings die Mehrheit tut, zahlt auf ihre persönliche Ehre nicht ein, Deine Mudda!

Mir ist kaum ein anderer Begriff untergekommen, der schlechter geeignet ist für eine politische oder gesellschaftliche Argumentation. Vielleicht noch die Würde.

„Die Ehre ist — die Ehre.“

– Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm –

… weil sie eben gefühlt werden muss. Dummerweise von anderen.

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