myvideo.de: Porno-Reaktionszeiten

Ich habe mich eben beim Mittagessen mit netten Kolleginnen über die copycat myvideo.de unterhalten. Ehrlich musste ich zugeben, diese Video-Community nicht genauer zu kennen.

Auf den ersten Blick fiel mir auf, dass viel mehr “Mainstream”-Clips dort vorhanden sind, als auf dem Original. Vor allem die hohe Frequenz an DSDS Clips fiel mir ins Auge.

Außerdem ist alles ein wenig glitschiger, mehr oversexed. Sieht so aus, als würden viele Pornoanbieter myvideo als deutsches “You Porn” missverstehen.

Habe bspw. dieses Video um 14:31Uhr als “Porno” gemeldet.
myvideoPorn_Meldung.jpg

Mal sehen wie lange das da so frei zugänglich rumliegt?

UPDATE: 14:48 Uhr “Dieses Video wurde von der MyVideo Community gemeldet und wird derzeit vom MyVideo Support überprüft.” erscheint nun hinter diesem Link. Das ging schnell.

Bleibt nur die Frage, ob in Anbetracht der expliziten Werbepartner am Kopf des Originalpostings
hier nicht “der Bug ein Feature ist”?

(Disclaimer: Ich habe nichts gegen Erotik. Ich liebe Frauen und nackte vor allem. Das dürfte ja hinlänglich bekannt sein.)

Fieser BKA Virus-Hoax: “Bundeskriminalamt BKA” Ermittlungsverfahren Nr. 188667

Heute morgen im Morgenmagazin haben sie schon vor dem BKA-E-mail-Virus gewarnt, “Anti-Viren Programme könnte dieses Virus noch nicht erkennen”. Das eigentlich neue daran ist aber, dass sich keine putzigen Sätze im typischen Bedienungsanleitungsdeutsch darin finden.

Dieser Hoax spricht sogar 1a behördisch:

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Herunterladen von Filmen, Software und MP3s ist illegal und wird mit bis zu 5 Jahren Freiheitsentzug bestraft.
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Ihr Rechner unter der IP 212.227.116.110 erfasst wurde.
Ihre Daten wurden uns von Ihrem Provider zu Verfügung gestellt und eine Strafanzeige wurde erlassen.
In dem angeführten Anhang finden Sie die Strafanzeige mit dem Aktenzeichen Nr.:# 130067
Drucken Sie diese bitte aus und faxen Sie diese mit einer Stellungname an uns zu.
Eine Kopie der Strafanzeige wird Ihnen in den nächsten Tagen schriftlich zugestellt.

Hochachtungsvoll
i.A. Jürgen Stock

Bundeskriminalamt BKA
Referat LS 2
65173 Wiesbaden
Tel.: +49 (0)611 – 55 – 12331
Fax.: +49 (0)611 – 55 – 0

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SZ: Tonspur gekreuzt

Lustig, bei diesem Interview der SZ mit Sylvester Stallone zum neuen Rocky Film, werden auf Seite zwei die Rollen getauscht. Stallone fragt und SZ antwortet:

SZ: Heute? Ja! Verwirrte Kids – und eine komplett fallengelassene Generation von Alten. Explosiv. Die Familien in Amerika, in der Mittel- und Unterschicht, sie verwahrlosen. Emotional!

Stallone: Ein großes Thema. Ganz Deutschland diskutiert darüber.


SZ:
Da macht ihr ’was richtig. In Amerika diskutieren wir auch darüber. Aber wie? Viele Fundamentalisten. Die haben eigene Interessen, verstehen Sie?

Später stimmts dann wieder, wird aber noch lustiger:

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Investivlohn

9944_78c79f7a55_m.jpgAus Sicht von Arbeitnehmern macht das nur Sinn, wenn man die Macht der Beteiligung bündeln kann. Zu politischer Macht. Herr Sommer übernehmen Sie.

Geld ist komprimierte Macht. Das war schon vor Karl Marx ein Allgemeinplatz.
Auch das Thema Mitarbeiterbeteiligung, so lernen wir im heutigen Tagesspiegel, ist eine so neue Idee nicht. In Deutschland fristet das Thema ein Schattendasein als exotische Geldanlage oder als etwas, was man eben so mitnimmt, wenn es das schon mal gibt. Meist in großen Unternehmen pütschert jeder so ein wenig mit Investivkapital herum, wie das so modern nun heißt.

Der Grund, weswegen das ganze so wenig Ernst genommen wird, auch bei denen, für die das seinerzeit einmal gedacht war, ist so einfach, wie banal. Mit den paar Kröten, die der Einzelne in Mitarbeiterprogrammen, wie Aktienoptionen, stecken hat, lässt sich kein Herr Ackermann davon abhalten tausende Kollegen zu feuern. Auf der Hauptversammlung wird man entweder gar nicht wahrgenommen, oder als Störer entlarvt, der die anderen kleinen Pupser und Wichtigtuer vom Buffet abhält. Nee. Da fehlt was Wichtiges.

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StudiVZ mit Pausenzeichen

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StudiVZ macht Pause.

Entweder Mittagspause oder eine längere, um auf die jüngsten Sicherheitslücken zu reagieren:

“Pause
Koffeinschock?
Kinder, dann lasst doch den Kaffee sein!
Wir arbeiten für Euch und sind gleich wieder für Euch da!
Geduldet euch mit uns, wir arbeiten für euch und sind bald wieder da!”

Erinnert mich an die Senderkennungen mit Testbild, die beim Sendeschluss gezeigt wurden, damals bevor es Privatfernsehen und WEB 2.0 gab. Mal sehen, wie lange das “Pausenzeichen” steht. Counting …

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Neulich bei der Passagierkontrolle …

… steht vor mir ein junger Mann mit Migrationshintergrund und Werberattitude. Seine Habseligkeiten, wie Designershampoo und Hautwässerchen, hat er in einer durchsichttigen Perlmutttasche verstaut. Der Beamte staunt, offensichtlich.

Ungerührt und sehr trocken erläutert er dem, wohl notorischen Späteinchecker, der immer hippeliger wird je länger die Verballektion dauert, dass die Dinge neuerdings in eine der neuen wiederverschließbaren Tüten gehört.

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Eminem Interview, und 50 Cent war auch dabei

… kam eben per E-Mail. Irgendwie klingt das mächtig wenig nach Straße (Vorsicht Trendausdruck), wenn man das Interview in der VIBE mit 50 Cent und Eminem auf deutsch liest.
Oder gerade, weil hier sich offenbart, wie wenig diese Männer zu sagen haben.

Am niedlichsten finde ich die Kosenamen mit denen sie sich, via Interviewer, ansprechen.
“Em”, “Fif”, LOVELY!

Eminem: Ich habe das, was Fif gerade macht, auch acht Jahre lang durchgezogen. Nichts als Züge, Flugzeuge, Autos, und dann den Druck, vor all diesen Menschen aufzutreten und keine Line zu versauen, keine Scheiße zu bauen. Die Leute zählen auf dich; sie haben diese Eintrittskarten gekauft, um dich zu sehen. Das war alles Druck, und dazu kam dann noch derjenige Druck, dem ich in meinem Privatleben ausgesetzt war. Also kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich mir sagte: „Alter, ich muss mal runterschalten.“

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Lufthansa: “Jetzt verscherbeln wir alles, auch Versicherungen”

Es gibt Menschen, die Lufthansa und andere Prämienmeilen als ernsthafte Konkurrenz zu unserer Währung sehen. Zugegeben, manchmal rechne ich noch um – allerdings von D-Mark in Euro, vor allem wenn ich betonen möchte, wie teuer oder aber auch wie preisstabil etwas ist.

Fehlt mir noch, in Zukunft auch in Meilen rechnen zu müssen.

Freunde von mir tun das schon lange. Sie sind Unternehmensberater und durch ihre Tätigkeit viel unterwegs. Die Honorare werden meist von großen Konzernen oder aus staatlichen Töpfen bezahlt, da spielen die Reisekosten eine untergeordnete Rolle. Ja, manchmal hat man den Eindruck, wer seine Berater per Business-Class einfliegen lässt, gilt mehr, hat es irgendwie geschafft. Eigenwillig, aber nicht mein Thema heute.

Diese Meilenumrechner dürfen dann, anders als ich, regelmäßig irgendwohin. Fliegen und Hottellieren, Wellnessen und Cityhoppen und was es sonst noch alles so Modernes gibt. Das alles natürlich über Lufthansa und seine Partner, bezahlt mit Meilen.

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Schorsch und Frau Pilotin

12069763_5ceaf8877f_m.jpgIch hatte mich darauf gefreut. Dass es so lange gedauert hat, bestätigt meine damalige Annahme, der Pilotenberuf sei eine der letzten chauvinistischen Nischen in unserer Gesellschaft.

Heute morgen bin ich bei der dba von einer Frau Pilotin geflogen worden. Meiner Wahrnehmung nach das erste Mal. Ihr Kollege, der immer sagt wie hoch, wie weit und woran vorbei man fliegt, hiess Schorsch.
Sehr sympathisch.

Übrigens, wer einmal eine Parallelgesellschaft in Aktion erleben möchte, der muss nur fliegen. Welche Airline ist eigentlich egal. Bei der Verbringung von 70 Lebensminuten auf engstem Raum berühren sich die Gruppe der Passagiere und die der Flugbegleiter nämlich nur ein einziges Mal. Beim Essen Snack austeilen.

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openbc, oder “wem gehört die Community?”

Die Diskussion ist so alt, wie das Netz selbst. Ich kann mich an telnet-Chats erinnern, in denen altgediente und vollkommen neurotische Menschen sich stunden- und tagelang herumtrieben.
Irgendwann war es eben egal, auf wessen Plattform man sich befand. Allerhöchstens spielte in diesem besonderen Fall die Nähe zur Musik noch eine Rolle, aber im Selbstverständnis keine tragende.

Es kommt dann immer vor, dass diese Community-Höhlenbewohner irgendwann eine Art Eigentum an dem digitalen Raum wahrnehmen, den sie bevölkern und manchmal eben auch bereichern. Nur, es ist nicht so. Eine Illusion, aus der zu erwachen schmerzhaft sein kann.

Wer partout eine Community, ein Forum betreiben möchte, das ihm gehört, der hole sich hier freie Software, hier Webspace und lege los. Wer das auf der Plattform eines anderen macht, der hat sich eben auch irgendwann einmal mit den Regeln einverstanden erklärt. Wenn das beinhaltet, dass man für einen premium account bezahlen muss, dann gehört das eben dazu, verdammt!

Im aktuellen Fall bei openbc schreibt Daniela zu diesem bermerkenswerten Beitrag im CIO-Blog:

In diesem Fall haben wir das Netzwerkprinzip Geben und Nehmen lediglich aus Unternehmenssicht betrachtet und nicht aus der Sicht unserer Moderatoren, die mit sehr viel Engagement und zusätzlicher Arbeit den Nutzern von openBC mit dem Betreiben der Foren Mehrwert bieten.

… und streift damit die eigentliche Frage.

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Unangenehm: Wer WLAN nicht sichert, kann Ärger kriegen!

Die lustige Computerwoche (Nerdfaktor!) meldet derzeit, dass man sich lieber schnell als langsam mit Themen wie WEP WPA und MAC-Adressenfilter vertraut machen sollte, denn wer sich nicht nicht auskennt, kann Probleme bekommen:

Urteil: WLAN-Besitzer haften bei Missbrauch des ungesicherten Netzes

Laut Heise Security bringt das aber eh alles nichts.

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Anti-Terror-Datei & Freiheit, die wir nicht verdienen

Es ist schon oft darüber gesprochen worden, dass sich -nicht nur unser- politisches Establishment allzu oft gedankenlos, auf den schnellen populistischen Effekt hin, dazu hinreissen lässt, abstruse, vollkommen unwirksame Maßnahmen aktionistisch herauszubrüllen. Ganz vorne mit dabei Herr Schönbohm aus Brandenburg, leider auch immer wieder unser Innenminister und der haarscharf am Verfassungsbruch vorbeischrammende Bayer Beckstein.

Neueste Idee, die Anti-Terror-Datei, in der nicht die Terroristen gespeichert werden sollen, die unser täglich Döner vergiften, sondern vor allem Menschen mit muslimischem Glauben. Wäre Fleisch religiös, könnte man das hier auch speichern, geht aber leider nicht.

update: Also doch, “Merkel will zentrale Anti-Gammelfleisch-Datei”

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Ahmadineschad, das putzige Killerkaninchen

104599772_b41c189f01_m.jpgEs ist recht geschickt, wie der Iran und seine, an einen niedlichen Maulwurf erinnernde, Führerfigur Ahmadineschad die Welt in Atem halten.
Man darf nie vergessen, dass das, was wir als Diplomatie begreifen, seinen Ursprung auch in dieser politisch heute so drohenden Welt hat. Konflikte in Verbindung mit dummdreisten Ideen sind nicht nur in der CSU oft Mittel zum Zweck.

Schockieren, zurück rudern, ein bisschen, Hinhalten und dann wieder Schockieren. Nach dem Schock aber noch etwas völlig Abstruses vorschlagen, das ist eine gute Masche.

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Wenn einer eine Reise tut, vor allem mit der Deutschen Bahn …

Erlebt habe ich gestern meine erste Zugevakuierung. Irgendwo mitten zwischen Würzburg und Fulda, da wo immer noch massenweise Deutschlandfahnen an den schmucklosen Häuserfassaden hängen, dort entschloss sich unser ICE, den Geist aufzugeben.

Wir hatten sowieso schon einige Verspätung und warteten auf der Höhe von Burgsinn wieder einmal auf irgendein Signal, als die Durchsage „Alle Zugebegleiter mal bitte die 91 anrufen!“ ertönte. Wenn dann die Zugbegleiter in Bauarbeiterwesten an einem vorbeihechten, dann ist das entweder eine verspätete Technoparade oder Ernst.

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akute biblische Lebenshilfe

Wer die Bibel zitiert, der möchte Weisheit vermitteln und Wahrheit. Das Dumme an der Bibel und ihren Zitaten ist nur, dass sie so oft übersetzt, neu zusammengeschwurbelt und einfach so unzeitgemäß sind, dass man das Heulen bekommen möchte.

Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie, als achtsame Christin, daß Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre.
Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

Liebe Dr. Laura

Vielen Dank, daß Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen.
Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte.
Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind:

1. Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, daß dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

2. Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

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Überwachungsstaat Brandenburg

Dem Herrn Schönbohm sei das Gleiche mit auf den paranoiden Weg gegeben, wie seinerzeit dem Bundesinnenminister:

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.” (Benjamin Franklin, 1706-1790)

Deswegen. (Via)

Es rummelt im Magen. Man möchte diesem Holzkopf zubrüllen: “Kümmere Dich um die ‘Terroristen mit Datscha und Vorgarten’ in Deinem Land, Du Idiot” und ich tue das dann auch.

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Herrenberuf

Eben kommen mir zwei Piloten entgegen. Sie lachen und scherzen. Beides unverschämt gut aussehende Burschen mit Fliegerhemd und das Sakko lässig über der litzenbewehrten Schulter. Smarte Stereotypen.

Ein paar Meter dahinter eine Schar kichernder FlugbegleiterInnen, früher Stewardessen genannt. Allesamt weiblich. Klack, klacker di klack – macht es auf dem polierten Terminalfußboden.

“Wann werde ich eigentlich mal von einer Frau geflogen”, frage ich mich.

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Pirelli Films: John Malkovich als Exorzist, Naomi Campbell als Dämonin

The-Call.jpg
Es ist düstere Nacht in Rom.

Der Chefexorzist des Vatikans (John Malkovich) ist noch wach. Nachts, wenn sich der Mond rot färbt und die Dämonen sich unschuldiger Sportwagen bemächtigen, beginnt seine Schicht.

Tapfer kämpft er mit den Mitteln des Glaubens gegen die schier übermächtige Dämonin, Naomi Campbell.
Aber auch Kruzifix und Weihwasser helfen nicht viel. Malkovich ist erschöpft.

Da kommt ihm plötzlich die rettende Idee …

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Hausmeisterstelle frei

Björn sucht im Auftrag von o2 einen Blogmeister für das kürzlich gestartete Projekt mobile-macs. Einen oder eine Bloggerin, die sich um die Community kümmert und auch noch Zeit findet mächtig versiert aus der Macwelt zu bloggen.

O2 verspricht, dass das Engagement auf ein Sponsoring zurückgefahren wird, die Plattform vollkommen offen bleibt. Paßt eigentlich zur sehr offenen Politik des Mobilfunkanbieters in letzter Zeit. Und VIP beim nächsten Konzert wird der Blogger bestimmt auch. Interessenten bewerben sich hier.

via

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“Und nun zurück in die angeschlossenen Funkhäuser”

Transparency International kommuniziert. Und zwar mit dem unkreativ Weblog:

Sehr geehrter Herr M,
Sie wissen so gut wie ich, dass es in Deutschland Datenschutz gibt und Transparency hält sich an Gesetze. Wir sind durchaus offen für Kritik und wissen auch mit ihr umzugehen, aber die Fakten, auf denen Kritik beruht,
müssen schon stimmen. Der Gesetzgeber hat Meinungsfreiheit Art. 5 GG einerseits und den Schutz des Persönlichkeitsrechts Art. 2 GG gegeneinander abgewogen. TI-D wird Personalangelegenheiten nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, auch wenn die Angelegenheit dann in einem anderen Licht erscheinen würde.

Mit freundlichen Grüßen
Dagmar S.

Immerhin hat mich dieses Treiben und das Nachdenken über TI-D (Fachabkürzung für Transparency International-Deutschland; nehme ich an) auf diese Aktion aufmerksam gemacht: “Nebeneinkünfte Veröffentlichen”

Das Online-Netzwerk Campact, die Antikorruptionsorganisation Transparency International und LobbyControl starten eine Protestaktionen gegen die von Bundestagspräsident Norbert Lammert am Freitag angekündigte Aussetzung der Veröffentlichungspflicht von Politiker-Nebeneinkünften. Lammert begründet dies mit beim Bundesverfassungsgericht anhängigen Klagen von Bundestagsabgeordneten, obwohl diese juristisch keine aufschiebende Wirkung haben.

Es wäre natürlich ähnlich naheliegend zu vermuten, dass die Verschiebung durch Herrn Lammers mit dieser Meldung des SPIEGEL etwas zu tun hätte:

Bundestagspräsident Norbert Lammert erhält jährlich 25.000 Euro vom Energiekonzern RAG – zusätzlich zu den normalen Bezügen als Politiker. Es gebe da gar keine Interessenkonflikte, sagt Lammert. Dabei ist der Umgang mit dem Kohleunternehmen seit jeher ein Politikum.

Der Frankophile sagt in solchem Fall: “honi soit qui mal y pense” und überlaßt seinen Lesern die Schlußfolgerung.

Was für ein Glück, dass ich zwei Abgeordnete im Bundestag habe. Herrn Marcus Weinberg (CDU) und Olaf Scholz (SPD). Fühlen Sie sich bitte angesprochen meine Herren.

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Transparency Deutschland: Transparenter geht’s immer

Ein guter Freund von mir hat Probleme mit seinem Arbeitgeber. Weil wir gute Freunde sind, erzählt er mir auch regelmäßig darüber. Auf die Idee, SEINE Probleme hier zu bloggen, käme ich allerdings nicht.
Seine Verhandlungen mit Kunden und Arbeitgebern sind vertraulich – und sollten es auch bleiben, auch wenn mir das Ergebnis nicht gefällt!

Zu einfach

Natürlich liegt es nahe, eine Organisation, die sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben hat, nun vorzuführen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann gibt es hier zwei Geschichten, die manchmal munter durcheinander geworfen werden. Die eine ist die Geschichte der Freundin, die „unter gänzlich unakzeptablen Umständen nach der Probezeit entlassen worden“ ist.
(UPDATE: der o. g. Beitrag wurde zwischenzeitlich von dem Originalblog entfernt. Herr Meyer hat sich aber freundlicherweise dazu bereit erklärt, ihn erst jetzt zugeschalteten Lesern HIER zur Verfügung zu stellen.)

In vielen Blogbeiträgen (vielen Dank für die Liste) lese ich Formulierungen, wie

“Ich weiss nicht, ob die Mitarbeiterin links herum oder rechts herum gekündigt worden ist. Ich weiss auch nicht, ob die Bloggerin eine geschönte Fakestory geschrieben hat, um wegen ihrer Freundin der Firma eins auszuwischen.” wie von Robert

Die Richtigkeit des gebloggten kann also keiner nachvollziehen.

Die andere Geschichte ist die Reaktion der Organisation, die ich lieber MoMo nicht mit einem Großkonzern in eine Liste der üblichen Verdächtigen einreihen würde. Diese hat bevor sie eine Abmahnung geschickt hat, – zugegeben in harschem Anwaltsdeutsch, die können aber wohl wirklich nicht anders und da liegt das eigentliche Problem – die Löschung des Beitrages “verlangt”. Eines Beitrages aus dem ich entnehmen kann wie viel freie Mitarbeiterinnen bei TI so verdienen und welche Inhalte ein Personalgespräch mit der Geschäftsführerin so hatte und so weiter.
Alles Dinge, von denen ich als Arbeit- oder Auftraggeber natürlicherweise ausgehen würde, dass sie vertraulich sind.

Und Nico, würdest Du bei einer Freundin einer Mitarbeiterin einen Kommentar posten, die Du eben entlassen hast?

Nun ist das Thema allerdings virulent. Der nassforsche Anwalt aus dem Stall. Eine besonnene weitere Reaktion von Transparency Deutschland wäre sinnvoll – vielleicht in einem eigenen Blog.
Die Sache weiter über den Sonntags-Anwalt und Abmahnungen zu treiben, wäre unsinnig.
Nicht nur Robert schreibt zu dessen Manieren:

Ich weiss nur, daß die Fristsetzung und prinzipiell die Art der Vorgehensweise seitens Transparency Deutschland ungebührlich und unangemessen erscheint und ganz im Widerspruch zum äußeren Sendebild.

Der Kritik an diesem Justitiar und seinem Stand kann man sich dann allerdings nur anschließen:

warum „erspart“ sich „transparency deutschland“ „zunächst“ auf einzelheiten einzugehen? warum setzt der justiziar eine frist zum wochenende, die es moni unmöglich macht sich ordentlich rechtlich beraten zu lassen?

… und eine Kultur zu unterstützen, in der leitende MitarbeiterInnen von bspw. TI sich bei den Blogautoren selbst melden ist auch meine Sache.

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T-Mobile – “Licence to Spam”

Hinterfotzig, Perfide – Dummdreist – so würde ich den Versuch von T-Mobile beschreiben, sich bei mir mit Tricks die Lizenz zum Spammen zu besorgen. Aber der Reihe nach.

Ein Nachmittag, irgendwann Mitte Februar,
ich sitze in meinem Homeoffice, da klingelt das Telefon. Ungefähr so war dann der Verlauf:
T-Mobile: „Guten Tag, T-Mobile, Frau (oh mann mein Gedächtnis)“
Ich: „Guten Tag.“
T-Mobile: „Wir wollten Sie nur kurz fragen, ob wir Ihre Daten zu Abrechnungszwecken speichern können“
Ich: „Ähm, die haben Sie ja sowieso, Sie schreiben mir doch Rechnungen?“
T-Mobile: „Ja. Wir brauchen Ihre Einwilligung dazu“.
Ich. „Ok. – Sie brauchen die Daten nur zur Abrechnung?“
T-Moblie: „Ja, wir geben sie nicht an Dritte weiter“
Ich: OK.
T-Mobile: „Vielen Dank, auf Wiedersehen“ – „Tschüss“.

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass ich mich gewundert habe, weswegen T-Mobile mich nach Daten fragt, die sie sowieso speichern müssen. Immerhin möchten sie mir ja Rechnungen schreiben. Wahrscheinlich eine Novellierung des Datenschutzes oder einfach Dienst am Kunden. Toll.

Ein paar Stunden später habe ich das Telefonat vergessen. Bis zum …

1. März 2006,
ich sitze wieder in meinem Homeoffice und habe eben die Post geholt. Mit dabei ein Schreiben von T-Mobile. In diesem Schreiben bezieht sich T-Mobile auf unser Telefonat und freut sich über mein Einverständnis, meine Daten an alle Telekom Töchter, Beteiligungen und und und weiterleiten zu dürfen, damit ich in den Genuss der tollen Marketingmaßnahmen gelange und sie feines CRM und Datamining, womöglich Datenverkauf, betreiben dürfen.

Ich traue meinen Augen kaum. Bin entsetzt. Das Schreiben ist so geschrieben, wie die vielen Announcements von Unternehmen, total einschläfernd. Normalerweise schmeisse ich solche Schreiben sofort weg. Das sollte wohl auch mit diesem passieren. Der Verdacht manifestiert sich in meinem Bewusstsein, dass das eine von langer Hand geplante “Double-Einschläfer-In”-Kampagne von menschen-wie-mich-verachtenden Marketing-Heissspornen ist.

Erst mit sanfter Callcenter-Lady-Stimme beruhigen, einlullen, aber rechtssicher auf die Speicherung hinweisen.
Später, wenn der Anruf vergessen ist, ein Schreiben hinterherschicken, dass die Befugnisse hinten rum noch einmal ordentlich erweitert. So langweilig verfasst allerdings, dass der Leser geneigt ist das Schreiben der Wiederverwertung zuzuführen. Peng. Alles richtig gemacht. Die Spam-Maschine kann mit einem weiteren Opfer gefüttert werden.

Liebe T-Mobiles, so geht das nicht. Da bekommt der Werbespruch “T-Mobile @ Home” ja einen ganz anderen Sinn.
Liebe Blogger da draussen, bin ich der Einzige dem das hier passiert ist?

Fotoausschnitt basiert auf diesem Foto bei Flickr. Danke.

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Update: “Die 21 nun 24 Million Euro Lotto-Jackpot-Website”

… ist diese hier diesmal nicht. Diesmal nicht Werde nächstes Mal meinen “Schein” online abgegeben den Schein, sondern und nicht old school mäßig beim Einkaufen.

60211002.jpg

Muss ich die Zahlen besser behalten?“, fragt Peter beim Frühstück. “Ja”, sage ich. Wäre ja zu dumm, wenn ich jetzt neue nähme und die alten … aber durch zuviel nachdenken wirds auch nicht besser.

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Mautspitzel: Datenschutz von langer Hand untergraben?

Foto: Spiegel.deNicht nur ich habe mich bereits seit Beginn des Mautdesasters gefragt, wieso sie keine kleinen Handgeräte mit GPS, oder meinetwegen Galileo, ausrüsten, verplomben und den Brummifahrern in die Hand geben.
Zuerst habe ich an eine Konzern-Politik-Seilschaft geglaubt. Nach dem EXPO2000-Motto nachhaltig Arbeitsplätze zu sichern:

„Du Verkehrsminister, Du geben mir Hunderte Millionen für unsinniges Maut-Onboard-Unit, ich gehen nicht nach Tschechei“.

Heute wird klar, dass auch der Kollege Innenminister einen Vorteil von dem Deal hat. In Zukunft möchte er alle Urlaubsreisenden schön von den schicken Mautbrücken aus Videoüberwachen. Ein Parkwächter und der Überfall auf den selbigen müssen jetzt als moralischer Notbagel dienen:

Da sind wir uns einig, dass wir so etwas ändern müssen. Es muss im Zweifel unter rechtsstaatlichen Voraussetzungen möglich sein, Straftaten zu verfolgen aber natürlich vor allen Dingen auch sie zu verhindern.
Via Netzpolitik.org

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