Leerverkäufe verbieten, 3 Strikes and you’re Out Mister Ackermann

Es ist ein seltenes Glück, dass wir nicht von ZEIT-Autoren regiert werden. Die haben nämlich in ihrer jüngsten Einschätzung zur Euro-Schuldenkrise nichts besseres anzubieten, als einen totalen Bail-out.

Hosen runter, Beine breit. Kein Wort, keine Zeile zu dem Problem, dass eine Verschuldung erst fiebrig und lebensgefährlich macht: das Wetten darauf, dass Staaten Pleite gehen und mit ihnen Deutschland und die EU.

Wenn ich das richtig verstehe (und das Wort verstehen ist ja schon zu hochgestochen für ein vages Annehmen), dann bezieht die aktuelle Situation ihre Brisanz daraus, dass alle Staaten einer vernetzten Welt mehr oder weniger gleichzeitig Schuldner und Gläubiger sind. Zuletzt noch stärker dadurch, dass sie Banken schimmelnde Staats- und andere Anleihen abgenommen haben. Nun bedeutete eine Staatspleite Griechenlands nicht nur, dass bspw. Deutschland weiterhin Schulden hätte, und ihnen die Forderungen wegbrächen, es haftete auch noch für die eigenen Forderungen. Statthaltend für Griechenland, zumindest indirekt über den Euro-Rettungsfond, die EZB und ihre Anteile an Bad Banks.

Soweit so schlimm.

Katastrophal wird diese Situation nur, wenn diese Schulden quasi durch Vertrauensverlust sofort fällig würden. Und da kommen die Banken und Investoren ins Spiel, denen die Bürger der EU eben noch ihre Staatsanleihen abgekauft haben. Sie wetten nun auf das Zugrundegehen von Gemeinwesen, wie Deutschland und Frankreich, über Instrumente wie Leerverkäufe. Das ist ungefähr so, als hätten die Bedürftigen, denen der Heilige Nikolaus seinen Mantel gab, ihn ganz seiner Kleidung entledigt, mit Schnee überhäuft und zugesehen, wie er erfriert. Dabei hätten sie ihn noch als nackt verhöhnt.

Sehr ich das richtig, dass das Wetten auf die Pleite immer weiter geht, solange wir noch etwas anhaben? Dann muss man das Wetten verbieten! Und das wird immer schwerer, je kälter einem wird. Längst freuen sich bspw. die Politiker in den USA, dass Saurons Blick sich an Europa und dem Euro festgesogen hat, eine trügerische Freude, wenn man selbst bis zum Hals im Modder steckt, aber man friert nicht so doll, wenn das Zähneklappern der anderen das eigene übertönt. Auf die USA und Großbritannien können wir nicht mehr hoffen, zu hörig sind sie den Finanzakteuren schon zu lange.

Verbietet man also Leerverkäufe muss das kontinentaleuropäisch Konsequenzen haben, und weltweit gelten. Ich stelle mir vor, dass Merkel und Sarkozy am Sonntag ein Verbot von Leerverkäufen europäischer Staatsanleihen beschließen. Jede Bank, Versicherung oder jeder Investor, der dabei erwischt wird, dass er oder eine seiner Tochter- und Schwiegerfirmen irgendwo auf der Welt auf die Pleite von EU-Staaten wettet, wird die Banklizenz entzogen und verboten jemals wieder in Europa Geschäfte zu machen.

Ich sehe schon das Verplomben der Filialen der Deutschen Bank vor mir. Three Strikes, You are out. Ich wette das wirkt. Wieso die Redakteure der ZEIT sowas nicht diskutieren ist mir ein Rätsel.

Peinliche Chauvinisten?! #Merkel #BILD

Die Anti-Griechenland-Stimmung, die in vielen deutschen Medien verbreitet wird, ist hochgefährlich. Und wir sitzen im Glashaus: Nur durch den weitgehenden Schulden- und Reparationsverzicht seiner Kriegsopfer aus dem Zweiten Weltkrieg ist Deutschlands Wiederaufstieg möglich geworden. -SPON

Es ist nicht nur gefährlich, was die Kanzlerin in unheilvoller Allianz mit dem roten Boulevard an chauvinistischer Meinungsmache betreibt. Es auch noch so unsagbar peinlich! Als Europameister des Schulden-machens wäre eine kleinere Klappe angemessen – Solidarität ohnehin.

Wieviel Euro sind 1 englisches Pfund?

Pound coin

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war das Britische Pfund (1£ one Pound) die wertvollste Währung der Welt, ein Shopping-Trip nach London ein teures Vergnügen.
Acht Mark für ein britisches Pfund, das ist teuer.

Ein Pfund sind in Euro (€) derzeit 1,40 € – das klingt schon mal nach europäischer Währung-Annäherung ;)

Zum Merken (Quelle YAHOO)

Währungsrechner/Tabelle Euro/britische Pfund
Währungsrechner/Tabelle Euro/britische Pfund

Ist Irland pleite? #EU #Finanzkrise

Lough Corrib

Wenn Irland nun, wie bspw. DIE ZEIT meldet, Milliarden-Euro-Kredite und Bürgschaften der EU-Staaten annehmen muss, also unter den Banken-Rettungsschirm schlüpft, gilt das Land dann als offizielle pleite? Gibt es sowas, wie ein Insolvenzverfahren für Staaten? Und werden dann alle irischen Banken verstaatlicht? Wie sichern bspw. Deutschland und Frankreich ihre Garantien ab?

Wieviel sind 40 Pfund Sterling in Euro wert?

Vierzig englische Pfund sind derzeit ungefähr 45 Euro.
Das war mal sehr viel anders, wie ich mich gut erinnern kann. Da war so eine London-Reise für uns Schüler schon mal ein Quartals-Bankrott, nur für ein paar Vinyl-Scheiben, ein wahnsinniges und spannendes Unterfangen.

Ich kenne immer noch viele Freunde, die bei der Musik geblieben sind und immer noch in London ihre Platten kaufen. Lohnt sich der Einkauf in London inzwischen? Zu Weihnachten oder zum Neu-einkleiden bei Harrod’s?

Heute sind 40 Pfund Sterling genau 45,5829135 Euro.

Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt

… und tun das noch.

Ich meine damit nicht die schon als infam zu bezeichnende mediale und politische Frechheit, das Versagen der Banken und der politischen Klasse auf alle Menschen abzuwälzen. Es reicht doch, das wir den Schaden tragen müssen, da verhöhnt uns doch bitte nicht noch.

Wir leben übrigens immer noch über unsere Verhältnisse. Ähnlich, wie Zeitschriften-Abonnenten, die jahrelang nicht mehr lesen, aber faul weiterzahlen und beziehen, leisten wir uns diese Banken, die nichts besseres vorhaben, als diejenigen, die sie retteten zur Kasse zu bitten. Inklusive ihrer Kinder und Kindeskinder.

Wir leisten uns ein Finanzsystem, das zwar nach internationalen Regeln, aber nach keinem Gesetz handelt.

Wir leisten uns einen Beamten- und Verwaltungsapparat, der immer mehr an unserer Freiheit herumreguliert, dessen Pensions- und Versorgungsansprüche uns aber mit 970 Milliarden Euro nicht weniger belasten.

Wir leisten uns eine politische Klasse, die bis zur Personalunion verwoben ist mit den voran genannten, dass mir beim Verweis auf das Primat der Politik nur noch das hysterische Kichern kommt.

Herr Roland K. aus H. wechselt in die Wirtschaft und möchte im Deutschland abgeholt werden.

Love Celtics: Hamburg ist braun-grün-weiss

Celtic FC Fan in Hamburg (HSV)

Eines der besseren 0:0 habe ich da gestern im beleuchteten Parkhaus mitten im Altonaer Volkspark mit angesehen. Eines der Fußballspiele, die die ganze Zeit drohen irgendwohin zu kippen, sich aber nicht entscheiden können.
Nach den ersten 20 Minuten konnten beide Mannschaften froh sein, dass der andere nicht 2:0 führt, so klare Chancen haben beide versemmelt, dass es von meiner erhöhten Warte aus wie Hamburger Oberliga sich anfühlte.

Links neben mir der Celtics Block in dem klar sichtbar sehr viele braun-weisse Kollegen sich einfanden. Ich werde ja nicht mehr warm mit dem HSV, was auch daran liegt, dass vor dem Spiel immer das unsägliche „… kommst Du eigentlich aus Polen“ gesungen wird, auch wenn Gerrit das inzwischen nur noch lächelnd ansingt. Bezeichnend auch, dass wir ca. 4.000 Paulianer uns zurückgehalten und fast ausschließlich Celtic angefeuert haben. Erst als das Rostock-eske „Scheiss St. Pauli“ ertönte mit Stimmgewalt antworteten. Achja, es ist halt immer wieder schön, im Volksparkstadion „Hamburg ist braun-weiss“ zu singen ;)

Was das Singen angeht können wir uns ja allgemein von den Insel-Fans einiges abschauen, die singen ganze Lieder, beherrschen dabei mehrere Tonlagen und strahlen eine Fröhlichkeit aus, die selbst das Freudenhaus der Liga, wie einen Altherren-Club erscheinen lässt. Sei froh HSV, da hat sich eine bunte Truppe mit Seele bei Dir die Ehre gegeben – und nur einen Punkt entführt.

Nach einem längeren Marsch durch den klammen Stellinger Forst war ich dann doppelt froh, als ich im O-Feuer diesen Abend ausklingen lassen konnte. Danke Celtic.

Netzzitate gegen Zwanziger (1)

»Ich finde es empörend, wie Zwanziger es ausnutzt, dass er es sich leisten kann, die Auseinandersetzung in die Länge zu ziehen und das finanzielle Risiko immer größer werden zu lassen. Ich finde es eklig, wie Zwanziger noch damit kokettiert, dass er im Falle einer Niederlage Geld für einen guten Zweck spendet (aber natürlich nicht für Weinreich, den er bis dahin in den Ruin getrieben haben könnte). Ich finde es widerlich, dass der DFB sich immer noch weigert, seine Lügen zuzugeben, richtig zu stellen und sich dafür zu entschuldigen.« „Netzzitate gegen Zwanziger (1)“ weiterlesen

Woher stammt das Dollarzeichen? $=ps?

Woher stammt das Dollarzeichen ($)?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Handelsblatt.com in seiner Rubrik „Schneller Schlau“. Demnach, und das ist auch die am meisten vertretene Meinung bei den wer-weiss-was-Antworten zu diesem Thema, wird als Herkunft der Peso genannt, besser gesagt die Schreibweise des amerikanischen Dollars als „ps“ oder „pieces of eight“ (p8). Toll, was sich so nebenbei lernen lässt ;) „Woher stammt das Dollarzeichen? $=ps?“ weiterlesen

5 Euro – mindestens – für „mindestens haltbar“

best before

Nun, wird sich jetzt sicher einer finden, der das sagt – denken tun es sicher auch einige – dass der Titel schon suggeriert, das ein Projekt Namens „mindestens haltbar“ eben auch ein Datum hat, an dem es sozusagen überkippt. Sauer wird, oder ungenießbar.

Der Inhalt kann hier nicht gemeint sein, der ist nämlich spitze. In letzter Zeit unter Chefredaktion von Herrn Dahlmann initiiiert, sortiert und ausgewählt.

Es muss wohl an der mangelnden Verwertung seitens knallgrau liegen, so meine Mutmaßung, dass „mindestens haltbar“ als Investition unhaltbar wurde.

Und dann ist da noch die von mir betreute Literaturseite Mindestenshaltbar. Hier wurde mir vor einigen Tagen mitgeteilt, dass man die gesamte Seite nicht fortführen möchte. Finanziell vernachlässigbar, aber ärgerlich.

Ich frage mich, ob es nicht Zeit wird, ein Experiment zu wagen.
Das Experiment für eine erste digitale Abo-Zeitschrift. Fünf Euro/Monat und abonnierten RSS-Feed.

Ich werfe so vielen Unternehmen so viele Euro so viel zu lange in den Rachen, bis ich meine Abos ändere oder kündige, da machen fünf Euro den Kohl nicht fett. Und vielleicht können dann die Abonnenten ja auch die Themen bestimmen. So wie das in social football clubs auch schon Gang und Gäbe ist.

Spanien und die schöne deutsche Viertelstunde

vor dem spanischen tor

Das geflügelte Unwort dieser EM ist das von der Schnittstelle in die immer sehr präzise reingespielt werden musste. Das konnten die Spanier nicht nur gestern vorzüglich. Ballack und seine Rehaugen gar nicht. Dabei sah er so schick und willens aus mit dem Cut am Auge. Die ersten 15 Minuten rutschte ich begeistert auf dem Leder hin und her, so sehr haben sie den Iberern den Spaß am Spiel verdorben.

Nach einer Viertelstunde war das dann aber vorbei.

Fofftein, heisst in Norddeutschland die Viertelstunde Pause, die sich jeder schwer arbeitende Mensch verdient und herzlich gönnt. Die Nationalmannschaft hat dieses Leistungs-Belohnungs-Prinzip gestern umgedreht und hing bis auf eine zweite Viertelstunde in der zweiten Hälfte, in der Luft, stocherte und Lehmann gefährlich vor der Nase rum.

Ich habe die s/r/g Fahnen wieder in die Kammer gelegt, wieder so ein komischer deutscher Rhythmus, die nur alle 2 Jahre herauszukramen, denke noch kurze 15 Sekunden an das schöne Fest mit den Türken und widme mich nun wieder dem magischen FC und seiner Saisonvorbereitung. Mit neuen Trikots.


Foto: via image.net, mit frdl. Genehmigung durch Continental
Germany v Spain – UEFA EURO 2008 Final
during the UEFA EURO 2008 Final match between Germany and Spain at Ernst Happel Stadion on June 29, 2008 in Vienna, Austria.
Jamie McDonald
2008 Getty Images

Warum spielt Holland in Orange?

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Sitze neulich mit meiner Fru auf dem Sofa und schaue das ansehnliche Spiel der Holländer, als uns eine Frage in den Sinn kommt, wohl über die visuelle Wahrnehmung des Stadionrunds motiviert:

„Warum spielen die ‚Oranjes‘ eigentlich in orangen Trikots?“

Eigenwillig, dass ich die Antwort dazu „ausgerechnet“ bei wer-weiss-was finde. Wie sich am nächsten Tag in den Logs zeigt, sind meine Fru und ich nicht die Einzigen, die sich diese und ähnliche Fragen stellen.

Deutschland spielt schon seit Ewigkeiten in schwarz/weiß, weil das die Farben vom DFB sind. Genauso spielt Holland in orange, weil das die Farben von ihrem Fußballbund sind. Nationalmannschaften vertreten halt international ihren Mitgliedsverband und haben deswegen nicht immer die Farben ihrer Landesflagge.

Hier laufen unterdessen immer mehr Menschen auf, die sich fragen, welche sexuelle Ausrichtung unser Bundestrainer hat.
So wirft eben bei jedem die Euro 2008 andere Fragen auf ;).

Soll ich mal das Abmahnen anfangen?

… das frage ich mich in letzter Zeit häufiger. Auch im Zuge der Diskussion mit den Spameinträgen bei lieblnk.de.
Zumindest eine Warnung in Form einer Rechnung würde ich gerne demjenigen schicken, der dieses Blog als Jobanzeigenblatt mißbrauchen möchte.

Der „Störer“, also derjenige, der den Nutzen eines solchen Spamming hätte, ist schnell ermittelt:
„(die) Amerikanische Firma „ACG Logistics“ sucht (nämlich) nach Mitarbeiter in Europa fuer die Arbeit im Logistikbereich.“

Kann doch sein, dass irgendein dummerhaftiger Headhunter denkt, die trieben sich hier rum, die Profilogistiker.

Bei einem „Interessante(n)r Job mit guter Verdienstmoeglichkeit.“ sollte doch auch etwas Budget für eine Stellenanzeige drin sein. Zumal es die auch kostenlos gibt.

Ich fühle mich hin und hergerissen. Bin ja sonst nicht so fundamentalistisch, wenn es um Verdienste geht. Dann doch aber mit etwas mehr Schmiss und Schmalz hier geposted. So bitte, dass ich lange überlegen muss, ob das nun eine Meinung oder Werbung ist.

Brauche ich eigentlich so etwas, wie eine Preisliste vorher? Ich bin verwirrt und ein wenig verärgert.

„Kinderschutz“: Politiker fordern Christenregister für junge Touristen in der Türkei

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Normalerweise würde ich die Meldung, die uns da aus der Türkei erreicht für einen Scherz halten. Anscheinend meint sie aber eine neo-extremistische Gruppe aus der muslimischen Regierungspartei dort bitter ernst.

Nach den jüngsten Fällen von „Verführung Minderjähriger“ soll ein zentrales Register in Ankara geschaffen werden, das alle westeuropäischen Touristen christlichen Glaubens erfaßt, die in die Türkei reisen. Auch alle jungen Männer und heranwachsende Deutsche zwischen 14 und 24 Jahren.

„Wir haben festgestellt, dass unter den gemeldeten Fällen, in denen junge Männer unsere Mädchen zu verführen versuchen, eine hohe Zahl an jungen Christen ist“, sagte der Vertreter der Muslimischen Demokraten in Ankara, Mustafa Bösbük, am Abend. „Das ist keine Schikane, sondern reine Prävention“. Wer seinen Willi zu verbergen wisse, der hätte nichts zu befürchten. Immerhin sei die Türkei ja eine offene Gesellschaft.

Solidarisches Bürgergeld: „Kinder, ich arbeite nur noch vierteltags“

Wenn ich das von Herrn Althaus (CDU) hier zitierte richtig verstehe, dann würde ich mit einem Viertel meiner Arbeitsleistung besser dastehen, als heute: Das Haushaltseinkommen meiner Familie betrüge netto 4.200,75 €

Wenn ich oder meine Frau arbeiteten und 1.601 € verdienten (einen Euro müssten wir dann versteuern), kämen nach Abzug der Gesundsheitspauschale – wieso eigentlich keine Verteidigungspauschale oder CO2-Pauschale?; aber die kommen dann sicher später – noch 200€ Bürgergeld für den arbeitenden Part der Famile. Kann man sich ja auch monatsweise teilen.

800€ dann ja für mich, oder meine Frau, wenn ich arbeite (1000 EUR, abzgl. der komischen Gesundsheitspauschale von 200 EUR), für meine Tochter Nr. 1 und Nr. 2. Die sind ja nach dem GG auch schon BürgerInnen, oder?

Toll.

Ich bin wirklich ein großer Fan von Herrn Straubhaars Ideen zum Bürgergeld. Nur eben ein wenig länger darüber nachdenken, das würde ich mir wünschen. Ansonsten vermute ich hinter Herrn Althaus Ideen genau das Gegenteil, eine Abwertung dieser Diskussion.

Was mir nicht paßt wird weggeklagt

Gerade lese ich in einer Seitennotiz, dass der sternhagelvolle  hellblaue Ex-Tour-de-France-Fahrer Winikourov das Labor verklagen möchte, das nun auch seine B-Probe positiv gestestet hat. Eigenwillig, diese  Abgeschlossenheit von der Welt. Dieses Eigenleben, das sich da am Rande der europäischen Rechtsstaaten etabliert. Was sollen denn da Menschen sagen, die sich nicht mehr wehren können? Wie Pippin der Kurze oder Erik der 2te, der das Land verlor?

„Winni, der die Tour verlor“, so hätte man den Mann im frühen Mittelalter genannt. Nachdem man seine gevierteilten Fahrradfahrerbeinchen auf schmucke Pfähle genagelt hätte. Sowas.

503

Fehler 503 kommt mir bei meinem Provider immer häufiger unter, wenn ich mal wieder total selbstreferenziell mein eigenes Blog lese. „Service temporarilily unavailable“ mag ich aber nicht so oft lesen. Hosteurope, tu was.

PEO, political executive officer

Das geht schon in die richtige Richtung, was bei Statler und Waldorf da drüben diskutiert wird.

Sicher kann niemand wollen, daß nur noch Lehrer und Gewerkschaftsfunktionäre im Bundestag sitzen — wohin sowas führt, sehen wir heute schon. Aber dagegen könnte man etwas tun, etwa indem man Abgeordnete so gut bezahlt, daß die politische Laufbahn auch für McKinsey-Partner und Superanwälte attraktiv wird.

Ich gehe da noch einen Schritt weiter: Die meisten Bundestagsabgeordneten sind Vielarbieter und – trotz des enormen Imageschadens, den ja eine Karriere als Politiker auch bedeuten kann – Überzeugungstäter. Sie sind die Manager unserer Interessen, sollten es zumindest sein. Topmanager, die auch Topgehälter erzielen dürfen. IMHO.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Olaf Scholz kam ich auf das Thema, als Olaf Scholz rhetorisch fragte – er fragt sowieso gerne rhetorisch, das nennt dann der kaum zu ertragene Tietjen „Scholz-o-mat“, das aber nur nebenbei -, wieviel denn ein Bundestagsabgeordneter, der ca. 500.000 250.000 Menschen pro Wahlkreis vertritt, verdienen sollte. „Einen Euro, pro Wähler, pro Monat“, war meine Antwort, da staunte selbst der gesottene Politiker, hatte wohl eine solche Antwort nicht erwartet. Ich stehe immer noch dazu, knüpfe aber ähnliche Bedingungen daran, wie s-w:

  • Streichen der Pensionsansprüche, Beihilfen und Übergangsgelder.
  • Verbot der Nebentätigkeit, bis zu acht Jahre (zwei Legislaturperioden sollten da reichen) nach der Abgeordnetentätigkeit.
  • Vollständige Finanzierung des Wahlkampfes, des Abgeordnetenbüros und anderer Leistungen, wie der eigenen Altersvorsorge, Krankenkasse und so fort.
  • Das wäre ein Salär, pardon Diät – das Wort fiel mir bei der Höhe nicht ein – von sechs drei Millionen Euro im Jahr.
    Das verdienen eben kleine CEO’s auch.

    Über die Einführung eines politischen Pay-Performance-Index liesse sich dann trefflich noch streiten – die Unabhängigkeit wäre dann auch nur der erste Schritt, die Abgeordneten wieder dem Filz der Parteien zu entreissen. Bei der Aussicht auf „sechs Millionen Euro x vier“ wird Wahlkampf dann eben auch zur Investition und zu wahrem Wettbewerb. Toll. -via-

    Weibliche Bahnfahrtricks

    Eigentlich ist das schöne am Bahnfahren ja das Kennenlernen von entspannten Menschen, BahnfahrerInnen sind nämlich meiner Erfahrung nach wesentlich entspannter als Flugpassagiere und Autofahrer, was an der Stoik liegt, die man braucht, um die Verspätungen und andauernden Personalwechsel zu ertragen. Na ja, bis auf breite Soldaten am Freitag und Hansa-Fans, die meist in Personalunion auftreten.

    Wenn man aber mal wirklich seine Ruhe haben möchte, dann hat das Nuf einen Trick parat, den ich noch nicht kannte:

    Deswegen buche ich für mich gleich immer ein ganzes Abteil. Immerhin kann man ein Abteil für nur neun Euro für sich alleine haben. Man bestellt seine Tickets einfach im Internet und gibt fünf Kinder unter fünf Jahren an und dass man auf keinen Fall in einem Großraumabteil sitzen möchte.

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    Ghana: Der klügere gibt nach …

    … und hungert.

    Zum Nachdenken und diskutieren anregen möchte ich durch dieses Zitat zum massenweise Export von Geflügelresten (90.000 t) nach Ghana und die Hilflosigkeit der Regierung (aus dem Afrika Spezial der FR):

    „Ich weiß nicht, wie wir das Problem lösen sollen“, sagt Anna Nyamekye, die stellvertretende Landwirtschaftsministerin. „Ihr bezahlt eure Bauern doch dafür, dass sie billig exportieren können.“ Versuche die Regierung, dem einen Riegel vorzuschieben, werde sie von außen gestoppt. „Natürlich ist das Erpressung!“, ruft Nyamekye. „Wissen Sie, warum Venezuela sich wehren kann? Weil es Öl hat. So würden wir es gerne machen.“ Dann lacht sie, weil sie weiß, dass sich mit Ghanas Kakao wohl kein Handelskrieg gewinnen lässt. Hilfe aus Europa ist auch nicht zu erwarten: Die EU-Kommission ließ wissen, die Afrikaner sollten froh sein, dass sie so billig an proteinhaltiges Fleisch kommen.“

    — via
    — weitere Konversationen hierüber bei s-w

    „Ghana: Der klügere gibt nach …“ weiterlesen

    Americas Cup: Start ins Windloch gefallen – Flaute und Sonnenbrand in Valencia

    Das erste Mal ein deutsches Team dabei beim Americas Cup.
    Das erste Mal startet das Race in Europa. Im schönen Valencia, weil die Seen in der Schweiz, dem Überraschungssiegerland vom letzten Mal, einfach zu klein und windstill sind im Sommer.

    Und dann das: Flaute verhindert den fulminant geplanten Start des Megarennens. Auf englisch liest sich das dann so:

    Valencia, 16 April, 2007 – Following a four year programme of racing across Europe, on Monday the first day of racing in the Louis Vuitton Cup was scheduled. For the first time, the challengers were sailing for their lives, with elimination looming after two Round Robins.

    But the weather didn’t fully cooperate. For the more than 50 thousand spectators in the AC Park on a holiday Monday, it was a beautiful, warm, sunny day; the first for weeks. But on the water, the wind needed for fair racing never materialised with a very light and unstable sea breeze teasing race officials and sailors alike. Racing was postponed with the teams remaining on the water all afternoon. Race Officers Peter Reggio and Harold Bennett held station until 16:50 when racing was called off for the day.

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    Superpreise beim Superblog 2007

    Ringfahndung hatte gefragt und Tina antwortet.
    Diese Superpreise gibt es nun also beim Super Superblogpreis 2007:

    Hallo Erik,

    natürlich gerne ein paar Infos zu den Preisen:
    Die Preise für das beste Blog in der jeweiligen Kategorie sind: Aufnahme in unsere Blogroll, ein wunderschöner Pokal, sowie 200 Euro pro Gewinnerblog, die auf Wunsch auch gerne gespendet werden können. Und natürlich Ruhm und Ehre auch noch für die Plätze 2 und 3. ;)

    Hoffe das ist schon ausreichend Information zu den Preisen.

    Beste Grüße
    Tina

    „Superpreise beim Superblog 2007“ weiterlesen

    Wenn die alte Tante SPD irrt …

    … dann biegen sich die politischen Balken. Immernoch.
    Und gleichzeitig dreht sich ein großer Teil der alten Ostpolitiker im Grab um.

    Zwei Meldungen, die verdeutlichen, was ich meine:
    – BILD meldet heute, dass die Polen bei den Deutschen am unbeliebtesten sind (bisher nicht online)
    – Die SPD hofft – in Form ihres Leitwildebers Kurt Beck -, lt. Neue Züricher Zeitung, dass sich das Wehren gegen den amerikanischen Raketenschild bei den Wählern auszahlt. Eine Konfrontation, wie 2002 zwischen Schröder und Bush wird hier zumindest billigend in Kauf genommen. Die SPD konzentriert sich dabei traditionell auf Russland:

    Während Bundeskanzlerin Merkel einer Auseinandersetzung mit den USA wegen der Raketenabwehr aus dem Weg gehen möchte, sucht die SPD die Konfrontation.

    Ein fataler Fehler!

    Wenn es ein Land in Europa gibt, mit dem es so nötig gewesen wäre, wie beim Vorbild der Deutsch-Französischen-Aussöhnung vorzugehen, dann wäre das Polen gewesen.
    Der kalte Krieg hat das verhindert und nun fällt es den beteiligten EU-Nationen merkwürdig schwer, das Miteinander zu organisieren, zu normalisieren.

    Deutsche Sicherheitspolitik kann indes nicht ohne die enge Berücksichtigung der polnischen Interessen funktionieren, das sieht Angela Merkel vollkommen richtig. Nur eine enorme kommunikative Anstrengung in Europa kann den Wiederstand gegen diesen eigenartigen Schutzschirm wirksam formieren. Die SPD selbst schreibt hier von „Friedenssicherung durch Interessenausgleich“. Der sieht freilich anders aus, Herr Beck!

    Alle reflexartigen und taktischen Alleingänge schütten Spaltsalz in die noch immer offene europäische Wunde.

    Übrigens eine gute Gelegenheit, die Aussöhnung mit Polen zu intensivieren und über lange Zeit zu fördern. Immerhin ist Frankreich inzwischen das beliebteste EU-Land der Deutschen.

    Foto: SPD.de

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    Der Mantel des Propheten

    Es war kein Witz, den ich da las, am Ende des ausgehenden Jahrtausends, das uns auch die unselige „Millenium Angst“ gebracht hatte: George Lucas war in Neuseeland als Religionsstifter anerkannt worden.

    Fast zehn Jahre später wird jetzt die Relique eines seiner Propheten in London versteigert. Der braunfarbige wollende Umhang des alten Obi Wan Kenobi, getragen und mit Würde aufgeladen von Sir Alec Guinness.

    Mindestgebot 90.000 EUR. Ein Trinkgeld.

    Genau dieser Umhang wird nun zusammen mit 361 Kostümen aus internationalen Film- und Fernsehproduktionen im Londoner Auktionshaus Bonham versteigert. Für „Star Wars“-Fans wird es nicht billig – rund 90.000 Euro sind als Startpreis für die Kutte festgesetzt.

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    Erstes und letztes Posting von der le web 3 in Paris

    WiFi is shitty again this year in Paris. Deswegen schnell ein paar Gedanken gebloggt und dann offline weiterquatschen:

    Mein erstes Gespräch auf der Le web 3 führte ich mit Ibrahim Evsan, GF beim youtube Klon sevenload. Netter Kerl, auch der neben uns. Nicht nur deswegen entspann sich folgender Dialog:

    IE: „Fleisch und Bewegtbild, das sind die größten Märkte weltweit. Fleisch braucht jeder … und jeder sucht nach 2-3 Stunden bewegtem Bild jeden Tag.

    EH: „Dann würde es sich ja lohnen, „Bewegtfleisch“ anzubieten“.

    IE: „Ja. Das nennt man Porno.“

    „Erstes und letztes Posting von der le web 3 in Paris“ weiterlesen