Becherwerfer sind keine Verbrecher

… bzw erst wenn sie treffen.

Ich ringe den ganzen Tag schon mit den kleinen Teufelchen in mir. Da sind noch welche übrig vom Freitag, die auf der Süd auch der Haupttribüne zugerufen haben und das Becherwerfen als falsches Mittel in Emotionen befand, die sich durchaus richtig anfühlen. Ich kann mich Norberts Argumentation nicht entziehen, die geworfene Pyros auf Schalker Seite (gezielt wohl auf unsere Einwechselspieler) einbezieht, ihr Gefahrenpotentzial viel höher einschätzt und dann versucht, den Medienhype um den Bierbecherwurf einzuordnen.

Ich komme da nicht weiter. Ist so ein Becherwurf Grund zu einem Abbruch, der nicht weiter schlimme Folgen hat, aber gehabt haben könnte, ok, und warum wird dann das Spiel nicht abgebrochen, wenn Feuerwerkskörper auf unsere Spieler geworfen werden, mit derselben Absicht?

Der FCSP bekäme von mir den Auftrag das nun, da das Bierchen im Brunnen liegt mal grds zu klären. Oder klären zu lassen. Denn wenn der DFB den FCSP verurteilt, und nur das Glücken des Wurfes den Unterschied macht, ist das der eigentliche Skandal.

Ich lasse mich nicht haftbar machen für diesen Becherwurf, liebe Presse, lieber FC. Es ist kein Problem der Fanszene und so kann deren Image auch nicht beschädigt werden. Denn es ist eure Haupttribüne und ihr habt bisher doch alle Maßnahmen gegen Becherwürfe konterkariert.

Justin Bieber im Tokio Hotel – immer wieder taff

Ich lag in einem Berliner Hotel, als mein Handy klingelte. Es war fast schon nachts, so gegen Mitternacht, als mich ein völlig aufgelöster Mann bat, seine Handynummer aus meinem Blog zu entfernen. Er würde verrückt, ob der Tokio Hotel Fans, die ihn seit Tagen permanent anriefen und beschimpften.

Ich brauchte eine Weile, bis ich begriff, dass die Pein dieses Mannes auf mein Blogposting zurückzuführen war, in dem sich Hunderte von Tokio Hotel Fans und Hassern, also Contra-Fans desselben Alters, gegenseitig neckten, Bill wahlweise beschimpften oder sich ein Kind von ihm wünschten. Irgendjemand hatte die Handynummer des Mannes als die von Bill Kaulitz ausgegeben.

Nach der Löschung von ca. 1000 – in Worten Tausend – Handynummern aus meinen Kommentaren war dann auch bei dem Mann eine ruhige Nacht eingekehrt. So ruhig, wie die Nächte des Nie-Mannes Bill sein werden, wenn er den Weg aller Teens (ist hier einer über 40 und erinnert sich an die erste Boyband, made by BRAVO, Who the Fuck is BRAVO ;) geht. Immerhin, er ist anerkanntermaßen Musiker, und auch irgendwie unsterblich durch das Einführen der Geschlechtslosigkeit in die Boybandszene.

Justin Bieber dagegen, ich muss da immer an den Californischen Schnack “Save a tree, eat a beaver” denken, der ja tatsächlich außer einer Leif Garrett Gedächtnisfrisur wenig zustande bringt, und auch schwer als Paris Hiltons Sauf-Freundin vorstellbar scheint – oder kann man sich Fotos des heranwachsenden Bieber vorstellen, wie er ohne Unterhöschen aus Hiltons Limosine steigt? Eben, wo die sich alle alle rasieren heutzutage. Nun, Justin Bieber seine Fans, sind genauso, wie die von Bill seinerzeit. Und obwohl das erst fünf Jahre her ist, hat sich schon was verändert. Es sind nicht nur Blogger, die Ziel der emotionalen Attacken sind, die wie Ergebnisse unangekündigter Deutschtests anmuten, es sind die Medien selbst. Pop-Grundrechtsträger, wie mein Arbeitgeber Pro7. Oha.

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Nachtrag zum Spiel gegen Union Berlin

“Und der ganze Tag hatte rein gar nichts mit (organisierter) “Fanfreundschaft” zu tun. Sondern es ging nur um viele Anhänger, die eine ähnliche Idee davon haben, wie sie Fußball erleben wollen.” – schreibt @saumselig im Blog Textilvergehen – und ja von diesen Unionern bin ein Fan, nicht erst seit Sonnabend, aber seitdem ganz besonders. … und dass ich mit der Verschwendung als Klammer des Wochenendes richtig lag, bestätigt mir ausgerechnet die Berliner Zeitung:

“Nie mehr Dritte Liga!” sangen sie nach dem 2:1 gegen den FC St. Pauli. Dann verabschiedeten sie den Gegner mit Applaus in die Kabine.

Das Szenario passte zu diesem Tag, an dem die Einstufung als Risikospiel durch die Deutsche Fußball Liga und die massive Polizeipräsenz wie Verschwendung von Steuergeld wirkte. Warum müssen Fans derart bewacht werden, die sich mögen?

Union Berlin und FC St. Pauli: Manchmal ist Freiheit dreckig und natürlich ist Fußball auch Politik

4.) Im Zuge der “Bluten für Union” Aktion und dem Benefizspiel von St. Pauli in Berlin gab es die Blutsbrüder T-Shirts. Viel ist von Verwandtschaft der beiden Klubs die Rede. Union besitzt im Gegensatz zu St. Pauli kein eindeutig politisches Profil und wurde zum Beispiel zwischenzeitlich von linker Seite sehr dafür kritisiert (Bsp: Jungle World 2007). Wo siehst Du Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fankulturen der beiden Vereine? Und wie kommt es Deiner Meinung nach dazu, die mediale Wahrnehmung von St. Pauli und Union so ähnlich ist?
(Frage 4 im Vorspiel-Interview FCSP-Union)

Ich hatte erst zweimal Berührung mit Union-Fans, einmal vor fünf Jahren und einmal am Montag. Man kann sagen, wir, der 1. FC Union und ich, sind auf einem guten Weg. Am vergangenen Montag in der Wuhlheide habe ich meinen Totenkopf drunter getragen, was zum einen dem Hamburger Wetter und zum anderen der Unsicherheit geschuldet war. “Bei Union kann es so oder so laufen, entweder sie freuen sich Dich zu sehen, oder sie hauen Dir eine rein”, hatte mir ein Freund mit auf den Weg gegeben. Das Problem sei, dass man die beiden Gesichter von Union nicht gleich auseinanderhalten kann.

Sebastian hatte mich nach kritischen Zitaten in meinem magischen social stream gefragt. Hier einige Zitate: Continue reading “Union Berlin und FC St. Pauli: Manchmal ist Freiheit dreckig und natürlich ist Fußball auch Politik”

HSV-Celtic Glasgow FC in Hamburg – Anreise zur Volkspark-Arena

forza celtic

Celtic Supporter aus Schottland und Hamburg treffen sich im KNUST, sammeln sich dort, um dann zum S-Bahnhof Sternschanze zu ziehen. Dort fährt um 17:15 Uhr ein Sonder-S-Bahn-Zug nach Othmarschen, wo dann ein Sonderbus die Celtic-Supporter zur Südwest-Ecke des Volksparkstadions (auch bekannt unter HSH Nordbank Arena) bringt. Nach dem Spiel Retour – zum Bierchen im Knust oder Jolly Roger.

How to go to the stadium and back? We highly recommend this way:

Meeting of all Celtic and St. Pauli supporters at the KNUST venue on Thursday for a couple of pre match beers including concert. At 5 pm we go all together as a march from the Knust to the train station STERNSCHANZE (5 – 10 min walk). The public transport company will give us a special train at exactly 5.15 pm for up to 1.000 Fans which will go directly to the train station OTHMARSCHEN (12 min). There will be a bus shuttle which brings us in another 10 minutes directly to the stadium (south west corner, near the away end).

After the match it will go back the same way.
All the well known venues like Knust, Jolly Roger etc. will be open after the match.

Quelle: via E-Mail

Für alle, die später anreisen, habe ich beim HSV nach den Anreiserouten gefragt.
Die Antwort kam prompt:

vielen Dank für Ihre E-Mail.
Im Anhang finden Sie ein PDF mit den verschiedenen Anreisemöglichkeiten je nach dem aus welcher Richtung Sie kommen. Ich hoffe, diese hilft Ihnen weiter.

Mit freundlichem Gruß aus der HSH Nordbank Arena
Ihr HSV Service Team

Anfahrt Arena

St. Paulis wackerer Bremer

Allein auf seinem Balkon einer Woge von Bierdunst und doofem Hass sich entgegenzustellen, das bringt bestimmt auch Spaß und nötigt mir Respekt ab. Dieses dummerhaftige “Scheiß St. Pauli” wirkt ja inzwischen als Verstärker der braun-weissen Magie seitdem wir das am Millerntor und sonstwo selber singen. Das sind ja eben die Wirkungsfelder, die Menschen mit Pirelli-Haarschnitt nicht begreifen wollen – oder können.

… und das in Bremen, kurz vor einer Niederlage gegen den Erzrivalen. Hihi.

Polizei-Überfall auf Jolly Roger: “Wen hätten wir denn anrufen sollen? – 110?”

Jolly Roger, Hamburg, St. Pauli

Das Machtmonopol der Polizei gehört zu den sensibelsten Machtbefugnissen, die wir Bürger in die Hände der Exekutive gelegt haben. Missbrauchen Polizisten diese Macht, und werden, wie in der Nacht der Schanzenkrawalle beim Überfall auf das Jolly Roger zu vermuten ist, selbst zu “Spielern”, dann zerbricht etwas dieser Demokratie wesenhaftes.

Selbstverständlich erwarte ich von jedem Polizisten, egal, wie lange er schon im Dienst ist, wie sehr das Adrenalin auch in seinen Schläfen pocht, dass er jedes Gegenüber abwägt und zugunsten der Rechte dieses Menschen den Knüppel stecken lässt. Denn nur unter dieser Prämisse räume ich ihm dieses Monopol ein. Bewahrheiten sich die Vermutungen, dass sich hier “erlebnisorientierte” Polizei-Beamte an St. Pauli-Fans gerecht haben, so erlischt diese Machtübertragung. Es wird geradezu zur Bürgerpflicht, sich zu wehren!

Massenpanik: Polizei stürmt FC St. Pauli Fankneipe Continue reading “Polizei-Überfall auf Jolly Roger: “Wen hätten wir denn anrufen sollen? – 110?””

Danke Millerntor! #fcsp

Danke Fans, FC St. Pauli MillerntorWenn sich Werber St. Pauli vorstellen, dann immer in dieser merkwürdig weichgespülten Form. Viel zu sauber, als in Wirklichkeit und mit einer stilisierten Gewalt ausgestattet, die sich so eben in der Seele von St. Pauli nur findet, wenn man es ärgert.

Eigentlich umfängt jeden, der es zulässt, sich an die Regeln der Solidarität und des Anstands hält, eine Wärme, die sich eben aus der Liebe zu dem selbst geschaffenen Lebensraum Millerntor nährt. Deswegen auch einbeziehen und geben kann. Eine lebendige Echtheit, die sich in den Kneipen nach Niederlagen und Siegen gleichermaßen spiegelt und die ich in noch keiner Werbekampagne wieder gefunden habe. Sie alle sind immer zu vorderwitzig, wenig wirklich frech, sondern ärmlich schlicht – im Sinne von zu wenig. Continue reading “Danke Millerntor! #fcsp”

St. Paulis Millerntor: Was bleibt, wenn alles fertig ist? #Stadion

Bleibt! 2

Auf der St. Pauli Lesung im letzten Herbst kam das Thema schon einmal auf und gestern auch schon wieder: wie verändert sich das Millerntor, wenn die Haupttribüne erst neu, wenn alles umgebaut und voller Logen ist?

Schon jetzt reiht sich der FC St. Pauli glänzend ein, in das gute Geschäft Fußball. Die teuersten Karten nach dem FC Chelsea, Merchandising-Weltmeister der zweiten Liga. Continue reading “St. Paulis Millerntor: Was bleibt, wenn alles fertig ist? #Stadion”

Wo sich Aston Villa Fans vor dem Spiel gegen den HSV anwärmen?

… auf dem Kiez!

Aston Villa, Fans, Hamburg, St. PauliZumindest einige von ihnen, die im Fanclub mit dem schönen Namen “Barcelona Lions Club” organisiert sind.

In dem Fanblog wird dann auch Nachhilfe in der sozialen und politischen Struktur der Hamburger Fußball-Landschaft gegeben – auch der Treffpunkt am Kiez ist gut gewählt, mit viel Magie aufgeladen geht es dann zur Müllverbrennungsanlage.

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@stpauli – eine Lesung im Urknall

St. Pauli-Lesung im Urknall

Habe von einer feinen Lesung im Urknall getwittert.

Der Abend brauchte eine Weile, um sein Potenzial zu entfalten, aber das ist man als Paulianer ja gewohnt. Besonders schön, Hermann Schmidts “Blogpostings in Buchform”, wenn sie vorgelesen.

Ich will noch was dazu schreiben, habe aber gerade keine Zeit dazu. Zur Überbrückung bis dahin, mein Twitter-Protokoll (von neu nach alt):
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St. Pauli und das Dilemma des Web 2.0

Sorry liebe Leute von sixgroups. Aber eine Community, die nur Feeds nach dem Keyword “St. Pauli” sammelt und deren letzte wirkliche Disk …

wollte ich mich dort drüben auslassen, bei der sixgroups Community für St. Pauli-Fans. Da gibts aber nur 140 Zeichen und mein Rant ist länger und bedeutend tiefer sitzend.

Was ist denn das für eine Community, die als erste Seite lediglich Feeds nach dem Stichwort “St. Pauli” leer lutscht, dann noch nicht einmal sich die Mühe gibt, auf die Urheber zu verweisen, wenn sie Videos einbindet? Sowas. Die letzten Diskussionen, die nicht vom Moderator (m. W. einem MA von sixgroups) initiiert sind liegen Monate zurück.

Das ist tot, von Web 2.0 keine Spur, sieht nur so aus. In Deutschland sind wir von lebendigen Diskussionen über Plattformen hinweg (Blog»Twitter»friendfeed»facebook) noch meilenweit entfernt.

Vielleicht auich deswegen, weil bspw. die St. Pauli-Fans sich in ihrem tollen verstaubten Forum und den Mailinglisten der netpirates, ihren eigenen Blogs und Twitter-Diskussionen sehr wohl fühlen.

Lebendig sein heisst das Geheimnis von Web 2.0!

DFL paradox: Reiseführer für behinderte Auswärtsfahrer

Millerntor, Fußball, Behinderte, Reiseführer, DFL, Bahn
(Foto: Frank Jacobi, CC-Lizenz via flickr)

Zuerst: Es ist eine tolle, super duper geniale Idee einen Reiseführer für behinderte Fußballfans aufzulegen.
Die DFL und Die Bahn haben das gerade initiiert.

… Der Reiseführer für Menschen mit Behinderungen kann bei der DFL über reisefuehrer@bundesliga.de, den Behindertenfanbeauftragten der Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie bei der Deutschen Bahn über www.bahn.de/fan-ecke oder über die Mobilitätsservice-Zentrale unter 01805/512512* bzw. msz@bahn.de unentgeltlich bezogen werden.

Mir allerdings ein Rätsel, wie behinderte Fans um 12:30 am Sonntag am Millerntor sein sollen, wenn sie bspw. aus Freiburg kommen. Herr Mehdorn, anyone?

2.0

Übrigens liebe Bahn, schon mal von sowas innovativem, wie Qype gehört? Die Daten, wie man wohin am Besten kommt, können Behinderte selbst am Besten austauschen. Wie wäre es, den Reiseführer online abzubilden, anstatt ihn “nur” als PDF zum Download bereitszustellen, wo er schon bei Erscheinen veraltet, wie alter Käse?

1000 Fans, 1000 Videos – 1000 Perspektiven

...Es prallen Vorstellungswelten aufeinander, wenn einerseits darüber diskutiert wird, dass Internet-Videos von ARD und ZDF nach sieben Tagen – Sportvideos bereits viel früher – “aus dem Netz” genommen werden sollen.

Andererseits soziale Videodienste, wie Qik, sich auf das Iphone ausdehnen.

Sicher, die formaljuristische Position der DFL ist klar, aber wohl noch lange nicht abschließend geklärt. Die Diskussion um die Frage, “wem gehört der Fußball?” und “wie geht eine Gesellschaft mit dem Aufeinandertreffen zweier Grundrechte um?”, gerade erst entbrannt. Allein die Verbände und ihre Verwerter, die Sender und Broadcaster scheinen nicht mitdiskutieren zu wollen.

Liebe DFL, wollt ihr die alle abmahnen? Fußballfans, wie bspw. die fünf, die Videos vom Spiel des FC St. Pauli gegen den SC Freiburg vom 6.4.2008 auf YouTube eingestellt haben? Gästefans sind darunter und Paulianer. Viele verschiedene Perspektiven, von den Sitzplätzen über der Nordkurve, der neuen Südtribüne, entlang der Gegengeraden und aus dem Gästeblock. Zu vielen verschiedenen Zeitpunkten: Vor dem Spiel, vor und nach jedem Tor und bei der Ehrenrunde.

Zusammen ergeben diese Fragmente eine beeindruckende Collage an Emotionen, Eindrücken. Übermitteln Leidenschaft und Atmosphäre, auf eine Art und Weise, die man fast künstlerisch nennen kann.

Eine Konkurrenz zur herkömmlichen Sportübertragung im Internet sind sie nicht. Eher eine Ergänzung.
Das bald massenhaft auftretende Ausüben eines Grundrechtes, meiner Ansicht nach nicht zu verhindern, nur zu umarmen.

Die Leiden des Lukas Podolski

… und das Konzept Nation stellt sich selbst in Frage.

Es sei ihm egal, ob Lukas Podolski verhalten sich freute, ob er sich überhaupt freute, Hauptsache er schiesst die Tore, das Freuen übernehmen dann schon wir, hat Oliver Bierhoff sinngemäß gesagt. Das trifft wohl die Gefühlslage der meisten Deutschlandfans. Ein wenig komisch ist das aber schon, denkt man darüber nach. Richtig greifbar wird der emotionale Konflikt, als Lukas zu seinem Vater in den polnischen Block geht, nach dem Spiel in einem polnischen Trikot. Man kann ihn sich eben auch auf der anderen Seite vorstellen.

Umso schöner diese Bilder, auch von dem holländischen Sir Beenhacker, der sich von der so rückwärts gewandten Springer-Chauvi-Peinlichlkeit deutlich distanzierte. Sowieso denkt der Schelm in mir an eine gewollte Steilvorlage des polnischen Arms des blutroten Boulevards für die deutsche BILD. Ein Fest, dass diese Form der schlimmen Emo-Hetze nur noch 140 dumpfe erreicht, die die Schweizer wie Käse eingelocht haben.

Seelenwanderung von St. Pauli nach Altona?

… Auszug aus einer E-Maildiskussion:

Am 04.06.2008 um 10:21 schrieb Erik Hauth:

Am 04.06.2008 um 09:09 schrieb Markus W.
na ja, und wenn die zuschauerzahlen beim afc von 500 auf 1000 steigen ist das ja ok und die spiele sollen samstags um 14 uhr stattfinden ….

ja, nur eben hat der AFC kein übergreifendes Motto, keine Lebenseinstellung, die die Menschen verbindet.

Noch nicht, und wenn es nach den Latenzprolls auf dem Meckerhügel geht, braucht Altona auch keines. Dumm ist nur, daß man das nicht konzipieren kann, sowas entsteht einfach – oder wandert. Von St. Pauli nach Altona beispielsweise.

was läuft aber bei st.pauli? schnitzler wird weggemobbt? der schulte faktor? kommen da unruhige zeiten?

Schnitzler passte imho sowieso nie richtg. Einmal war sein Anspruch und vor allem die damit verbundene Attitude viel zu weit weg von seiner Leistung, zum anderen ist der Mann einfach nicht Pauli-kompatibel.

Schulte, Stani und Trulsen sind das eigentliche Pulverfass; da ist bei Dreien eben einer zu viel. Und die Ambitionen von Cornelius Littmann, wo sich ja jetzt manifestiert im Pauliherzen, was das bedeutet, ein modernes Stadion mit VIP-Logen!

Herzlichst
Erik (Haupttribüne, der Arsch, der das dort sitzen mag)

Am 03.06.2008 um 23:38 schrieb Erik Hauth:
nu, ist es nicht das, was wir alle denken ;)

Am 03.06.2008 um 09:09 schrieb Markus W:
der AFC, Sammelbecken der Pauli Tränendrüsen, peinlicher gehts nimmer, den will ich in der Hoheluft nicht sehen!

Anfang der weitergeleiteten E-Mail:

Von: “Markus W.
Datum: 3. Juni 2008 07:40:27 MESZ
An: “Erik H.”
Betreff: forum

Ich bin neu bei euch im Forum deshalb erstmal ein herzliches Moin Moin an alle hier. Ich bin einer der St.Paulianer die den völligen Ausverkauf und die totale Kommerziallisierung meines Vereins nicht mehr ertragen und den Fussball wieder neu finden wollen. Da Herr Littmann beschlossen hat, meinen Verein austauschbar werden zu lassen und er, laut unserem ehemaligen Fanbeauftragten Heiko, völlig “beratungsresistent” zu sein scheint, bin ich auf der Suche nach einem Fussball der sich noch so anfühlt wie vor 10 Jahren beim FC St.Pauli. Nach unserem Stadionneubau wird man nur noch an den Vereinsfarben erkennen ob man sich bei den Hasenpfauern oder dem FC St. Pauli befindet. Früher oder später werden dann noch die Ecken und der Stadionname verkauft und dann wars das. Ich kann kein Anhänger eine Stadtteilsvereins mehr sein der seinen eignen Stadtteil über die Eintrittspreise ausschließt. (Ausschließen will?) Es rumort bei den alten Paulianern. Viele sind sich aber noch nicht schlüssig wie sie auf diese Veränderungen reagieren sollen. Setzen sich dann noch die neuen Anstosszeiten nächstes Jahr durch, werden viele,, aus den unterschiedlichsten Gründen, wegbleiben.
Ich denke, dass ihr euch den Frust vieler St.Paulianer zu nutze machen solltet. Ihr könnt noch mit dem alten Ideal des Fussballs werben. Jetzt noch der Aufstieg und das neue Stadion….Schlagt Kapital aus eurer langen Hamburger Tradition. Bei Pauli wird es bald nur noch Modefans und die Ultras die die Modefans bespaßen sollen, geben. Wo soll dann der “alte” Hamburger hin? Gebt ihm einen Platz. Ich glaube mit einer pfiffigen Werbung könnt ihr den vielleicht etwas orientierunglosen Paulianer für euch gewinnen! Die Zeit für eine Alternative zum FC St.Pauli wird (ist) gekommen. Ich lasse mich mal bei euch sehn. Ein frustrierter Anhänger des glorreichen FC St. Pauli.

Facebook Tippspiel zur Euro 2008

fans 08 closeupKomisch, ich hätte gedacht ich finde massenweise Anwendungen zur Euro 2008 bei facebook. Vor allem das beliebte online-Tippspiel, das ich in den letzten Jahren immer wieder bei den Jungs von kicktipp unter meinen “real life” Kumpels veranstaltete.

Bei facebook finde ich bisher nur ein einziges: die Fans08 Applikation vom Blog 15:30 in Berlin.

Leider funktioniert das Einladen der eigenen Kontakte zu dem eigenen Tippspiel nicht, was nicht nur schade ist, sondern die App schlicht unbenutzbar macht.

Wem gehört der Fußball?

warnunk

Manchmal sieht man Konflikte kommen, und ist doch überrascht, wenn sie plötzlich da sind. Vor allem, wenn sie durch Medien “beschleunigt” werden. Vor einiger Zeit habe ich geunkt, dass spätestens zur EM 2008 die Frage zu diskutieren sei, ob der Fan 2.0, der da aus dem Stadion twittert, flickrt, casted oder bloggt, sich strafbar macht oder ob er sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ausübt.

Nun diskutieren wir über mich, meine 1000Mikes-Handy-Übertragung, den FC St. Pauli, die DFL, den Begriff Rundfunk und die Meinungsfreiheit. Besonders wohl fühle ich mich nicht dabei.
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Millerntaler und Berliner Schnellmerker

“FC St. Pauli hat Ärger mit seinen Fans”, headlined Julien Wolff in der Berliner MoPo.
“Anhänger des Zweitligisten protestieren erfolgreich gegen die neuen Marketingpläne ihres Klubs” und meint den Protest gegen den Millerntaler.

Das ist doch nu wirklich kalter Kaffee, der Drops ist gelutscht. Mensch Julien, ihr berichtet fast einen Monat später, als bspw. der Tagesspiegel. Sowas.

Aber recht hat er der Herr von der Aktion gegen den Millerntaler:

Erneuerung ist in St. Pauli immer eine Gratwanderung: Zum einen muss der finanzschwache Verein Geld generieren, um konkurrenzfähig zu sein. Zum anderen muss er seiner Tradition und dem alternativen Publikum gerecht werden, das gegen die Macht des Geldes kämpft. “Ein gewisses Maß an Kommerzialisierung gehört heute dazu. Aber wir wollen uns nicht verkaufen lassen”, sagt Brauns. Damit dieser Balanceakt gelingt, will der Verein künftig noch intensiver mit den Fans kommunizieren. “Es gilt, Kompromisse zu finden”, sagt St. Paulis Geschäftsführer Michael Meeske.

Lese bei Turi2, dass Juliens Artikel auch auf Welt.de veröffentlicht wurde.

Das Millerntor ist nicht Champions League

porzellanreihe

Wir haben uns noch nicht gesprochen, seit dem merkwürdigen 2:2 da am Freitag am Millerntor gegen Jena. Ich vermute aber, wir hätten unser Gespräch aus der Mitte der Hinrunde quasi 1:1 wiederholen können. Die Angst frißt diese Mannschaft auf, wenn sie sich gerade einmal ausgezeichnet hat, wie letztens gegen Köln oder damals gegen 1860 und Co. Sie dürfen einfach nicht Favorit sein. Das ist gegen Kaiserslautern genau so in die Hose gegangen, wie im Pokal gegen Werders Amateure.

So merkwürdig war die Stimmung am Millerntor nach dem Abpfiff, dass es ganz still wurde. Eine Fassungslosigkeit, die alle befiel, auch die Spieler auf dem Rasen, die nach dem Ausgleich das Spiel eigentlich gerade anfingen zu beginnen, da war es auch schon vorbei. In wenigen Minuten leerten sich die Ränge dann rapide, meine Südtribünen-Premiere, fast versaut. Da fehlte es sogar an der Kraft, sich lautstark gegen die “Scheiß-St. Pauli”-Rufe aus dem Gästeblock zu wehren, als unsere Jungs auf ihrer halbherzigen Ehrenrunde rund um den Anstoßkreis auch an den Jena-Fans vorbeikamen.

Jena hat einen Punkt dagelassen, glücklicherweise.
Ansonsten ein Abend der Merkwürdigkeiten und Widersprüche.
Das neue Klo, die steile Perspektive auf der Südtribüne, die fehlende Akustik da oben, die Porzellanbehälter auf dem Klo, inklusive Staunen über die Fotokacheln. Da hätte nur noch der Millerntaler gefehlt zum Glück. Sowas.

F****, F**** St. Pauli

Endlich mal ein Stadionsponsor der passt. Nu nicht gleich das ganze Stadion wird mit “100% Erotik aus Flensburg” versorgt, aber immerhin Teile davon.

Wäre doch eine schöne Idee für den viel zu früh verstorbenen Millerntaler: Geltungsbereich ausweiten. Bier für das akute Bedürfnis und die Bumsbroschüre später im Orionshop auf dem Kiez abholen. Für Gästefans nach ihren Niederlagen am Millerntor als “Pauligedeck Erotik” sozusagen.

update: meine Frau findet f**** zu pubertaer. recht hat sie ;)

FC St. Pauli: Merke, Paketkarten sind keine Dauerkarten

St. Pauli FanshopLetztes Jahr, gab es ungefähr zur gleichen Zeit Rückrunden-Dauerkarten zu kaufen. Die vorerst letzten, wie sich schnell herausstellte. Nun meldete die Welt gestern (via), dass es nu wieder welche gäbe.
“Ab dem heutigen Dienstag können Fans Dauerkarten für den Rest der Saison zum Preis von 199 Euro (plus drei Euro Vorverkaufsgebühr) im Kartencenter erwerben.”

Pustekuchen.

Die Karten, die man am Kartencenter am Millerntor kaufen kann sind “Paketkarten”, meint rabattierte Einzelkarten *ohne* Vorkaufsrecht für die nächste Saison. “Wo solln wir denn die anderen alle hinstecken, wenn wir wieder eine Tribüne abreißen”, war die sinnige, wie lapidare Erklärung des Pauilianers hinter dem Kartentresen.

Bleibt Verzweifelten wie mir nur, weiter auf eine Neuauflage der Dauerkarten zu hoffen, auf das Wegziehen guter Freunde zu spekulieren, oder gar auf den Wiederabstieg. Das gehört sich aber nicht ;)

2.500 Kehlen mehr

Der Millerntor Roar bekommt wieder Futter. Nach Begraben des Millerntaler, wohl auch nicht durch Boykott, sondern nach Toren dürstend werden weitere 2.500 Paulifans die Nordkurve erklimmen. Das wird spannend

Ob der anvisierte Dreier gegen die stark abstiegsbedrohten Thüringer (18 Uhr, Millerntorstadion) tatsächlich eingefahren werden kann, wird dann vor Ort von 2500 Zuschauern mehr als sonst beobachtet werden können. Wie das Abendblatt erfuhr, will Präsident Corny Littmann heute offiziell bekannt geben, dass die Überbauung der Stehplätze auf der Nordtribüne – mit Ausnahme des Daches – schon zum ersten Heimspiel des Jahres abgeschlossen sein wird.

FC St. Pauli Flimmerkiste: erbärmliches WebTV von T-Home

flimmerkiste t-home webtv
Ich habe keine Karte mehr für das tolle Spiel gegen die Kölner ergattern können, auch ein Besuch in der Amanda Bar war nicht drin. Dachte ich mir, Erik bist Du schlau und schaust Dir das Spiel, nach dem Spiel in der St. Pauli Flimmerkiste an.

4,95 Euro kostet die für einen Monat und ist das erbärmlichste, was ich an Web TV jemals gesehen habe.

Da geht man summend durch die Stadt nach Hause, um ja nicht das Ergebnis vorher zu erfahren, wie einst Thomas Magnum, um dann ein ruckelndes, mit Artefakten übersätes Streaming-Video zu erleben, das einer ganzen Branche Schande bereitet.

Es ist nicht zu begreifen, wie in Zeiten von Videoangeboten, wie facebook, DiVxTV oder Google Video ein Unternehmen, wie T-Home solch schlechte Qualität anbieten darf. Dann auch nur 1:1 das Premiereprogramm in 4:3 übernehmend, inklusive aller dummerhaftigen Kommentare. Nur völlig unter- und mal übersteuert. Bäh, ich bin enttäuscht.

Da muß sich keiner wundern, wenn die Fans das mit dem “Bewegtbild aus dem Stadion” bald selbst in die Hand nehmen.

Der frühe Tod des Millerntalers

In Flensburg heißt man Thomsen und ist von einer geraden Verbindlichkeit, die den Menschen am obersten Rand Deutschlands so eigen ist. Da weiß man, wann man die Förde zurückrudern muss.

So ist nun auch Peter Thomsen, GF vom Förde Catering der Flensburger Brauerei (viel leckerer als Astra übrigens ;) und oberster Bierschenk am Millerntor in Sachen Biermarken zurückgerudert:

Der servicefreundliche “Millerntaler” kommt deshalb vorerst nicht. Da die Kritik an der geplanten Einführung des “Millerntalers” im Stadion des FC St. Pauli, sowie auch Drohungen gegen Mitarbeiter von Förde Show Concept derzeit andauern, hält das Catering-Unternehmen Förde Show Concept zunächst Gespräche mit den Gegnern des Zahlungssystems für erforderlich. …

St. Pauli facebook Page

Ich habe vor ein paar Tagen testhalber ein paar facebook pages eingerichtet.
Dabei auch eine für unseren geplanten St. Pauli Fanclub. Sowas wie “socièté saint paulé”, oder so.

Inzwischen haben sich ohne zutun knapp 30 Leute angemeldet. Ich war sehr überrascht, dass vor allem Nicht-Deutsche sich dort angemeldet haben. Viele Türken und Griechen dabei. Frage mich, ob man das als internationales Projekt aufsetzen sollte.

Inzwischen poppen Paulianer in allen social networks auf. Irgendwie muss sich das doch sinnvoll vernetzen lassen.
Ihr, liebe LeserInnen seid auf jeden Fall herzlich eingeladen, dort mitzumachen.

Übrigens lassen sich bei facebook super auch größere Videos hochladen, wie dieser Blogtipp, den ich ja hier schon veröffentlicht hatte. Wobei wir bei der nächsten Frage wären: eine Videocoverage vom Millerntor von Fans für Fans. Wem gehört eigentlich das Erlebnis St. Pauli Spiel? Bisher der Deutschen Fußball-Liga.