Don Alphonso – Fluchtgedanken Zensur praktischer Natur?


Erlebt Don Alphonso bei der FAZ online einen Kontrollverlust? Auf jeden Fall ist sein Beitrag „Fluchtgedanken praktischer Natur“ dort aktuell nicht online. Das Blog Schwarzbuch verortet daraufhin die Frankfurter Allgemeine in den vorderen Orient und mutmaßt, dass Rainer Mayer gegen seinen Willen zensiert wurde. Woher diese Vermutungen kommen, ist unklar.

Klar ist, dass die FAZ eine Erklärung parat haben sollte, die anders lautet als, dass sie nach Belieben Texte on- und offline nehmen, deren Honorar sie bezahlt haben :)

Der soziale Wald

Eine Replik, eine kurze, zu R. Mayers Meyers Artikel in der FAZ:“Die Schelmexperten des sozialen Internets“

Ich freue mich geradezu, wenn Herr Meyer als Don Alphons über Berlin herzieht, trifft seine Kritik doch den Kern meiner Auseinandersetzung mit dieser merkwürdigen Stadt, die sich selbst so gerne im Unkonkreten hält, und in der es so viel Trockenheit und Spucke gleichzeitig zu geben scheint.

Doch in seinem Eifer, die selbsternannten (wer soll Avantgardisten sonst ernennen, als sie sich selber, nicht wahr?) Social-Media-Experten zu entlarven, tappt er in die Falle, die bisher etablierten Medienäusern vorbehalten war (und in ebeneinemjenem sic!). Er verwechselt strukturelle Relevanz mit persönlicher. Spreeblick, Sascha Lobo und alle diejenigen, die sich auch mit mir mittendrin in der Bugwelle der sozialen Vernetzung befunden haben, sich gekabbelt und gestritten haben, mit Unternehmen und Journalisten, wir alle sind unwichtig – strukturell gesehen. Denn Google Buzz als neueste Variante, aber auch flickr, Twitter und Facebook stellen Massen-taugliche Werkzeuge zu dem dar, was wir Blogger mal begonnen haben: Das weltweite & nachhaltige Publizieren von Meinungen und Zuständen. Eine Netzwelt, in der es gänzlich unwichtig ist, ob ich Spreeblick heiße, meine Leserschaft seit Jahren pflege, oder Lena Meyer-Landrut – eine Newcomerin, die aber sicherlich besser singen kann, als J. Haeusler.

Nein, weder Don Alphonso, der sich in solchen Fällen kommod in die bayrischen Voralpen zurückzieht – so wie ich nach St. Pauli ;) -, noch irgendein Blog sind das Phänomen, das Netz selber ist es. Und nehme ich deine Ausgangsthese, „Früher reichte es aus, wenn eine Firma Produkte herstellte, sie bewarb, in den Handel brachte und verkaufte.“ – dann bedeutet „sie bewarb“ heute, sie diente, sie koberte und sie diskutierte – bei Facebook, bei Twitter und in Blogs – und was da noch kommen mag.

Das mag Dir nicht gefallen, die Personen in Deutshcland, die für diese Veränderung stehen, mögen Dir nicht gefallen – und? das geht Siemens genauso. Willkommen in der Welt der ewigen Veränderung, in der Blogger inzwischen komische Vögel sind ;)

Foto: FLICKR cc-lizenz commercial use

faz-blogs: kein kommentar

*** update *** jetzt scheint es zu funktionieren. Vielen Dank an Holger Schmidt für die telefonische Nachfrage, das kommt auch nicht alle Tage vor #journalist 2.0 ***

Es scheint Holger Schmidt nicht zu wundern, dass man in seinem Blog nicht kommentieren kann.
Auch seine Beiträge aus den vergangenen Tagen sind kommentarfrei. Kann ja mal passieren, Journalisten sind zeitlich belastete Menschen.

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WM-Blog der Fanta 4 bei o2

Es gibt wohl kaum einen online-affineren Musiker als Smudo von den Fantastischen Vier. Ich kann mich an erste Star-Live-Chats bei VH-1.de erinnern, bei denen wir ihm, anders als seinen Kollegen, kaum etwas erklären mussten. Es war wohl 1995, als Smudo einer der ersten Künstler war der beim VH-1derland seinen Fans Rede und Antwort stand. Außerdem scheinen die Fantas spätestens seit dem legendären Auftaktkonzert zur o2 music flash-Reihe bei der CeBit 2005 ein gutes Verhältnis zu dem Münchner Telefonkonzern zu pflegen.

Bereits seit dem 4. Mai führen Smudo & Co. einen WM-Blog bei o2-online:

Auch die Stuttgarter Jungs sind im Fußball-Fieber und widmen sich während der WM 2006 vorwiegend dem runden Leder statt den coolen Grooves. Wie sie sich für die WM fit machen, wie sie die Spiele erleben und welcher Mannschaft die Fantastischen Vier die Daumen drücken, erfahren Sie hier.

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Ahmadineschad zur WM in Deutschland, schlimm?

Der iranische Staatspräsident provoziert. Er ist sehr wahrscheinlich sogar ein mieser Kerl, ein Judenhasser ebenso und durch und durch skrupellos. Aber zu den Fakten gehört auch, dass er der Präsident einer Mannschaft ist, die in Deutschland in der WM-Endrunde spielt. Mannschaften werden des Öfteren von ihren StaatslenkerInnen besucht. Das ist vollkommen normal. Und sollte es auch in diesem Fall sein.

Die Rufe nach einem Einreiseverbot sind deshalb nicht nur albern, sondern offenbaren auch eine neue Qualität der Frontmachung. Endlich gebärt sich einer mal so richtig schön böse. Nach Jahrzehnten des offiziellen und gefühlten „New Order“, nach den Nachwende-Kuscheljahren erscheint da am Horizont ein neuer Feind. Einer an dem man Jahrzehnte Spaß haben kann. Da nimmt sich jede Diskussion um Hartz 4 und BND-Spitzel in der Journalie als Lappalie aus.

Eine Forderung nach Einreiseverbot demaskiert den Forderer als Kriegstreiber, Separatisten oder Idioten, je nachdem. Nur ein Idiot würde sich nämlich die Gelegenheit entgehen lassen, diesem Sack seine Meinung zu sagen. Hier, in Deutschland!

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9:53 MEZ: Stanley „Tookie“ Williams ist tot

Stanley Tookie Williams wird nicht älter als 51 Jahre alt werden. In diesen Minuten wird Um 9:35 Uhr MEZ hat ihm ein Henker in Kalifornien die Giftspritze verpasst, nachdem das Oberste Gericht in Kalifornien und Gouverneur A. Schwarzenegger ihm Aufschub und Gnade versagt haben.
Letztlich bleibt nur die Hoffnung, dass sein Tod die Diskussion über die Todesstrafe in den USA weiter anfachen wird.

Von der Gewalt losgesagt

Williams wurde 1981 schuldig gesprochen, einen Supermarktangestellten sowie zwei Motelbesitzer und deren Tochter erschossen zu haben. Gemeinsam mit einem Freund hatte er 1971 die Straßengang „Crips” gegründet. Im Gefängnis sagte er sich von seiner Vergangenheit los und wurde zu einem Prediger gegen die Gewalt. Er schrieb in der Haft Kinderbücher und wurde für seinen Einsatz gegen Gewalt in den vergangenen Jahren fünf Mal für den Friedensnobelpreis und vier Mal für den Literaturnobelpreis nominiert.

FAZ.net

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