Das Millerntor ist nicht Champions League

porzellanreihe

Wir haben uns noch nicht gesprochen, seit dem merkwürdigen 2:2 da am Freitag am Millerntor gegen Jena. Ich vermute aber, wir hätten unser Gespräch aus der Mitte der Hinrunde quasi 1:1 wiederholen können. Die Angst frißt diese Mannschaft auf, wenn sie sich gerade einmal ausgezeichnet hat, wie letztens gegen Köln oder damals gegen 1860 und Co. Sie dürfen einfach nicht Favorit sein. Das ist gegen Kaiserslautern genau so in die Hose gegangen, wie im Pokal gegen Werders Amateure.

So merkwürdig war die Stimmung am Millerntor nach dem Abpfiff, dass es ganz still wurde. Eine Fassungslosigkeit, die alle befiel, auch die Spieler auf dem Rasen, die nach dem Ausgleich das Spiel eigentlich gerade anfingen zu beginnen, da war es auch schon vorbei. In wenigen Minuten leerten sich die Ränge dann rapide, meine Südtribünen-Premiere, fast versaut. Da fehlte es sogar an der Kraft, sich lautstark gegen die “Scheiß-St. Pauli”-Rufe aus dem Gästeblock zu wehren, als unsere Jungs auf ihrer halbherzigen Ehrenrunde rund um den Anstoßkreis auch an den Jena-Fans vorbeikamen.

Jena hat einen Punkt dagelassen, glücklicherweise.
Ansonsten ein Abend der Merkwürdigkeiten und Widersprüche.
Das neue Klo, die steile Perspektive auf der Südtribüne, die fehlende Akustik da oben, die Porzellanbehälter auf dem Klo, inklusive Staunen über die Fotokacheln. Da hätte nur noch der Millerntaler gefehlt zum Glück. Sowas.

FC St. Pauli: Merke, Paketkarten sind keine Dauerkarten

St. Pauli FanshopLetztes Jahr, gab es ungefähr zur gleichen Zeit Rückrunden-Dauerkarten zu kaufen. Die vorerst letzten, wie sich schnell herausstellte. Nun meldete die Welt gestern (via), dass es nu wieder welche gäbe.
“Ab dem heutigen Dienstag können Fans Dauerkarten für den Rest der Saison zum Preis von 199 Euro (plus drei Euro Vorverkaufsgebühr) im Kartencenter erwerben.”

Pustekuchen.

Die Karten, die man am Kartencenter am Millerntor kaufen kann sind “Paketkarten”, meint rabattierte Einzelkarten *ohne* Vorkaufsrecht für die nächste Saison. “Wo solln wir denn die anderen alle hinstecken, wenn wir wieder eine Tribüne abreißen”, war die sinnige, wie lapidare Erklärung des Pauilianers hinter dem Kartentresen.

Bleibt Verzweifelten wie mir nur, weiter auf eine Neuauflage der Dauerkarten zu hoffen, auf das Wegziehen guter Freunde zu spekulieren, oder gar auf den Wiederabstieg. Das gehört sich aber nicht ;)

2.500 Kehlen mehr

Der Millerntor Roar bekommt wieder Futter. Nach Begraben des Millerntaler, wohl auch nicht durch Boykott, sondern nach Toren dürstend werden weitere 2.500 Paulifans die Nordkurve erklimmen. Das wird spannend

Ob der anvisierte Dreier gegen die stark abstiegsbedrohten Thüringer (18 Uhr, Millerntorstadion) tatsächlich eingefahren werden kann, wird dann vor Ort von 2500 Zuschauern mehr als sonst beobachtet werden können. Wie das Abendblatt erfuhr, will Präsident Corny Littmann heute offiziell bekannt geben, dass die Überbauung der Stehplätze auf der Nordtribüne – mit Ausnahme des Daches – schon zum ersten Heimspiel des Jahres abgeschlossen sein wird.

St. Pauli Allaaf: “Wir lassen den Punkt in Kölle”

1. FC Köln FC St. Pauli
Auch wenn die visuelle Form eine Katastrophe war (siehe “Flimmerkiste St. Pauli), das Spiel war ein Traum. Fast wurde mein Tipp wahr, verdient wäre es gewesen, ein 0:1 für Kölle.

Endlich ist sie wieder da, die Konzentration, die nach der ersten Hälfte der Rückrunde verloren gegangen war. Besonders schön, das Debut von Tim Petersen, der wie die ganze Abwehr gut drauf war. Noch schöner das schnelle Überbrücken des Mittelfeldes und die vielen steilen Pässe auf Ludwig und Schnitzel.

Köln konsterniert, was mir vor allem in der 38. Minute noch vor Augen ist, als der FCSTP mit nur drei Stationen im Strafraum der Kölner auftauchte.
Herrlich, wie ich mich auf den kommenden Freitag freue …

FC St. Pauli Flimmerkiste: erbärmliches WebTV von T-Home

flimmerkiste t-home webtv
Ich habe keine Karte mehr für das tolle Spiel gegen die Kölner ergattern können, auch ein Besuch in der Amanda Bar war nicht drin. Dachte ich mir, Erik bist Du schlau und schaust Dir das Spiel, nach dem Spiel in der St. Pauli Flimmerkiste an.

4,95 Euro kostet die für einen Monat und ist das erbärmlichste, was ich an Web TV jemals gesehen habe.

Da geht man summend durch die Stadt nach Hause, um ja nicht das Ergebnis vorher zu erfahren, wie einst Thomas Magnum, um dann ein ruckelndes, mit Artefakten übersätes Streaming-Video zu erleben, das einer ganzen Branche Schande bereitet.

Es ist nicht zu begreifen, wie in Zeiten von Videoangeboten, wie facebook, DiVxTV oder Google Video ein Unternehmen, wie T-Home solch schlechte Qualität anbieten darf. Dann auch nur 1:1 das Premiereprogramm in 4:3 übernehmend, inklusive aller dummerhaftigen Kommentare. Nur völlig unter- und mal übersteuert. Bäh, ich bin enttäuscht.

Da muß sich keiner wundern, wenn die Fans das mit dem “Bewegtbild aus dem Stadion” bald selbst in die Hand nehmen.

Der frühe Tod des Millerntalers

In Flensburg heißt man Thomsen und ist von einer geraden Verbindlichkeit, die den Menschen am obersten Rand Deutschlands so eigen ist. Da weiß man, wann man die Förde zurückrudern muss.

So ist nun auch Peter Thomsen, GF vom Förde Catering der Flensburger Brauerei (viel leckerer als Astra übrigens ;) und oberster Bierschenk am Millerntor in Sachen Biermarken zurückgerudert:

Der servicefreundliche “Millerntaler” kommt deshalb vorerst nicht. Da die Kritik an der geplanten Einführung des “Millerntalers” im Stadion des FC St. Pauli, sowie auch Drohungen gegen Mitarbeiter von Förde Show Concept derzeit andauern, hält das Catering-Unternehmen Förde Show Concept zunächst Gespräche mit den Gegnern des Zahlungssystems für erforderlich. …

St. Pauli facebook Page

Ich habe vor ein paar Tagen testhalber ein paar facebook pages eingerichtet.
Dabei auch eine für unseren geplanten St. Pauli Fanclub. Sowas wie “socièté saint paulé”, oder so.

Inzwischen haben sich ohne zutun knapp 30 Leute angemeldet. Ich war sehr überrascht, dass vor allem Nicht-Deutsche sich dort angemeldet haben. Viele Türken und Griechen dabei. Frage mich, ob man das als internationales Projekt aufsetzen sollte.

Inzwischen poppen Paulianer in allen social networks auf. Irgendwie muss sich das doch sinnvoll vernetzen lassen.
Ihr, liebe LeserInnen seid auf jeden Fall herzlich eingeladen, dort mitzumachen.

Übrigens lassen sich bei facebook super auch größere Videos hochladen, wie dieser Blogtipp, den ich ja hier schon veröffentlicht hatte. Wobei wir bei der nächsten Frage wären: eine Videocoverage vom Millerntor von Fans für Fans. Wem gehört eigentlich das Erlebnis St. Pauli Spiel? Bisher der Deutschen Fußball-Liga.

Paulitipp der Woche: “Auswärts beim Karnevalspiel”

Heute Mittag war ich bei den Jungens von Vanksen, die ja einen echt kurzen Draht zu St. Pauli haben. Sie sitzen mit der Geschäftsstelle im selben Haus. Braun-weiße Vorahnung kann da schon mal entstehen.

Der heutige Ergebnistipp für das Spiel am Freitag gegen 50.000 in Köln von Pepe (Gegentribühne) und Markus (gegen St. Pauli, diesmal zumindest ;)


Link: sevenload.com

Alternativ und Video Downoad bei Google Video.
Oder in groß in der neuen St. Pauli facebook page.

Dann eben alle beide

Auf den letzten Drücker wollte sich St. Pauli für einen Ersatz für Ian Joy entscheiden.
Da eine Wahl eben auch Qual sein kann, hat man nun beide genommen.

Das Talent aus Berlin und den aufsteigenden Stern aus dem Osten: Willkommen.
Andreas Biermann wechselt vom Oberligisten Tennis Borussia Berlin zu den Hamburgern. Der 27-Jährige Linksfuß kam in der vergangenen Saison bei Union Berlin auf 29 Einsätze in der Regionalliga Nord und erzielte dabei zwei Tore. Der erst 21-jährige Pavlo Ianchuk kommt vom rumänischen Erstligisten FC Arges Pitesti zu den Kiezkickern. Ianchuk stammt aus der Ukraine und durchlief die Jugendschule von Rekordmeister Dynamo Kiew. …

Alle gegen den Millerntaler

Nein, er hat es nicht leicht. Er ist einfach nicht erwünscht. Der Millerntaler, der neue Biergroschen am Millerntor.

Im Blog “The hell of St. Pauli” wurde ein offener Brief an die Vereinsführung veröffentlicht, dem sich alle wichtigen, und vor allem sehr viele, Fanorganisationen anschließen.

Dieses Vorhaben stößt in weiten Teilen der Fanszene des FC St. Pauli auf großes Unverständnis, da die Einführung dieser Stadionwährung für den Stadionbesucher keinerlei nennenswerte Vorteile hat

Ein Auszug der Unterzeichnenden:
Continue reading “Alle gegen den Millerntaler”

kaioo (25.000) vs. StudiVZ (5.000.000) und die Frage, wieso ich den Klon eines Klons nutzen sollte?

Bild 2.pngKann mir jemand verraten, auf welches “Hetzpapier” durch Blogs da beim Thema kaioo angesprochen wird?
Ist das StasiVZ Video der euphorische Versuch, durch Prolltrollen Profil zu gewinnen?
Kommt das nicht nur mir, oder auch anderen Elchen, spanisch vor?

Ich habe mir kaioo nu anlässlich dieses “battles” noch einmal angesehen (nachdem ich erst meine Anmeldung wegen vermuteter überbordender Datengier abbrach, dann aber doch meine ersten Eindrücke über kaioo hier aufschrieb, nachdem meine Neugier obsiegte).

Das eigentliche Problem, das kaioo hat, ist kein technisches, sondern ein anderes:
Es ist wirklich ein stinklangweiliges yasn (yet another social network). Ein strukturell nahezu perfekter Klon eines facebook-Klons.
Die Ausrichtung als gemeinnütziges social network reicht da nicht, als Alleinstellung, als Magnet, vor allem nicht, wenn ich (imho) in kaioo auf lauter eigennütziges, unnütziges, und wenig nützliches stoße.

Von einem Geist des gemeinsamen Aufbruchs in eine neue digitale Welt ist bei den Themen und Postings nichts zu spüren, besonders moderiert werden die Bretter auch nicht, wie mir scheint. Im Brett Hamburg behandeln bspw. viele Fragen/Threads die Bedienung von kaioo und nicht die Hansestadt, die Gruppe des FC St. Pauli hat im Dezember seinen letzten Laut von sich gegeben. Ein Projekt, wie Viva Con Agua de Sankt Pauli sucht man in diesem Zusammenhang vergeblich, würde es bei dem irrelevanten Rauschen dort wohl auch übersehen.

Das bestärkt mich in meiner ersten Einschätzung: Baut (lieber) einen Grundstock an Inhalten und Diskussionen, die einem Neuling zeigen, “Hierum geht es uns”. Ansonsten macht der thematische Wildwuchs und die überquellende Langeweile der Trolle eure schöne Idee kaputt.

Ich halt mich nu raus, möchte aber meine Kritik hier nicht als Hetze verstanden wissen.
Lehne mich zurück und hole mir Popcorn.

Moon over St. Pauli

moon over MillerntorEigentlich hat St. Pauli heute 3:2 gewonnen am Millerntor, zumindest ist das in meinem Herzen verbucht dieses Ergebnis. In einem Spiel, dass auch eigentlich gar kein Testspiel war, sondern ein herrlich ernst genommener Saisonauftakt. Es hat alles gepasst, sogar die biestige Hilflosigkeit von pomadig dahinspielenden Hannoveranern.

Von denen übrigens viele Fans angereist und ihren Teil dazu beigetragen haben, dass sich dieses Vorfrühlingsspiel so echt anfühlte (inklusive Spinner mit Rauchbomben und Hools, leider). Am Support ihrer Anhänger kann das also nicht gelegen haben, dass Hannover in der ersten Halbzeit gegen vergnügt aufspielende Paulianer 1:0 hinten lag. Hannover absolut zweitligareif.

Toll René Schnitzel und Sir Charles, die Traumpässe schlugen, in alter Paulimanier ihre Chancen wieder vergaben, als wäre schon Ostern, ohne Druck, aber locker 2:0 hätten führen können. Darüber ärgern können wir uns demnächst wieder, über die vergebenen Chancen. Heute haben wir uns über die Art und Weise gefreut, wie St. Pauli sie herausgespielt hat. Feiner Fußball.

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Da mag sich Ian Joy doch noch eine Träne verdrückt haben, solch eine Kulisse bei einem Vorbereitungsspiel wird er so schnell nicht wieder erleben.

Offiziell hieß das Ergebnis 2:2, ein gegebenes Abseitstor für Hannover dabei, die in einer kurzen Phase der 2. Halbzeit, in der sie gegen unsere halbe Zweite spielten, sich herankämpften. Herrlich, wie diese Testelf dann wieder zurück kam, Ömer Sismanoglu überwand Nationaler Encke in der 69. phänomenal. Sowieso ein Spiel der großen kleinen Geschichten und das lange ersehnte Comeback von Abdou Sall. Ein reguläres Tor von Pauli wurde dann vom noch im Weihnachtsurlaub weilenden Schiedsrichtergespann nicht gegeben. Ich habe es dazugezählt. Das fühlte sich einfach, wie ein Sieg an, dieser rundum ein schöne Nachmittag.

Sogar der Regen hatte sich ab Mittag in Richtung Niedersachsen verzogen. Ein erstes Omen, dass mit einem netten Abendessen im Ofeuer endete.

Good Luck Ian, en-Joy coming home

Für viele kommt diese Nachricht überraschend: Verteidiger Ian Joy verlässt den FC St. Pauli in der Winterpause! Joy zieht es aus privaten Gründen zurück in seine Heimat, die USA. Dort wird er zukünftig für Real Salt Lake die Fußballschuhe schnüren.

… lese ich da gerade im Paulifeed. Komisch, ich war gar nicht überrascht.
Nach dem engagierten Pokalspiel gegen Leverkusen, in dem er mich wirklich überraschte, fehlte es Ian Joy irgendwie an Durchsetzungsvermögen und Kraft, sich in diese zweite Liga zu spielen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er nicht wirklich Anschluss fand in dieser Paulimannschaft, kann mich aber irren.

Nachdem das Hamburger Abendblatt diese Woche noch meldete, dass er die Vorbereitung so unglücklich verpasst hat, war so etwas durchaus zu erwarten.

Komm gut heim Junge, behalte uns in angenehmer Erinnerung. Das tun wir auch.

Nachtrag: Mensch, bin gerade umgeworfen von seinen Abschiedsworten und dem mächtigen Tattoo da auf dem Rücken. So leidenschaftlich war der mir nie vorgekommen. Sowas.

“Altona 93 ist das neue St. Pauli”

freude

Ich stehe beim Getränkehöker im Dorf. Wir beschnacken letzte Einzelheiten der Lieferung.
Neben mir steht ein älterer Mann, graues Haar, schwarzer Kapuzenpulli mit Totenkopf drauf. Allem Anschein nach ein Nachbar und ein in die Jahre gekommener Autonomer. Wir kommen ins Gespräch. Über den Stadtteil und den FC St. Pauli.

“Ich hab mir gerade eine Dauerkarte bei Altona 93 gekauft”, sagt er. “Da gibts noch echten Fußball. Ohne den ganzen Kommerz.”

Diese Ansage höre ich hier in letzter Zeit häufiger: “Altona 93 ist das neue Pauli”.

Wie das so ist, wenn ähnliche Gemüter und ewige Rivalen zu einem Testspiel Freundschaftsspiel aufeinander treffen, kann man sich heute Abend an der Adolf-Jäger-Kampfbahn ansehen, ein Stadion, das frei von der Gefahr ist, seinen Namen verkaufen zu müssen.
und gemeinsam schwelgen in alten Erinnerungen. Mit der bitteren Gewissheit (wie ich in den Kommentaren erst erfahren habe), dass auch Graswurzelfußballer zur finanziellen Sanierung ihre Seele verkaufen müssen.
Ich werde es wohl verpassen, freue mich aber immer wieder über die Tradition, das erste Spiel nach der Vorbereitung in Altona zu spielen. Eine nette Nachbarschaftsgeste und bestimmt frei von Nazis. Pure Fußballfreude.

Nazi-DJs plündern Millerntor

Es gibt gefühlt nichts schlimmeres, als Nazisudeleien, ausgerechnet am Millerntor. Gerade das ist aber gerade geschehen.
Außerdem haben die Einbrecher noch ein Mischpult, Boxen und Mikrophon mitgehen lassen.
Für den nächsten gemütlichen Heimatabend, wieder zuhause in Hessen.
Die schelmische Scharade, dass Roland Koch gefühlt dort eingeladen willkommen ist, ist so weit hergeholt, wie die Überschrift.

FCSP-Kaiserslautern: Umnachtung am Millerntor

Die vier aufrechtenNein, ich bin immer noch nicht drüber weg. Es viel so schwer, diesen vier aufrechten, die sich da nach dem blamablen 3:4 auf die Reise um den Rasen der Schmach machten, Mut zu machen. Zu sehr hatten sie die eigene Hoffnung enttäuscht, zu sehr sich selbst hängen lassen in ihrer ohnmächtigen Angst. Ich konnte ihnen nicht verzeihen, dass sie mich beinahe glücklich gemacht hatten. Zwei Mal!. Einmal nach 22 Minuten und dann nach dem Ausgleich.

Zum Trauern ging es dann auf den Dom, zur ersten Kochwurst mir Grünkohl dieses Jahr in der Krisensaison und danach zu Anni nach Ottensen. Haben uns noch bis lange nach Mitternacht über dieses vernieselte Spiel gewundert, geärgert und mit St. Pauli gehadert.
Komischerweise wirkten die Lauterer Fans, die ich da über den DOM schlendern sah nicht glücklicher. Komischer Abend, der noch in diese Woche nachhallt, so unfassbar ist das erlebte.

Neuer Stadion-Sponsor für den FC St. Pauli: “Mövenblick Arena am Millerntor”

“Wenn schon denn schon”.

boycott bejing 2008

Vor fast einem Jahr bereitete Corny Littmann das Thema bei Hamburger Journalisten bei einem Treffen des Hamburger Presseclubs vor, dass der Verkauf des Stadionnamens, so Littman, „auf St. Pauli zukommen werde“. Nu ist es soweit.

Die MoPo witzelt so vor sich hin, wie schon vor ihr die ARD Sportschau, wohl wissend, dass ein passender Sponsor niemals zu finden sein wird. Es ist eben am Ende doch das Ausverkaufen einer Legende. Eine Legende, die nicht dem Verein gehört.

Nicht vorstellbar, dass die Ultras unter einem “Hanse-Merkur”-Schild, in einer “Arena” stehend, ihre weltberühmte Choreografie abfeiern. Das Phänomen FC St. Pauli und der Mythos des Millerntors ist eben keines, das allein einem Verein mit seinen funktionalen Strukturen geschuldet ist, sondern eine Leistung der Supporter des FC St. Pauli, und die sind eben durch Abmahnungen gegen Fußballfans und Diskussionen um die dicken Taschen der Sportvermarkter mehr als genervt und sensibilisiert.

Was wäre St.Pauli ohne Millerntor? Wir gehen seit Jahrzehnten ins schrottigste Stadion eines Bundesligisten was es gibt und warum? Weil es unser ist!! Unser Millerntor!!!
Der Name ist genauso wie der Totenkopf von uns Fans ins Leben gerufen worden oder habt ihr etwa das Wilhelm Koch Stadion vergessen?
Von daher Hände weg vom Millerntor, es gehört uns und keinem noch so potenten Geldgeber!!!

Da hilft nur Attacke. Eigentlich bleibt nur ein Sponsor, der so viel klassisches Feindbild mitbringt, dass er die selbstironische Ader der Paulianer trifft.

Mövenpick wäre so einer, oder die BILD Zeitung.

FC St. Pauli: Ich bin Halb-Paderborner

DSC00004Sieben, vielleicht ein dutzend Chancen haben die Paulianer in der ersten Halbzeit versemmelt. Die klarste Kuru, der am Kasten so vorbei köpfte, dass mir erst nach Sekunden klar wurde, dass das eben gar kein Tor war.

Überlegen waren wir. Drückend sogar, aber wieder zu wenig Tore geschossen in der Zeit in der wir spielen. Dann zur Halbzeit der Bruch. Die Last der drei Spieltage zuvor voll durchschlagend. Die Gespenster von München waren wieder da: Tunnelblick und Fehlpässe en masse.
Zwei rote Karten. Diesmal gegen Paderborn, das noch angestachelt durch die schlechte Behandlung durch den Schiedrichter noch kurz vor dem Ausgleich stand.

Borger, irgendwie mit seiner Stoik der sicherste Paulianer, fischt zwei Dinger heraus und siegt alleine mit Marvin Braun gegen eine Paderborner Mannschaft, die nach ihrer spielerischen Fast-Ermordung plötzlich wieder anfing zu leben.

Komisch, freuen konnte sich da kaum einer am Millerntor.
Mit einer alten Formel machten wir uns Mut: “Am Ende zählen die drei Punkte” .

St. Pauli: Trauerspiel

DSC00024.JPGDie Moral, die stimmte.
Das wars aber an postiven Meldungen.
Vielleicht noch, dass Takyi wieder fit ist und ordentlich einläutete die Drangphase des Fc.

Aber Gladbach besser. In allen Belangen.

Habe das Spiel in einer Gladbacher Düsseldorfer Kneipe in Bilk gesehen. Danke an die Jungs von Edgar.de, die diese Auswärtskneipe rausgesucht hatten. So saßen wir da, hilflos, immer wieder hoffend, immer wieder niedergeschlagen – bei einigen Alt.

Ein Paulianer in München

paulianer in münchen

Die Münchner sind ein entspanntes Völkchen. Hier ist alles ordentlich, wozu allerdings auch der innere und äußere Friede, der Stolz genau so wie die Gastfreundlichkeit gehören. Nirgendwo anders in Deutschland wäre ein so großes Volksfest, wie die Oktoberfest Wiesn, so überwiegend friedlich, wie hier. Natürlich, als HHer und als St.Paulifan verdaut man ersteinmal einen exotischen Kulturschock. Den hatte ich ja schon hinter mir, letztes Jahr.

Ansonsten begegnet der Münchner St. Pauli mit einer Mischung aus Neugier und ehrlicher Sympathie. Ist München doch die einzige Stadt in Deutschland, die eine ähnliche Spaltung seiner Fußballanhänger in Großkopferte und Underdogs so konsequent pflegt. Hinzu kommt, dass die Bayern Münchner in ihrer vom jahrzehntelangen Erfolg genährten Hybris noch Platz haben im Herzen für die Narren aus dem schmuddeligen Norden. Eine ehrlich nette Form der Arroganz.

Ich freue mich, mit Heiko heute unseren Boys in Brown beim hoffentlich ersten Auswärtssieg bei 1860 München seit langer Zeit die Stimme zu leihen.

Forza Auswärtsieg! Forza St. Pauli.

FC St. Pauli: wenn man die Klasse halten will, muss man solche Spiele gewinnen

nach dem spiel ist vor der pflicht

Es wehte am Millerntor nach dem Spiel. Ein steifer Westwind.

Kraftlos und doch glücklich über diesen Gurkensieg machte eine Hälfte der Millerntorelf ihre Runde, feierte ihren Sott: glücklicher Arbeitssieg gegen Koblenz. Danke Eigentor – nein Trojan, da musste Dich nicht hinter verstecken hinter dem Treffer, warst der Beste in Braun heute.

Abgehakt, nächstes Thema: Brunnemanns Bauchnabel. Nicht zu sehr trainert, wenig behaart, sexy. So beschrieb ihn MoMo. Einerlei, dachte ich, die 90 Minuten sind vorbei und der Nabel des Spiels ist Brunne heute wahrlich nicht gewesen.
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FC St. Pauli Podcast: Bierdusche retard

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Ich habe nach dem traumhaften Sommersieg gegen Pille Leverkusen den Rest des Abends im sommerlichen St. Pauli verbracht, freudestrahlend Bier um Bier geleert, und genossen. Abends habe ich dann Noah zu irgendeinem Thema eine E-Mail geschickt, die tonalisch noch von diesem Abend getränkt war: “Sankt Pauli we love you”.

Sie erwiderte, dass sie spontan eine Bierdusche in einem Internetcafé initiierte, entfernte Begeisterung, die ebenda auf Staunen stiess, den Gepflogenheiten am Millerntor aber am nächsten kommend, so unmittelbar zerdrückt zu werden von der Freude aufspringender Paulianer. Das geht nun auch retard, als “St. Pauli Podcast“:

Falls St. Pauli am Freitag Christoph Daums Kölner besiegen sollte, wäre es einer dieser Momente, die man immer wieder erleben möchte. Der Kiezklub und Apple-Händler Gravis machen dies nun möglich. Per Podcast kann sich jeder Fan kostenlos die Audio-Highlights auf seinen Rechner oder iPod herunterladen.

“Wir übertragen schon seit vielen Jahren St. Paulis Spiele für Sehgeschädigte”, erklärt Spielbeschreiber Wolf Schmidt, der mit seinen Kollegen am Tag nach jeder Partie eine fünfminütige Zusammenfassung mit Original-Kommentar ins Internet stellt. “Das höre ich mir dann zum Einschlafen an”, freut sich Marvin Braun. (…)

FC St. Pauli 2007/2008: Dauerkarten nur für Dauerkarteninhaber

… anders kann ich die E-Mail des Kartencenters nicht interpretieren:

da sich die Fertigstellung der Südkurve verzögern wird, können wir leider keine Dauerkarten Mitgliedern anbieten geschweige denn einen freien Verkauf ermöglichen. Wenn es zu einem späteren Zeitpunkt (Herbst) noch ein Vorkaufsrecht für Mitglieder oder einen freien Verkauf geben sollte (wir planen das), werden wir darüber rechtzeitig informieren (z.B. über unsere Homepage). Eine Vor-Reservierung ist nicht möglich…

Also nochmal mein bald hysterischer Aufruf an alle Weggezogenen: SUCHE DAUERKARTE FÜR DEN FC ST. PAULI, sie wird es gut haben bei mir ;)

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“Herrenlose St. Pauli Dauerkarte …

zwecks gemeinsamer Ausflüge ans Millerntor gesucht.”

Ich habe es Heiko schon verziehen, dass er seine “frei werdende” Dauerkarte schon anderweitig versprochen hat. Mir kam dabei aber die Idee, dass sich vielleicht unter meinen LeserInnen jemand mit ähnlichem Schicksal befindet, von HH wegziehen zu müssen.

Das ist schon hart genug, dann will man wenigstens seine Dauerkarte in guten Händen wissen, oder? ;)

Foto: Heiko Hebig

Ein Funken Weihnachtsfreude auf St. Pauli

St. Pauli Fahne Jolly Roger
“Das war das beste Spiel von St. Pauli nach dem Knaller gegen Bayern”, sagte mir willi, als ich ihn anrief, um das Ergebnis des Spiels St. Pauli gegen Magedeburg zu erfahren.

Er befindet sich da nicht in der Minderheit mit dieser Meinung:
„Das war das beste Heimspiel des FC St. Pauli, das ich in dieser Saison gesehen habe“, kommentierte der frisch verheiratete Präsident Corny Littman den Erfolg gegen Magdeburg. Ebenso.

Den Aufstieg, den unmöglichen, kann man sich jetzt ja zu Weihnachten wünschen.

FC St. Pauli beurlaubt Trainer Bergmann – späte Kiezkonsequenz

Dass der Trainer das Problem ist, habe ich und nicht nur ich ja schon vor kurzem gebloggt.
Nun hat der FC St. Pauli die Konsequenzen aus dem andauernd planlosen Gewirbel und der tiefen Zerrissenheit zwischen Mannschaft und Trainer gezogen:

St. Pauli beurlaubt Trainer Bergmann
20.11.2006

Chetrainer Andreas Bergmann wurde nach Auskunft des Vereins vom FC St. Pauli beurlaubt. Ab sofort übernehmen Co-Trainer André Trulsen und Sportchef Holger Stanislawski kommissarisch die Trainingsleitung des Zwölften der Regionalliga Nord, der mit Aufstiegshoffnungen in die Saison gestartet war.

Quelle bisher unknown, via E-Mail

Der Papst für die Bayern, Gott mit St. Pauli

Nein, geglaubt habe ich es vorher nicht. Ich dachte, das passt gut in diese Saison, wenn die Bayern uns da sang und klaglos 4:0 zur verspäteten Brotzeit verputzen. Heute und bereits gestern, während der unbeschreiblichen Sause am Millerntor, die ich leider nur am Fernseher begleiten konnte, habe ich mich schon ein wenig geschämt, ob meines Kleinmuts.

War ja schon da, die Klasse in der Verteidigung und dem defensiven Mittelfeld gegen Union Berlin. Gestern Abend hat der Geist am Millerntor wieder das Band geschlossen, zwischen Tribüne, Gegengerade und den Spielern in ihrer schwarzen Piraten-Verkleidung auf dem Platz. Hoooray!

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