Flucham Football Club #HSV

Ich habe es vorher getippt, das 2:1 da in London, das kleine Finale, das der HSV ja schon zuhause verloren hatte. Und doch konnte ich mich nicht freuen.

UUh, Uuh schallte es da durch das pittoreske Stadion, als Boateng am Ball war. Da war er, der Vorgeschmack auf den vielgerühmten englischen Fußball. Schlagartig war mir klar, dass ich emotional hier nichts zu suchen hatte, ein rechthabender Fremdkörper war, da im Aston in der Rothenbaumchaussee, der eigentlichen Heimat der Rhothosen.

Der Fußball, der mir wichtig ist, der mit Anstand und Respekt, der wird nur auf Sankt Pauli gespielt. Da ist ein Totenkopf hinter dem Tor in London schön anzusehen, Magie transportieren die dort aber keine, da kann Gerome noch lange Raute sein, da werde ich zu seinem Begleiter.

Partyhaupstadt Hamburg? Seelenloses Stadtmarketing, HSV, Europa und St. Pauli

Fuck Off

Für Stadtmarketing gibt Hamburg eine Menge Geld aus. Für Stadtpflege bleibt da keines, so scheint es.

Geradezu ohnmächtig wütend macht mich das Geseier, mit der die Hamburg Marketing GmbH für das Finale der UEFA Europa League wirbt. Es ist so entlarvend und boshaft unecht, wie hier Klischees und Uninn zusammengemixt werden:
Hamburg (ots) – Am 12. Mai 2010 findet das Finale der UEFA Europa League zum ersten Mal in Hamburg statt. … – mit der legendären Amüsiermeile Reeperbahn die inoffizielle Party- und Fanhauptstadt Nordeuropas.

… Als Event Ambassador (sic!) wird HSV-Legende und Ehrenspielführer der Deutschen Nationalmannschaft Uwe Seeler den Weg zum Finale der begleiten. Austragungsort des Finales ist die Fussball-Arena im Volkspark, Heimstätte des legendären Hamburger Sportvereines (HSV).
Spätestens seit der Fussball WM 2006 gilt Hamburg weltweit als Hotspot für Fussball-Fans. Nur ein paar Minuten vom Stadion entfernt erwartet die Besucher mit der Reeperbahn Europas größte Amüsiermeile. Kaum eine Straße der Welt genießt einen so legendären Ruf wie sie.

Ich lese das immer wieder, in der Hoffnung, ich verlese mich ständig, aber es stimmt wohl – da mengen die PR-Fuzzis HSV und St. Pauli fröhlich sinnlos durcheinander! Merkt doch da draußen eh keiner, kümmert uns auch einen Scheiß – Hauptsache Kult, Kultur und eine Prise Anrüchiges zu den ansonsten seelenlosen Event-Highlights des Stadt-Tourismus: HSV und nun UEFA angestrahlt durch eine sterbendes St. Pauli.

Angesichts der Debatte über die Gentrifizierung der Stadtteile St. Pauli, Altona oder das Gängeviertel ja geradezu obzön diese Denke.
FUCK OFF!

Die Lehmann-Delle

Während der EM-Spiele mit deutscher Beteiligung am Mittwoch und Sonntag vergangener Woche sind die Zugriffe im deutschen Web massiv zurückgegangen – ja ich habe tatsächlich erst nach diesem Artikel erfasst, dass die DFB-Elf und Lukas Podolski dabei waren im Endspiel gestern – wahrscheinlich überall, bis auf Sites, wie kicktipp.de (wo Leute die ich kenne auf Spanien tippten, um sich den Pott als Trostpreis zu sichern, wie erbärmlich;)

Nach der Nachberichterstattung gegen 23:00 Uhr steigen sie wieder an; und zwar überdurchschnittlich. Weil die Penner da draussen vor allem interessiert, ob Jogi Löw schwul ist. Hatte ich glaube ich schon mal erwähnt ;(

(Übrigens, wer steckt eigentlich hinter diesen german cowboys? Ne Ahnung irgendwer?)

Wir sind Türkei

Das war das Halbfinale. Also irgendwie war das verwirrend. Die vorherrschende Farbe: rot!
erst die türkische Mannschaft, der ich aus Kopenhagen zuschauen durfte, als sie vollkommen zu recht gegen diese Angsthasen in Führung ging.

In einem australischen Sportpub, mitten in Köbenhavn, in dem sich gegen 21.00 Uhr viele Deutsche einfanden zum Aufholen.
Plötzlich – Rot – kein Bild mehr. Inzwischen weiss ich, dass in Deutschland auch Bildausfall zu sehen war beim 2:1 — und dann wieder die Türkei — geschlagen am Ende von einer deutschen Mannschaft, die nur ein wenig mehr Schwein-stiger hatte … nu sind wir Türkei, die mit dem Willen zum Glück.

Auch wenn das die Bestätigung einer alten Weisheit war, isnt it Gary?