Abschiebe-Flughafen Hamburg

Flughafen Hamburg

Seit einem Jahr nun beobachtet eine Kommission die Abschiebung von Menschen aus Norddeutschland am Flughafen Hamburg und hat ihren ersten Bericht vorgelegt.

„Im ersten Jahresbericht werden vor allem vielerlei menschliche Härten beklagt. Betroffene würden zum Teil mittellos an den Flughafen gebracht und wüssten nicht, wie sie vom Zielflughafen an ihren tatsächlichen Bestimmungsort kommen sollen. Auch Krankheiten von Abzuschiebenden würden nicht immer genügend Beachtung finden. Familien würden getrennt oder es würden junge, gut integrierte Menschen abgeschoben.“ – HA

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habitus combover

combover foto

Fasziniert beobachte ich einen Mann, der sich auf der Rolltreppe kämmt. Einen so genannten combover, bei dem die langgewachsenen Resthaare von einer Seite über den gesamten Scheitel auf die gegenüberliegende Seite gekämmt werden. Er macht das sehr flink und akkurat.

Nach vollbrachter Kämmung steckt er seinen Reisekamm wieder in die hintere rechte Hosentasche.
Ich stelle mir vor, dass das schon sein Vater getan hat und dessen vater vor ihm. Ein vom Aussterben bedrohter Habitus. Zumindest so selten, dass es mich nicht wundern, wenn diese Hosentaschenkämme demnächst in Berlin-Mitte auftauchen würden.

Fragen eines Auswärtsfahrers: Wie komme ich am besten vom Münchner Flughafen zur Allianz Arena?

Meine Frage stelle ich hier, bei twitter, bei wikia, gutefrage und wer-weiss-was:

Moin Experten und Expertinnen,

wie reist man denn am geschicktesten vom Münchner Flughafen zur Allianz-Arena? Gibt es für Fußball-Fans sowas, wie einen Fan-Shuttle?
(Die Strecke über S-Bahn Marienplatz und dann nach Fröttmanning ist mir einfach zu lang: Dauer: 1 Stunde und 14 Minuten :)

Danke für Tipps:

– Vielleicht kann ich ja den Fahrer des Lufthansa-City-Shuttle-Bus bestechen. Wenn ich mich recht erinnere, fährt der dran vorbei.
– Oder Taxi? Schätzungsweise 30 EUR ist dann aber doch zuviel.

100-60-100: Radar-Abzocke in München?

Fahre gestern mit dem Taxi nach München rein, weil die S8 so lange auszufallen gedenkt, bis die eine Stunde verspätete S-Bahn, ihre Nach-Nachfolgerin ersetzen kann durch ihre Verspätung. Auch eine Form von Verkehrslogik.

Eine andere, sehr bayrisch konsequente Art der Verkehrslogik, kam uns auf der Autobahn entgegen. In Form von Verkehrsleitsystemen, die ohne mir erfindlichen Grund, erst 100 km/h anzeigten, abrupt dann 60 km/h und dann wieder 100 km/h. Ein Schelm, der jetzt vermutet, dass in der Verkehrsleitbrücke, die unvermittelt den Verkehr auf 60 km/h abzubremsen mahnte, zwei Blitzer aktiv waren.

Sowas. Und heute höre ich im Radio, dass Minister Tiefensee weitere dieser Systeme installieren möchte. Geld kann man schließlich immer gebrauchen ;(

Nachrichten-Hierarchie im 21. Jhdt.

(c) Hamburger Abendblatt, zeigt Titelseite des HA vom 3.3.2008Online first hiess einer der strapazierten Schlachtrufe, die den Investoren, aber auch den eigenen Kollegen den Paradigmenwechsel in den klassischen Medien vor Augen führen sollte. Bisher fehlte es in Deutschland aber an einem markanten Beispiel.

Die Engländer spürten schnell nach den Terroranschlägen von 2005, was sich in Sachen Geschwindigkeit getan hatte im Nachrichtensektor, seit der Erfindung des Fotoblogs. Die Franzosen erlebten eine gigantische Meinungsvielfalt während der Aufstände in den Benlieus.

Gestern konnte man in Deutschland erleben, wie sich die Ausbreitung von Nachrichten, auch Videonachrichten, im 21. Jhdt. anfühlt.

Eine persönliche Chronik der Nachrichtenausbreitung über den Beinahe-Crash des A320 auf dem Hamburger Flughafen beim Orkan Emma:

Sonntag, 2.3.08

  • 13:00 Uhr – lese einen Blogbeitrag in meinem Feedreader. Nehme da noch an, dass es sich um Archivmaterial aus England handelt, wegen des Videoservers und meines oberflächlichen Anschauens.
  • 14:30 Uhr – auf twitter erscheinen die ersten Links und tweets zu geplanten Flügen am Montag und nun galoppierender Flugangst.
  • 17:00 Uhr – weitere Blogs berichten, auch meiner.
  • 21:45 Uhr – Das heute journal übernimmt den Videofeed und hebt das Thema in die klassischen Medien

Montag, 3.3.08

  • heute beim Frühstück – das Hamburger Abendblatt macht auf der Titelseite mit Screenshots des Amateurvideos auf. Recherchiert Hintergründe.

Eine Art der Ausbreitung von Nachrichten, an die man sich gewöhnen muss, die aber auch die Stärke der etablierten Medien zeigt.
Sie können glaubhaft und gründlich nachrecherchieren und Themen vertiefen.

Das Rennen um die erste Nachricht gewinnen, können sie nicht mehr.

Emma, Ebbe, Elbe

DSC01401.JPGDer Hamburger Himmel heute wechselte seine Form in Sekundenschnelle. Manchmal schien die Sonne hindurch, wurde das Licht diffus weggerissen vom Wind, der die ablaufende Elbe hinauf fegte.

Da war dann erst Ebbe, als die Elbe bereits ihre nassen Finger über den Rand hielt.


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Den Hunden und den Kindern hat’s gefallen. Die Feuerwehr hat sich schon mal ihren Arbeitsplatz in knapp sechs Stunden angesehen. Das wird eine ordentliche Sturmflut werden, da am Strand von Blankenese.

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Flugdaten-Notlüge

„Wir wollen unseren Service verbessern“, Idi Amin, 1972

Ich habe heute gelogen, ich meine aus der Not heraus. Dieses ständige Fragen nach dem Flugziel nervt, wenn man am Münchner Flughafen nur ein Kaugummi kaufen will. Was hat das bitte mit meiner Mundhygiene zu tun? Riechen Menschen, die nach HH fliegen eher mal, nach einem Tag voller Gesabbel? Werden meine Kaugummivorlieben an die USA gemeldet?

Auf Nachfrage heisst es dann, dass man das Fragen muss. Nein, bei Nichtbeantwortung dürfe die angelernte Hobbydemoskopin auch nichts verkaufen. „Köln“ sage ich dann, gebe mich scheinbar geschlagen.

„Selber Schuld“, sagt Uli Hoeneß, weil die Münchner Bayern gegen den TSV in die Verlängerung müssen. Meine ich auch. Nu gibts eben doofe Daten.

Spülhandschuhe am Flughafen

Es ist jetzt über zehn Jahre her, dass ich mich daran gewöhnen musste, dass mir mein Zahnarzt mit Spülhandschuhen in den Mund greift.
Aus Angst vor AIDS.

Nun haben auch die Bediensteten der Personenkontrolle an den Flughäfen diese merkwürdig pervertierten, weil ihrem natürlichen Umgebungsraum entrückten, Handschuhhände. Aus Angst vor Fußschweiß, nehme ich an.

Eben sehe ich eine junge blonde Frau, die mit den Worten „selber Schuld“ ihre hohen schwarzen Stiefel ausperlt. Die Dame vom Zoll streift mit Gerät und behandschuhten Fingern über den nun atmenden Frauenfuss. Sowas eigenwilliges, da vergißt man echt die drohende Terrorgefahr. Ist sowieso spannender, das wahnsinnig banale an unseren Handlungen, vor allem, wenn sie Sicherheit bringen sollen.

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Flughafen-Rundfahrt

Bei einer Hafenrundfahrt ist man ja allerlei Kalauer gewöhnt. Eben erfuhr ich, dass diese Sitte auch auf deutschen Flughäfen gepflegt wird.

Bei der unsanften Landung der dba-Maschine von HH ins neblige Muenchen kalauerte die Purserin: „Unser Pilot übt noch. Er verspricht Besserung angesichts dieser harten Landung.“

Dann verweist sie noch schnell auf das Prämienprogramm der Air Berlin. Mir schwant, wir sind gerade einer Katastrophe entgangen.

Blogzeichen XY ungelöst

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Christian F. scheint ein herzensguter Mensch zu sein, denn er leiht wildfremden Menschen in Not sein letztes Geld. So geschehen im April letzten Jahres am Flughafen S.F. – ein Trickbetrüger erleichterte ihn um 180 USD:

In breitem österreichischen Dialekt erzählte er mir, er hätte viel Übergepäck (ein Mountainbike) mit, für das er jetzt berappen müsste, er hätte jedoch nicht mehr genügend Geld – ob ich ihm etwas leihen könnte.

Obwohl ich ein etwas ungutes Gefühl dabei hatte, meinte ich “okay”, wenn er mir seinen Pass zeigen würde und mir unterschreiben würde, dass ich ihm Geld geliehen habe. Gesagt, getan. Pass schien in Ordnung, “Christian Rathpoller” aus Österreich. Zettel geschrieben, Geld ausgehändigt. Dummheit … sehr große Dummheit!

Nach wirren und entmutigenden Erlebnissen mit den deutschen Fahndungsbehörden und monatelanger eigener Recherche dann das erlösende Posting: Trickbetrüger gefasst.

Ein weiteres potenzielles Opfer hatte den Braten gerochen, als derselbe Betrüger es diesmal in Lima ansprach, wurde mißtrauisch und hat dann in einem Internetcafé den Namen des Betrügers, “Christian Rathpoller”, nachgeprüft und war auf den Artikel aus dem HongKong Blog gestossen. Verhaftung!

Endlich mal eine Geschichte, die wie die Faust aufs Auge in unsere kleine Postille passt. Von dieser Stelle eine dicke Belobigung. Das war amtlich gefahndet, ein schönes Beispiel für angewandte Kriminologie.

Foto: Hongkong Blog

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Nova auf Mallorca

In ihrem neuen Weblog (wir berichteten) schreibt Nova Meierhenrich über ihren jüngsten Mallorcabesuch – und uns aus der Hose Seele.

Am Flughafen in Palma sieht man sie dann alle wieder: Die roten und die weissen (weil schon morgens um 9 inner Kneipe bei Heinz, dem Auswanderer, der seit 1979 auf der Insel sein Glück versucht und es in den Seelen der tumben Säufer findet) Vollproleten, gegen die Atze Schröder wie ein stocksteifer Hochschulprofessor.

Aber spätestens am Tag der Abreise wird man am Flughafen brutal in die Realität zurückgeholt. Da sind SIE – ein Exemplar schöner als das andere, und zu dieser Jahreszeit vorzugsweise im Rudel anzutreffen: Kegelbrüder und -schwestern, Abi-Abschlussjahrgänge und jegliche andere Form des Vereinswesens, wunderschön gewandet in phantasievoll gestalteten T-Shirt-Kreationen. Meine Favoriten heute: Ein 20er-Pack in grell orangenem Textil mit dem klugen Spruch: „Alkohol macht gleichgüüüültig“, nur noch getoppt von einem Rudel Halbwüchsiger in Weiß und dem Slogan auf der Brust: „Wat is denn jetzt mit bummsen?“.
Man möchte ihnen zuschreien, dass das mit dem bummsen so sicher nix wird, und gleichgüüüültig vor allem die Damenwelt in der näheren Umgebung dieser T-Shirts reagieren wird…. aber was soll’s.
Leid tun mir nur die kleinen Kinder an der Hand von Papi, der seine weißen Tennissocken heute in Aldiletten präsentiert, seinen Bierbauch elegant in ein „PACHA“ T-Shirt gequetscht hat und den unvermeidlichen Strohhut stolz auf dem Haupte trägt.

Cosy Athmosphere für George Bush in Mainz.

Eine gesperrte Stadt für die Mainzer.

(aus de.indymedia)

Am 23. Februar kommt George Bush nach Mainz. Auf einer Pressekonferenz hat die Mainzer Polizei ihr Sicherheitskonzept vorgelegt. Es sieht eine große rote Zone im Bereich des Rheinufers vor und verlegt die Demo außerhalb jeglicher Sichtweite. Aktionen zivilen Ungehorsams sind in Mainz allerdings geplant.

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