Sanfter Tugendterror

Das Quartier heißt nach einem französischen Marschall, weil es aus früheren französischen Kasernen besteht; diese wurden nach Abzug der Soldaten in eine Art Mustersiedlung für ökologische Stadtbürger umgebaut. In Vauban haben am Sonntag bei der Landtagswahl die Grünen 72,2 Prozent der Stimmen erlangt. Die CDU schaffte dort 3,6 Prozent. Das sind alles sehr nette, behütete und freundliche Menschen in Jack-Wolfskin-Jacken; wer aber einmal durch das Vauban-Viertel gegangen ist, der weiß auch, wie sanfter Tugendterror in unserer Zeit aussieht.

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Kohlekraftwerk Moorburg: Vattenfall droht Hamburg mit Millardenklage

Angesichts schwerer PR-Gaus und Bränden in Hamburger Kernkraftwerken (AKW) wundert man sich nicht, dass immer mehr Hamburger „Tschüss Vattenfall“ sagen.

Als wäre das nicht genug, droht der Chef nun auch noch mit Schadensersatzforderungen, für den Fall, dass Moorburg nicht gebaut wird. Und so wird es wohl kommen, wenn die Grünen in den Senat einziehen.

Vattenfall-Vorstand Hans-Jürgen Cramer sagte der Zeitung „Die Welt“, das Unternehmen habe einen klaren Rechtsanspruch gegen die Hansestadt. Inzwischen seien Bestellungen über 1,3 Milliarden Euro ausgelöst worden. „Deshalb ist unser Schadensersatzanspruch in genau dieser Höhe anzusetzen … (via Lieb-Link)

Sowas.

Farbmäuse vergesellschaften

farbige Mäuse

Wenn man eine von zwei Mäusen durch Weglaufen verliert, geht das an die emotionale Substanz der Familie. Natürlich wird die übrig gebliebene Maus auch irgendwann einsam. Weil Mäuse sich in der Internetzeit von 1999 bewegen, ist nach einer Woche die Einsamkeit so groß, dass ein Partner her muß – egal wie. Das ist dann so ähnlich, wie bei der Hamburger CDU.

Nun kann man Mäuse, die nicht aus demselben Wurf kommen nicht einfach so zusammenstecken, da kann der Käfig noch so schön eingerichtet sein. Die beissen sich übel. Da hilft nur Geduld, oder die schnelle Methode, Vergesellschaftung auf kleinem Raum.

Das ist recht schlau von der Natur eingerichtet. Bei wenig Raumangebot, bspw. in einem Eimer, unterdrücken Mäuse das Revierverhalten. Analog zum Programm der Grünen, ist das in Hamburg auch gerade zu beobachten.

Unsere Mäuse, also der Freiherr und die Goetsch verstehen sich nun ganz gut. In ihrem politischen Käfig wühlen sie in dem Streu herum, dass es eine Freude ist.

Wenn die GRÜNEN Links und Rechts vertauschen

vertauscht
… dann ist das auch eine politische Aussage, nur offensichtlich ungewollt (oder eine sehr zurückgenommene virale Kampagne?). Vor ein paar Jahren hätte man da sicher auf die mangelhafte grüne Kinderstube hingewiesen. „Nicht mal mit Messer und Gabel umgehen“, sowas hätte die FDP geraunzt, aber die haben ja genug viral marketing im Moment ;)

Heute ist das „nur“ lustig. Und das ist ja auch schon mal was.
Ändert übrigens aber nix an meiner Wahlempfehlung für Altona

Virales Grün – virale Parteien-Werbung im Wahlkampf

zeit für grün
Die Grünen schalten keine Anzeigen, sie kleben sie. Und zwar an Ampeln, genau in der Blickrichtung, die der geneigte Wähler einschlägt, wenn er gebannt auf die beiden roten Männchen starrt und auf den Wechsel wartet. Von Rot auf Grün.

Man könnte die Agentur, die dahinter steckt umarmen, so schön ist die Idee, hätten sie sich nicht auch an Personen statt nur an Farben versucht. Der Hinweis am Gänsemarkt, dass Grüne Spitzen-Frauen keine „desperate housewives“ seien, stinkt dagegen voll ab. Virale Parteien-Werbung in Wahlkämpfen stehen ja ganz am Beginn – ein Anfang scheint zumindest bei den Grünen gemacht.

Übrigens: Wer ist denn das hier?
Ole alt

Linksfront ins Wattenmeer

Das Abendblatt, so ist nicht nur mein Eindruck, filtert ja schon vor und dennoch schicken die Schlagzeilen über den Hamburger Senat mir am heutigen Morgen Schauer über den Rücken. Da bedient sich eine Partei, die mit absoluter Mehrheit in der Bürgerschaft regiert, aus Angst vor dem Machtverlust einer Rhetorik, die im besten Fall an die Farbe einer Haselnuss erinnert, im schlechtesten Fall in Mode gekommen ist, seit der unheiligen Allianz zwischen BILD und Roland Koch. Von Linksfront ist da die Rede, wenn man normale demokratische Vorgänge beschreibt, wie die Duldung einer rot/grünen Koalition durch die Linkspartei. Immerhin reden wir nicht über eine Koalition aus der unsäglichen Heimat Hamburg mit Ole von Beust’s CDU, die Zeiten sind also eindeutig am besser werden! Und dann wäre wohl auch der Begriff „Rotfront“ wieder gefallen.

Im gleichen Buch findet sich dann der unverhohlen umweltfeindliche Versuch des CDU-Senates, die Adelung des Wattenmeeres zum Weltkulturerbe auszusitzen, um die umstrittene Elbvertiefung nicht zu gefährden. Das abrupte Ende der hohlen bürgermeisterlichen Scharade von der Umwelthauptstadt Hamburg.

Selten wurde auf einen Blick so deutlich, dass dieser Senat sein Ziel, Hamburg zum Besseren zu verändern nicht länger verfolgt. Der pure Machterhalt strömt als Ziel aus diesen Meldungen. Ohne politischen Sinn und menschlichen Verstand, ohne Hinweise auf geleistetes und ohne politische Visionen, die von Handeln begleitet sind. Ole werden wohl am Ende doch noch die Füsse nass.

Weblog Kettenbfrief: Sommerstöckchen

Vielleicht habe ich das ja auch falsch verstanden. Sebastian wollte Carola mal ein Stöckchen zuwerfen. Dann haben sich Pia und ein paar andere auch noch daran beteiligt. Ist das nun ein Stöckchen oder ist das zu einem Weblog-Kettenbrief geworden?
Die Idee ist nämlich ganz nett. Sebastian hat sich, wie wir alle, über das Schmuddelwetter geärgert. Wenn der Sommer nicht zu ihm kam, hat er sich gedacht, dann denke ich eben an ihn. Da er anscheinend auch gerne an Carola denkt. Hat er ihr folgende Fragen (die ich hier einfach auch mal beantworte/ ich liebe Fragebögen ;) gestellt und gleich mit beantwortet: Capice?

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