Stolperstein

Heute Morgen gehe ich bei strahlendem Sonnenschein am Altonaer Hafenrand entlang, der Blick in die aufgehende Sonne, die ihre Strahlen hell und mit dem warmen Ostwind die Elbe herunter schickt. Gerade läuft ein Feeder-Containerschiff aus, in Richtung Nordsee. Ich Guck-in-dieLuft schaue überall hin, nur nicht nach unten. Da ist es kein Wunder, dass ich stolpere. Über diesen Stein da, und ich muss an das vierkantige Ego denken – und die Diskussion um Stolpersteine anderswo – ganz in der Nähe.

Rotten Wood

Dieses Foto, am Hamburger Hafen aufgenommen mit dem Fisheye Aufsatz der „Olloclip Iphone Lense“, zeigt einen Dukdalben, einen Festmacher-Baumstamm, der (wie seine Kumpane nebenan) verrottet. Schon lange legen hier keine Schiffe mehr an.

Das könnten sie sich entweder nicht leisten oder ihre Ladung löschen. Seit die moderne Container-Schifffahrt in Hamburg Einzug gehalten hat, landen nur noch Windjammer und Kreuzfahrtschiffe auf dieser Seite der Stadt. Die ehelmaligen Speicher sind inzwischen Anwaltsbüros (oder Greenpeace-Zentrale – sic!) oder die teuersten Eigentumswohnungen der Stadt.

Eisgang auf der Elbe (Hamburger Hafen)

Eisgang auf der Elbe im Hamburger Hafen
Eisgang auf der Elbe im Hamburger Hafen (Foto. ring2 cc-by-nc)

Der Osten Wind ist ein wenig eingeschlafen. Die Luft schneidet nicht mehr in mein Gesicht, sondern arbeitet sich kalt langsam an meinem norwegischen Hautschutz ab. Klar ist sie, die Hamburger Luft am Altonaer Fischmarkt. Das Eis knackt und bedeckt jetzt schon fast den ganzen Fluss. Die Elbe erstarrt.

Schön ist das. Und ich möchte nirgendwo anders sein. Ein paar Minuten lausche ich den Eisschollen, die sich missmutig im Schwell aneinander reiben. Zusammen mit dem dumpfen Brummen des Container-Hafens gegenüber fast eine Melodie.

(Hört mal bitte den Sound diese Flusses, wenn er friert …)

Wahlkampfthema: Hafen (Hafenprivileg)

Unsere Apothekerin im Dorf, in Ottensen, erzählt gerne die Geschichte als sie als junge Apothekerin vom beschaulichen Wellingsbüttel an das Dorf an der Elbe unweit des geschäftigen Hamburger Hafens zog. Die damalige Inhaberin der Apotheke hatte eine ganze Regalwand voller Asthma-Medikamente aufgebaut. Erstaunt bemerkte die Zugezogene, dass sich die doch nie im Leben verkaufen liessen, was ihre damalige Chefin belustigt richtigstellte: Hier haben die Leute mehr Lungenleiden als anderswo, das liegt am Hafen und ist bei schwachem Süd- und Ostwind besonders schlimm. Die Apothekerin meines Vertauens ist der Meinung, dass das im Prinzip heute noch so ist, dass Mittel gegen Lungenleiden besonders gut sich verkaufen.

Mich erinnert das an meine Kindheit, und an das Gefühl, wenn man nach Hause, nach Altona einfuhr nach einer Klassenfahrt und sich der bekannte Druck auf die Lunge legte. Ich habe das heute noch, wenn auch nicht mehr so schlimm. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus und den einschlägigen Quellen zur Luftverpestung durch die Schiffe im Hafen, vornehmlich die doofen Kreuzfahrer, muss die Partei, die meine Stimmen bekommen soll, eine nachhaltig tragfähige Antwort parat haben. „Wahlkampfthema: Hafen (Hafenprivileg)“ weiterlesen

Graues Konjunktur-Paket

Konjunkturprogramm am Altonaer RathausDer Himmel am Altonaer Rathaus ist so grau, wie die wirtschaftlichen Aussichten in Europa insgesamt. So richtig scharf kann man den Übergang zwischen Himmel und Rathaus nicht mehr sehen.

Am rechten Ende dieser Fassade beginnen Gerüstbauer ihr langes und anstrengendes Werk. »Die sollten das Geld mal lieber den kleinen Leuten geben, die auch arbeiten, als sich ihr Rathaus neu anzumalen«, pöbelt ein Fahrgast öffentlich und neben mir. Das nennt man „Konjunkturprogramm“ entgegne ich.

Irgendwie wirkt dieser Gedanke. Wir schauen uns die Arbeiten da nochmal genauer an. Immerhin ist es das erste Mal für uns alle, dass sich Merkelsche Politik so unmittelbar offenbart. „Graues Konjunktur-Paket“ weiterlesen