Wenn das Hamburger Abendblatt (mal wieder) nicht kommt

In unserem Haushalt möchte eine Person unbedingt das Abendblatt am Samstag (ich vermute aus nostalgischen Gründen) – seit Monaten verschlechtert sich die Zustellung zusehends- mal kommt es zu spät, liegt draußen im Schneematsch oder kommt gar nicht, so wie heute.

Ich rufe also mal wieder die Hotline an, wo sich eine säxelnde Frau Schmitz meldet und mich fragt, ob der Ottenser Marktplatz in Hamburg liegt. Sie hätten technische Störungen (das sagen sie wirklich jedes Mal) und könnten eine Nachlieferung erst in einer Stunde veranlassen. Ich solle dann nochmal anrufen …*#% WTF?

Ich kann nicht anders, ich muss laut lachen 😂- Frau Schmitz atmet erkennbar verwirrt 🤷‍♀️- als ich wieder zu Atem komme, erkläre ich ihr freundlich, dass ich das für einen Witz halte: „Sie nehmen jetzt bitte einen Stift, notieren sich meinen Namen und geben in einer Stunde selbst den Nachlieferauftrag ins System ein. Oder noch besser, wenn ich jetzt auflege, rufen Sie ihren Vertrieb an und bitten ihn, sich aufs Fahrrad zu schwingen und nachzuliefern.

Frau Schmitz bedankt sich, und ich zweifle, ob sie sich in drei Minuten noch an das Telefonat erinnert. Ich werde es aber so schnell nicht vergessen ;)

ps ich habe mein Abo hilfsweise für den Fall der wiederholten Nichterfüllung gekündigt und widerrufe meinen Bankeinzug.

Elbmantra

Die so selten gewordene Juni-Sonne steht diesig über dem Hamburger Hafen. Genau aus derselben Richtung, wie ihre warmen Sonnenstrahlen kommt der laue Südostwind und streicht über die Elbe zum Altonaer Fischmarkt hinüber. Es ist auflaufendes Wasser an der Elbe, Flut. Durch die Enge in diesem Teil des Hamburger Hafens gibt es hier immer Schwell, der wie heute chaotisch über- und ineinander wogt. „Elbmantra“ weiterlesen

Am Schellfischposten strotzt „Schland“ vor Kraft

… und als ich heute morgen von Altona in Richtung St. Pauli lief – einem Stadtteil der ambivalenter nicht sein könnte, als schwarzrotgeile Partymeile und Heimatkiez des Deutschland-kritischen FC St. Pauli und seines Anhangs – sah ich vor dem Schellfischposten eine mit Deutschland-Flaggen bestückte Figur von Popeye.

Popeye vor dem Restaurant

Überstark und überlegen, wie die deutsche Nationalmannschaft derzeit.

Popeye - mit Deutschland Flagge
Popeye – mit Deutschland Flagge
Skulptur: Erich Gerer
Ort: Hamburg-Altona vor dem Schellfischposten

Replik auf Innensenator Michael Neumann: „Gewalt & Extremismus geht gar nicht“ #Polizei #Hamburg

Polizeieinsatz Nazidemo Hamburg (Quelle Youtube)
Foto: Polizeieinsatz Nazidemo Hamburg (Quelle Youtube)

„Mich macht es wütend und traurig, dass Gewalt- und Straftäter unter Polizistinnen und Polizisten Bürger angreifen und verletzen, die sich für unsere Demokratie, unseren Rechtsstaat und unsere friedliche Gesellschaft einsetzen, uns schützen!“, Innensenator Michael Neumann in einem Blogpost zum Nazi-Demo-Debakel. Wobei ich das Zitat insofern verändert und ergänzt habe, dass es für einen Diskurs taugt (kursiv): „Replik auf Innensenator Michael Neumann: „Gewalt & Extremismus geht gar nicht“ #Polizei #Hamburg“ weiterlesen

Innensenator Michael Neumann zensiert Kommentare

Ich habe Michael Neumann, seit letzter Wahl zur Hamburger Bürgerschaft Hamburgs Innensenator (SPD), seinerzeit auf dem von Cem Basman organisierten Wordcamp kennengelernt. Er machte einen aufgeschlossenen Eindruck, man konnte den Eindruck bekommen, einen Politiker vor sich zu haben, der Bloggen ernst nimmt. Die Kommunikation mit jedem digital publizierendem sucht.

Michael Neumann war mir sympathisch. Seine Politik ist es nicht.
Und das wollte ich ihm in seinem Blog auch mitteilen, hinweisen auf eine Kritik zu seinem Blogpost über den FCSP. Das war gestern.

Michael Neumann hat im Januar versprochen Aufklärung zu lesten, nach den Übergriffen der Polizei im Schweinske Cup. Wir sollen ihn an seinen Taten messen: sieht man sich die Taten „seiner“ Polizei an, und hat im Hinterkopf, dass die Freischaltung meines Kommentars seit 18 Stunden aussteht, dann ist für mich das Maß voll. Seine politische Tiefe ausgelotet. Michael Neumann scheint mir allzu seicht.

Haferflocken

Eben auf dem Altonaer Balkon:
Zwei ältere Dänen, Hundebesitzerinnen, stehen zusammen. Der eine ein Pekinese, der andere humpelt und ist noch kleiner.

Sagt die eine Dame zur anderen:
„Nur Haferflocken. Seitdem kann ich mit meinen Fingernägeln Schrauben eindrehen“.

Currywurst am Hafen

Früher, bei VH-1 (der Fernsehgott habe diesen Sender selig), war der Freitag-Mittag heilig. Und das Essen vorbestimmt. Ausgerechnet in einer Krankenkassen-Kantine wurde dann wöchentlich dasselbe gegessen: „Apachen-Pimmel“, oder „C-Lulle“ mit Pommes Dänemark, oder Schranke – hieß das damals.

Das ist lange her – und ich bin weitergezogen im Zirkus des Berufslebens und irgendwie ist diese Tradition dann verschütt gegangen, ohne dass mir das groß aufgefallen wäre. Heute arbeite ich am Hamburger Hafen, nahe dem Altonaer Fischmarkt. Und da gibt es jeden Donnerstag einen kleinen Markt. Vier Buden, zwei vegetarisch (ein Gemüse- und ein Blumenhändler) und zwei fleischlastige, ein türkischer Imbiss auf Rädern und eine Currywurst-Bude.

Foto: Fischmarkt Hamburg - Currywurst Bude
Foto: Fischmarkt Hamburg - Currywurst Bude

Und die probiere ich heute einmal aus (verfresse meinen Lottogewinn). Wer weiss, vielleicht wird da ja wieder eine Tradition draus. …

Rotten Wood

Dieses Foto, am Hamburger Hafen aufgenommen mit dem Fisheye Aufsatz der „Olloclip Iphone Lense“, zeigt einen Dukdalben, einen Festmacher-Baumstamm, der (wie seine Kumpane nebenan) verrottet. Schon lange legen hier keine Schiffe mehr an.

Das könnten sie sich entweder nicht leisten oder ihre Ladung löschen. Seit die moderne Container-Schifffahrt in Hamburg Einzug gehalten hat, landen nur noch Windjammer und Kreuzfahrtschiffe auf dieser Seite der Stadt. Die ehelmaligen Speicher sind inzwischen Anwaltsbüros (oder Greenpeace-Zentrale – sic!) oder die teuersten Eigentumswohnungen der Stadt.

Elbphilharmonieren – Ein Gedicht aus St. Pauli

Elbphilharmonieren, Text von einem Flyer in Hamburg St. Pauli

Und jetzt sitzt er da un weint und weiß überhaupt nicht weiter.
Dabei will er gar nicht rauf auf der Berufskarriereleiter.
Nur ne einfache Beschäftigung – am Monatsende noch ein paar Mark –
um das Zimmer zu bezahlen, in dem Stadtteil den er so mag …

Foto in Hi-Res
Text: Notgemeinschaft Peter Pan; Foto: (cc) by-nc ring2.de

Eisgang auf der Elbe (Hamburger Hafen)

Eisgang auf der Elbe im Hamburger Hafen
Eisgang auf der Elbe im Hamburger Hafen (Foto. ring2 cc-by-nc)

Der Osten Wind ist ein wenig eingeschlafen. Die Luft schneidet nicht mehr in mein Gesicht, sondern arbeitet sich kalt langsam an meinem norwegischen Hautschutz ab. Klar ist sie, die Hamburger Luft am Altonaer Fischmarkt. Das Eis knackt und bedeckt jetzt schon fast den ganzen Fluss. Die Elbe erstarrt.

Schön ist das. Und ich möchte nirgendwo anders sein. Ein paar Minuten lausche ich den Eisschollen, die sich missmutig im Schwell aneinander reiben. Zusammen mit dem dumpfen Brummen des Container-Hafens gegenüber fast eine Melodie.

(Hört mal bitte den Sound diese Flusses, wenn er friert …)

Im Nebel wohnen

Foto: Hamburger Park im Nebel
Foto: Hamburger Park im Nebel (cc: by-nc)

Ich markiere. Mein Revier,
wie eure Setter. Interessiert euch nicht.
Die klamme Kälte der Nacht steckt mir in den Knochen,
und wenn ich mich recke, tut es weh.

Der Nebel hängt an den blätterlosen Ästen,
mit ihren kalten Fingern halten sie ihn fest.
Damit ich ihn atmen muss.

Mein Urin dampft.
Dagegen an.
Hab doch noch Wärme abzugeben.
Immerhin.

Manchmal kommt die Polizei,
Meint es ist ihr Revier.
Dann verstecke ich mich.

In den Rhododendron, die ein reicher Toter einst hat pflanzen lassen.
Sein Park ist nun mein Lebensraum.
Nass und klamm in diesen Tagen.

Die Frau mit der purpurnen Krone

Ich sitze im Bus,
Die Heizung pfeift, ein Mann hustet.
Die Frau mit der purpurnen Krone auf dem Kopf achüttelt sich.
Ekelig diese Wärme im Winter.

Ich will hinaus, die Nase in den Wind stecken, bis sie blau wird und abfriert.
Die Frau mit der purpurnen Krine schaue ich verdrießlich an. Ihr gebe ich alle Schuld.

Westen Wind Winter

Der Winter 2012 ist so ganz anders bisher. Der Wind weht beständig und frisch bis stürmisch aus Westen. Ein Tief jagd das nächste und es ist mild. Weihnachten ist vorbei und der Januar verfrühlingt. Die Möwen stehen im Wind und surfen mit ausgebreiteten Flügen gegen den Sturm.

Was soll man sich da wünsche für den Februar und März? Knackige Kälte aus dem Osten? Oder Früh-Frühling, mit herzlichem Gruss vom Klimawandel?

Ex-Umwelthauptstadt Hamburg

Januar 2012, nu ist die endlich vorbei, die Farce um die Umwelthauptstadt Europas 2011. Die Themen bleiben:

– Abgase der Cruise-Liner und Container-Riesen
– IKEA-Verkehr
– Feinstaub-Grenzen

… und das sind nur drei der vielfältigen Probleme, von denen auch der SPD-Senat viel zu wenige aktiv angeht.

Auf Auf Hamburg. Aufwachen und klarmachen zum protestieren …

rotten season: Mieterhöhungen bitte immer zwischen den Jahren

Ich mag diese Zeit zwischen den Jahren. Da kommt man zur Ruhe, und kann in einem Zustand schwebender Aufmerksamkeit eine Menge noch erledigen. Idealerweise ohne Hatz und Hektik, es sei denn es muss unbedingt noch in diesem Jahr getan werden.

Außerdem kann man Neues einführen, ohne viel Aufhebens zu veranstalten. Die Elite Deutschlands ist auf dem Hamburger Hill Skifahren oder Bräunen in Aspen und Fort Meyers, Weinprobe am Kap der guten Hoffnung oder Silvester-Vorbereitungen im Ferienhaus in Kampen. Die anderen hängen vor dem Fernseher und schauen in einen Spielfilm-Overload. Abschalten durch Anschalten.

XING hat vor ein paar Jahren in dieser Aufmerksamkeit-schwachen Zeit die Werbung auf den Profilen eingeführt, wohl auch in der Hoffnung, dass es zwischen den Jahren nicht so auffallen würde. Einen Versuch war es wert. Der Protest groß.

Genau dieselbe Denke scheint nun die SAGA zu umwehen, wenn sie mit ein wenig Verzögerung die Chance wahrnimmt, ihre Mieten an den Mietenspiegel anzupassen. Zwischen den Jahren merkt das doch keiner …

Nach dem schon vor zwei Jahren die Mieten sofort nach Veröffentlichung des Mietenspiegels stark erhöht wurden, folgt entgegen gegenteiligen Aussagen des SAGA-GWG Pressesprechers „dass es eine Mieterhöhung nicht auf Knopfdruck geben würde“ dieser Schritt nun leicht verspätet. Die Mieten der SAGA Wohnungen sollen um 3,7% angehoben werden.
Das Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen!“ stellt sich diesen Mieterhöhungen entgegen. Eine solche Ankündigung zeigt deutlich, dass die SAGA-GWG und die politisch verantwortliche SPD weiterhin eine unsoziale Mietenpolitik betreiben. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass in den nächsten 2 Jahren nicht noch weitere Mieterhöhungen kommen.

Petra Paul aus dem Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen“ kritisiert:
„Jede Mieterhöhung fließt in den nächsten Mietenspiegel mit ein und ermöglicht so weitere Mieterhöhungen. Die SAGA-GWG wirft jedes Jahr Gewinne in dreistelliger Millionenhöhe an die Stadt ab. Es gibt einfach keinen Grund, warum die SAGA-GWG jetzt schon wieder mehr verlangt und damit die Mietenspirale weiter nach oben dreht“

XING hat übrigens damals die Werbung auf Profilen für Premium-Kunden wieder fortgeräumt. Wäre doch schön, wenn sich SAGAs Mieter auch mal so fühlen könnten: als Premium-Kunden ;(

Kulturschutzgebiet Sankt Pauli

Kultur Schutzgebiet St. Pauli Schild/Foto
Kultur Schutzgebiet St. Pauli Schild/Foto

Corny baut. Einen Kultur-Tempel. Alles neu. Das heilige St. Pauli hört auf, zu sterben. Hört auf, seine Vergangenheit zu kompostieren.
Wo ist das „rotten St. Pauli“, das, was Wärme ausstrahlte, die bei der eigenen Zersetzung frei wurde?

Stelle Dir das Schmidt Theater vor,
vor 20 Jahren.
Tanzende Quallen, Unsinn.
Dreckig und bunt.

Heute tanzen dort Türme aus Stahl und Beton.
Nichts kann mehr schimmeln, verrotten.
Wird nur hässlicher mit der Zeit.

Wiederaufbereitung. Statt Wiedergeburt.
Schlimm.

Und an der Ostsee tanzen die Geister.

Rassismus trägt nicht immer Springerstiefel … @olafscholz

… sondern oft genug auch Uniform – das ist die erschreckende Botschaft dieser Video-Aktion auf Youtube: „Kampagne Institutioneller Rassismus – I Love Black People“

Menschen afrikanischer Herkunft sind öfter Opfer tödlicher Polizei-Gewalt als andere, verglichen zu ihrem Anteil an der Bevölkerung. Allein, ihre Lobby ist klein.
Love Newkirk, liebe Kollegin aus alten „VH-1“-Zeiten, rüttelt auf – und ihr solltet euch alle schütteln. Insbesondere Du, Olaf Scholz!

Bürgermeister-Darsteller Olaf Scholz #Zomia

Es ist wie immer, als Unbeteiligter ist das Hickhack der Zirkeldemokraten im besten Fall amüsant, im schlechtesten ärgerlich. Als Bauwagenbewohner oder sonstwie betroffener Bürger zehrt die Politifarce an den Nerven. Und offenbart ein schlimmes Desinteresse der politischen Klasse, die eine Menschenfeindlichkeit rostockesken Ausmaßes vermuten lässt, nur subtiler.

Der taz ist demnach zuzustimmen: „Dabei könnte alles so einfach sein, wenn nur der Hauptdarsteller im Rathaus seiner Rolle gerecht würde: Wäre Scholz wirklich der große Vorsitzende der Hamburger SPD, bliese er Parteifreund Schreiber den Marsch, und die Bauwagengruppe dürfte in Frieden am Ernst-August-Kanal bleiben. Das wäre ein schönes Happy End.“

Armes Hamburg.

Drachensteigen

Die Stahlstäbe die seine Höhle unterhalb des Altonaer Balkons begrenzten waren kein wirkliches Hindernis. Innerhalb von Sekunden waren sie geschmolzenes Orange, Flossen den Abhang zur Elbe hinunter.

Aah. Reckend, und nach einem kleinen Mittagsschläfchen was zu Essen suchend, flog ein Drache über Hamburg. Freilich, das wir diesen Flecken zwischen Süderelbe und Norderstedt so nennen, weiß er nicht.

Bei Buddenbohms wundert man sich. Immerhin, das Haus steht noch, als der Feuerstoß über das Dach streicht. Nun sind alle wach. Radio Hamburg meldet, dass der Drache nach einer 180 Grad Kurve über die Elbphilharmonie nun nach Stade fliegt. Gedanken über das Fundament und die Finanzierung haben sich wohl erledigt, wenigstens ist wegen des Baustopps kein Mensch zu Schaden gekommen. In Stade rückt die Freiwillige Feuerwehr aus. In nagelneuen Brandschutzklamotten, eine Spende von Vattenfall.

„Flatter, Flatter“, geradezu niedlich hört man ihn fliegen, ist man im alten Land doch sonst mehr Lärm von oben gewohnt. Über Buxtehude verliert der Drache einen seiner Chucks. Panik bricht aus. Wenn der Schuh auf das AKW gefallen wäre, dann hätten wir alle einpacken können.

RTL2 ist schon vor Ort. Keiner weiss wieso. Inzwischen ist die Feuerwehr marschbereit. Der Zugführer wünscht sich vom Universum einen echten Wasserfall, ist dann aber doch erstaunt, dass der Drache weiterfliegt.

Und oben auf seinen Schultern, so wird er es später im Privatfernsehen behaupten, saß ein Gimpel. Seit heute morgen wird Reinhild Beckmann vermisst.

Bauwagen-Platz Zomia zurück nach Dänemark, äh Altona

„Wagenplatz Zomia ist in Altona willkommen“ – lese ich aktuell in der Pressemitteilung der SPD in Altona und freue mich. Schon lange nicht mehr über die SPD, sondern die Altonaer, auch die in der SPD. Olaf Scholz kann seinem wildgewordenen Schreiberling nicht das vertreiberische Handwerk legen, will es wohl auch nicht, so mein Eindruck. Hamburger Arroganz gegenüber Menschen ist ja nix Neues. Da pocht es lauter in meinem Altonaer Herz, wenn dann aus meinem Stadtteil sowas angeboten wird:

Im Konflikt um den von der Räumung bedrohten Bauwagenplatz „Zomia“ bietet die Koalition aus SPD und GAL in Altona ihre Hilfe an: „Der Wagenplatz Zomia ist in Altona willkommen. Die Mehrheitsfraktionen in der Bezirksversammlung Altona erklären ihre Unterstützung für eine Genehmigung des Wagenplatzes in unserem Bezirk“ sagt Thomas Adrian, Vorsitzender der SPD-Bezirksfraktion Altona. Die Vorsitzende der GAL-Bezirksfraktion, Gesche Boehlich, erläutert weiter: „Das Bezirksamt prüft zur Zeit mit Hochdruck mögliche Flächen für eine Ansiedlung von Zomia. Das Ergebnis der Prüfung wollen wir noch diese Woche mit den Bauwagenbewohnern diskutieren. Ich hoffe, dass es uns gelingt einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss zu finden“. Konkret werden derzeit Flächen im Stadtteil Bahrenfeld geprüft.

Im Gegenzug schenken wir euch den Olaf Scholz und bitten um freundliche Aufnahme in Hamburgs Mauern. Altona will sowieso zurück nach Dänemark!

Der Bezirk Altona hat in den letzten Jahren bereits mehrere Einrichtungen aufgenommen, die im Bezirk Mitte keine Perspektive mehr hatten, wie zum Beispiel die Obdachlosenhilfe Alimaus oder die Drogenhilfeeinrichtung Stay Alive. Die Nutzungsgenehmigung für die beiden bereits bestehenden Bauwagenplätze am Rondenbarg und in der Gaußstraße sind erst kürzlich von der Bezirksversammlung Altona verlängert worden.

… und diese Politik, das Ansiedeln von Menschen, die anderswo oder in HH nicht erwünscht sind, ist richtig und eines der besten Mittel gegen Gentrifizierung unserer schönen Stadt. Und vielleicht bleibt dann das Motto: „Altona Stadt der Vielfalt“ lebendig.

Links:
Altona: SPD-GAL-Angebot zur Umsiedlung Wagenplatz Zomia (PDF)
Bauwagen-Platz Zomia Blog

We’re Mods – Doku „Wild in den Strassen“ #Hamburg #1985

Ich habe seinerzeit lange recherchieren müssen, um den Namen der Doku herauszubekommen, die Jugendgangs und -gruppen Mitte der 80er Jahre in einem Drei-Teiler beschrieb. Nach einiger Zeit hatte ich den Titel und den Namen des Regisseurs herausgefunden und mir die VHS-Kassette beim NDR bestellt. Bei Youtube fand ich die Doku über die St. Pauli Champs nie. Bis ich heute bei Vimeo den dritten Teil über die Hamburger Mod-Szene fand.

Film about Mods in Hamburg from 1985.

Hach. Gänsemarkt, 1984.
;)

Happy Halloween – and what is not OK #Rassismus

S*T*A*R*S ist eine seit 1988 bestehende Studenteninitiative, die sich aus einem Unikurs entwickelt hat, wenn ich das richtig verstehe. Passend zu unserer Diskussion vom Wochenende macht diese Organisation vor Halloween darauf aufmerksam, welche versteckten „Ismen“ sich in fröhlichen Verkleidungen finden, und formulieren, was sie nicht OK finden:

Ohio University’s Students Teaching About Racism in Society

In Deutschland ist Halloween vor allem bei der Generation meiner Kindern nicht mehr wegzudenken, hat so etwas wie Rummeln zu Silvester gänzlich abgelöst. Eine gute Gelegenheit, mit seinen Kindern einmal über das Tradieren von Rassismen zu sprechen – oder einfach, was OK ist und was nicht.

-via