Herbst-Zeit-Lose


Gilt das eigentlich schon als Herbst, wenn das Gras zwischen den Gehwegplatten noch satt und grün ist? In der Sonne ist es noch warm, auch wenn sich die gelbe Sau nur noch schräg von der Seite auf die Welt traut.

Gestern wieder nix.
Zweimal 5 Eur, Zweimal 50 Eur und Zweimal 10.000 Eur. Immer übereinander. Perfide.
Habe dann Peter angerufen, und ihn ein wenig beschimpft. Er kommt gebürtig aus Berlin, dem Verlies der Wunderjahre, und für Menschen, die den Dienst an der Waffe nicht ertragen konnten. Heute legen dieselben ihre Kohle beim Ackermann an. Auch so ein Herbst. Ein europäischer Herbst. Der soll ja bekanntlich auch seine schönen Tage haben.

Bevor der November-Regen kommt, war gestern so einer. Ich schlendere mit Björn den Altonaer Balkon herunter, die Sonne schon auf halb acht. Die Hose seines Sohnes auch. Die beiden essen Eis, wir bestellen Bier. Schmeckt schon wieder. „Herbst-Zeit-Lose“ weiterlesen

Spargel gezogen


Ich hätte mich ja nu nochmal sehr gefreut, wenn ich nochmal nach Marstal gekommen wäre diese Saison. Nun, streng genommen wäre das sogar noch drin, ich müsste nur motoren, denn am WE habe ich meinen und einige andere Masten, auch Spargel genannt, gezogen. Nun sieht unsere Ohlson 8:8 richtig traurig aus, so ohne Rigg und ein wenig Wehmut macht sich breit. Ach, was, nix „ein wenig“! Ich will keinen Winter, ich hasse den Januar und hab jetzt schon Bammel vor dem Raus- und Reinkranen.

Locker bewölkt

Altona Rathaus

Die größte Hitze ist vorbei, und es steht nicht zu erwarten, dass da noch viel kommt.

Die Temperaturen in Hamburg und Altona pendeln sich in einem Bereich ein, der für uns Norddeutsche ja ideal ist. Kein Frieren, kein Schwitzen, kein Sonnenbrand.

Sind wir ehrlich, ohne eine leichte Jacke haben wir uns nur eine Zeit lang, im Hochsommer nämlich, wohl gefühlt. Wieso also dagegen ankämpfen?

Das sagt sich wohl auch Hein Steinbrück. In diesem Klima des Übergangs fühlen sich die Leute doch pudelwohl. Wohl auch ein Grund, Bundestagswahlen immer im September zu veranstalten.

Die Erinnerung an den famosen Sommer im Schatzkästchen und leichte, freundliche Winde im meteorologisch vorhersagbaren Zeitraum. Wer will da von Sturm und Flut sprechen, wenn er plätschern und zwitschern kann.

Noch 11 Tage und neun Stunden Wahlkampf – dann beginnt der politische Winter.

Schulferien 2008 – Urlaub planen

Bildungstag.
01.02.

Hamburger Skiferien – für uns gehts wohl in die Sonne
10.03. – 20.03.

Pfingstferien – wenn ich wählen dürfte, dann wieder Mallorca
02.05./13.05. – 17.05.

Die großen Sommerferien. Ohne eigenes Ferienhaus kaum zu bezahlen. Mit eigenem Ferienhaus, müssen andere da wohnen zu der Zeit. Um es zu bezahlen. Ein Dilemma.
17.07. – 27.08.

Herbstferien – wenn es über Pfingsten nicht klappt zum zweiten Frühling nach Mallorca.
13.10. – 25.10.

22.12. – 02.01.
Weihnachten immer zuhause. Wo auch sonst?
Sylvester vielleicht weg. Hängt davon ab, wieviel Urlaub nu noch über ist ;)

Atravesan, in Ottensen stirbt das Alteingesessene Gewerbe und auf Punkerhäusern weht der HSV

no pasaran

„No Pasaran“. Seitdem ich nachdenken kann prangt der Schlachtruf der spanischen Widerstandskämpfer an der Häuserfassade eines ehemals komplett besetzten Hauses an der Einfallsstraße nach Ottensen. „Sie kommen nicht durch“.

Inzwischen sind „sie“ aber kräftig dabei durchzubrechen (span. atrevasar), langsam durchzusickern und dabei den Charakter dieses Stadtteils nachhaltig zu verändern. Zu zerstören, wenn man es aus der Perspektive des Alteingesessenen betrachtet. Man erkennt, was mit einem Stadtteil passiert, wenn er hip wird und die Mieten, vor allem auch die gewerblichen, der nach Lust und Zerstreuung gierenden Galaotrinkerschar folgen.

Wie vieles in diesem Stadtteil zuvor, stirbt diese Bastion langsam, kaum merklich. Zuerst war es die Altonaer Blume, eine Wegmarke auf dem Weg aus der Innenstadt, wenn man mal wieder spät dran war und schnell noch die passende Entschuldigung am Ottenser Marktplatz abholen wollte. Dann folgte im letzten Herbst das Wäschestübchen und mit dem Beginn dieses Jahres die Orthopädische Werkstatt von Paul E. – alle geschlossen.

Richtig melancholisch kann das einen machen.
Die HSV-Flagge auf dem ersten Balkon des ehemaligen Punkerhauses ist zwar noch klein und dezent, und neben ihr weht, wie ein Gegenzauber eine „Altona 93“-Flagge. Aber stechen tut der Verlust dieser lokalen Werkstätten schon und das Symbol der Juppisierung ärgert, auch wenn ich selbst nur ein Zugezogener bin.

Das GG: ihre Bestellung

Ja, ich hätte das gerne zurück. Wird ja nun nicht mehr gebraucht, das Grundgesetz.
Jedenfalls wohl nicht so, wie es derzeit ist.
Habe immer noch den Ausdruck von Ex-Innenminister Baum im Ohr (bei Anne Will glaube ich fiel der Satz), dass sie damals im deutschen Herbst nah an den Grenzen dieses GG herumregiert haben. Auf die Idee, es zu ändern, um aus Christian Klar einen Verteidigungsfall zu machen, darauf sind sie aus guten Gründen nicht verfallen.

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Die ARD und das Zurückrudern

„Sylt kommt glimpflich davon“ – das heisst: noch nicht einmal die Sandsäcke sind überspült. Da bin ich von der dänischen Küste bei einem Allerwelts-Herbststurm anderes gewohnt.

Langsam zeigt sich die mediale Hysterie und ihr natürliches Ende – es gibt einfach nichts mehr zum Sensationsberichten. Die ARD rudert zurück.

Putzigerweise spricht der ARD-Reporter von „Windstärke 13“, die es bekanntlich gar nicht gibt, klingt aber schön dramatisch. Sowas.

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Lee Fell

Hvide-Sande-DK Foto

Der Wind erlaubt es keinem Grashalm mehr, aufrecht zu stehen. Alle beugen sich dem gewaltigen Brausen.
Alle in eine Richtung, wie Menschen bei einem Rockkonzert, nach Lee.

Es sieht fast aus wie eine Frisur. Es wirkt, als trüge die Düne ein Fell. Als schlafe sie wohlig warm unter dieser Decke. Trotz des Herbststurmes und des Salzes, das aus der See geperlt hinüberweht.

Würde mich nicht wundern, wenn sie sich aufrichtete, den Mantel aus Grashalmen ausklopfte und sich nach kurzem Blick nach Westen wandte, zum Davonwandern.

Berlin im Spätsommer: Sehnsucht nach der gelben Gefahr

Wespen gehören zum Berliner Herbst: eine Liebeserklärung wider Willen …

Ich werde sie vermissen, da bin ich mir ganz sicher. Wenn ich diese Tage durch Berlin laufe und die Kastanien bereits in matschigem Braun erscheinen, dann weiß ich, ich werde sie vermissen, die Wespen dieses Sommers.

Es ist noch keine 10 Tage her, da saß ich in meinem Lieblingsfrühstückslokal. An jenem Morgen hatte ich mir eine exquisite und seltene Hochlandkaffeesorte ausgesucht und freute mich auf mein allmorgendliches Rührei. Als mein herrlich dampfender Milchkaffee vor mir stand, wollte ich ihn mit Zucker verfeinern (ein weiser Italiener erzählte mir einmal, dass 1/3 der Tasse mit Zucker aufgefüllt werden muss – das traue ich mich aber nicht). Auf einmal fielen acht Wespen aus dem Zuckerstreuer, direkt in meinen Kaffee. Nicht, dass es mir etwas ausmachte, es wunderte mich nur.

Nächsten Morgen sah ich, dass das Kaffeehauspersonal im süßesten Kampf dieses Sommers aufgerüstet hatte. Kurzerhand hatte man den Zugang zum „Gelben Leckerland“ mit Servietten-Propfen versperrt. Am nächsten Morgen dann waren die Zuckerstreuer kurzerhand gegen Dosierpackungen aus Papier ausgetauscht. Respekt für diesen kleinen Sieg.

Heute, zwei Wochen später sehne ich mich bereits nach dieser Plage zurück. Der kleine Winter ist da, das Auskühlen des Sommers in den Früh-Herbst. Das Hoffen auf einen schönen Spätsommer hat begonnen. Die Farbe dieser Hoffnung ist Gelb (mit schwarzen Streifen).