Merkwürdige Hooligan-Debatte

Um das mal klarzustellen: Wenn ich angegriffen werde, bin ich ebenfalls “gewaltbereit” – das nennt sich juristisch dann Notwehr!

„Tendenziell sind die HSV-Hooligans gewaltbereiter. Sie neigen dazu, Fans verfeindeter Vereine gezielt anzugreifen“, sagt Gunter Pilz (66), Professor an der Uni Hannover und Hooligan-Experte. „Die gewaltbereiten Fans des FC St. Pauli schlagen in der Regel nur dann zu, wenn sie selbst angegriffen werden.“ – MoPo

HSV: Grobe Folklore

HSV: Grobe Folklore

Man kann es schlechtes Timing nennen, dass einen Tag nachdem der Chefredakteur der 11Freunde, Philipp Köster, im Abendblatt Paulianer und HSVer zu Fast-Freunden machen wollte, sich diese Folklore in Form von Fäusten und Stangen am Altonaer Bahnhof gewaltig manifestiert. Unsinn ist die Annahme, HSVer und Sankt Paulianer wären sich eigentlich ziemlich ähnlich, obendrein.

Sicher, werfen jetzt einige ein, diese Form der Folklore, auch Hooliganismus genannt, pflegen nur wenige. Der Umgang mit ihnen ist aber entscheidend. Und das ist der unüberbrückbare Unterschied zwischen Kultur und Folklore, zwischen einmischen und zwitschern.

Wer schon einmal mit einer vollen S-Bahn in Richtung Altonaer Volkspark gefahren und nach einem Spiel durch den düsteren Volkspark zurück, an der Autobahn und der Namen-gebenden Müllverbrennung in Richtung Hamburg, der weiß vielleicht, was ich meine. Unverhohlen wird hier mindestens grenzwertig gepöbelt, ohne dass irgendjemand einschreiten wollte. Alle anderen kommen spät mit dem PKW und fahren früh, nennen die Hools in der eigenen Fanschaft erleichternd Idioten, die nicht für den HSV sprächen. Ihre Gesänge geniessen sie dann im Familienblock. Für mich eine nur wenig harmlosere Kultur, als diejenige, die ich Anfang der 80er Jahre in Richtung St. Pauli verlassen habe oder die sich in Ostseenähe findet.

Nun klappt das Miteinander am Millerntor und vor allem auswärts auch beim magischen Anhang nicht immer, aber immer habe ich erlebt, dass andere Fans vehement eingegriffen haben, wenn es zu bunt wurde. Das wünsche ich mir vom HSV auch. Fasst euch ein Herz und verteidigt eure Kultur, und was von ihr übrig ist. Macht Transparente, schmeißt die Spacken raus aus dem Volkspark, die anderen Übles wollen. Und die Gäste aus Stellingen beschütze ich am Millerntor gerne persönlich, mit vollem Vertauen darauf, dass ich nie alleine stehe, wenn unsere Gastfreundschaft von innen bedroht wird. In diesem Sinne Willkommen in Hamburg, willkommen am Millerntor.

St. Paulis wackerer Bremer

Allein auf seinem Balkon einer Woge von Bierdunst und doofem Hass sich entgegenzustellen, das bringt bestimmt auch Spaß und nötigt mir Respekt ab. Dieses dummerhaftige “Scheiß St. Pauli” wirkt ja inzwischen als Verstärker der braun-weissen Magie seitdem wir das am Millerntor und sonstwo selber singen. Das sind ja eben die Wirkungsfelder, die Menschen mit Pirelli-Haarschnitt nicht begreifen wollen – oder können.

… und das in Bremen, kurz vor einer Niederlage gegen den Erzrivalen. Hihi.

Antifa und USP greifen Chemnitzer an – und was hat Altona 93 damit zu tun?

antifa

Inzwischen finden sich im Netz viele Diskussionen über die Hooligan-Auseinandersetzungen an der Hoheluft beim Spiel des AFC gegen Chemnitz. Nun nimmt Spon das Thema auf.

Während die meisten Fans der Heimmannschaft Altona 93 nach dem Schlusspfiff im Stadion blieben, griffen draußen 250 Antifa-Aktivisten Fans aus Chemnitz an, die sie dem rechtsradikalen Spektrum zuordneten. Auch später konnten die etwa 240 eingesetzten Polizeibeamten streckenweise nicht verhindern, dass es rund um das Stadion sowie auf zwei Hamburger Bahnhöfen zu Auseinandersetzungen kam.

Das war vorherzusehen, gelten doch große Teile des Chemnitzer Anhangs als rechtsradikal. Nach Angaben im Chemnitzer Fanforum wurden Autos mit Chemnitzer Kennzeichen “entglast” und überhaupt alle “hellblauen” über einen Kamm geschert, so die wesentliche Kritik.

Ich verstehe die Codes dieser Szene nicht. Überhaupt ist es mir ein Rätsel, wie das da bspw. in Chemnitz funktioniert. Interessant ja doch, dass in Ultra-Foren gemeinsam diskutiert wird, trotz des Hasses. Sonntag kloppen, Montag chatten, ODER WAS?

“Im Grunde sind das ja Auseinandersetzungen zwischen Landvolk und Städtern, die da sich manifestieren”, mutmaßt mein Mittagessen-Partner gestern. “Das sieht man doch schon daran, dass rechte Fans “Karl-Marx-Stadt” skandieren. Da wird es so vollends grotesk.”

Grotesk, ja.

– via Twitter

Altona93: das erste Heimspiel der Saison gleich ein Risikospiel

Risikospiel

Die Fans des magischen FC St. Pauli sind das ja schon länger gewohnt. Spiele, meist gegen Ostklubs, sind so genannte Risikospiele, bei denen laut DFB-Statuten der Ausschank von Alkohol verboten ist.

Die Auswahl der Polizei ist manchmal schwer nachzuvollziehen. Da werden schnell mal Spiele zu Risikospielen, die vollkommen friedlich verlaufen. Ich erinnere mich da an Partien am Millerntor gegen Osnabrück oder Jena Aue, bei denen mir die gegnerischen Fans sogar sehr sympatisch vorgekommen sind. Spiele gegen Hannover 96 würde ich persönlich dagegen immer als Risikospiele einstufen.

Hintergrund ist natürlich, dass bestimmte Clubs einen noch höheren Anteil an Gehirnamputierten in ihren Reihen haben, als sowieso schon üblich.

Bisher lebte das beschauliche Altona in einer Art Fußball-Märchenwelt. Die Gastfans waren meist sowieso nicht sehr zahlreich und haben sich eigentlich auch immer gut benommen. Mit Aufstieg in die neue Regionalliga ist das wohlmöglich schlagartig anders.

Ich grauste mich schon einmal innerlich vor dem Anblick marodierender Chemnitz-Hools durch das beschauliche Eppendorf.

Quelle: “Risikospiel” bei fussball-lebt

Altona 93: Heisse Hohe Luft

Altona 93Ich habe noch ein paar beschauliche Spiele in der letzten, der Aufstiegssaison an der Adolf-Jäger-Kampfbahn mitbekommen. Damit ist nun Schluß. Nicht nur, weil Altona 93 in der kommenden Saison im Halbprofigeschäft mitmischt, sondern weil Spiele gegen Chemnitz und den kleinen HSV (II) nicht immer mit dem Attribut “beschaulich” zu vereinbaren sind.

Grausige Vorstellung, dass da Hools durch das verschlafene Eppendorf marodieren und das ausgerechnet bei den beiden ersten Heimspielen der Saison.

(Vielleicht behalte ich ja recht – und der AFC wird auch magisch, mit allen schlimmen Seiten, die das mit sich bringt.

Öffentlichkeitsfahndung nach Leipziger Hooligans

Öffentlichkeitsfahndung Polizei Leipzig

In Zusammenhang mit den gewalttätigen Ausschreitungen beim Fußballspiel 1. FC Lok Leipzig – FC Erzgebirge Aue II am 10.02.2006 benötigt die Ermittlungsgruppe „Fußball“ die Unterstützung der Öffentlichkeit.

Aus dem bisher gesichteten Bildmaterial konnten insgesamt acht Personen konkrete Straftaten zugeordnet werden. Eine Person trat als Rädelsführer in Erscheinung, während die übrigen Gewalttäter bei Steinwürfen videografiert worden sind.

Mehr Infos. Alle Fotos.

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