Transparency Deutschland: Transparenter geht’s immer

Ein guter Freund von mir hat Probleme mit seinem Arbeitgeber. Weil wir gute Freunde sind, erzählt er mir auch regelmäßig darüber. Auf die Idee, SEINE Probleme hier zu bloggen, käme ich allerdings nicht.
Seine Verhandlungen mit Kunden und Arbeitgebern sind vertraulich – und sollten es auch bleiben, auch wenn mir das Ergebnis nicht gefällt!

Zu einfach

Natürlich liegt es nahe, eine Organisation, die sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben hat, nun vorzuführen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann gibt es hier zwei Geschichten, die manchmal munter durcheinander geworfen werden. Die eine ist die Geschichte der Freundin, die „unter gänzlich unakzeptablen Umständen nach der Probezeit entlassen worden“ ist.
(UPDATE: der o. g. Beitrag wurde zwischenzeitlich von dem Originalblog entfernt. Herr Meyer hat sich aber freundlicherweise dazu bereit erklärt, ihn erst jetzt zugeschalteten Lesern HIER zur Verfügung zu stellen.)

In vielen Blogbeiträgen (vielen Dank für die Liste) lese ich Formulierungen, wie

“Ich weiss nicht, ob die Mitarbeiterin links herum oder rechts herum gekündigt worden ist. Ich weiss auch nicht, ob die Bloggerin eine geschönte Fakestory geschrieben hat, um wegen ihrer Freundin der Firma eins auszuwischen.” wie von Robert

Die Richtigkeit des gebloggten kann also keiner nachvollziehen.

Die andere Geschichte ist die Reaktion der Organisation, die ich lieber MoMo nicht mit einem Großkonzern in eine Liste der üblichen Verdächtigen einreihen würde. Diese hat bevor sie eine Abmahnung geschickt hat, – zugegeben in harschem Anwaltsdeutsch, die können aber wohl wirklich nicht anders und da liegt das eigentliche Problem – die Löschung des Beitrages “verlangt”. Eines Beitrages aus dem ich entnehmen kann wie viel freie Mitarbeiterinnen bei TI so verdienen und welche Inhalte ein Personalgespräch mit der Geschäftsführerin so hatte und so weiter.
Alles Dinge, von denen ich als Arbeit- oder Auftraggeber natürlicherweise ausgehen würde, dass sie vertraulich sind.

Und Nico, würdest Du bei einer Freundin einer Mitarbeiterin einen Kommentar posten, die Du eben entlassen hast?

Nun ist das Thema allerdings virulent. Der nassforsche Anwalt aus dem Stall. Eine besonnene weitere Reaktion von Transparency Deutschland wäre sinnvoll – vielleicht in einem eigenen Blog.
Die Sache weiter über den Sonntags-Anwalt und Abmahnungen zu treiben, wäre unsinnig.
Nicht nur Robert schreibt zu dessen Manieren:

Ich weiss nur, daß die Fristsetzung und prinzipiell die Art der Vorgehensweise seitens Transparency Deutschland ungebührlich und unangemessen erscheint und ganz im Widerspruch zum äußeren Sendebild.

Der Kritik an diesem Justitiar und seinem Stand kann man sich dann allerdings nur anschließen:

warum „erspart“ sich „transparency deutschland“ „zunächst“ auf einzelheiten einzugehen? warum setzt der justiziar eine frist zum wochenende, die es moni unmöglich macht sich ordentlich rechtlich beraten zu lassen?

… und eine Kultur zu unterstützen, in der leitende MitarbeiterInnen von bspw. TI sich bei den Blogautoren selbst melden ist auch meine Sache.

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Sonnenlicht reloaded remixed

Meme – das heisst frei übersetzt “kulturelle Erscheinung oder Verhaltenselement, das auf Nachahmung oder einem anderen nicht genetisch bedingten Vorgang beruht” — man könnte auch Durchlauferhitzer dazu sagen. Etwas, was Bestehendes, manchmal künstlerisch Gebildetes zu neuen populären Ufern führt.
BRAVO ist so ein Durchlauferhitzer, ein Themensetzer. TV Total auch.
Johnny (Blogger mit eigenem Wikipedia-Eintrag;) und sein Spreeblick scheinen zu einem zu werden. Der Stefan Raab unter den Bloggern (Johnny, ich weiss wie weh das tut!)

Momentan erhitzt der Spreeblick das Thema “Sonnenlicht Video” von dem es kurioserweise sogar ein Bootleg gibt. Krank (engl.)!

foto: http://www.flickr.com/photos/markgriffo/77118873/
… und niedlich geradezu der Hinweis auf den Spreeblick Shop ;) — ich bin ja schon Kunde, ich darf das.

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Das ist mal ein interessantes Seminar …

ABP-Seminar “Kultur-, Film- und Fernsehkritik” (Kurs-Nr. 06-041)
“Sein Treppensturz atmet existenzielle Geworfenheit”

Ähnliches hat der Kulturteil der Zeitung immer wieder zu bieten, verbrochen von Halbintellektuellen mit drei Semestern Romanistik und Hornbrille. Wir demonstrieren, wie es anders geht. Wie Feuilleton funktioniert, wie Film-, Konzert- und Kunstkritiken aufgebaut sein müssen, welche sprachlichen Klopfer man meiden sollte. Und Sie setzen es um. Am Ende werden Sie ausatmen und sagen: “Existenziell gut.”

ABP steht übrigens für “Akademie der Bayerischen Presse (ABP)” und das Seminar, falls ihr auch interessiert seid kostet 300 EUR.
Wenn aber auch PR-Seminare angeboten werden, dann darf man stutzig werden. Oder?

“Nun spiel Dich mal nicht so auf”, raunt Peter unter der Decke. – Recht hat er ja ;(

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Madonna: “Eric Prydz Video in der Florida Edition”

madonna foto:madonna.comDas neue Stück von Madonna geht ins Ohr. Radio rauf und Airplaycharts wieder runter. Und dennoch bleiben die kritischen Stimmen nicht aus.

Wenn da nicht das Gefühl wäre, das alles bereits einmal gesehen zu haben. Bei Madonnas neuen Alben? Ein sehr neues Gefühl. Schal. Wie das Eric Prydz Video. Nur eben als Florida Edition.
POPblog

Seit Wochen höre ich immer wieder dieses “Gimme me a man after midnight”-ABBA-Sample aus dem Nachbarbüro, freue mich kurz und denke an gute alte Zeiten, als die Tuc Tuc-Parties in der Oelkers-Allee noch fast ein gesellschaftliches Ereignis waren. Und dann geht Dein Song los, und ich rutsche emotional prompt in Zeiten von 2Unlimited, in Endschnitte von BRAVO TV, als Euro Trash-Acts die halbe und doch zentrale Wahrheit dieser ganzen House- und Club-Sauce verkündeten. Und trauere … ich hätte Dich lieber einfach nur in guter Erinnerung behalten …
metalust

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Tomte — hottester Shit
neues Album: “buchstaben über der stadt”

Ich muss gerade an meine Lieblingspromoterin Ju* bei U. denken. Sie hatte mir bereits vor einem halben Jahr angekündigt, dass das neue Album von Tomte der hotteste Shit werden würde. Jetzt steht auch fest, wie der Shit heissen soll: “buchstaben über der stadt”. Shit.

– Und dann vermeldet visions.de noch, dass Name und Titel der neuen Tomte-Platte nun feststehen: “buchstaben über der stadt” heißt es, am 3. Februar erscheint es und zehn Songs sind drauf.

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neues Album: “buchstaben über der stadt””

The Offspring: Mega-Act spielsüchtig

1708623853-N1297-N2373.jpgBlizzard Entertainment®, Inc. gab heute bekannt, dass die mehrfach mit Platin ausgezeichnete Band The Offspring ein Konzert als abschließendes Highlight für die BlizzCon™, Blizzards erster Spieler-Convention, geben wird.
Die BlizzCon findet am 28. und 29. Oktober 2005 im Anaheim Convention Center in Anaheim, Kalifornien, statt und bietet zwei Tage lang Spielspaß, Wettbewerbe, „Frage & Antwort“-Veranstaltungen mit den Entwicklern, ein offizielles Turnier und andere Aktivitäten, die sich rund um Blizzards Spieleentwicklungen der letzten 15 Jahre drehen.

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Katrina und das Ende eines amerikanischen Mythos

Foto via Flickr.com under CC LizenzHurrikan Katrina hat Amerika im Mark getroffen. Dennoch zweifelt wohl niemand daran, dass die amerikanische Nation auch diesen Schicksalsschlag verkraften und meistern wird.
Das was aber wohl für immer beschädigt sein wird ist der noch immer lebendige und bis ins Groteske überhöhte Mythos der Siedlersolidarität, die Amerika angeblich so groß gemacht hat.

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Spreeblick Verlag: Geteiltes Echo der Blogosphäre

Eigentlich ist das erste Feedback auf die Nachricht, dass Johnny sein Spreeblick Blog professionalisiert hat, überwiegend positiv. Es gab aber auch schon Beiträge von Spreeblick die schneller mehr als 52 Kommentare hatten.

Teilweise erschrocken sind die Blogger, die ich hier schon mal an schlechten Tagen salopp als “ASTA-Schnaaken” oder “Sozialeremiten” bezeichnen möchte.

In jeder neueren Internetbewegung (und nebenbei auch in jeder drittklassigen Uni), sei es die Endneunziger “netzliteratur” oder die ersten Internet-Communities – immer wieder – gibt es sie. Sie halten sich und den Kreis ihrer Homies als den Nabel der Welt.
Eigentlich finden Sie das sehr angenehm, dass der schäbige Rest der prolligen und schnöden Republik sie nicht versteht.

Sie umgeben sich mit kryptischem Community-Sprech und hassen alles, was in ihren Augen ihre heile kleine Welt bedrohen könnte: T-Online, BILD, RTL und die Deutsche Bank sind ihre Feindbilder.

Wenn jetzt einer, den sie aus ihrer Mitte wähnen, überläuft, weil er versucht aus seinem Hobby eine Profession zu machen, dann wird der Krieg ausgerufen.

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