Homo Hortensis

Hortensie Foto
Garten-Hortensie #Foto: ring2 (cc: by-nc)

Hortensien nehmen je nach Beschaffenheit des Bodens in dem sie wachsen eine eigene Farbe an. Ist der Boden sauer, so in einem ph-Wert imBereich von 4 bis 4,5, werden ihre Blüten blau. In unserem Garten wurden sie rot.

Habe mir heute Morgen vorgestellt, so zwischen wachem und träumenden Sein, das wäre bei Menschen auch so.

Eine Färbung von rosa Sorten Richtung blau bzw. eine Auffrischung ehemals blauer Blüten, die sich wieder rosa verfärbt haben, verlangt einen sauren Boden, um den ph-Wert von 4,5. Nur in diesem sauren Boden liegt das Aluminium gelöst vor und kann von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden.
Um eine Blaufärbung zu erreichen, gießt man die Pflanzen im Frühjahr mehrmals mit einer Lösung aus 20 g Kali-Alaun (Kalium-Aluminium-Bisulfat) auf eine 10-Liter-Gießkanne Wasser.
Weiss wer-weiss-was

habitus combover

combover foto

Fasziniert beobachte ich einen Mann, der sich auf der Rolltreppe kämmt. Einen so genannten combover, bei dem die langgewachsenen Resthaare von einer Seite über den gesamten Scheitel auf die gegenüberliegende Seite gekämmt werden. Er macht das sehr flink und akkurat.

Nach vollbrachter Kämmung steckt er seinen Reisekamm wieder in die hintere rechte Hosentasche.
Ich stelle mir vor, dass das schon sein Vater getan hat und dessen vater vor ihm. Ein vom Aussterben bedrohter Habitus. Zumindest so selten, dass es mich nicht wundern, wenn diese Hosentaschenkämme demnächst in Berlin-Mitte auftauchen würden.

Einseitige Unterhaltung

Jeder, der schon mal von Hamburg nach Berlin im ICE gefahren ist, kennt das: hinter einem ruft einer in sein Handy, wahlweise pikantes, banales oder steuerndes, so wie “bin in McPomm da hab ich keinen … Hallo? Ernst!?, ja Mecklenb. … Weg, ach”.

In der ersten Klasse ist das noch schlimmer, da fahren die einsamen, die Unbegleiteten. Die nötigen einem dann die Grünen-Strategie für die nächste Bundestagswahl auf, oder wollen einseitig Ballack zum HSV telefonieren.

Inzwischen habe ich mich so an diese halben Gespräche gewöhnt, dass ich eine Weile brauchte, bis ich begriff, dass die Frau, die hinter mir die Bahrenfelder Strasse entlang lief, ein echtes Selbstgespräch führte. Über Angst und Zuspätkommen, erst als sie anfing zu weinen, wurde mir klar, dass der andere Teilnehmer gar nicht weit weg war. Er war wohl in ihr drin, durch den Vorhang der Betäubung war die Verbindung abgerissen. Sie war in einem mentalen Mecklenburg unterwegs.

Hätte sie ein Handy am Ohr getragen, wäre mir das nie aufgefallen.

Neonazi Demo in HH-Barmbek: Fule-Anwohner als Hamburgs Stimme gesucht

fsk nazi aufmarsch barmbek 1. mai

Liebe Barmbeker,

ich habe lange in eurem schönen Stadtteil gearbeitet. Deswegen weiss ich, dass ihr feine Leute seid. Zumindest die meisten von euch.

Als Hamburger, die direkt an dem braunen Strom wohnen, der sich in dem von ihm ungeliebten Grundgesetz sonnend über euren Stadtteil ergießt: Hängt Fahnen hinaus, rote Tücher, schimpft vom Balkon. Zeigt diesen Firguren, dass sie in Barmbek nicht willkommen sind.

Macht die Fenster auf und stellt eure Boxen auf den Sims.

Gebt den Nazis auf die Ohren! Stellt eure Lautsprecher in die Fenster und hört Musik von Radio FSK 93.0 Mhz!

Alle anderen Barmbeker sollten diesem Aufruf folgen: sich nach der Demonstration an den zahlreichen geöffneten Cafés und Bars in der Fuhlsbüttler Straße zu versammeln. “Dort werden sich hoffentlich so viele Menschen versammeln, dass kein Platz mehr für die Neonazis und ihre menschenverachtenden Parolen ist”, heißt es. Ab 13.00 Uhr lautet das Motto “Barmbek nimmt Platz!”

Copykill

Nostalgie repost:

klonkriege

Bisher noch als –geheim– eingestufte Pläne der Menschenrechtsorganisation ai fordern ein Umdenken in der internationalen Konfliktlösung. RF unterstützt logistisch das Vorhaben der USA-Sektion 200.000 Klone des amerikanischen Präsidenten George W. Bush gegen 391.166 Saddam’s antreten zu lassen.
Aus der amerikanischen Administration kam der Vorschlag, die Menge der von jeder Seite eingesetzten Klone an das Verhältnis der Militärausgaben zu koppeln. Aus Bagdad kam darauf hin ein entschiedenes “NO WAY”. Man hat sich, wie die gut informierte “science cloning today” mitteilte, auf eine komplizierte Formel geeinigt, die die Skrupellosigkeit des Iraker Regimes berücksichtigt — so kam man dann auf ein Verhältnis von 1: 1,955830.

“Wir freuen uns, diesen und andere Konflikte so kollateralschadenfrei wie möglich austragen zu können. Wir beenden so auch alle möglichen persönlichen Fehden”, freute sich U.N. Generalsekretär Kofi Annan am Freitag Abend.
ai hat unterdessen das lybische Unternehmen copykill.cc mit der Produktion der Klone beauftragt. Der volle Klon-Aufmarsch am Golf wir in ca. 2 Monaten abgeschlossen sein, bestätigte ein Sprecher.

Die ganze Welt wartet gespannt auf die ersten Klonkriege.
Unklar ist noch, ob die Weltmeisterschaft in Japan und Korea ausfallen, oder die Klonspiele dort stattfinden sollen.
Eines steht aber schon fest: MTV wird dieses Spektakel zusammen mit dem angeschlagenen Sender Premiere (Deutsche Bank Gruppe) übertragen. Die mehrstündige Übertragung wird im Rahmen des erfolgreichen MTV-Formates “Celebrity Deathmatch” stattfinden. Premiere verlangt für eine Live-Übertragung über den Malone Draht (vgl. RF::Call-a-Terror) einen Betrag von 1.000 EUR. Wer nicht mitschauen möchte erhält bei einem sog. bcc:-Abo für 500 EUR nur die Tonspur.
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Das hat mit Fuß, —

(gesungen) … das hat mit Fuß, das hat mit Fußball nichts zu tun:

Zehn Menschen, darunter vier Polizisten, wurden dabei verletzt. 229 Gewalttäter wurden in Gewahrsam genommen. Zunächst war von mehr als 500 Festnahmen berichtet worden. Rund 1200 Polizisten aus Sachsen, und Sachsen-Anhalt sowie Bundespolizisten waren in Dresden im Einsatz. Die Polizei hatte schon vor dem Spiel einige Männer in Gewahrsam genommen.

… und mache immer noch drei Kreuze, dass die Regionalliga erst einmal Geschichte ist. Für meinen Verein zumindest.

“One Blogpost for Burma”: Free Birma! 04. October 2007

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Blogger aus aller Welt bereiten einen Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Birma vor. Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympathie bekunden. Diese Blogger haben vor, am 4. Oktober 2007 ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text „Free Burma!“.

Hier soll dieser Aktionstag der Blogger und Webmaster koordiniert werden.

Weitere Informationen zu diesem “lauten Schweigetag” finden sich bei Robert und Cem Basman

übergesetzliche Prosa: “Gewissensfragen”

Unter seinen Füßen spürt er die angenehme Wärme von der Sonne aufgeheizter Felsen. Der Himmel beginnt sich zu färben, am Strand sind kaum noch Menschen. Wie immer, wenn er nah am Abgrund steht, fragt er sich, wieso in diesem Land, in dem es keine Sicherungspflicht wie in Deutschland gibt, dennoch nie einer abstürzt. Ein Gedanke, der ihn jedesmal schwermütig ob der Regelungsdichte der gründlichen Deutschen werden lässt.

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… via

flickr group zum “Red T-Shirt Day for Burma”

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In support of our incedibily brave friends in Burma: May all people around the world wear a read shirt on Friday, September 28.

Aus Solidarität tragen an diesem Freitag viele Menschen rote T-Shirts, um dem Regime in Birma die Wut und den Menschen dort Mut zuzupingen. Einige wenige sieht man in den frisch angelegten flickr Gruppen. Eine auf deutsch und eine auf englisch.
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“Mitten im Zielzentrum”

So muss sich das anfühlen, wenn man als Politker im Wahlkampf sich befindet. Immer wieder wiederholt man, was man selbst, oder die Menschen in der Partei für die man da gerade steht, denken und meinen. Solange, bis man das selbst nicht mehr hören kann. Es nutzt sich ab, und kann doch so wahr sein. Man hat einfach keine Lust mehr.

Stelle mir vor, dass ein frustrierter dann die Idee hatte Luftballons an den Ständen zu verschenken, damit man die zu Stuss gewordene eigene Meinung nicht mehr verbreiten muss. Bei wirklichem Stuss und der aufgedrängten Meinung ist das komischerweise nicht so extrem: der Wiederwillen gegen die Abnutzung durch Wiederholung.

Da ist man dann sehr froh, wenn etwas in der Welt passiert, das einem hilft. Die eigene These, nunja, vordergründig und boulevardesk unterstützt. So wie die Onlinedurchsuchung und der vereitelte Terroranschlag von Deutschen für Deutsche. Einerseits freut man sich da, kommt sich aber auch ein wenig als “Trittbrettfahrer” vor. Immerhin, man hat schon sooo oft davon gesprochen, als “Nachahmer” kann einen da niemand an den Karren fahren.

Nun denn. Zum gefühlt zwanzigsten Mal:

Those willing to give up a little liberty for a little security deserve neither security nor liberty.
Benjamin Franklin

Star Wars vs. Star Trek

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Stolpere in letzter Zeit immer wieder über Menschen, die unbedingt diese beiden Sci-Fi-Legenden in den Ring schicken müssen. Warum kann man sich, wie in Clerks II herrlich vorgemacht, nicht einen echten “Gegner” aussuchen: LOTR – oder “Der lange Marsch”.

Einerlei. Witzig, dass das zwei Frauen sind, bei denen ich so einen Vergleich gerne, weil pointiert und mit glaubhaftem Engagement lese.

Hier die besten Argumente, angefangen bei Kiki und Star Wars vs. Star Trek:
2. Obi-Wan oder Mr. Spock?
Das ist schon schwieriger zu beantworten, das sind zwei fast ebenbürtige Gegner. Beide schaffen es, gleichzeitig unterkühlt und dennoch irgendwie warmherzig rüberzukommen. Lustig auch, daß ein Wesen vom brodelnden Planeten Vulkan so bar jeglicher Emotionen sein kann. Und Spock haben wir das unnachahmliche
faszinierend zu verdanken, das sich bei vielen Gelegenheiten anwenden lässt, z.B. auch gern bei Cocktailparties, wo man von irgendwelchen Langweilern zugetextet wird.
Aber überzeugender ist dann doch Obi-Wan, außerdem kann er mit einem Laserschwert umgehen.

… und hier Ankes Killerargument, das Quentschen Genialität, die das Scripten von Star Trek Folgen zur Benchmark gemacht hat:

6. Q
Die Macht? Wenn einem Drehbuchautor nix mehr einfällt, greift er zum ältesten Puppenspielertrick aller Zeiten: Telekinese. Pffft. Das Star-Trek-Universum hat stattdessen Kindskopf Q, der alles machen kann, was er will. Und er muss nicht mal seltsame Masken tragen, die einem die Atmung unnötig schwermachen.

Übrigens, die Mädels haben mich viel mehr überzeugt als die fünf Filmfreunde.

“They are not gay, they are Hobbits”. – Foto: Paramount

Solidarität, Anstand, Selbstverständlichkeit

Komisch, es gibt Tage, da liest man alles das, was an anderen Tagen nicht viel gemein hat, anders, in einer Art innerem Zusammenhang. Worte, Begriffe, die sich immer wiederholen, das Unmittelbare verknüpfen im Kopf.

Schön ist aus meiner Sicht, dass Erwachsenwerden vermutlich der Moment ist, wo die Bedeutung dieser Subkulturen und Zugehörigkeiten schrumpft und man lernt, die Welt komplexer und individueller wahrzunehmen. … lese ich bei den bissigen Liberalen. Und verneine.

Komplexer, ja, vielleicht, weil ich inzwischen hinter so manche Kulisse geschaut habe. Einige Drähte zu ihren Puppenspielern verfolgt, aber allzu viele Fäden gesehen habe, denen ich nicht so tief hinab folgen konnte. Individueller? Kommt sie mir vor die Welt, ja. Bin mehr allein. Hängt vielleicht mit dem Alter zusammen, oder mit einer Welt, die solange schon sich selbst bedroht, dass keiner mehr hinhört. Mit “Erwachsen werden” hat das wenig zu tun.

Im Gegenteil, ich empfinde “individueller zu sein” als pubertär. Wichtig, denn erst wenn ich mich selbst begreife, kann ich mich auch wieder in Ruhe umsehen, mich anschliessen.

Wenn ich meinen alten Freund Gavin treffe, der inzwischen in den USA lebt und gestern Geburtstag hatte – herzlichsten übrigens – dann sind seit dem letzten Treffen meist einige Jahre vergangen. Wir gehen dann nach einer kurzen “was hat sich denn inzwischen getan”-Phase in den stillen Teil unserer Konversation über. Reden wenig, geniessen die Zeit, die man nebeneinander verbringt. Selbstverständlich, auf Basis einer zugegeben erprobten Gemeinsamkeit, aufgrund erlebter Solidarität.

Dann lese ich einen Text von Axel Vornbäumen im Tagesspiegel, dem man ruhig vorwerfen kann, dass er sich bei der Überschrift hat hinreissen lassen – “Kein Herz für Inder” hat nämlich mit den Aussagen in seinem Text wenig zu tun. Konträr sogar, reduziert er die Thematik doch gut auf die wichtige Kernfrage: “Was wäre anständig gewesen?”

Ich bin es ebenfalls leid über Selbstverständlichkeiten, wie Anstand noch zu diskutieren. Ich suche Menschen auf, die Anstand mitbringen. Da spielt es keine Rolle, ob das Inder, Sachsen oder Volksmusikanten wären. Das nenne ich erwachsen werden, die Erkenntnis “zusammen weniger allein zu sein”.

Diese Selbstverständlichkeit übrigens, die finde ich Sonnabends für ein paar Stunden am Millerntor. Immer wieder, ohne dass man das groß sagen, einfordern oder in Prozesse gießen müsste.

Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.
Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.
Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.
Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.
Gerhard Bronner (3)
23.10.1922 –
österreichischer Komponist, Musiker und Kabarettist

Schwallerei

“ich merke grad, wie schwer es mir fällt, sowas zu diskutieren. den ganzen sprachstuss kann ich nicht mehr ertragen: Ausländer, Ausländer, Ausländer
Schwule
rosarote Brille
National-Sozialismus
nationaler Sozialismus
Ausländer, Ausländer, Ausländer
linke Gutmenschen
Opferdiskurs
Ausländer
Neosozialisten
ethnisch-kulturell- religiöse Korrelationen
Ausländerprobleme
Judenfrage
Emigrant
Immigrant
Asylant
undsoweiter”

… danke T. Albert! – das ist fast Kunst, wenn es nicht so ernst wäre.

blackfacing

Schmiere im Gesicht macht einen nicht zu einem Schwarzen, dummerweise.

unicef blackface

dazu:

“Das blackfacen der Kinder funktioniert nur, wenn Deutsche nur weiß sein können.”
riemer-o-rama

“Schwarze Menschen = Dreck = Afrikaner = ungebildet”
poplog

Aufruf des Braunen Mob e.V.

Wir bitten alle Menschen, die damit nicht einverstanden sind, ihre Erfahrungen und Erklärungen an Unicef und die verantwortliche Werbeagentur zu schicken!

Bitte schreiben Sie Ihre zivilisierenden Gedanken an publicrelations@unicef.de und info@jvm.de mit einer Kopie an info@derbraunemob.de.

Es empfiehlt sich für jeden Leserbrief und jedes Beschwerdeschreiben der Zusatz “Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von uns öffentlich geführt wird, und wir dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.”! So wird das Briefgeheimnis nicht verletzt und die Antwort kann verbreitet und veröffentlicht (und von Dritten kommentiert) werden.

Was mir nicht paßt wird weggeklagt

Gerade lese ich in einer Seitennotiz, dass der sternhagelvolle  hellblaue Ex-Tour-de-France-Fahrer Winikourov das Labor verklagen möchte, das nun auch seine B-Probe positiv gestestet hat. Eigenwillig, diese  Abgeschlossenheit von der Welt. Dieses Eigenleben, das sich da am Rande der europäischen Rechtsstaaten etabliert. Was sollen denn da Menschen sagen, die sich nicht mehr wehren können? Wie Pippin der Kurze oder Erik der 2te, der das Land verlor?

“Winni, der die Tour verlor”, so hätte man den Mann im frühen Mittelalter genannt. Nachdem man seine gevierteilten Fahrradfahrerbeinchen auf schmucke Pfähle genagelt hätte. Sowas.

Wunderliches Fernsehverhalten

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Ich kann bei mir und vielen meiner Kumpels Mitmenschen eine erstaunliche Wandlung feststellen: wir sortieren die Fernbedienung neu.

Waren früher die ersten drei gesetzt mit den öffentlichen Sendern, Erstes – Zweites – Drittes (bei mir NDR) und folgten dann die großen Privaten, Sat.1, RTL, PRO7 und ihre Stiefkinder VOX, Kabel1 und RTL2, so sieht das heute anders aus.

Auf den ersten drei Plätzen stehen ausschliesslich öffentliche Stiefkinder: Phoenix, 3Sat und arte.
“Vorreiter in Sachen Innovation und Qualität”
– (vgl. Thomas Knüwer zu dieser Fragestellung)

Dann folgen Kabel1, wegen der Serien King of Queens sowie Dmax, Kika und Pro7 für die jeweiligen Zielgruppen in der Familie (“Heidis Topmodel” für mich und “Die Simpsons” für meine Frau, oder wars anders herum ;). Überlege noch, ob ich Das Vierte und Tele5 weiter nach vorne holen soll, da bleibe ich nämlich immer häufiger backen – ist euch schon mal aufgefallen wie viele Filme Lee van Cleef so abgedreht hat?.
Übrigens genauso, wie bei den Dokus auf N24, mit Nachrichten hat das allerdings weniger zu tun ;(

Überrascht mich deswegen gar nicht, die Diskussion bei, über und um Sat.1 und seine Nachrichtenformate.

Aggrogator

Ich frage mich oft, was den Mann hinter dem Synonym DA so antreibt, vor allem bei seinen nächtlichen Postings. Seine Abneigung gegen Trackbackspam und wilde Feedaggregatoren teile ich aber. Gerade findet sich bei der Blogbar ein solcher, ein eindeutiger.

Würde mich interessieren, ob es für so einen einen Menschen, einen mit der short fuse und dem nötigen Beharren möglich ist, dagegen vorzugehen:

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Weibliche Bahnfahrtricks

Eigentlich ist das schöne am Bahnfahren ja das Kennenlernen von entspannten Menschen, BahnfahrerInnen sind nämlich meiner Erfahrung nach wesentlich entspannter als Flugpassagiere und Autofahrer, was an der Stoik liegt, die man braucht, um die Verspätungen und andauernden Personalwechsel zu ertragen. Na ja, bis auf breite Soldaten am Freitag und Hansa-Fans, die meist in Personalunion auftreten.

Wenn man aber mal wirklich seine Ruhe haben möchte, dann hat das Nuf einen Trick parat, den ich noch nicht kannte:

Deswegen buche ich für mich gleich immer ein ganzes Abteil. Immerhin kann man ein Abteil für nur neun Euro für sich alleine haben. Man bestellt seine Tickets einfach im Internet und gibt fünf Kinder unter fünf Jahren an und dass man auf keinen Fall in einem Großraumabteil sitzen möchte.

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M-Dot: Ein Deutungsstreit unter Ironmännern

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Es ist schon komisch, dass überall, wo sich Menschen zusammenfinden, die ähnliches tun, schnell irgendjemand dem anderen abspricht eigentlich dazu zu gehören.

Stolpere gerade über einen kuriosen Streit über den Begriff “Ironman” und wer ihn denn wohl tragen darf.

Charlie Yu streitet sich beim Branchendienst T-Dot um dieses Thema mit Chris Hauth, meinem Cousin.

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Wiederschein

Die distanzierte Demut des Beobachters weicht dabei der Geltungssucht des Mitmischers, der Menschen und Themen nach Gusto herauf- und herunterschreibt. Reale politische Konflikte werden als hässliches Gezänk gespiegelt, die vermeintlichen Sieger und Verlierer täglich neu und oft willkürlich festgelegt. Die Macht professioneller Einflüsterer ist deutlich gestiegen.

Ich erkenne in dieser Beschreibung vieles wieder, was sich in Klein-Bloggersdort gegenseitig Rang und Namen gibt.

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»Ich habe mich entschlossen…«

Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muß sie allein machen.
Jeder muß wieder von vorn anfangen …

Nun fängt ja keiner ganz von vorn an, weil in jedem Menschen vielerlei Erfahrungen aufgestapelt sind: zwei Großväter, vier Urgroßväter, achtzehn alte Onkel, dreiundzwanzig Tanten, Ur-Ur-Ur-Ur-Ahnen … das trägst du alles mit dir herum.

Und manchmal, wenn du grade einen Entschluss faßt, dann entscheidet in Wahrheit dein im Jahre 1710 gestorbener Ur-Ur-Ur-Ur… Adolf Friedrich Wilhelm Panter, geb. 1675 in Bückeburg – der entscheidet, was du tust.

Du gehst nachher herum und sagst: »Ich habe mich entschlossen…«

Text: Kurt Tucholsky, Copyright: alle, Quelle: Spiegel

towel day

Heute ist Handtuchtag.
Warum der heute ist?
Wegen einem Herrn Adams, der hat ein Buch geschrieben, das auch die Autoren dieser Postille vergöttern, und hat dort ein Handtuch erwähnt, das ist nämlich total praktisch.

Der Reiseführer “Per Anhalter durch die Galaxis” enthält ein paar Angaben zum Thema Handtücher. Ein Handtuch, heißt es da, ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann. Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.

Vor allem heute.
Deswegen fotgrafieren sich auch so viele Menschen mit ihrem Lieblingstrockenrubbler.

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Marco H., bei Schlund und Partner. Bitte melden

Ich versuche gerade einen meiner Kunden beim Transfer seiner Domain zu unterstützen. Dummerweise nach Spanien.
Das gestaltet sich aus mehreren Gründen schwierig.

Einer der Gründe, nach einer Reihe von merkwürdigen Prozesssteinchen, die wir hier aus dem Weg räumen mussten, ist die Erreichbarkeit von Marco H., Mitarbeiter im Team Domain-Support bei Schlund Technologies in Regensburg.

Herr H. unterschreibt zwar seine Schreiben brav unter der angegebenen Telefonnummer, allerdings ist er nicht telefonisch zu erreichen.

Auch seine Kollegen in Monatabaur sind ratlos.
Seine Kollegen im Webhosting Support ebenfalls. Keine Ahnung, wo der jetzt saß.

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Die Rüpel vom dodenhof

Sowas tolles, da erhebt sich aus der Kaltenkircher Tundra ein gläserner Nierenbau, der alles hat, was das Shopperherz begehrt. Wirklich, ich bin ein kleiner Fan dieses Einkaufwunderlandes. Freundliche Verkäuferinnen, viel Platz und viel Licht. Ein unsagbar toller Kinderspielhort, der einen an die seligen 70er Jahre im HHer EEZ erinnert. Toll.

Selbst die vielen Terminänderungen haben die Expiditeure, so heissen die armen Menschen, die die Unsortiertheit ihrer Kunden in einen linearen Ablauf bringen müssen, klaglos mit holsteiner Freundlichkeit abgearbeitet.

Dumm, wenn dann die Crew, die zum Aufbauen kommt, den ganzen Eindruck nachhaltig versemmelt.

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Demokratiegefahr

Die Demokratie ist in Gefahr, sagt Herr Thierse und hat im Hinblick auf die schlimme Wahlbeteiligung in Deutschland sicher recht.

Allein die Perspektive ist entlarvend.
“Die Menschen in Deutschland scheinen zu glauben, bei der Demokratie nicht mehr mittun zu müssen”, sagt er nonchalant.

Falsch, meine lieber Thierse. Die Menschen ahnen, dass sie nicht mittun können. Das gilt übrigens auch für ihre Vertreter, also Sie.

Die Krise sitzt viel tiefer, noch bedrohlicher!

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Auch ‘ne Erklärung …

Ich habe mich mit Peter letztens, bei einem unserer Selbstgespräche, darüber unterhalten, was es denn mit dem Lieblingswort der von einem anderen Peter, Motzblogger genannten Menschen auf sich hat, was es genau bedeutet und wie man sich so jemanden vorzustellen hat: die Rede ist von der viel zitierten Bigotterie.

Bigott wäre, sagte Peter in einem ruhigen Ton, dem schon anzumerken war, dass ihm gefiel, was er da gleich sagen würde, bigott ist, wenn die CSU-Oberen sich auf die Pauli-Fotos einen runterholen.

Eigenwillige Vorstellung, macht es aber irgendwie klarer.
Das meint übrigens wikipedia dazu, für die, die sich das da oben nicht vorstellen können oder mögen.

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“Thank you for your statement”, not!

Im UN-Conzil für Menschenrechte (UN human rights council), dem zugesehen wird da von unwatch, darf jeder sagen was er möchte, so unreflektiert, unwahr, hetzerisch das auch sein mag. Jeder Beitrag wird dann vom Speaker dankend für die Weltgemeinschaft sozusagen “in Empfang genommen”. Nur gegen das Plenum selbst, das solcher Farce (siehe Video) erst das Forum gibt, dagegen darf nichts Negatives gesagt werden: Sowas!

via

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Rosenmontagszeit = Flirt-Zeit

Rosenmontagszeit = Flirt-Zeit
von Dr_Marcus_Damm (erschienen im EliteBlog)

Man kann ja von Fasching (Karneval) halten, was man will. Aber eins steht fest: Die meisten Karnevalisten sind gute Flirt-Partner. Denn das kollektive Fröhlich-Sein wird ja gesellschaftlich und kulturell ans Herz gelegt. Millionen Menschen folgen diesem Aufruf zum Ausbruch aus dem Alltag.

Noch bis mindestens Aschermittwoch können Flirtambitionierte aus dem Vollen schöpfen, sprich die mannigfaltigen Möglichkeiten zum anregenden Smalltalk mit dem anderen Geschlecht nutzen, etwa bei Partys oder Umzügen.

Hier einige Tipps:

1. Das eigene Kostüm muss gut ausgewählt sein. Ich verzichte stets auf Verkleidungen, die mein geschlechtsspezifisches Erscheinungsbild zunichte machen würden. Denn: Wer Eindruck auf das andere Geschlecht machen will, darf das eigene durch das Kostüm betonen oder “ausschmücken”. Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass die meisten “typischen” Männer und Frauen den stärksten Eindruck hinterlassen.

weiterlesen -> (Ich bin immer wieder erfreut, wenn ich Marcus Texte lese und merke, dass das gemeinsame Projekt immer noch lebt ;)

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Live Earth – nun für alle singen

Vielleicht ist das die wesentliche Unterscheidung zum Jahr 1985: diesmal gehts um uns alle.

Diesmal besteht eben auch die Möglichkeit, dass alle, zumindest alle mit Internetanschluss, an diesem Klima-Kick-Off teilnehmen werden. Neben vielen Milliarden Menschen auch Popstars. Initiiert durch Al Gore. Vielleicht auch ein Wesensunterschied, das diesmal ein Politiker die Führung übernimmt.

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Ehre, wem Ehre gebührt, Alter!

tagged “honour” at flickr.com

Das, was hier (bitte zum besseren Verständnis dessen, was hiernach kommt lesen. Auch wenn es weh tut) wie eine Hausarbeit in Gemeinschaftskunde, zehnte Klasse anmutet, ist genau das Gegenteil dessen, was es befördern möchte: Ehrlos und dummerhaftig.

An die Stelle des Leistungsdenken tritt das Anspruchsdenken. Die Erfolgreichen werden zu Glücklichen oder Gaunern, die ihren Erfolg nicht verdienen und den weniger Glücklichen oder einfach nur Ehrlichen etwas schulden. Die Folge ist ein Anspruchsdenken aller gegenüber der Gesellschaft. Der zentrale Wert demokratischer Gleichheitsethik ist der Neid. Eine solche Gesellschaft ist auf Stillstand oder Verfall programmiert. Die Rückkehr zur Leistungsgesellschaft führt über die Rehabilitation der Ehre.

Komischerweise will mir zum Begriff Ehre nie das Wort Mehrheit, Lesitung oder Elite einfallen. Ehre ist etwas subjektives, oder besser:

„Die Ehre ist, objektiv, die Meinung anderer von unserem Wert und, subjektiv, unsere Furcht vor dieser Meinung.“

– Arthur Schopenhauer –

Versteht man, lieber Sascha Vetterle, die Ehre als von anderen, gleich gesinnten, – manchmal gleichzeitig geborenen, anderswo gleich beidfüßigen oder gleich hässlichen Menschen gegeben, dann funktioniert ihr ganzer schöner Artikel nicht. Leistung wird geehrt. Ja, immer.
Ob das dann allerdings die Mehrheit tut, zahlt auf ihre persönliche Ehre nicht ein, Deine Mudda!

Mir ist kaum ein anderer Begriff untergekommen, der schlechter geeignet ist für eine politische oder gesellschaftliche Argumentation. Vielleicht noch die Würde.

„Die Ehre ist — die Ehre.“

– Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm –

… weil sie eben gefühlt werden muss. Dummerweise von anderen.

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Albern

Jimmy Carter einen Antisemiten zu schimpfen, ist selten albern.

So sind Aussagen wie diese reinster gonzo:

“Es war Borat, nicht Jimmy Carter, der eine Menschenmenge in Tucson dazu anstiftete, gemeindem mit ihm zu singen ‘Werft den Juden in den Brunnen’.

Carter hat die gleiche Botschaft.

… lese ich und schüttle den Kopf.

Natürlich muss dieses Buch auf Kritik stossen, man kann es sogar unanständig finden, dass Carter die Apartheid als Begriff bemüht. Letztendlich ist im Sinne des Begriffes ja nichts anderes im Gange dort, nur vergleichen, die Dinge in Israel mit denen in Südafrika darf man nicht, was Carter wohl selbst richtig stellt – am Ende. Und das darf man dann unanständig nennen, wenn man dann will. Ein Antisemit wird Carter aber dadurch noch lange nicht, wenn er klarstellt:

We discussed the word “apartheid,” which I defined as the forced segregation of two peoples living in the same land, with one of them dominating and persecuting the other. I made clear in the book’s text and in my response to the rabbis that the system of apartheid in Palestine is not based on racism but the desire of a minority of Israelis for Palestinian land and the resulting suppression of protests that involve violence. Bishop Tutu, Nelson Mandela, and prominent Israelis, including former attorney general Ben Yair, who served under both Labor and Likud prime ministers, have used and explained the appellation in harsher terms than I, pointing out that this cruel oppression is contrary to the tenets of the Jewish faith and the basic principles of the nation of Israel.

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