SpOn: Irreführender Vergleich

Lese gerade den Bericht über die Baker Kommission bei SpOn und bin einigermaßen überrascht.

Nicht gerade über die Ergebnisse, denn man hätte in der politischen Führung der USA schon früher darauf kommen können, dass die diplomatische Einbeziehung der Nachbarn in der Region und das Herausnehmen der GIs aus der Schusslinie eine sinnvolle Strategie ergeben hätten.

Nein, der Vergleich mit dem zweiten Weltkrieg hat mich irritiert:

Der Einsatz im Irak dauert inzwischen länger als die Beteiligung der USA am Zweiten Weltkrieg.

Wie kommt man auf so einen schwachsinnigen Vergleich, dazu am Vorabend eben des Angriffes auf Pearl Harbour?

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Pixelotto und der “garbage traffic”

Wer schon einmal Ärger mit Google AdSense hatte, der weiss, was es heisst sich ausgeschlossen zu fühlen. Da kennt Google nix. “You are OUT!” – keine weitere Kommunikation, Ende.

Wenn man als mittelständischer Blog darauf angewiesen ist, seine Hobbykosten ein wenig durch diese Einnahmen zu senken, dann kann diese Warnung vor dem “Pixelotto Prinzip” ganz sinnvoll sein.

Von “garbage traffic” ist da die Rede, also von Menschen, die auf die Seite kommen, weil sie eine Million Dollar gewinnen wollen und sich ben nicht für bspw. Last-Minute Reisen interessieren.
Das leuchtet sogar mir ein, der sich ansonsten über bspw. Suchmaschinentraffic an sich ja freut.

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mii of the day: Walter Sobchak

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– gefunden nachdem ich darauf aufmerksam wurde und bei flickr die vielen “mii”-Versionen von Menschen fand, die sich auf der wii von Nintentdo kubistisch nachgebaut haben.

Wieso sich einige Japanerinnen dann runde Augen zulegen, wenn sie sich digital verniedlicht reproduzieren, ich mir womöglich mehr Muskeln dorthin brächte, wo heute noch der Schokoriegel von gestern sich befindet, das wäre mal eine interessante Frage an die Evolutionspsychologen unter unseren Lesern.

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Eminem Interview, und 50 Cent war auch dabei

… kam eben per E-Mail. Irgendwie klingt das mächtig wenig nach Straße (Vorsicht Trendausdruck), wenn man das Interview in der VIBE mit 50 Cent und Eminem auf deutsch liest.
Oder gerade, weil hier sich offenbart, wie wenig diese Männer zu sagen haben.

Am niedlichsten finde ich die Kosenamen mit denen sie sich, via Interviewer, ansprechen.
“Em”, “Fif”, LOVELY!

Eminem: Ich habe das, was Fif gerade macht, auch acht Jahre lang durchgezogen. Nichts als Züge, Flugzeuge, Autos, und dann den Druck, vor all diesen Menschen aufzutreten und keine Line zu versauen, keine Scheiße zu bauen. Die Leute zählen auf dich; sie haben diese Eintrittskarten gekauft, um dich zu sehen. Das war alles Druck, und dazu kam dann noch derjenige Druck, dem ich in meinem Privatleben ausgesetzt war. Also kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich mir sagte: „Alter, ich muss mal runterschalten.“

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Lufthansa: “Jetzt verscherbeln wir alles, auch Versicherungen”

Es gibt Menschen, die Lufthansa und andere Prämienmeilen als ernsthafte Konkurrenz zu unserer Währung sehen. Zugegeben, manchmal rechne ich noch um – allerdings von D-Mark in Euro, vor allem wenn ich betonen möchte, wie teuer oder aber auch wie preisstabil etwas ist.

Fehlt mir noch, in Zukunft auch in Meilen rechnen zu müssen.

Freunde von mir tun das schon lange. Sie sind Unternehmensberater und durch ihre Tätigkeit viel unterwegs. Die Honorare werden meist von großen Konzernen oder aus staatlichen Töpfen bezahlt, da spielen die Reisekosten eine untergeordnete Rolle. Ja, manchmal hat man den Eindruck, wer seine Berater per Business-Class einfliegen lässt, gilt mehr, hat es irgendwie geschafft. Eigenwillig, aber nicht mein Thema heute.

Diese Meilenumrechner dürfen dann, anders als ich, regelmäßig irgendwohin. Fliegen und Hottellieren, Wellnessen und Cityhoppen und was es sonst noch alles so Modernes gibt. Das alles natürlich über Lufthansa und seine Partner, bezahlt mit Meilen.

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Schorsch und Frau Pilotin

12069763_5ceaf8877f_m.jpgIch hatte mich darauf gefreut. Dass es so lange gedauert hat, bestätigt meine damalige Annahme, der Pilotenberuf sei eine der letzten chauvinistischen Nischen in unserer Gesellschaft.

Heute morgen bin ich bei der dba von einer Frau Pilotin geflogen worden. Meiner Wahrnehmung nach das erste Mal. Ihr Kollege, der immer sagt wie hoch, wie weit und woran vorbei man fliegt, hiess Schorsch.
Sehr sympathisch.

Übrigens, wer einmal eine Parallelgesellschaft in Aktion erleben möchte, der muss nur fliegen. Welche Airline ist eigentlich egal. Bei der Verbringung von 70 Lebensminuten auf engstem Raum berühren sich die Gruppe der Passagiere und die der Flugbegleiter nämlich nur ein einziges Mal. Beim Essen Snack austeilen.

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Lee Fell

Hvide-Sande-DK Foto

Der Wind erlaubt es keinem Grashalm mehr, aufrecht zu stehen. Alle beugen sich dem gewaltigen Brausen.
Alle in eine Richtung, wie Menschen bei einem Rockkonzert, nach Lee.

Es sieht fast aus wie eine Frisur. Es wirkt, als trüge die Düne ein Fell. Als schlafe sie wohlig warm unter dieser Decke. Trotz des Herbststurmes und des Salzes, das aus der See geperlt hinüberweht.

Würde mich nicht wundern, wenn sie sich aufrichtete, den Mantel aus Grashalmen ausklopfte und sich nach kurzem Blick nach Westen wandte, zum Davonwandern.

Basic rules for myspace

But as Mr. Basic’s experience shows, turning MySpace into a global power could be far more complicated than marketing a movie overseas. While the company has 100 million registered users, most are in the United States. People outside the United States already have different habits about socializing online.

Eine alte Weisheit, die amerikanische Start-Ups immer wieder lernen müssen. Menschen overseas ticken eben anders. Dass ausgerechnet die New York Times Roberts Beispiel hier erwähnt, freut den geneigten Freund deutscher Bloggerskunst. Respekt –via-.

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openbc, oder “wem gehört die Community?”

Die Diskussion ist so alt, wie das Netz selbst. Ich kann mich an telnet-Chats erinnern, in denen altgediente und vollkommen neurotische Menschen sich stunden- und tagelang herumtrieben.
Irgendwann war es eben egal, auf wessen Plattform man sich befand. Allerhöchstens spielte in diesem besonderen Fall die Nähe zur Musik noch eine Rolle, aber im Selbstverständnis keine tragende.

Es kommt dann immer vor, dass diese Community-Höhlenbewohner irgendwann eine Art Eigentum an dem digitalen Raum wahrnehmen, den sie bevölkern und manchmal eben auch bereichern. Nur, es ist nicht so. Eine Illusion, aus der zu erwachen schmerzhaft sein kann.

Wer partout eine Community, ein Forum betreiben möchte, das ihm gehört, der hole sich hier freie Software, hier Webspace und lege los. Wer das auf der Plattform eines anderen macht, der hat sich eben auch irgendwann einmal mit den Regeln einverstanden erklärt. Wenn das beinhaltet, dass man für einen premium account bezahlen muss, dann gehört das eben dazu, verdammt!

Im aktuellen Fall bei openbc schreibt Daniela zu diesem bermerkenswerten Beitrag im CIO-Blog:

In diesem Fall haben wir das Netzwerkprinzip Geben und Nehmen lediglich aus Unternehmenssicht betrachtet und nicht aus der Sicht unserer Moderatoren, die mit sehr viel Engagement und zusätzlicher Arbeit den Nutzern von openBC mit dem Betreiben der Foren Mehrwert bieten.

… und streift damit die eigentliche Frage.

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T*kio H*tel

Bloggt man über die oben beschriebene Band, dann wird man nicht nur schief angebloggt, man hat auch viel Zeit in der admin-Funktion der Kommentare zu verbringen.

Manchmal bekommt man dann auch komische Anfragen, wie diese hier:

hey !! Ich würde bitte bitte sehr gerne einen Backstage Pass für Tokio Hotel bekommen wenn das möglich ist ?? Ich bin wirklich der aller größte Tokio Hotel Fan bitte !!

… … und wenn Du es dennoch tust, dann sperre lieber alle Kommentare mit 016* 017* und so weiter.
Sonst passiert es Dir, dass mitten in der Nacht verzweifelte Menschen anrufen und Dich bitten ihre Handynummer aus Deinem Blog zu entfernen. …

Regel 276.1.1 sozusagen.

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Anti-Terror-Datei & Freiheit, die wir nicht verdienen

Es ist schon oft darüber gesprochen worden, dass sich -nicht nur unser- politisches Establishment allzu oft gedankenlos, auf den schnellen populistischen Effekt hin, dazu hinreissen lässt, abstruse, vollkommen unwirksame Maßnahmen aktionistisch herauszubrüllen. Ganz vorne mit dabei Herr Schönbohm aus Brandenburg, leider auch immer wieder unser Innenminister und der haarscharf am Verfassungsbruch vorbeischrammende Bayer Beckstein.

Neueste Idee, die Anti-Terror-Datei, in der nicht die Terroristen gespeichert werden sollen, die unser täglich Döner vergiften, sondern vor allem Menschen mit muslimischem Glauben. Wäre Fleisch religiös, könnte man das hier auch speichern, geht aber leider nicht.

update: Also doch, “Merkel will zentrale Anti-Gammelfleisch-Datei”

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Steinbrücks panische Polemik

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Die Menschen müssten sich darauf einstellen, “in den nächsten Jahrzehnten mehr Geld für Alter, Gesundheit und Pflege auszugeben”,
… sagte Steinbrück der Zeitschrift “Hörzu”. Der Minister hatte auch gleich einen konkreten Sparvorschlag auf Lager. “Wir müssen im Zweifel auf eine Urlaubsreise verzichten, um für später vorzusorgen”, riet er.

Mit “die Menschen” meint Steinbrück Rentner, Arbeitnehmer, Selbständige und Freiberufler sowie Mittelständler. Wen er nicht meint, sind diejenigen, die von diesem System profitieren, von den Vorgenannten leben!

Die Nassauer in Verwaltung, Verbänden und Parteien, die Beamten und Teile des Öffentlichen Dienstes.
Der Urlaub ist hier nicht nur gesichert und fest eingeplant, er wird aller Voraussicht nach auch im Pensionsalter sehr viel üppiger ausfallen.

Ich erinnere mich bei solchen Sperenzchen immer an eine Talkshow auf dem Dritten vor ein paar Jahren. Roland Berger wurde dort als Experte gefragt, warum es denn keinen Aufschrei im Land gebe, wenn es allen doch so schlecht ginge. “Weil es nur einem Teil der Menschen in Deutschland schlecht geht”, antwortete er. “Dem anderen Teil geht es verhältnismäßig sehr gut”.

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Fluch der Karibik 2 vertreibt Nemo

Startwochenenden sind für normale Menschen zwei Tage, an denen sie sich ausruhen, vielleicht in die Ferien starten. In diesen Wochen an die Ostsee fahren oder -für mich unverständlich- ins Kino gehen.

Für Kinovermarkter und Verleih-Manager sind Startwochenenden aber die Zeit in denen sie um mindestens zwei Jahr altern. Wenns gut läuft hat es sich wenigstens gelohnt:

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The Killers – “mehr Schein als Sein”

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BLING – das heißt auf der Straße so etwas, wie “mehr Schein als Sein”. Nicht auf jeder Straße, aber auf denen, auf die es im Sinne von “credibility” ankommt.

Außerdem heißt so auch ein Track auf dem aktuellen THE KILLERS Album “Sam’s Town” (Tracklisting).

Universal schreibt dazu:

Auf den theatralischen Einstieg folgt ein klassischer Songaufbau. Die stählern klingende Gitarre macht dem neuen Look der Jungs alle Ehre: Sie driften in countryeske Rhythmen und pfeffern diese mit flirrenden, schwebenden Keyboards. Dabei wechseln die Killers munter zwischen pompösen und zurückhaltenden Chords, zwischen klassischem Rocksound und breitbandigen Synthie-Welten.

Das erinnert wahlweise an Plattenrezensionen von 80er-Jahre Schülerzeitungen oder daran, wie schwer es ist, Musik in Worte zu fassen. Deswegen geht es Menschen, wie Diedrich Diedrichsen auch immer noch so gut!

Der Fotocredit gehört dem großen Anton Corbijn.

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akute biblische Lebenshilfe

Wer die Bibel zitiert, der möchte Weisheit vermitteln und Wahrheit. Das Dumme an der Bibel und ihren Zitaten ist nur, dass sie so oft übersetzt, neu zusammengeschwurbelt und einfach so unzeitgemäß sind, dass man das Heulen bekommen möchte.

Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge erteilt. Kürzlich sagte sie, als achtsame Christin, daß Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre.
Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

Liebe Dr. Laura

Vielen Dank, daß Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen.
Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, daß es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte.
Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind:

1. Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, daß dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

2. Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

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T-one: Die konvergierende Zukunft und der verflixte Uplink

Wer einmal versucht hat ein “konvergentes” Projekt zu realisieren, in meinem Fall war es ein Sendeformat für Breitbandinternet und Fernsehen, der merkt schnell, dass sich das so logisch und schnell Dahergedachte eben nicht so schnell umsetzen läßt.

Meist liegt das an der mangelnden Tiefe, die man vor allem technisch erreicht, wenn man über strategische Fragen nachdenkt. Immer aber, hat man es mit verschiedenen Typen von Menschen zu tun.

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Neuville = 1

zu allererst: In Dortmund war ein ganzer Block frei! PFUI FIFA.
So.

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Und jetzt zu meinem persönlichen Ruhm:
Ich fordere Odonkor, er kommt. Der ICE.
Ich fordere Neuville, der einzige deutsche Spieler, der das Trikot als Hemd trägt.

Jürgi hörts, irgendwie. Klinsmann reagiert:
Er kommt.
Und…

… wieviele Menschen wohl gleichzeitig aufgesprungen sind in Deutschland. Wäre mal interessant.
… ich kann nich mehr. Ab heute reichen zwei Flaggen am Wagen nicht mehr!

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Sternenhimmel über Moskau

Ich schaue in den Sternenhimmel und denke an das Menschenwerk am Boden. An einen Bundestagsabgeordneten, der in Moskau zusammen mit vielen anderen schwulen und lesbischen Menschen auseinander getrieben, verhauen und verhaftet wird.

Ich denke daran, dass ich mich darüber aufrege. Und gleichzeitig darüber freue, dass dies mich erreicht, erzürnt und ermuntert.

Ich denke an Wolfgang Schäuble, und an seine in der DDR angeblich zu Fremdenhassern erzogenen WählerInnen. Ich denke daran, dass auch in Bayern gerne viele Menschen mit Weihwasser gegen andere spritzen oder besser noch speien würden.
Ich denke an mich selbst, der immer erschrickt, wenn er über einen unkorrekten, so genannten Stammtischwitz, lacht. Einer der im Zweifel jeden gegen Brandenburger Kahlköpfe verteidigen würde, wie es einst der betrunkene Engländer tat, als ich, minderjährig in eine düstere jugoslawische Bredouille geriet. Kurz zuvor hatten wir uns noch über Elfmetertore in die Haare bekommen. Jetzt spürte ich seinen Schweiß an meinem klammen T-Shirt.

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Von eingebildeten und myspace Stalkern

Manchmal entstehen Themen, wenn zufällig an einem Tag verschiedenste Quellen komplett anders einen Begriff aufgreifen.
Heute lese ich im HA, dass die Stalkerin, die Jil Sander gepeinigt hat,- Es begann 1999 mit einem “selbstgestalteten” Buch, es folgten Briefe und es endete 2005 schließlich mit Morddrohungen – nun vor Gericht erscheint. Gut soweit.

Später finde ich in meinem RSS-Reader ein Posting von Robert, das ursprünglich aus dem Blog “Drin in der Stub`n” stammt. Eine satirische Geschichte übers Stalking. Sehr lesenswert:

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Schlussmannsfrage

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Drüben im W-Blog wird die T-Frage und ihre kürzliche Auflösung ja schon heiss diskutiert. Dazu passt ein Artikel in der Rheinischen Post, den ich mir und euch nicht vorenthalten möchte:

Der Fußball war mal die schönste Nebensache der Welt. Das ist lange her. Als der Satz noch galt, saßen die Menschen auf harten Holzbänken in zugigen Stadien und schauten anderen Menschen beim
Sporttreiben zu.

Fußball ist mittlerweile so wichtig, dass erwachsene Menschen das Wohl einer Volkswirtschaft mit dem Ausgang einer WM verbinden. Folglich ist gestern eine der wichtigsten Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte gefallen. Jens Lehmann steht im Tor jener Nationalelf, die dem Land im Sommer gefälligst den Titel gewinnen soll. Der Aufruhr um diese Wahl unter zwei Klasse-Torhütern spiegelt eine hart an Hysterie grenzende Aufgeregtheit, die das Land zwei Monate vor dem Turnier erfasst hat.

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Jetzt ist es raus

Eigentlich mag ich keine Aprilscherze. Die Menschen in meiner Umgebung so scheint es, haben dieses Jahr ebenfalls den 1. April verschlafen. Dass ich trotzdem froh bin, dass es den 1. April gibt, liegt an diesem Artikel im batzblog.

Mit sehr viel Witz und Mühe werden hier die Machenschaften einer unheilvollen Allianz zwischen dem Spreeblick Verlag und Xcite aufgedeckt. Selten komisch, prädikat lesenswert!

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“Und nun zurück in die angeschlossenen Funkhäuser”

Transparency International kommuniziert. Und zwar mit dem unkreativ Weblog:

Sehr geehrter Herr M,
Sie wissen so gut wie ich, dass es in Deutschland Datenschutz gibt und Transparency hält sich an Gesetze. Wir sind durchaus offen für Kritik und wissen auch mit ihr umzugehen, aber die Fakten, auf denen Kritik beruht,
müssen schon stimmen. Der Gesetzgeber hat Meinungsfreiheit Art. 5 GG einerseits und den Schutz des Persönlichkeitsrechts Art. 2 GG gegeneinander abgewogen. TI-D wird Personalangelegenheiten nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, auch wenn die Angelegenheit dann in einem anderen Licht erscheinen würde.

Mit freundlichen Grüßen
Dagmar S.

Immerhin hat mich dieses Treiben und das Nachdenken über TI-D (Fachabkürzung für Transparency International-Deutschland; nehme ich an) auf diese Aktion aufmerksam gemacht: “Nebeneinkünfte Veröffentlichen”

Das Online-Netzwerk Campact, die Antikorruptionsorganisation Transparency International und LobbyControl starten eine Protestaktionen gegen die von Bundestagspräsident Norbert Lammert am Freitag angekündigte Aussetzung der Veröffentlichungspflicht von Politiker-Nebeneinkünften. Lammert begründet dies mit beim Bundesverfassungsgericht anhängigen Klagen von Bundestagsabgeordneten, obwohl diese juristisch keine aufschiebende Wirkung haben.

Es wäre natürlich ähnlich naheliegend zu vermuten, dass die Verschiebung durch Herrn Lammers mit dieser Meldung des SPIEGEL etwas zu tun hätte:

Bundestagspräsident Norbert Lammert erhält jährlich 25.000 Euro vom Energiekonzern RAG – zusätzlich zu den normalen Bezügen als Politiker. Es gebe da gar keine Interessenkonflikte, sagt Lammert. Dabei ist der Umgang mit dem Kohleunternehmen seit jeher ein Politikum.

Der Frankophile sagt in solchem Fall: “honi soit qui mal y pense” und überlaßt seinen Lesern die Schlußfolgerung.

Was für ein Glück, dass ich zwei Abgeordnete im Bundestag habe. Herrn Marcus Weinberg (CDU) und Olaf Scholz (SPD). Fühlen Sie sich bitte angesprochen meine Herren.

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Blogzeichen XY ungelöst

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Christian F. scheint ein herzensguter Mensch zu sein, denn er leiht wildfremden Menschen in Not sein letztes Geld. So geschehen im April letzten Jahres am Flughafen S.F. – ein Trickbetrüger erleichterte ihn um 180 USD:

In breitem österreichischen Dialekt erzählte er mir, er hätte viel Übergepäck (ein Mountainbike) mit, für das er jetzt berappen müsste, er hätte jedoch nicht mehr genügend Geld – ob ich ihm etwas leihen könnte.

Obwohl ich ein etwas ungutes Gefühl dabei hatte, meinte ich “okay”, wenn er mir seinen Pass zeigen würde und mir unterschreiben würde, dass ich ihm Geld geliehen habe. Gesagt, getan. Pass schien in Ordnung, “Christian Rathpoller” aus Österreich. Zettel geschrieben, Geld ausgehändigt. Dummheit … sehr große Dummheit!

Nach wirren und entmutigenden Erlebnissen mit den deutschen Fahndungsbehörden und monatelanger eigener Recherche dann das erlösende Posting: Trickbetrüger gefasst.

Ein weiteres potenzielles Opfer hatte den Braten gerochen, als derselbe Betrüger es diesmal in Lima ansprach, wurde mißtrauisch und hat dann in einem Internetcafé den Namen des Betrügers, “Christian Rathpoller”, nachgeprüft und war auf den Artikel aus dem HongKong Blog gestossen. Verhaftung!

Endlich mal eine Geschichte, die wie die Faust aufs Auge in unsere kleine Postille passt. Von dieser Stelle eine dicke Belobigung. Das war amtlich gefahndet, ein schönes Beispiel für angewandte Kriminologie.

Foto: Hongkong Blog

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T-Mobile – “Licence to Spam”

Hinterfotzig, Perfide – Dummdreist – so würde ich den Versuch von T-Mobile beschreiben, sich bei mir mit Tricks die Lizenz zum Spammen zu besorgen. Aber der Reihe nach.

Ein Nachmittag, irgendwann Mitte Februar,
ich sitze in meinem Homeoffice, da klingelt das Telefon. Ungefähr so war dann der Verlauf:
T-Mobile: „Guten Tag, T-Mobile, Frau (oh mann mein Gedächtnis)“
Ich: „Guten Tag.“
T-Mobile: „Wir wollten Sie nur kurz fragen, ob wir Ihre Daten zu Abrechnungszwecken speichern können“
Ich: „Ähm, die haben Sie ja sowieso, Sie schreiben mir doch Rechnungen?“
T-Mobile: „Ja. Wir brauchen Ihre Einwilligung dazu“.
Ich. „Ok. – Sie brauchen die Daten nur zur Abrechnung?“
T-Moblie: „Ja, wir geben sie nicht an Dritte weiter“
Ich: OK.
T-Mobile: „Vielen Dank, auf Wiedersehen“ – „Tschüss“.

Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass ich mich gewundert habe, weswegen T-Mobile mich nach Daten fragt, die sie sowieso speichern müssen. Immerhin möchten sie mir ja Rechnungen schreiben. Wahrscheinlich eine Novellierung des Datenschutzes oder einfach Dienst am Kunden. Toll.

Ein paar Stunden später habe ich das Telefonat vergessen. Bis zum …

1. März 2006,
ich sitze wieder in meinem Homeoffice und habe eben die Post geholt. Mit dabei ein Schreiben von T-Mobile. In diesem Schreiben bezieht sich T-Mobile auf unser Telefonat und freut sich über mein Einverständnis, meine Daten an alle Telekom Töchter, Beteiligungen und und und weiterleiten zu dürfen, damit ich in den Genuss der tollen Marketingmaßnahmen gelange und sie feines CRM und Datamining, womöglich Datenverkauf, betreiben dürfen.

Ich traue meinen Augen kaum. Bin entsetzt. Das Schreiben ist so geschrieben, wie die vielen Announcements von Unternehmen, total einschläfernd. Normalerweise schmeisse ich solche Schreiben sofort weg. Das sollte wohl auch mit diesem passieren. Der Verdacht manifestiert sich in meinem Bewusstsein, dass das eine von langer Hand geplante “Double-Einschläfer-In”-Kampagne von menschen-wie-mich-verachtenden Marketing-Heissspornen ist.

Erst mit sanfter Callcenter-Lady-Stimme beruhigen, einlullen, aber rechtssicher auf die Speicherung hinweisen.
Später, wenn der Anruf vergessen ist, ein Schreiben hinterherschicken, dass die Befugnisse hinten rum noch einmal ordentlich erweitert. So langweilig verfasst allerdings, dass der Leser geneigt ist das Schreiben der Wiederverwertung zuzuführen. Peng. Alles richtig gemacht. Die Spam-Maschine kann mit einem weiteren Opfer gefüttert werden.

Liebe T-Mobiles, so geht das nicht. Da bekommt der Werbespruch “T-Mobile @ Home” ja einen ganz anderen Sinn.
Liebe Blogger da draussen, bin ich der Einzige dem das hier passiert ist?

Fotoausschnitt basiert auf diesem Foto bei Flickr. Danke.

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Angie “Angelika” Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Ist Angela Merkel Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland?


Es ist Zeit. Höchste Zeit für eine Frau in diesem Amt. Sowas würde ich lieber schreiben, wenn sie jemand anderes wäre.

Eigenwillig wie ich bin, freue ich mich aber über solche Sachen wie die hier:
Quelle: Wortfeld BlogGefunden beim Wortfeld Blog. Via Heiko Hebig. Dieser Heiko Hebig war übrigens durch den gleichen Satz von Noah Sow beeindruckt, wie ich:

Der uralte Gutmenschen-Zopf von der “Bereicherung” der “Verschiedenheit”, den immer gerne Leute anwenden, die gerade von der Lichterkette kommen und dann in Ohnmacht fallen, wenn ihre Tochter einen schwarzen Freund hat, ist mir ausserdem inzwischen gänzlich unerträglich.

Tut hier eigentlich nichts zur Aufklärung der Sachlage beitragen. War mir aber ein Anliegen und die zählen hier eine Menge!

Google wird Tyrell Corp.

Unbestätigten Gerüchten zufolge wird die Firma Google sich in nächster Zeit in Tyrell Corporation umbenennen.

“Dieser Name spiegelt unsere wesentlichen Interessen besser wieder”, sagte CEO Eric S. diesem Weblog nicht direkt.
“Google soll als Marke weiter bestehen bleiben. Die zwei Milliarden inoffiziellen Mitarbeiter der Firma werden diese Maßnahme zunächst nicht zu spüren bekommen”, versprach Mitgründer Larry Page bei einem informellen Mitagessen in Langley, Va. —

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