We’re Mods – Doku „Wild in den Strassen“ #Hamburg #1985

Ich habe seinerzeit lange recherchieren müssen, um den Namen der Doku herauszubekommen, die Jugendgangs und -gruppen Mitte der 80er Jahre in einem Drei-Teiler beschrieb. Nach einiger Zeit hatte ich den Titel und den Namen des Regisseurs herausgefunden und mir die VHS-Kassette beim NDR bestellt. Bei Youtube fand ich die Doku über die St. Pauli Champs nie. Bis ich heute bei Vimeo den dritten Teil über die Hamburger Mod-Szene fand.

Film about Mods in Hamburg from 1985.

Hach. Gänsemarkt, 1984.
;)

Bullerbü in Ottensen – Familienleben im Szenestadtteil

Eine Stunde haben wir uns unterhalten. Über Kinder, Kinderlärm, Mütter mit eingebauter Vorfahrt, selbstfokussierte Pop-Spießer und das gar nicht so alternative Leben im Szene-Stadtteil Ottensen. Sabine Eichhorst war ein wenig spät dran, hatte den Gänsemarkt mit dem Großneumarkt durcheinander gebracht, sodass wir uns ein wenig sputen mussten. Ein feines, interessantes und angeregtes, zeitweise diskursives Gespräch ist es geworden.

Zwei Sätze von mir, so genannte O-Töne, haben es dann in die NDR.info Dokumentation „Lokalzeit“ geschafft. Was für ein Aufwand, denn ich nehme an, für die anderen Interviewten hat sie sich ebenso lange Zeit genommen. Gutes altes Radio.

„Der Hamburger Stadtteil Ottensen wird von Familien erobert: In den Cafés stehen die Kinderwagen, der Bürgersteig wird zum Spielplatz. Sieht so das neue Bullerbü aus?“, fragt sie darin, und schon die Formulierung bestätigt den Eindruck aus unserem Gespräch; wir sind in vielen Punkten anderer Ansicht. Wie immer ist es ein wenig schade, dass von so einem intensiven Interview so wenig übrig bleibt, hineingegossen allerdings in eine gut produzierte und ausgewogene Reportage.

Anzuhören per Podcast – und ausgestattet mit einer Menge Zeit.

Auf Pauli 1970

… oder davor schon da rumgetrieben? Einen Faible für Amateuraufnahmen vom Kiez oder einen Kumpel mit Kamera? Dann ist das vielleicht was für Dich:

Der NDR plant ein voraussichtlich 45-minütiges TV-Feature zum 100-jährigen Jubiläum des FC St.Pauli. Da
Fernsehen mit Bildern deutlich spannender ist, sind wir nun auf der Suche nach altem Filmmaterial. Besonders interessant ist für uns Bildmaterial vor 1970. Die Inhalte müssen sich nicht explizit auf den Verein beziehen, auch wenn nur ein Spieler kurz vorkommt oder das Stadion gezeigt wird, könnte das Ganze weiterhelfen. Natürlich freuen wir uns auch über Hinweise auf besondere Geschichten rund um Verein und Viertel – oder beispielsweise alte Hörfunkreportagen.

Zu den Autoren: Kristopher Sell und Patrick Gensing, seit einigen Jahren beim NDR sowie schon etwas länger bei Spielen des FC St. Pauli.

Wer sachdienliche Hinweise oder weitere Ideen hat – bitte an die Email-Adresse: fcstpauli (beim, „aet“ ) ndr.de senden. Diese Mail Dieser Aufruf kann auch beliebig weitergeleitet werden.

Lieber NDR, der Herr Schiele mit seinen flickr Bildern, weiss vielleicht, wo man sowas her bekommt. Das hier ist schon mal ziemlich knorke.

1000 Fans, 1000 Videos – 1000 Perspektiven

...Es prallen Vorstellungswelten aufeinander, wenn einerseits darüber diskutiert wird, dass Internet-Videos von ARD und ZDF nach sieben Tagen – Sportvideos bereits viel früher – „aus dem Netz“ genommen werden sollen.

Andererseits soziale Videodienste, wie Qik, sich auf das Iphone ausdehnen.

Sicher, die formaljuristische Position der DFL ist klar, aber wohl noch lange nicht abschließend geklärt. Die Diskussion um die Frage, „wem gehört der Fußball?“ und „wie geht eine Gesellschaft mit dem Aufeinandertreffen zweier Grundrechte um?“, gerade erst entbrannt. Allein die Verbände und ihre Verwerter, die Sender und Broadcaster scheinen nicht mitdiskutieren zu wollen.

Liebe DFL, wollt ihr die alle abmahnen? Fußballfans, wie bspw. die fünf, die Videos vom Spiel des FC St. Pauli gegen den SC Freiburg vom 6.4.2008 auf YouTube eingestellt haben? Gästefans sind darunter und Paulianer. Viele verschiedene Perspektiven, von den Sitzplätzen über der Nordkurve, der neuen Südtribüne, entlang der Gegengeraden und aus dem Gästeblock. Zu vielen verschiedenen Zeitpunkten: Vor dem Spiel, vor und nach jedem Tor und bei der Ehrenrunde.

Zusammen ergeben diese Fragmente eine beeindruckende Collage an Emotionen, Eindrücken. Übermitteln Leidenschaft und Atmosphäre, auf eine Art und Weise, die man fast künstlerisch nennen kann.

Eine Konkurrenz zur herkömmlichen Sportübertragung im Internet sind sie nicht. Eher eine Ergänzung.
Das bald massenhaft auftretende Ausüben eines Grundrechtes, meiner Ansicht nach nicht zu verhindern, nur zu umarmen.

Boller, Fabian und Timo Boll, der FC St. Pauli und die Welt der Verwechslungen

Timo Boller Boll
Die gute Nachricht zuerst. Thomas Meggle, der uns gegen Offenbach so schmerzlich fehlte, wird wohl gegen 1860 das defensive Mittelfeld zusammenhalten. Allerdings ohne Fabian „Boller“ Boll, der ist nämlich wegen seiner fünften gelben Karte gesperrt.

Vielleicht hat das ja Die Welt dazu gebracht, einfach Timo Boll ins defensive Mittelfeld zu platzieren. Der spielt zwar sonst Tischtennis, kann dadurch aber sicher auf kleinem Raum mit dem Ball umgehen. Vielleicht hat sich aber auch nur der Fehlerteufel, der zuvor den NDR heimsuchte bei Die Welt breit gemacht. Oder ich habe aktuell den Überblick über den Kader des FC St. Pauli verloren.

Mit Timo Boll bildet er (Meggle) in der Idealformation das gut funktionierende Duo der Doppelsechs als Abräumer vor der Abwehr.

Vielleicht klont Sankt Pauli aber auch gerade einen Super-Mittelfeldspieler aus Fabian Boll und Timo „Schulle“ Schulz, und die Welt ist da einer Weltexklusivmeldung auf der Spur?

Einerlei, wer da jetzt mit Meggle den Laden sauber hält. Zu Null ist das Ziel.

Wunderliches Fernsehverhalten

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Ich kann bei mir und vielen meiner Kumpels Mitmenschen eine erstaunliche Wandlung feststellen: wir sortieren die Fernbedienung neu.

Waren früher die ersten drei gesetzt mit den öffentlichen Sendern, Erstes – Zweites – Drittes (bei mir NDR) und folgten dann die großen Privaten, Sat.1, RTL, PRO7 und ihre Stiefkinder VOX, Kabel1 und RTL2, so sieht das heute anders aus.

Auf den ersten drei Plätzen stehen ausschliesslich öffentliche Stiefkinder: Phoenix, 3Sat und arte.
„Vorreiter in Sachen Innovation und Qualität“
– (vgl. Thomas Knüwer zu dieser Fragestellung)

Dann folgen Kabel1, wegen der Serien King of Queens sowie Dmax, Kika und Pro7 für die jeweiligen Zielgruppen in der Familie („Heidis Topmodel“ für mich und „Die Simpsons“ für meine Frau, oder wars anders herum ;). Überlege noch, ob ich Das Vierte und Tele5 weiter nach vorne holen soll, da bleibe ich nämlich immer häufiger backen – ist euch schon mal aufgefallen wie viele Filme Lee van Cleef so abgedreht hat?.
Übrigens genauso, wie bei den Dokus auf N24, mit Nachrichten hat das allerdings weniger zu tun ;(

Überrascht mich deswegen gar nicht, die Diskussion bei, über und um Sat.1 und seine Nachrichtenformate.

Die Rüpel vom dodenhof

Sowas tolles, da erhebt sich aus der Kaltenkircher Tundra ein gläserner Nierenbau, der alles hat, was das Shopperherz begehrt. Wirklich, ich bin ein kleiner Fan dieses Einkaufwunderlandes. Freundliche Verkäuferinnen, viel Platz und viel Licht. Ein unsagbar toller Kinderspielhort, der einen an die seligen 70er Jahre im HHer EEZ erinnert. Toll.

Selbst die vielen Terminänderungen haben die Expiditeure, so heissen die armen Menschen, die die Unsortiertheit ihrer Kunden in einen linearen Ablauf bringen müssen, klaglos mit holsteiner Freundlichkeit abgearbeitet.

Dumm, wenn dann die Crew, die zum Aufbauen kommt, den ganzen Eindruck nachhaltig versemmelt.

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BILD und der Mercedes Hymnenstreit

Chauvinistische Scharmützel mit ihren großen englischen Vorbildern entspringen bei der BILD einem lang kultivierten Minderwertigkeitskomplex. So bissig, so gesellschaftlich relevant, wie die SUN oder der Mirror möchte sie gerne sein.

Da kommt der angebliche Hymnenstreit um das McLaren-Mercedes Team gerade recht.

Aus rein chauvinistischer Sicht allerdings eigentlich gar kein Thema. Wäre BILD so konsequent bösartig, wie ihre englischen Vorbilder, hätte sie sich nicht nehmen lassen zu erwähnen, dass die Hymne „God save the Queen“ ein deutsches Pendant hat.
Und „Heil Dir im Siegerkranz“ passt ja sowieso besser zum Thema.

So bleibt nur der Eindruck eines kleinen verschämten Stücks deutschen Boulevards – von „Größe“ keine Spur. Das englische Original schmettert sich ja auch viel schöner.

Vgl. Bildblog zum Thema: BILD, Mclaren und das Original

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Einladung zur Web 2.0 Butterfahrt

Wer schon einmal eine Verlosung mit „meet & greet“ veranstaltet hat, der weiss, dass man sich da mit Sätzen wie: „schickt uns doch mal die schönsten Basteleien für euren Startreff mit Fuzzi MC“ ganz schön in den eignen Fuß schiessen kann. Bei „HnzgnF“ haben wir damals Wagenladungen von schlimmen Zeichnungen, pubertären Schlüpfrigkeiten und naiven Basteleien entsorgt. Jede Woche.

Die Coolen, die Begabten, die mit denen man vor der Kamera was anfangen kann, die sind nie darunter gewesen.

Noch schlimmer wirds, könnte man nun meinen, wenn ein next-generation-„web 2.0“-Kongress – zu seinem zweiten Geburtstag sich next07 nennend (ja ein Internetjahr sind vier Jahre, schon vergessen?) – zu so etwas aufruft.

Doch weit gefehlt. Sie sind da draussen, die coolen und begabten Hoschies, die unbedingt zu der Butterfahrt nach HH wollen:

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Rosenmontagszeit = Flirt-Zeit

Rosenmontagszeit = Flirt-Zeit
von Dr_Marcus_Damm (erschienen im EliteBlog)

Man kann ja von Fasching (Karneval) halten, was man will. Aber eins steht fest: Die meisten Karnevalisten sind gute Flirt-Partner. Denn das kollektive Fröhlich-Sein wird ja gesellschaftlich und kulturell ans Herz gelegt. Millionen Menschen folgen diesem Aufruf zum Ausbruch aus dem Alltag.

Noch bis mindestens Aschermittwoch können Flirtambitionierte aus dem Vollen schöpfen, sprich die mannigfaltigen Möglichkeiten zum anregenden Smalltalk mit dem anderen Geschlecht nutzen, etwa bei Partys oder Umzügen.

Hier einige Tipps:

1. Das eigene Kostüm muss gut ausgewählt sein. Ich verzichte stets auf Verkleidungen, die mein geschlechtsspezifisches Erscheinungsbild zunichte machen würden. Denn: Wer Eindruck auf das andere Geschlecht machen will, darf das eigene durch das Kostüm betonen oder „ausschmücken“. Es ist wissenschaftlich bestätigt, dass die meisten „typischen“ Männer und Frauen den stärksten Eindruck hinterlassen.

weiterlesen -> (Ich bin immer wieder erfreut, wenn ich Marcus Texte lese und merke, dass das gemeinsame Projekt immer noch lebt ;)

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Albern

Jimmy Carter einen Antisemiten zu schimpfen, ist selten albern.

So sind Aussagen wie diese reinster gonzo:

“Es war Borat, nicht Jimmy Carter, der eine Menschenmenge in Tucson dazu anstiftete, gemeindem mit ihm zu singen ‘Werft den Juden in den Brunnen’.

Carter hat die gleiche Botschaft.

… lese ich und schüttle den Kopf.

Natürlich muss dieses Buch auf Kritik stossen, man kann es sogar unanständig finden, dass Carter die Apartheid als Begriff bemüht. Letztendlich ist im Sinne des Begriffes ja nichts anderes im Gange dort, nur vergleichen, die Dinge in Israel mit denen in Südafrika darf man nicht, was Carter wohl selbst richtig stellt – am Ende. Und das darf man dann unanständig nennen, wenn man dann will. Ein Antisemit wird Carter aber dadurch noch lange nicht, wenn er klarstellt:

We discussed the word „apartheid,“ which I defined as the forced segregation of two peoples living in the same land, with one of them dominating and persecuting the other. I made clear in the book’s text and in my response to the rabbis that the system of apartheid in Palestine is not based on racism but the desire of a minority of Israelis for Palestinian land and the resulting suppression of protests that involve violence. Bishop Tutu, Nelson Mandela, and prominent Israelis, including former attorney general Ben Yair, who served under both Labor and Likud prime ministers, have used and explained the appellation in harsher terms than I, pointing out that this cruel oppression is contrary to the tenets of the Jewish faith and the basic principles of the nation of Israel.

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Eminem Interview, und 50 Cent war auch dabei

… kam eben per E-Mail. Irgendwie klingt das mächtig wenig nach Straße (Vorsicht Trendausdruck), wenn man das Interview in der VIBE mit 50 Cent und Eminem auf deutsch liest.
Oder gerade, weil hier sich offenbart, wie wenig diese Männer zu sagen haben.

Am niedlichsten finde ich die Kosenamen mit denen sie sich, via Interviewer, ansprechen.
„Em“, „Fif“, LOVELY!

Eminem: Ich habe das, was Fif gerade macht, auch acht Jahre lang durchgezogen. Nichts als Züge, Flugzeuge, Autos, und dann den Druck, vor all diesen Menschen aufzutreten und keine Line zu versauen, keine Scheiße zu bauen. Die Leute zählen auf dich; sie haben diese Eintrittskarten gekauft, um dich zu sehen. Das war alles Druck, und dazu kam dann noch derjenige Druck, dem ich in meinem Privatleben ausgesetzt war. Also kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich mir sagte: „Alter, ich muss mal runterschalten.“

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Crib

Crib, das bedeutet auf englisch ein Menge.
Lustigerweise sowohl Krippe oder Kinderbett als auch Klartext, der dazu verwendet wird, meist digitale aber auch analoge, Codes zu knacken.

Crib ist das amerikanische Wort für Heim, aber auch Wortbestandteil eines Spiels, eines Kartenspiels.

Sehr interessantes Wort. Lasst euch aber durch das Gefasel hier nicht beeindrucken. Ausser für mich macht das eigentlich keinen Sinn. Bis jetzt.

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Lufthansa: „Jetzt verscherbeln wir alles, auch Versicherungen“

Es gibt Menschen, die Lufthansa und andere Prämienmeilen als ernsthafte Konkurrenz zu unserer Währung sehen. Zugegeben, manchmal rechne ich noch um – allerdings von D-Mark in Euro, vor allem wenn ich betonen möchte, wie teuer oder aber auch wie preisstabil etwas ist.

Fehlt mir noch, in Zukunft auch in Meilen rechnen zu müssen.

Freunde von mir tun das schon lange. Sie sind Unternehmensberater und durch ihre Tätigkeit viel unterwegs. Die Honorare werden meist von großen Konzernen oder aus staatlichen Töpfen bezahlt, da spielen die Reisekosten eine untergeordnete Rolle. Ja, manchmal hat man den Eindruck, wer seine Berater per Business-Class einfliegen lässt, gilt mehr, hat es irgendwie geschafft. Eigenwillig, aber nicht mein Thema heute.

Diese Meilenumrechner dürfen dann, anders als ich, regelmäßig irgendwohin. Fliegen und Hottellieren, Wellnessen und Cityhoppen und was es sonst noch alles so Modernes gibt. Das alles natürlich über Lufthansa und seine Partner, bezahlt mit Meilen.

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Ahmadineschad zur WM in Deutschland, schlimm?

Der iranische Staatspräsident provoziert. Er ist sehr wahrscheinlich sogar ein mieser Kerl, ein Judenhasser ebenso und durch und durch skrupellos. Aber zu den Fakten gehört auch, dass er der Präsident einer Mannschaft ist, die in Deutschland in der WM-Endrunde spielt. Mannschaften werden des Öfteren von ihren StaatslenkerInnen besucht. Das ist vollkommen normal. Und sollte es auch in diesem Fall sein.

Die Rufe nach einem Einreiseverbot sind deshalb nicht nur albern, sondern offenbaren auch eine neue Qualität der Frontmachung. Endlich gebärt sich einer mal so richtig schön böse. Nach Jahrzehnten des offiziellen und gefühlten „New Order“, nach den Nachwende-Kuscheljahren erscheint da am Horizont ein neuer Feind. Einer an dem man Jahrzehnte Spaß haben kann. Da nimmt sich jede Diskussion um Hartz 4 und BND-Spitzel in der Journalie als Lappalie aus.

Eine Forderung nach Einreiseverbot demaskiert den Forderer als Kriegstreiber, Separatisten oder Idioten, je nachdem. Nur ein Idiot würde sich nämlich die Gelegenheit entgehen lassen, diesem Sack seine Meinung zu sagen. Hier, in Deutschland!

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Wild in den Straßen – das 1985 der „St. Pauli-Champs“

 

Ich erinnere mich noch lebhaft an Diskussionen am elterlichen Abendbrottisch, bei denen mein Bruder und ich versuchten unseren erstaunten Eltern zu erklären, dass in Hamburg Mitte der achtziger Jahre Krieg herrschte, es war „Wild in den Straßen“*.

Doku St. Pauli Champs

Alle zwei bis drei Jahre formierte sich auf St. Pauli eine neue Straßengang. Die Herauswachsenden wurden Wirtschafter oder so, die Nachwachsenden wollten ihre großen Brüder noch übertreffen. Nach den „Streetboys“ trieb 1984 eine neue, diesmal riesige Gruppe verwahrloster Jugendlicher in Hamburg ihr Unwesen, die St. Pauli Champs. Ihr Revier war St. Pauli. Der Hamburger Dom der Ort an dem man auf die anderen, die Popper, Rocker, Mods und Nazis traf. Mit der S1 wurden Raubzüge ins reiche Othmarschen unternommen. Teilweise bis zu 50 Champs stürmten Parties und zogen Popper auf der Straße ab. „Die geben immer so an mit ihrn Geld“ war dann die lapidare Erklärung.

Wahrlich kein neues Phänomen. Aber hat sich denn etwas verändert? Ist es schlimmer geworden? Ich bin kein Jugendlicher mehr. Irgendwann hörte der Spuk auf. Ist das der eigentliche Skandal, dass diejenigen, die sich auf St. Pauli über die letzten Jahrzehnte um Jugendarbeit gekümmert haben nicht genügend Aufmerksamkeit bekommen haben?

Jugendgangs aus Hamburg in den 80ern

Mir kommt St. Pauli sicherer vor, als vor 20 Jahren. Liegt das daran, dass ich älter geworden bin?

Es ist nicht so einfach, diese Frage eindeutig zu beantworten. Einig scheinen sich alle Pädagogen, mit denen ich mich seit meinem Abschied aus der Szene unterhalten habe: Es ist lohnender früh zu unterstützen, in den Grundschulen und Kindergärten, als später die Verwahrlosung zu verwalten. Neuerdings auch, schön über einen Kamm geschoren, Hartz IV genannt.

Nachtrag: ein gutes Zitat aus der taz, gefunden in den Spreeblick-Kommentaren

Am Beispiel der Rütli-Hauptschule in Berlin Neukölln mit ihren vielen arabischen Jugendlichen ist die Ignoranz der politischen Mitte schnell erzählt. Seit fünfzehn Jahren haben Sozialarbeiter, Sozialwissenschaftler, Journalisten und GEW-Vertreter vor den Problemen vor allem mit den palästinensischen und libanesischen Familien Neuköllns gewarnt. Die Großeltern und Eltern der Kinder der Rütli-Hauptschule kamen in den Achtzigerjahren als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Berlin. Sie erhielten keinen sicheren Aufenthaltsstatus, sondern stets auf wenige Monate befristete Duldungen, die ihnen die Aufnahme von Arbeit verwehrten. Die Familien wurden auf Dauer in ein System reduzierter Sozialhilfe gezwungen und hatten nur selten die Möglichkeit, ihr Leben durch eigene Arbeit zu finanzieren. Integrations- oder gar Deutschkurse gab es nicht, und die Schulpflicht für ihre Kinder wurde erst Anfang der Neunzigerjahre durch den rot-grünen Senat verfügt. Dieses Leben im Transit währte 10, 15 oder gar mehr als 20 Jahre.

Das Ergebnis dieser Politik sind zerrüttete Familien, die von Analphabetismus geprägt sind, und Überlebensstrategien, die nicht immer mit bürgerlichen Wertvorstellungen übereinstimmen. Wer nun in kulturkämpferischer Pose über diese Jugendlichen herfällt und meint, sie seien ein weiterer Beweis mangelnden Integrationswillens von Muslimen, ist nicht nur zynisch, sondern zeigt: Das Interesse ist nicht Erkenntnisgewinn, sondern die schiere Lust auf Krawall.

Dies habe ich gemeint, wenn ich oben einfordere auf die Fronthelfer, die Sozialarbeiter und Kirchen zu hören, die sich in den erwähnten Stadtteilen noch engagieren. Ob St. Pauli, Wilhelmsburg oder Berlin-Neukölln, ist dabei einerlei.

„Ich glaube schon, dass die Strukturen mit Berlin vergleichbar sind“, hält Hamburgs GEW-Vorsitzender Klaus Bullan dagegen. Auch an der Elbe gebe es Stadtteile, die besonders stark belastet seien, während die Versorgung der Schulen mit Beratungslehrern „sehr zu wünschen“ übrig lasse. Es wäre deshalb klug, wenn Hamburg seine Hauptschulen präventiv mit Sozialpädagogen ausstatte.

„Mittelfristig“ gehöre die Hauptschule abgeschafft, sagt Bullan, eine Vorstellung, mit der sich in Hamburg sogar die CDU anfreundet und über deren Umsetzung in den kommenden Monaten in der Enquete-Kommission Schulstruktur beraten wird.

Sich an erfolgreichen Modellen, wie denen aus Schweden zu orientieren, dafür ist es nun allerdings wirklich höchste Zeit!

*) Wild in den Straßen ist der Titel eines Dokumentarfilmes von Thorsten Jeß von 1984, der 1985 im NDR lief. Ein wichtiger Film, um unseren Eltern begreiflich zu machen, was dort los war.

Heidi Klum ist nicht das Sozialgericht Bremen ist nicht Heidi Klum

Das Sozialgericht Bremen ist das Sozialgericht Bremen. Und es hat einen Namen, das Sozialgericht Bremen. Nach Meinung des Sozialgerichts Bremen darf der Shopblogger diesen Namen nicht nennen. Das widerum hält der Lawblog für einen Fake. Ist aber keiner, denn das Sozialgericht Bremen ist das Sozialgericht Bremen und nicht der Shopblogger, so gerne er auch das Sozialgericht Bremen wäre. Eigenwillig.

Ach. Und Heidi Klum ist auch Heidi Klum. Heidi Klum hat nicht nur einen Namen, sie hat auch noch eine Marke. Die ist ihr Name, Heidi Klum. Irgendwie beeindruckender Heidi Klum zu heissen, als das Sozialgericht Bremen, aber das ist eine andere Geschichte.

Nachtrag: Eben hat eine PR-Agentur angerufen und mich gefragt, ob sie diesen Text als Blindtext verwenden darf.
Gerne. Für juristische Konsequenzen seit ihr selber zuständig. Wenn ihr in Bremen wohnt vielleicht das Landgericht Bremen oder das „Amtsgericht Neue Vahr Süd“, wenn es das gibt.

Dr. Bahr sagt dazu:

Die Forderung (die Namensnennung zu unterlassen, Anm. d. Red.) ist daher – höflich formuliert – absurd.

Zu untersuchen wäre noch, ob es sich bei dem Shopblogger bereits um eine journalistische Publikation handelt, die unter den Schutz des Presserechtes zu stellen ist. Wie sehen das denn die Herren von der Juristerei?
Auf jeden Fall hat Klein-Blogbeck eine neue Sau, die es durch das Dorf treiben kann: Das Sozialgericht Bremen (Heidi Klum erwähne ich hier nur am Rande)

Angie „Angelika“ Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Ist Angela Merkel Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland?


Es ist Zeit. Höchste Zeit für eine Frau in diesem Amt. Sowas würde ich lieber schreiben, wenn sie jemand anderes wäre.

Eigenwillig wie ich bin, freue ich mich aber über solche Sachen wie die hier:
Gefunden beim Wortfeld Blog. Via Heiko Hebig. Dieser Heiko Hebig war übrigens durch den gleichen Satz von Noah Sow beeindruckt, wie ich:

Der uralte Gutmenschen-Zopf von der „Bereicherung“ der „Verschiedenheit“, den immer gerne Leute anwenden, die gerade von der Lichterkette kommen und dann in Ohnmacht fallen, wenn ihre Tochter einen schwarzen Freund hat, ist mir ausserdem inzwischen gänzlich unerträglich.

Tut hier eigentlich nichts zur Aufklärung der Sachlage beitragen. War mir aber ein Anliegen und die zählen hier eine Menge!

Angela Merkel: ein Spiegel-Leser bringt es auf den Punkt!

Ein Leserbrief im aktuellen Spiegel hat mich schwer beeindruckt.
Lieber Peter Coppenrath, Ihr Einverständnis vorausgesetzt ernenne ich Sie zum Fahnder ehrenhalber. Und zwar deswegen:

„Angela Merkel ist schlechthin die ideale Kanzlerkandidatin! Sie ist fachkompetent wie Gerhard Schröder, sympathisch wie Roland Koch, dynamisch wie Johannes Rau, Teamplayer wie Helmut Kohl, strahlt Autorität aus wie Norbert Blüm, kann Wahlsiege vorweisen wie Klaus Uwe Benneter und hat sich bisher um Deutschland verdient gemacht wie Osakr Lafontaine. Da kann nichts mehr schiefgehen.“

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Basic Instinct II: Sharon Stone Reloaded?

Nach dem Welterfolg von „Basic Instinct“ aus dem Jahr 1992 wird derzeit in London die langerwartete Fortsetzung (Filmdenglisch: Sequel) gedreht. Dort gerät Catherine Tramell (Sharon Stone) erneut in den Konflikt mit dem Gesetz. Und auch Scotland Yards Kriminalpsychologe Dr. Andrew Glass (David Morrissey) verfällt, ähnlich wie einst sein Vorgänger Nick Curran, ihrem gefährlichen Bann ….

Nach Paul Verhoeven inszeniert nun Regisseur Michael Caton-Jones („Shooting Dogs“, „Der Schakal“, „Rob Roy“, „This Boy’s Life“) nach einem Drehbuch von Joe Eszterhas. Neben Sharon Stone und David Morrissey stehen Charlotte Rampling („Swimming Pool“) und David Thewlis („Königreich der Himmel“) vor der Kamera.

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