Segeln Extrem (Video)

Das Gefühl, das dort, wo eben noch Dein Schiff war, auf dem Du Deinen Fuß absetztest, so normal, als wäre das keine wackelige Insel auf der Du da rumturnst, nun gähnende Leere sich erstasten lässt, das kenne ich auch. Außenbords sich wiederzufinden ist kein schöner Schreck. Nur so extrem … oha.

Sonwik: Winterlicher Yachthafen

DSC00019.JPGYachthäfen im Winter haben etwas trostloses an sich. Klar, vor allem ohne Außen-Liegeplätze, sind sie fast leer.

Dennoch funktioniert die Romantik immer noch irgendwie. Das Wasser wirkt nicht so kalt, wie es sein müsste. Die roten und grünen Leuchten an der Hafeneinfahrt wirken fast heimelig.

Ich erinnere mich an ein Buch, dass ich vor Jahren mal gelesen habe. Den Titel habe ich vergessen, aber nicht die tolle Beschreibung einer winterlichen Überfahrt von Schweden nach Schottland. Schauderhaft kalt und romantisch abenteuerlich.

(L: die Sonwik Marina, Flensburg)

blue race 2007 – wenig Blogs und die miefige online-Berichterstattung des HA

Luv
Datum: 27.06.2007
Luv, Skipper Heiko Tornow

Wenn ich am Wochenende zuhause bin, dann lese ich mit salziger Wonne die Berichte von den Schiffen auf dem Atlantik, die im Rahmen des blue race 2007 über den Atlantik gen Hamburg sich durch Tiefdruckgebiete und klammen Dauerregen kämpfen. Im Moment in der Nähe von Irland, mitten in einem Orkantief.

Der Nachmittag vor dem Sturm. Gespannte Aufmerksamkeit bei allen, die in Richtung aufziehende Front blicken. Die kommt wie im Bilderbuch von achtern mit hohen Zirruswolken, darunter immer schwärzere Schichten bis ran an den Horizont. Leichter Regen setzt ein. Das Barometer sinkt seit Stunden deutlich, jetzt immer rascher.

Die Berichte von Bord kommen per E-Mail in die Redaktion des Hamburger Abendblatts, die eine sehr schöne Übersichtsseite in ihrer Wochenendausgabe damit füllt. Umso weniger begreifbar ist die Onlineberichterstattung, die wie in dumpfen Zeiten auf die Printartikel verweist und die Regattaseiten lediglich per PDF anbietet. Dummerweise immer nur die von gestern. Mit online first hat das wenig zu tun. Und das bei einem Thema, bei dem niemand sonst dem Hamburger Abendblatt Konkurrenz machen würde.

Dummerhaftig, wie da die Chance verpasst wird, Segler und segelbegeisterte Hamburger zu Stammlesern zu machen. Online.

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Kroatien – Segeln und die nackte Freiheit

trogir to kamiza, masteryachting Kroatien 2006 153

Die Freiheit an Bord eines Segelschiffes hat zwei Seiten. Zum einen die Erfahrung, in Grenzen das Konzert von Wellen, Wind und Schiff steuern und beeinflussen zu können, zu segeln.

Yachtcharter Kroatien mit Skipper

Spätestens nach drei Tagen an Bord stellt sich dann eine weitere Freiheit ein. Die Unabhängigkeit von vielen zivilisatorischen Hilfsmitteln und hippen Krücken.

Aleksander erwähnt immer wieder, dass man sich nach Monaten auf einem Schiff ein wenig zu sehr an die Schönheit der Gegend, das Segeln und das Essen gewöhnt. Allerdings das Erste, was man als Skipper nach einem langen Winter an Land tut, ist sich nach der ersten Nacht an Bord morgens nackt in die See fallen zu lassen, um sich zu waschen, ein wenig zu schwimmen und sonstige Bedürfnisse und Sorgen dem Meer anzuvertrauen. Vollkommen frisch erklimmt man dann wieder die schwankende Heimstatt, gewappnet für den Tag.

Segeln in den Kornaten

Dieses Gefühl der frischen Freiheit, das stumpft nicht ab, ist jeden Morgen neu – und übrigens das beste Mittel gegen Kater.


Dieser Beitrag ist einer von mehreren, die ich während eines Segeltörns in Kroatien schrieb.

 

Das letzte Segelschiff auf der Ostsee …

Moblog899… und ich an Bord. Das war schon einer der zehrensten Törns, die ich so in letzter Zeit gemacht habe.

Als wir Warnemünde rausgingen, haben wir uns höhnische Kommentare der Fischer anhören müssen.
Als wir dann draussen waren und uns die Ostsee mit hohen Wellen und sieben Bft. (in Böen acht) entgegen schlug, wussten wir dann auch warum.

Nach elf weiteren Stunden erreichten wir dann in der Dunkelheit Travemünde. Schnaps und Steak und dann in die Koje. Mehr war definitiv nicht drin an Kraft.

Moblog905“Molto Pittoresco” und das, was mir immer in Erinnerung bleiben wird, waren die acht Möwen, die bei Vollmond hinter unserer “Carter 30” hinterher flogen, als wir nach Travemünde hinein liefen. Da war alles klamme, nasse Fühlen weg. Zumindest für einen Moment.

Überhaupt kann ich das Gefühl kaum beschreiben, das mich mit dem Leuchtfeuer von Travemünde, oben auf das kastenartige Hotel Maritim geschraubt, verbindet. Das helle, warme Rot, später Gelb, das Dir sagt, daß Du bald da bist.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen” -via-

Zeitlose Orte

aeroeskoebing_is.jpg

Es galt lange, dass Orte an denen die Zeit scheinbar spurlos vorbei geht, mindestens zur tiefen Provinz zu zählen seien. Eigentlich ist es anders herum.
Orte, zu denen man zurückkehrt, ohne eine wesentliche Veränderung wahrzunehmen, sind faszinierend. Nahezu perfekt, denn der Druck des Wandels verpufft hier, findet einfach keine Angriffsfläche.

Blankenese, bei Hamburg, war lange Zeit ein solcher Ort. Zwar zogen immer mehr Hamburger hinzu, das Wesen des kleinen Fischerdorfes, die gegenseitige Unterstützung, das gemeinsame Gefühl an einem besonderen Flecken Erde wohnen zu dürfen, das ist immer noch so, wie immer schon.

Vor gut 30 Jahren segelte mein Vater öfter mit uns Jungs nach Aeroe, einer Insel in der dänischen Südsee. Abends spielten wir dann auf der Mole von Aeroeskoebing und sahen den großen schwarz-weißen Fähren zu, wie sie ein paar Landwirtschaftsfahrzeuge und Menschen an Land spuckten. Nebenbei fingen wir eimerweise Krebse für das Abendbrot.

Besucht man Aeroeskoebing heute, fügen sich die Wahrnehmungsmuster von damals nahtlos in die gerade eintrudelnden Eindrücke von Auge, Nase und Ohr.

Hier muss sich nichts ändern. Warum auch? Solange es segelnde Väter gibt, die ihren Kindern dänisches Soft-is und Lakritzpfeifen schenken, solange man an der Mole Krebse mit altem Weißbrot fangen kann, solange das Leben in diesem Rhythmus lebenswert ist, solange muss sich hier nichts ändern.

Eine stoische Kraft entspringt daraus. Ein wenig von dieser Kraft kann man mitnehmen. Allerdings muss man immer mal wieder zurückkehren.

Weblog Kettenbfrief: Sommerstöckchen

Vielleicht habe ich das ja auch falsch verstanden. Sebastian wollte Carola mal ein Stöckchen zuwerfen. Dann haben sich Pia und ein paar andere auch noch daran beteiligt. Ist das nun ein Stöckchen oder ist das zu einem Weblog-Kettenbrief geworden?
Die Idee ist nämlich ganz nett. Sebastian hat sich, wie wir alle, über das Schmuddelwetter geärgert. Wenn der Sommer nicht zu ihm kam, hat er sich gedacht, dann denke ich eben an ihn. Da er anscheinend auch gerne an Carola denkt. Hat er ihr folgende Fragen (die ich hier einfach auch mal beantworte/ ich liebe Fragebögen ;) gestellt und gleich mit beantwortet: Capice?

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