Bücher ABC – Literatur und Buchkritik auf Youtube

Wer sich mit Video und Bewegtbildformaten in der digitalen Welt beschäftigt, der landet schnell bei Youtube und seiner mannigfaltigen Sammlung von Web-TV Formaten. How-to Videos sind da der neue heiße Scheiss – und Verarsche geht auch immer. Aber Literatur?

Heute bin ich auf ein paar Youtuber_innen gestossen, die das Format Buchbesprechung auf Youtube versuchen zu etablieren, und das sogar erfogreich und teilweise sogar, ohne das Buch gelesen zu haben. :)

Das hat mich inspiriert, auch einen Beitrag zum Themen-Tag „Bücher ABC“ beizusteuern:

Klingt wie eine schlechte Helge Schneider Parodie und ist schlimm … und ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag. Wie das aussehen kann, wenn sich große Jungs damit beschäftigen, kann man bei Litscout sehen …

Hausgemacht.tv in sexy

Ich mag ja Ratgebersendungen. Und Kochsendungen auch.
Hausgemacht.tv (gehört zur Familie) oder die Kochsendungen des Guardian finde ich gelungene Formate. Nun stöbere ich weiter durch das Next New Network und finde ein Ratgeberformat, das mir auf Anhieb gefällt. Lange nicht so schreiend, wie Lady Gaga, aber auch sexy und quasi ein Hausgemacht oder Galileo für Frauen. Und wie es das Klischee so will, gleich mir drei Moderatorinnen, die auch nicht für eine Sekunde aufhören zu schnattern.

Fußball im Longtail: Der EuGH zu Pay-TV und der Spieltag ohne den Montag

Ich sitze gerade beim Kaffee in einer portugiesischen Bodega bei mir um die Ecke. Beim zweiten Kaffee, den man in Hamburg Galao nennt, denke ich an den übernächsten Montag und meine Vorbehalte gegen diese Fanfeindlichen Anstosszeiten.

Dann schweifen meine Gedanken zu dem Urteil des Europäischen Gerichthofes in Sachen Pay TV, insbesondere Fußball-PAY-TV. Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis es neben der Sender-gestützten Fußballübertragung, die ja nach Reichweite und Zielgruppe aussendend nur die Sahnespiele der Sahneclubs zeigen können und wollen, auch den Longtailigen Sender gibt. Wann, und nur das ist imho die Frage, nicht das ob, wann also wird es von Vereinen, meinetwegen von Youtube oder einem Sport-MyVideo, oder anderen organisiert, eine komplette Coverage von Spieltagen in allen Ligen geben, die mehr als 1’000 Zuschauer pro Spiel interessieren?

Roger Willemsen sagt zum Hamburger Abendblatt heute, dass Unerfülltes im Leben dasjenige sei, das Menschen zu Literatur zieht. Für Kulturveranstaltungen wie Fussballspiele gilt das imho auch. „Wir kann ich mir die Fussballwelt noch denken? Wie wäre es wenn – und dann fängt es an“

In fünf Jahren bin ich Abonnent der Zweitliga-Spiele des FCSP, von Altona 93 – der Frauenmannschaft, die inzwischen Budesliga spielen – und dem Celtic FC. Und wegen des großen Erfolges des longtailigen Fussballübertragungsmarktes sind Montagsspiele eine Episode von Gestern. Also heute.

Bisher noch nicht einmal Literatur dieser Gedanke, aber trotzdem schön.

TV – Niemand schlägt das Traumschiff

Ich finde diesen Trailer ja aus mehreren Gründen interessant. Zum einen, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, dass junge TV-Macher ihre Formate auch noch eigenhändig, zu Fuß und zu Hause bei Mutti bewerben werden müssen in einer Medienlandschaft, die von Medienschaffenden einerseits Professionalität in Stil und Form verlangt, andererseits aber auch Excellenzen in social media und Co.

Da wirkt die Produzenten-Clique, die das Traumschiff macht, wie ein Klub der Paten aus einer guten alten Fernsehzeit.

In diesem Trailer:
Moderator Joko von neoParadise – die neue LateNight Show am Donnerstagabend in ZDFneo – also unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Helmut Schmidt über Guido Westerwelle #maischberger #meme

„Kann man sich auf unseren Außenminister verlassen, was seine Führungskraft angeht …?“, fragt Sandra Maischberger gestern den Alt-Kanzler der Nation über Guido Westerwelle (FDP).

„Ich glaube nicht, dass Sie im Ernst eine Antwort von mir erwarten“, antwortet Helmut „Schnauze“ Schmidt. „So schlimm?“ – entfährt es dann Sandra Maischberger und ich meine, ich hätte sie leicht lächeln sehen.

#martin oe. möchte dieses zitat zu einem „viral“ anstupsen. ich auch.

Bundesliga live: Sky oder Liga total?

Ich verstehe das so:

sky (vormals Premiere) ist das klassische Pay-TV, also das Fernsehen, dass aus der Dose (Kabel, Satellit) in meinen Fernseher kommt. Liga total ist eigentlich dasselbe, also auch nur Fußball-Bundesliga (in HD?), mit dem Unterschied, dass die Fernseh-Live-Bilder via Internet (DSL) gestreamt werden.

Frage:

Welche Preisunterschiede gibt es?
Welche Qualitätsunterschiede gibt es?

Erik – the swedish hero saves the world

ring2 der Retter der schwedischen GEZ

Film-Web-Mashups sind derzeit zeimlich in Mode. Angefangen mit dem Single-Vote-Clip der Obama-Kampagne, findet das Thema in diesem schwedischen Spot seinen vorläufigen Höhepunkt. Stilistisch gut gemacht, hat er klare virale Eigenschaften. Feine Unterhaltung.

ring2 im Weltall

Wieso ich jetzt aber plötzlich Schwede bin, und weshalb ich die Welt rette, bleibt offen. Ein wenig trübe dann auch die Auflösung (wird hier nicht verraten), die mich ein weiteres Mal daran zweifeln lässt, ob virales Marketing für alle Organisationen taugt. Und sei es noch so lustig.

Papa sagt …

„You worry too much. Eat some bacon…
What? No, I got no idea if it’ll make you feel better, I just made too much bacon.“

12:39 PM Oct 28th from web
shitmydadsays
Justin

„shit my dad says“ ist eines der Formate, die sich wie Kleinstbühnen in der digitalen Welt anfühlen. Eine alltägliche Vater (73) – Sohn (29) Beziehung und das Aufschreiben der ganzen Weis- und Gemeinheiten, die der Mann mit seiner Lebenserfahrung so von sich geben noch in der Lage ist. Eine Lage von der Lesende wissen oder zumindest ahnen, dass sie das so oder ähnlich auch mal von sich geben werden, oder jemanden kennen der es tut.

Das Format soll nun von CBS in eine TV-Show übertragen werden, wenn es nicht schon der ursprüngliche Absender der tweets auf Twitter ist. Für meinen Geschmack riecht das Format nämlich nach Profis. Nicht zuletzt der einzige Twitter-Account, dem der junge „Justin“ folgt. Bemerkenswert!

Aus Protest gegen DFL-Antosszeiten: 20 Minuten stille FC St. Pauli-Fans

DFB, DFL, Protest, Anstosszeiten, Ultra Sankt Pauli, Freiburg

Aus Protest gegen die Zerfaserung des Bundesliga-Spieltages zugunsten der TV-Verwertung durch die neuen Anstosszeiten der DFL 2009/2010 – bspw. in der 2. Bundesliga am Sonntag um 13:30 Uhr – oder auch das länger schon bei Auswärtsfahrern verhasste Freitagsspiel um 18:00 (Montag 20:15 Uhr ist natürlich auch nicht besser, wenn man nach Freiburg muss!) – bleibt es die ersten 20 Minuten des nächsten Spieltages still.
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“Balan, home of St. Pauli Supporters in Munich”

rwTV s01e06

Ich bin immer noch ganz heiser von dem magischen Abend im Balan in der Balanstr. 21, wo ich nach meiner Suchanfrage von Doro (der Wirtin) und ca. 20 Exil-Paulianern freundlich aufgenommen wurde.

Pauli, der magische Hund eines der mitsehenden Paulianer sowie die Rückkehr der Einwechsel-Magie sind Themen der neuen Folge rueckwærts.TV (der 5. 6. glaube ich). Nicht so drauf achten, dass mir 3 Helle eine gscheite Wolldecke auf den Gaumen gezaubert haben. Auch was ich sage ist eher unkreativ. Das was im letzten Drittel im nicht-sichtbaren-Bereich akustisch zu erleben ist, das macht den Spaß ;)

volles Rohr, auf ring2.blip.tv

Bunte Bundesliga

Bild 5.1Das waren noch Zeiten, als die Trikots der Bundesliga-Mannschaften keine Sponsorenaufdrucke trugen, der HSV ganz in Weiß nur mit großer Raute auf dem Herzen. Das muss die Zeit gewesen sein, in der viele spätere Herzenspaulianer noch dem großen blauen Bruder die Daumen mitgedrückt haben.

„Das ist ein Dienst am Zuschauer, wenn es in den Stadien bunter zuginge“, kommentiert Günter Netzer sinngemäß diese spadelige Modenschau für verspielte und lebendige Fußballerkleidung. via

Mal bitte drauf achten:
Die Farben werden für s/w-Fernsehzuschauer vorgetragen. Toll.
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rueckwærts.tv// Folge (1) „Nach hinten gesehen am Rathaus Altona“

Vorsicht, amateurhaftes Experiment +++

Vor einigen Wochen habe ich mich in Berlin mit Menschen ausgetauscht, die Fernsehen machen können. Schöne, intensive Dokus und Sendeformate. Wir schnackten über Web TV der Marken Sixtus und Co., über Formatideen und das „einfach-mal-ausprobieren“ können in Zeiten von sevenload und flickr-Video YouTube.

Heute morgen kam mir die Idee, wieder einmal mit Perspektiven zu spielen. Anstatt nach oben, habe ich einfach die Kamera (eine Xacti HD-Kamera) über meine Schulter gehalten. Ein erster Test, der aber schon ein wenig zeigt, wie man mit solch einer Perspektiv-Verschiebung spielen kann. Abgesehen von dem grottigen Sound und den mangelhaften Einstellungen in Sachen Weißabgleich und Blende, kann man ahnen, wie Effekte einsetzen, die Situationen beschreiben, die der Zuschauer nur hört, später sieht – nämlich wenn der Reporter an ihnen vorbei geht, oder Ton und Bild durch das unterschiedliche Sehen einen neuen Context bilden.

Link:

Ich habe für dieses Format eine flickr Gruppe eingerichtet, denn ich denke, das können alle, sich über die Schulter schauen – und auch wesentlich besser als ich. Außerdem versuche ich in nächster Zeit bei allen möglichen Gelegenheiten „nach hinten“ zu drehen und das hier und auf sevenload.de zu platzieren. Mal sehen, was passiert – einen Content-Channel habe ich eben beantragt …

MTV: Free Your Mind – finally oder das Ende von Moneyexpress (call-in)

MTV Logo via flickr CCMTV scheint sich an etwas zu erinnern, was es vor langer Zeit einmal ausgemacht hat. Ob tatsächlich das böse Image das Ende der Call-in-Sendung Moneyexpress besiegelt hat oder das schwindende Geschäftsmodell – am Ende hat MTV Chef Dan Ligtvoet natürlich Recht: „Wir sind überzeugt, dass dieser Schritt sowohl von Zuschauern als auch von unseren Werbekunden begrüßt wird.“

MTV Networks verzichtet ab Oktober auf Call-In-Sendungen im Nachtprogramm seiner Sender. Das umstrittene Format Moneyexpress, bei dem die Zuschauer per Telefon an Gewinnspielen teilnehmen können und dafür pro Anruf mindestens 50 Cent bezahlen müssen, verschwindet vom Bildschirm. Solche Anrufsendungen entsprächen „nicht mehr den Ansprüchen an zeitgenössische TV-Unterhaltung“, begründete Dan Ligtvoet, MTV-Chef für Deutschland und Nordeuropa, die Entscheidung. „Wir sind überzeugt, dass dieser Schritt sowohl von Zuschauern als auch von unseren Werbekunden begrüßt wird.“

Moneyexpress läuft auf Viva, Nick und Comedy Central. Die frei werdenden Sendeplätze sollen mit MTV-eigenen Formaten gefüllt werden.

Quelle: Financial Times, via Newsletter

N24 Debatte 2.0 – ein komplementäres Fernsehformat

N24 DebatteDiesen Termin (heute, 23:30, N24) streiche ich mir rot an im Kalender. Nicht nur, weil es Kollegen sind, die da bei N24/myvideo die Premiere von „Debatte 2.0“ feiern, – einem Online-Fernsehformat, bei dem myvideo-Nutzer Günter Beckstein in videoform Fragen stellen können, die dann der bayrische Ministerpräsident on air beantwortet – sondern weil ich mich schon bald seit 10 Jahren mit digitalen Fernsehkonzepten beschäftige und mich über jeden Versuch freue, hypertextuelle online Medien und Broadcast zu verknüpfen.

Das wurde dann in der Vergangenheit oft „Konvergenz“ genannt, so, wie es heute das Label „2.0“ bekommt, obwohl es formal eher komplementäre Formate sind. Einerlei und immerhin, online und TV fühlen sich gleichberechtigt an in diesen Tagen. Das ist die Gute Nachricht.

Ich würde mir den Mut politischer Blogger wünschen, sich in das Getümmel zu werfen. Für Deutschland schreibt man da sicher Mediengeschichte mit.
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UEFA-Cup nur im Online-TV,
Respekt HSV!

Ja, da lest ihr richtig. Ich finde die Entscheidung gegen ein Nachmittags-Spiel, für die Fans und gegen eine TV-Übertragung des Uefa-Cup-Heimspiels gegen Unirea Urziceni am 18.9. gut. Modern und eine hervorragende Gelegenheit das wahre Potenzial der eigenen Internet-TV-Übertragung auszuprobieren.

Ich hoffe nur, für die Fans am Bildschirm – oder im ostfriesischen Tiefland, wo ja die meisten HSVer beheimatet sein sollen :) – dass die Übertragung besser ist, als die von T-Home bei der FC St. Pauli Flimmerkiste!

Gutes Fernsehen erst nach Mitternacht?

Null Uhr

Jeder darf sich jetzt gerne selber fragen, wieso drei der vier Fernsehtipps des Hamburger Abendblattes von heute (Ausriss) nach Mitternacht beginnen!

… und wieso Sender, wie das Vierte oder Tele5 so gerne gesehen werden, obwohl sie die tausendste Verwertung Wiederholung von 70er-Jahre-Thrillern, -Serien und Western anbieten.
… und wieso Jugendliche lieber im Netz surfen.

… oder sind das nur Ansichten von frustrierten Medienjournalisten (wie bspw. der oder der, die ich beide abonniert habe – die Kollegen beim HA bloggen ja nicht, soweit ich weiß ;)?

5 Euro – mindestens – für „mindestens haltbar“

best before

Nun, wird sich jetzt sicher einer finden, der das sagt – denken tun es sicher auch einige – dass der Titel schon suggeriert, das ein Projekt Namens „mindestens haltbar“ eben auch ein Datum hat, an dem es sozusagen überkippt. Sauer wird, oder ungenießbar.

Der Inhalt kann hier nicht gemeint sein, der ist nämlich spitze. In letzter Zeit unter Chefredaktion von Herrn Dahlmann initiiiert, sortiert und ausgewählt.

Es muss wohl an der mangelnden Verwertung seitens knallgrau liegen, so meine Mutmaßung, dass „mindestens haltbar“ als Investition unhaltbar wurde.

Und dann ist da noch die von mir betreute Literaturseite Mindestenshaltbar. Hier wurde mir vor einigen Tagen mitgeteilt, dass man die gesamte Seite nicht fortführen möchte. Finanziell vernachlässigbar, aber ärgerlich.

Ich frage mich, ob es nicht Zeit wird, ein Experiment zu wagen.
Das Experiment für eine erste digitale Abo-Zeitschrift. Fünf Euro/Monat und abonnierten RSS-Feed.

Ich werfe so vielen Unternehmen so viele Euro so viel zu lange in den Rachen, bis ich meine Abos ändere oder kündige, da machen fünf Euro den Kohl nicht fett. Und vielleicht können dann die Abonnenten ja auch die Themen bestimmen. So wie das in social football clubs auch schon Gang und Gäbe ist.