1000 Fans, 1000 Videos – 1000 Perspektiven

...Es prallen Vorstellungswelten aufeinander, wenn einerseits darüber diskutiert wird, dass Internet-Videos von ARD und ZDF nach sieben Tagen – Sportvideos bereits viel früher – “aus dem Netz” genommen werden sollen.

Andererseits soziale Videodienste, wie Qik, sich auf das Iphone ausdehnen.

Sicher, die formaljuristische Position der DFL ist klar, aber wohl noch lange nicht abschließend geklärt. Die Diskussion um die Frage, “wem gehört der Fußball?” und “wie geht eine Gesellschaft mit dem Aufeinandertreffen zweier Grundrechte um?”, gerade erst entbrannt. Allein die Verbände und ihre Verwerter, die Sender und Broadcaster scheinen nicht mitdiskutieren zu wollen.

Liebe DFL, wollt ihr die alle abmahnen? Fußballfans, wie bspw. die fünf, die Videos vom Spiel des FC St. Pauli gegen den SC Freiburg vom 6.4.2008 auf YouTube eingestellt haben? Gästefans sind darunter und Paulianer. Viele verschiedene Perspektiven, von den Sitzplätzen über der Nordkurve, der neuen Südtribüne, entlang der Gegengeraden und aus dem Gästeblock. Zu vielen verschiedenen Zeitpunkten: Vor dem Spiel, vor und nach jedem Tor und bei der Ehrenrunde.

Zusammen ergeben diese Fragmente eine beeindruckende Collage an Emotionen, Eindrücken. Übermitteln Leidenschaft und Atmosphäre, auf eine Art und Weise, die man fast künstlerisch nennen kann.

Eine Konkurrenz zur herkömmlichen Sportübertragung im Internet sind sie nicht. Eher eine Ergänzung.
Das bald massenhaft auftretende Ausüben eines Grundrechtes, meiner Ansicht nach nicht zu verhindern, nur zu umarmen.

Neue Anstoßzeiten 2009: DFL-Entscheidung-“eine Katastrophe für den Fußball”

DSF | USPDer Konkurrenzkampf um den Platz an der Sonne auf Europas Fußballplätzen ist unerbittlich. Wie weiland im vorletzten Jahrhundert beuten die Verantwortlichen ihre Ressourcen bis aufs Blut aus, um die scheinbar bestmögliche Position im Kampf um die Führungsposition zu haben.

Was sich hier wie eine Abhandlung aus der Kolonialzeit anhört oder vom neokapitalistischen Treiben einiger Hedgefonds abgeleitet sein kann, ist die einzig logische Folgerung, die man aus der letzten Entscheidung der DFL zur übernächsten Spielzeit bezüglich der Anstoßzeiten ziehen kann.

Die DFL hat in ihrer großen Weisheit zur Stärkung ihres Aushängeschilds noch einmal sämtliche Spielpläne durcheinander geworfen. Ab sofort werden aus dem Salamispieltag mit drei Terminen je Runde noch mehr dünn geschnittene Scheibchen für den Fan, denn mit Freitag (20:30), Samstag (15:30, 20:30), Sonntag (14:45!, 17:00 – 20:30!), gibt es gleich fünf Termine, auf die sich der Fan einstellen muss.

Wesentlich härter als die Bundesliga hat des die Fans im Unterbau getroffen. Schon jetzt mussten die Anhänger sich teilweise Urlaub nehmen, wenn sie ein Heimspiel ihrer Mannschaft sehen wollten (Wochenspieltage um 17:30 Uhr, Freitag um 18:00 Uhr). Doch in naher Zukunft gibt es dazu noch Ärger mit dem Pfarrer und der Familie. Wie anders ist ein Termin um 12:30 Uhr zu deuten, der jetzt für die Zweite Liga am Sonntag vorgesehen ist. Dazu kommt ein “Top-Spiel” am Samstag um 13:00 Uhr. Der gemeine Stadiongänger geht der DFL anscheinend am Allerwertesten vorbei. Wie könnte dies Vertretung der Profi-Klubs sonst auf die Idee kommen, ihre Fans derart zu verprellen.

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Wem gehört der Fußball?

warnunk

Manchmal sieht man Konflikte kommen, und ist doch überrascht, wenn sie plötzlich da sind. Vor allem, wenn sie durch Medien “beschleunigt” werden. Vor einiger Zeit habe ich geunkt, dass spätestens zur EM 2008 die Frage zu diskutieren sei, ob der Fan 2.0, der da aus dem Stadion twittert, flickrt, casted oder bloggt, sich strafbar macht oder ob er sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ausübt.

Nun diskutieren wir über mich, meine 1000Mikes-Handy-Übertragung, den FC St. Pauli, die DFL, den Begriff Rundfunk und die Meinungsfreiheit. Besonders wohl fühle ich mich nicht dabei.
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wer-weiss-was: ‘TV Spots 2.0’

Ich nehme selten Arbeit mit nach Hause. Heute mache ich aber eine Ausnahme.

Nachfolgend seht ihr die neuen Werbespots meines Arbeitgebers wer-weiss-was.

Wir haben versucht, die Idee von wer-weiss-was – Community für den Austausch von Know-How auf Gegenseitigkeit zu sein – in 20 Sekunden komprimiert zu erzählen, ohne dass bei der Übersetzung ins TV das Wesen dieses solidarischen Prinzips verloren geht.

Wir haben also mit echten Fragen und echten Mitgliedern von wer-weiss-was gedreht und sind vom Ergebnis überrascht (und ein wenig stolz ;):
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Polylux auf Speed: alles nicht so schlimm, wie sonst

verarschen polylux speed pferd bären aufbinden symbolbild flickr cc
Veralbert, angeschmiert und dann auch noch vorgeführt zu werden ist doof.
Das ist nu gerade mal wieder dem Quotenmagazin Polylux aus Berlin passiert. Da war einer angeblich andauern auf Speed, und hat das aus Medien-Verarsche nur spielt, so what?

Gegen das Forum, das Polylux bei anderen Gelegenheiten – ausgerechnet mit dem ähnlich rapidem Titel „Speed-Rückführung für Eilige“, homophoben Spinnern (imho), wie Trutz Hardo gibt, ist diese Geschichte geradezu niedlich.

Damals habe ich den Aufschrei der Blogosphäre vermisst, tue ich bis heute.

Fans 2.0: Wem gehört der Fußball?

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Wäre der FC St. Pauli eine Web 2.0 Community, dann könnte man seinen Wert leicht ermitteln. Ist er aber nicht. Das mit dem “Wert ermitteln” könnte aber dennoch nötig werden, wenn das Beispiel vom FC Liverpool Schule macht. Dort wollen seine Fans ihren FC kaufen, ihn aus den wirren Händen von Finanzinvestoren befreien, die sowieso keine Ahnung von seinem wahren Wesen haben.

In Deutschland, wäre das im Profifußball wohl am ehesten beim FC St. Pauli zu erwarten.

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Terminator, the Sarah Connor Chronicles

toaster terminator
Man nehme eine der erfolgreichsten Sci-Fi-Trilogien, extrahiere Arnold Schwarzenegger und gebe stattdessen eine Portion Battlestar Galactica und 24 dazu. Zur Abrundung noch ein paar Anlehnungen an Matrix, fertig ist die neue Fox-Fernsehserie.

Ja, sie machen es sich zu einfach mit ihren schnellen Schnitten, dem futzigen Kung-Fu zwischen Cyborgs. Alles unecht.

Bisher finde ich bei Terminator, der US-TV-Serie, nichts, was mich an den diesen anderen Serien fasziniert. Bei Battlestar Galactica, die naive und rührende Sinnsuche der Maschinen, gepaart mit einer herausragenden Adaption einer stromotischen Actiongame-Ästhetik. Bei 24, die konsequente Gleichzeitigkeit der Plots, die immer wieder spannende Handlung, die meine Herzfrequenz selbst nach der sechsten Staffel noch hochtreibt.

Ich werfe die Flinte nicht so schnell ins Korn, die Geschichte hat das Potenzial, so herrlich mit den Zeiten und den Paradoxien zu spielen, wie es einst Michael Piller in Star Trek TNG konnte. Auch eine Anlehnung, aber eine die passen könnte in das starre große Edelstahlgerippe der Terminator.

Studentenbaby, die Leihmütter meiner Kinder

studentenbabyIch habe im beheizten Garten von Tausendsassa Ola Ahlvarsson einen Chinesen kennengelernt, der dabei war, eben in China ein social network für Studenten aufzubauen. Der Clou, man kann sich seinen Studenten als Paten aussuchen, seine Laufbahn fördern und Zeugnisse, Fotos von Saufgelagen und einen Zusammenschnitt von der Aufnahmeprüfung zur ersten Verbindung der Uni bestellen. Dafür finanziert man sein Studium.

Ihm hätte die Idee einer Hamburger Studentengruppe gefallen, die aus Protest gegen die Studiengebühren ihre Körper (beziehungsweise Teile davon, die Frauen ihre Gebärmutter, die Männer ihren Samen – braucht es da noch Indizien für die gescheiterte Emanzipation?) feilbieten:

Unter dem Leitgedanken „Kind gegen Studiengebühr“ stellen sich auf studentenbaby.de Studierende als Leihmütter und Samenspender zur Verfügung, um auf diesem Weg gegen die Einschränkung der Bildungsfreiheit in Deutschland zu protestieren und sich ihr Studium zu finanzieren.

Kunden haben hier nicht nur die Möglichkeit, für 500 € ein Studentenbaby mit den Erbanlagen Ihres Lieblingsstudierenden zu erwerben, sondern sichern so zusätzlich einem jungen Menschen seine akademische Zukunft.
studentenbaby.de garantiert eine reibungslose Kontaktvermittlung, professionelle medizinische Betreuung von Kunden und Studierenden und eine verantwortungsvolle Begleitung des Studentenbabys bis zu seiner Geburt.

Wir schenken Leben. Schenken Sie Zukunft.

Gerüchte, wonach StudiVZ an den jungen Dingern Interesse zeigt, sind ausgedacht.

(Screenshot: studentenbaby.de)

St. Pauli Allaaf: “Wir lassen den Punkt in Kölle”

1. FC Köln FC St. Pauli
Auch wenn die visuelle Form eine Katastrophe war (siehe “Flimmerkiste St. Pauli), das Spiel war ein Traum. Fast wurde mein Tipp wahr, verdient wäre es gewesen, ein 0:1 für Kölle.

Endlich ist sie wieder da, die Konzentration, die nach der ersten Hälfte der Rückrunde verloren gegangen war. Besonders schön, das Debut von Tim Petersen, der wie die ganze Abwehr gut drauf war. Noch schöner das schnelle Überbrücken des Mittelfeldes und die vielen steilen Pässe auf Ludwig und Schnitzel.

Köln konsterniert, was mir vor allem in der 38. Minute noch vor Augen ist, als der FCSTP mit nur drei Stationen im Strafraum der Kölner auftauchte.
Herrlich, wie ich mich auf den kommenden Freitag freue …

FC St. Pauli Flimmerkiste: erbärmliches WebTV von T-Home

flimmerkiste t-home webtv
Ich habe keine Karte mehr für das tolle Spiel gegen die Kölner ergattern können, auch ein Besuch in der Amanda Bar war nicht drin. Dachte ich mir, Erik bist Du schlau und schaust Dir das Spiel, nach dem Spiel in der St. Pauli Flimmerkiste an.

4,95 Euro kostet die für einen Monat und ist das erbärmlichste, was ich an Web TV jemals gesehen habe.

Da geht man summend durch die Stadt nach Hause, um ja nicht das Ergebnis vorher zu erfahren, wie einst Thomas Magnum, um dann ein ruckelndes, mit Artefakten übersätes Streaming-Video zu erleben, das einer ganzen Branche Schande bereitet.

Es ist nicht zu begreifen, wie in Zeiten von Videoangeboten, wie facebook, DiVxTV oder Google Video ein Unternehmen, wie T-Home solch schlechte Qualität anbieten darf. Dann auch nur 1:1 das Premiereprogramm in 4:3 übernehmend, inklusive aller dummerhaftigen Kommentare. Nur völlig unter- und mal übersteuert. Bäh, ich bin enttäuscht.

Da muß sich keiner wundern, wenn die Fans das mit dem “Bewegtbild aus dem Stadion” bald selbst in die Hand nehmen.

RTL Dschungel-Camp: “Lisa Bund kettet sich an Dieter Bohlen”

Es wäre eine schöne Geschichte für den Boulevard und weh tun würde es wohl auch keinem. Der BRAVO verriet Lisa Bund jetzt, was sie alles anders machen möchte und aus welchen Fehlern bei ihrer bisherigen Karriere sie lernen will. Ausgerechnet an das Bein von Dieter Bohlen würde sie sich ketten, so ihre merkwürdige Quintessenz aus den verpassten Großchancen DSDS und Dschungelcamp, beide RTL.

Heute würde sie einiges anders machen. „Auf Menschen hören, die mehr Erfahrung haben als ich! Und ich würde ich wahrscheinlich an Dieter Bohlens Fuß ketten, weil er einfach der Top-Typ für so etwas ist.“

Ein Interview in der BRAVO konnte früher eine weitere sein. Die Ärzte können da ein Lied von singen Haben sie ja dann auch. Mit 19 ist da noch viel drin, und auf den großen Sendern auch nicht wirklich viel Konkurrenz. Die sind ja eher alle so meine Altersliga ;)

Die 19-Jährige hat eine Karriere im Rampenlicht noch nicht aufgegeben. „Ich bin nicht auf den Mund gefallen. Deswegen wäre eine TV-Show ganz cool. Ich würde jetzt nicht unbedingt ‚Bauer sucht Frau’ moderieren, aber vielleicht ein Format für meine Zielgruppe.“

Quelle: BRAVO-Ausgabe 6/2008 (ab 30. Januar im Handel).

Du bist Journalist, Amen.

Die Journalisten und alle anverwandten Qualitäter brauchen nichts von ihrem Expertentum aufzugeben. Aber sie müssen mehr und wesentlich offensiver ihre Ansprüche mit den Nutzern und Neuformierern ihrer Arbeit teilen. Es wird weiterhin erstklassige Reporter, Berichterstatter und Autoren geben, die uns mit klaren Blicken auf die Welt versorgen. Aber die Zeit, in der Journalismus von einer begrenzten Berufsgruppe ausgeübt wurde, geht zu Ende. In der Internet-Ära sind wir alle dazu verdammt, Journalisten zu sein.

… schreibt Peter Glaser, damals einer der Kolumnisten unseres legendären VH-1derlandes (ja ich Trauer da immer noch) in der TR. Und setzt ein schönes Ausrufezeichen unter die Diskussion der letzen Zeit.

Beklemmende Kunst mit Google

Es ist diese Leichtigkeit, mit der man sich das vorstellen kann, einfach einen Schritt weiter zu klicken, von der Straße (Streetview) in die Wohnung, die heilige. Und wer da schaut, ist nicht Merkel oder Schäuble, nicht die NSA oder der BND. Das ginge ja noch in den queren Kopf, löste Gegenwehr aus oder hätte den McLaneschen Nimbus der nationalen Sicherheit.

Es ist Google.
So unaufgeregt und anscheinend simpel wie immer.

via

Wordcamp 08

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Es ist eine hervorragende Idee, einer Konferenz die Erwartung zu nehmen, indem man sie einfach nach Barcamp Manier in eine Unkonferenz verwandelt.

Ohne große Namen, selbstverliebte Panels oder sexy Hostessen, nur mit einem Thema und herzlichen Gastgebern ausgestattet, ist der erste Tag des Wordcamp 08 im HHer Stilwerk das entspannteste und familiärste, was mir lange an Konferenzen untergekommen ist.

Toll. Freue mich auf morgen.

Millerntaler

Ehrlich, ich verstehe die Aufregung nicht.
Ja, der Millerntaler ist ein Promogag, nahe läge, dass er vom Pokersponsor unseres Vereins, pokerroom.tv unterstützt wird.(ist das eigentlich so?). Wird er aber wohl nicht, sondern vom Caterer aus Flensburg.

Habe die Flyer auch gesehen an diesem schönen Sonnabend am Milerntor.
Und?

Grundregel einer Promoaktion ist, dass sie uninteressierte nicht behindert, interessierte Fans anspricht. Mal witzig, mal unterschwellig, mal in Form von Jetons, die man sammeln und einlösen kann. Ich kann daran nichts Schlimmes entdecken.

Sicher, es muss weiterhin auch mit Euro bezahlbar sein (siehe Regel 1 ;), aber das scheint ja gewährleistet zu sein.
Selbstverständlich könnt ihr auch weiterhin das Bier und die Wurst bzw. das Fischbrötchen an den Verkaufsständen im Millerntor-Stadion in Euro bezahlen.

Update: Genervt sind die Paulianer wohl in erster Linie von der Art der Kommunikation. Bei der anscheinend angedachten Poker-Dauerkarte müsste man das wohl offensiver besprechen, um ins Feld schießende Paranoia abzufangen, und davon haben wir ja ne Menge am Millerntor – übrigens aus schlechter Erfahrung, dass hat zuerst mal nix mit dem Sponsor zu tun.

Update II: Einen Bierboykott halte ich aus zwei Gründen für eine eigenwillig doofe Idee. Erstens ist das gerade der Bereich in dem der Verein am reellsten am Umsatz beteiligt wird, anders als bei den Merchandising-Einnahmen. Zweitens ist ohne Bier das schönste Spiel nur halb so schön.

Weitere Infos:
Basisstpauli Forum
Offizielle FAQ zum Millerntaler

An Scientology und Tom Cruise soll die Welt genesen

Zumindest, wenn es nach Tom Cruise geht, den man landläufig als sehr charmanten und professionellen Menschen wahrnimmt. Ungläubig schaut man sich das Video an, das in den USA gerade die Runde macht und hektisch von Scientology wieder gelöscht wird. Das ist ja die beste Form des Interviews, in dem sich der Protagonist selbst, ohne Druck, um Kopf und Kragen redet.

So deutlich wurde die verstrahlte Einstellung eines der führenden Scientologen noch nie gezeigt (sinngemäß):

»if you are not believing it, you better have to learn it«

Das bei Gawker in den USA veröffentlichte Video schliesst mit den Worten, “die Geschichte von Tom Cruise, dem Scientologen, hat gerade erst begonnen”, hoffe ebenfalls, dass die Geschichte von Tom Cruise, dem gefeierten Schauspieler, dann hier aufhört.

Gawker zeigt Rückrat und kündigt an, dieses Video nicht zu löschen:

Gawker is now hosting a copy of the video; it’s newsworthy; and we will not be removing it.

side dish: Interessant, ein weiteres Mal, nach dem sexy Badevideo der brasilianischen Schönheit Danielle Cicarelli zu sehen, dass Internetvideos, einmal aus Pandoras Büchse entfleucht, nie wieder dorthin zurückkehren. Die Suche nach Cruise und Scientology ergibt bei YouTube derzeit 638 Treffer, eine mission impossible also ;)

update: Herrlich dieses Netz. Das ist Kommunikation 2.0, eine spontane Videoantwort, drüben ansehen beim Batzblog und die oben zu sehende Metaquelle sind Zeichen einer sehr lebendigen Demokratie in den USA. Frage mich, ob das hier in Deutschland sich auch Menschen trauen würden, bspw. beim Papst.

Ford, Ford, Foohord

Ford Mustang

Manche Reaktionen in Konzernen sind ihrer Organisation geschuldet. Das ist manchmal bitter, vor allem, wenn man sich auf anderer Seite bemüht, die neuen Formen der Werbung und PR sinnvoll zu nutzen.

So gerät es zur schwer nachvollziehbaren Posse, dass Ford einerseits die Fotos seines Mustangs via Flickr mithilfe einer CC-Lizenz frei bearbeitbar macht, andererseits einen Fanclub, also die wertvollsten Markenabgesandten die es gibt, anmahnt keine Fotos *ihrer* Ford Mustangs zu veröffentlichen.

Die Mitglieder des “Black Mustang Clubs” lieben ihre Autos – so fest, dass die Community bereits seit mehreren Jahren einen Kalender publiziert, worauf jeweils zwölf Mitglieder stolz “ihren” Ford Mustang zeigen. Dieses Jahr stoppte der Autohersteller die Fans jedoch mit der Begründung, dass Ford die Urheberrechte an allen Fotos besitze, schliesslich seien darauf Automobile von Ford abgelichtet.

Das ist natürlich ein schlimmer Widerspruch. Aber einer, der in Zeiten des Bloggens nicht unbemerkt bleibt, und deswegen wie ein kleiner Boomerang an die kommunikativen Wälle des Unternehmens zurückschlägt.

update: Was wohl ziemlich schnell passiert ist, das Aufschlagen des Protestes auf die Ford-Unternehmenswälle. Inzwischen hat Ford den Mustangfans die Erlaubnis zum Druck ihres Kalenders erteilt.

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären: “Wer zum Henker kauft einen Ford-Kalender?”

-via

Kleine Helferlein für die Installation von Mac OSX Leopard

Also, auch entgegen meiner Gewohnheit, ich mache zu allererst eine Sicherungskopie. Lustigerweise reagiert die genauso, wie das Original. “Installation abgebrochen, wegen Fehler auf dem Datenträger”.

Nun steckt die Installation mitten in der Phase, die man wohl virtuelles Nirwana nennen kann. Wie eine verhlatensgestörte Maus bootet mein Mac Mini immer wieder, um dann abzubrechen, einmal kurz zu seufzen, (bimmmm), um wieder einen Bootversuch zu unternehmen.

Maßnahme 1: CD muss erstmal raus aus dem Laufwerk. Dazu beim Booten die Maustaste gedrückt halten. Funktioniert. Wenn nicht hilft das Zauberwort open firmware, quasi eine Herz-OP am offenen Klappenbogen.

Maßnahme 2: Mac irgendwie beibringen, dass er von CD booten soll, obwohl ich ihm vorher befahl von Festplatte zu booten. Dazu nach einem Seufzer die Taste “C” gedrückt halten. Danke.

Linksfront ins Wattenmeer

Das Abendblatt, so ist nicht nur mein Eindruck, filtert ja schon vor und dennoch schicken die Schlagzeilen über den Hamburger Senat mir am heutigen Morgen Schauer über den Rücken. Da bedient sich eine Partei, die mit absoluter Mehrheit in der Bürgerschaft regiert, aus Angst vor dem Machtverlust einer Rhetorik, die im besten Fall an die Farbe einer Haselnuss erinnert, im schlechtesten Fall in Mode gekommen ist, seit der unheiligen Allianz zwischen BILD und Roland Koch. Von Linksfront ist da die Rede, wenn man normale demokratische Vorgänge beschreibt, wie die Duldung einer rot/grünen Koalition durch die Linkspartei. Immerhin reden wir nicht über eine Koalition aus der unsäglichen Heimat Hamburg mit Ole von Beust’s CDU, die Zeiten sind also eindeutig am besser werden! Und dann wäre wohl auch der Begriff “Rotfront” wieder gefallen.

Im gleichen Buch findet sich dann der unverhohlen umweltfeindliche Versuch des CDU-Senates, die Adelung des Wattenmeeres zum Weltkulturerbe auszusitzen, um die umstrittene Elbvertiefung nicht zu gefährden. Das abrupte Ende der hohlen bürgermeisterlichen Scharade von der Umwelthauptstadt Hamburg.

Selten wurde auf einen Blick so deutlich, dass dieser Senat sein Ziel, Hamburg zum Besseren zu verändern nicht länger verfolgt. Der pure Machterhalt strömt als Ziel aus diesen Meldungen. Ohne politischen Sinn und menschlichen Verstand, ohne Hinweise auf geleistetes und ohne politische Visionen, die von Handeln begleitet sind. Ole werden wohl am Ende doch noch die Füsse nass.

Blauer Himmel zum Finale

Blauer Himmel am Ottenser Marktplatz

Viel zu kurz und deshalb wohl so wertvoll strahlt die Sonne die Atmosphäre in milchiges Blau. Ich kann sie nicht sehen, so tief steht sie über dem Horizont – und schnell nach Oevelgoenne an die braune Elbe schaffe ich nicht mehr.
Da genieße ich dieses Blau einfach hier, starre auf meinem alten Markt in die Höhe und hänge ein paar Gedanken und Wünsche an die vorbeijagenden Wolkenfetzen.

Copykill

Nostalgie repost:

klonkriege

Bisher noch als –geheim– eingestufte Pläne der Menschenrechtsorganisation ai fordern ein Umdenken in der internationalen Konfliktlösung. RF unterstützt logistisch das Vorhaben der USA-Sektion 200.000 Klone des amerikanischen Präsidenten George W. Bush gegen 391.166 Saddam’s antreten zu lassen.
Aus der amerikanischen Administration kam der Vorschlag, die Menge der von jeder Seite eingesetzten Klone an das Verhältnis der Militärausgaben zu koppeln. Aus Bagdad kam darauf hin ein entschiedenes “NO WAY”. Man hat sich, wie die gut informierte “science cloning today” mitteilte, auf eine komplizierte Formel geeinigt, die die Skrupellosigkeit des Iraker Regimes berücksichtigt — so kam man dann auf ein Verhältnis von 1: 1,955830.

“Wir freuen uns, diesen und andere Konflikte so kollateralschadenfrei wie möglich austragen zu können. Wir beenden so auch alle möglichen persönlichen Fehden”, freute sich U.N. Generalsekretär Kofi Annan am Freitag Abend.
ai hat unterdessen das lybische Unternehmen copykill.cc mit der Produktion der Klone beauftragt. Der volle Klon-Aufmarsch am Golf wir in ca. 2 Monaten abgeschlossen sein, bestätigte ein Sprecher.

Die ganze Welt wartet gespannt auf die ersten Klonkriege.
Unklar ist noch, ob die Weltmeisterschaft in Japan und Korea ausfallen, oder die Klonspiele dort stattfinden sollen.
Eines steht aber schon fest: MTV wird dieses Spektakel zusammen mit dem angeschlagenen Sender Premiere (Deutsche Bank Gruppe) übertragen. Die mehrstündige Übertragung wird im Rahmen des erfolgreichen MTV-Formates “Celebrity Deathmatch” stattfinden. Premiere verlangt für eine Live-Übertragung über den Malone Draht (vgl. RF::Call-a-Terror) einen Betrag von 1.000 EUR. Wer nicht mitschauen möchte erhält bei einem sog. bcc:-Abo für 500 EUR nur die Tonspur.
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Team Germany joins the 33rd America’s Cup

Man könnte meinen, die Deutschen seien eine erfolgreiche Seglernation. Immerhin haben sie sich selbst ja auch immer als Seefahrernation verstanden. Nun wollen es die Deutschen besser machen, als dieses Jahr, als sie beim 32. Americas Cup nicht nur sang und klanglos auf den Vorletzten (vor China, was so viel bedeutet, wie Letzter) abschmierten, nein, auch das Selbstverständnis als Seglernation in Frage gestellt wurde – weltweit.

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Solidarität, Anstand, Selbstverständlichkeit

Komisch, es gibt Tage, da liest man alles das, was an anderen Tagen nicht viel gemein hat, anders, in einer Art innerem Zusammenhang. Worte, Begriffe, die sich immer wiederholen, das Unmittelbare verknüpfen im Kopf.

Schön ist aus meiner Sicht, dass Erwachsenwerden vermutlich der Moment ist, wo die Bedeutung dieser Subkulturen und Zugehörigkeiten schrumpft und man lernt, die Welt komplexer und individueller wahrzunehmen. … lese ich bei den bissigen Liberalen. Und verneine.

Komplexer, ja, vielleicht, weil ich inzwischen hinter so manche Kulisse geschaut habe. Einige Drähte zu ihren Puppenspielern verfolgt, aber allzu viele Fäden gesehen habe, denen ich nicht so tief hinab folgen konnte. Individueller? Kommt sie mir vor die Welt, ja. Bin mehr allein. Hängt vielleicht mit dem Alter zusammen, oder mit einer Welt, die solange schon sich selbst bedroht, dass keiner mehr hinhört. Mit “Erwachsen werden” hat das wenig zu tun.

Im Gegenteil, ich empfinde “individueller zu sein” als pubertär. Wichtig, denn erst wenn ich mich selbst begreife, kann ich mich auch wieder in Ruhe umsehen, mich anschliessen.

Wenn ich meinen alten Freund Gavin treffe, der inzwischen in den USA lebt und gestern Geburtstag hatte – herzlichsten übrigens – dann sind seit dem letzten Treffen meist einige Jahre vergangen. Wir gehen dann nach einer kurzen “was hat sich denn inzwischen getan”-Phase in den stillen Teil unserer Konversation über. Reden wenig, geniessen die Zeit, die man nebeneinander verbringt. Selbstverständlich, auf Basis einer zugegeben erprobten Gemeinsamkeit, aufgrund erlebter Solidarität.

Dann lese ich einen Text von Axel Vornbäumen im Tagesspiegel, dem man ruhig vorwerfen kann, dass er sich bei der Überschrift hat hinreissen lassen – “Kein Herz für Inder” hat nämlich mit den Aussagen in seinem Text wenig zu tun. Konträr sogar, reduziert er die Thematik doch gut auf die wichtige Kernfrage: “Was wäre anständig gewesen?”

Ich bin es ebenfalls leid über Selbstverständlichkeiten, wie Anstand noch zu diskutieren. Ich suche Menschen auf, die Anstand mitbringen. Da spielt es keine Rolle, ob das Inder, Sachsen oder Volksmusikanten wären. Das nenne ich erwachsen werden, die Erkenntnis “zusammen weniger allein zu sein”.

Diese Selbstverständlichkeit übrigens, die finde ich Sonnabends für ein paar Stunden am Millerntor. Immer wieder, ohne dass man das groß sagen, einfordern oder in Prozesse gießen müsste.

Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.
Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.
Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.
Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.
Gerhard Bronner (3)
23.10.1922 –
österreichischer Komponist, Musiker und Kabarettist

ebay Bloggercontest – tue Gutes ;)

… und verlinke. Was? Na, ebay-Auktionen natürlich.

Wenn ich das richtig verstehe bei der Blogbar
( http://blogbar.de/archiv/2007/07/26/
lack-abical-bei-adical-pr-selbstvermarktung-vs-werbeagentur/),
dann werden sechs BloggerInnen irgendwelchen Krempel, wie man das eben so macht auf dem Flohmarkt, bei ebay versteigern und den Erlös einem guten Zweck spenden. Das nennt sich dann offensiv “ebay Bloggercontest” (http://www.bloggercontest.de)

Jetzt verstehe ich nicht recht, wo das Problem liegt. Ein Blog kann eben Werbung tragen, in dafür vorgesehenen Werbeplätzen schön ordentlich vom Inhalt getrennt. Oder auch Kooperationen oder Autoren-Deals eingehen, über die dann berichtet wird und wo, wie im Fall des ebay Bloggercontest, die Autoren auf einer “Aktions-Wordpress-Site” als Blogger und Autoren schreiben. Ich sehe hier zunächst einmal keine schleichende Gefahr:

  1. Die Blogger schreiben auf einer externen Aktionssite,
  2. Die Aktion ist so deutlich als PR- oder Werbeaktion bebranded (ebay im Namen), dass man, wollte sich hier eine Werbebotschaft anschleichen, auch die Allianz-Arena analog als Schleichwerbung bezeichnen müsste.

“Web is about linking”: Übrigens finde ich dieses URL-hinstellen ohne Verlinken irgendwie piefig. Wenn ich mich mit etwas auseinandersetze, dann verlinke ich auch.

Der Spanier an sich mag ja keine Tiere,

… es sei denn man kann sie essen, pökeln oder quälen.

Soweit eines der gefährlichen , pseudo-gutmenschlichen Vorurteile, die man in Deutschland so gerne pflegt. In einem Land in dem es immer wieder große Aufregung darüber gibt, wenn jemand Autos zerkratzt oder Tiere aussetzt, macht die spanische Sicht auf fühlende Geschöpfe fassungslos. Meist ist es dann aber der vermeintliche Tierfreund, der zur Katasrophe auch noch maßgeblich beiträgt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir zu unserem ersten Hund kamen, mein Bruder und ich.

Erstens durch Gequengel und durch das Ausmalen von Bedrohungen für das kleine Geschöpf – vor allem unseren Eltern gegenüber. Und wirklich wäre der kleine Hund, einer von achten eines wilden Wurfes, am nächsten Tag ertränkt worden. Wir lebten in einer Bar im damals verschnarchten Ses Covettes auf Mallorca, auf Urlaub bei Freunden. Am Strand streunerten viele halbwilde Hunde herum, die in der entbehrungsreichen kurzen Zeit ihres Lebens genau zu unterscheiden lernten, wen es lohnte anzuschlecken und anzuwinseln: deutsche Touristen. Sie sahen verzottelt aus diese wilden Mischlinge und niedlich trotteten sie hinter dir her.

Wir beschlossen eines dieser Welpen mitzunehmen nach Deutschland. Hier gibt es das nicht, das Problem von streunenden Hunden, die ja noch da sind, wenn der Urlaub dann mal zuende geht, es Winter wird.

Tier.TV hat sich des Themas angenommen und eine Reportage darüber gedreht, wie es auf Mallorca zugeht. Ob das so reisserisch hätte angetrailert werden müssen, ob die Perspektive nicht allzu eindimensional ist, kann und muss man diskutieren. Genauso, wie die kulturelle Sicht auf den Umgang mit Tieren und den Respekt davor.