Wo ist die Google+ Api? Warum Facebook noch die Nase vorn hat.

Mir hat an Facebook am meisten imponiert, dass es sich in einer Zeit als soziale Netzwerke erfolgreiche Silos waren, die um die Gunst der Nutzer buhlten -in Deutschland StudiVZ, in den USA myspace – den Mut hatte sich zu einem Layer auszubreiten, zu öffnen. Über eine einigermaßen offene API über die Dritte die sozialen Anknüpfungspunkte der Facebook-Nutzer ansprechen und im besten Sinne bedienen konnten. Neben dem Ansatz von Apple die wichtigste Innovation, die zum heute bekannten App-Universum führte.

Google+ ist da noch Äonen von entfernt nicht soweit, oder ist mir die Google+-API entgangen? Noch gibt es keine Anwendungen, die auf Google+ aufsetzen, bis auf die Spiele-Sektion, aber so etwas meine ich nicht.

Ich vermute, dass dies das Rennen des nächsten Jahres 2012 sein wird. Wer steuert die technisch beste und für Nutzer offenste API bei. Google oder Facebook? Und schwupp sollten wir einen Totgesagten wieder auf den Radarschirm nehmen: Twitter. In Sachen API-Soziotop sind die Jungs nämlich imho noch ungeschlagen!

Ein Twitterer auf dem Weg nach Kairo – und das Genöle deutscher Blogs

Das wesentliche Merkmal von Social Media ist das Recht und die Möglichkeit der Selektion einerseits und der Jedermann-Publikation andererseits. Das, so könnte man meinen, sollte zu einer ausgewogenen Verteilung von Aufmerksamkeit führen, zumindest für den Einzelnen, den Leser. Nun beschäftigt sich der eine oder andere lieber mit Menschen, die er eigentlich ignorieren könnte, so wie Nico heute morgen sich kritisch mit Richard Gutjahrs Blogger-Reise nach Ägypten auseinandersetzt. Continue reading “Ein Twitterer auf dem Weg nach Kairo – und das Genöle deutscher Blogs”

Justin Bieber im Tokio Hotel – immer wieder taff

Ich lag in einem Berliner Hotel, als mein Handy klingelte. Es war fast schon nachts, so gegen Mitternacht, als mich ein völlig aufgelöster Mann bat, seine Handynummer aus meinem Blog zu entfernen. Er würde verrückt, ob der Tokio Hotel Fans, die ihn seit Tagen permanent anriefen und beschimpften.

Ich brauchte eine Weile, bis ich begriff, dass die Pein dieses Mannes auf mein Blogposting zurückzuführen war, in dem sich Hunderte von Tokio Hotel Fans und Hassern, also Contra-Fans desselben Alters, gegenseitig neckten, Bill wahlweise beschimpften oder sich ein Kind von ihm wünschten. Irgendjemand hatte die Handynummer des Mannes als die von Bill Kaulitz ausgegeben.

Nach der Löschung von ca. 1000 – in Worten Tausend – Handynummern aus meinen Kommentaren war dann auch bei dem Mann eine ruhige Nacht eingekehrt. So ruhig, wie die Nächte des Nie-Mannes Bill sein werden, wenn er den Weg aller Teens (ist hier einer über 40 und erinnert sich an die erste Boyband, made by BRAVO, Who the Fuck is BRAVO ;) geht. Immerhin, er ist anerkanntermaßen Musiker, und auch irgendwie unsterblich durch das Einführen der Geschlechtslosigkeit in die Boybandszene.

Justin Bieber dagegen, ich muss da immer an den Californischen Schnack “Save a tree, eat a beaver” denken, der ja tatsächlich außer einer Leif Garrett Gedächtnisfrisur wenig zustande bringt, und auch schwer als Paris Hiltons Sauf-Freundin vorstellbar scheint – oder kann man sich Fotos des heranwachsenden Bieber vorstellen, wie er ohne Unterhöschen aus Hiltons Limosine steigt? Eben, wo die sich alle alle rasieren heutzutage. Nun, Justin Bieber seine Fans, sind genauso, wie die von Bill seinerzeit. Und obwohl das erst fünf Jahre her ist, hat sich schon was verändert. Es sind nicht nur Blogger, die Ziel der emotionalen Attacken sind, die wie Ergebnisse unangekündigter Deutschtests anmuten, es sind die Medien selbst. Pop-Grundrechtsträger, wie mein Arbeitgeber Pro7. Oha.

Continue reading “Justin Bieber im Tokio Hotel – immer wieder taff”

Treppenhaus-Gezwitscher (Twitter analog) (2)

Es ist eine Art “toter Briefkasten” von Menschen, die zusammen leben (in einem Haus nämlich), sich aber den Tag über nicht, oder nicht oft begegnen. Das Treppenhaus, genauer der Platz an der Briefkasten-Reihe, an dem jeder täglich vorbeikommt und an dem außer den schwer leserlichen Notrufnummern für Klempner und Elektriker auch wichtiges, banales und provokantes angepinnt wird. Meist, um Nachbarn darauf vorzubereiten, dass es am Wochenende ein wenig lauter zugeht (“… wenn ihr Lust habt kommt doch auch gerne vorbei” ist bei uns durchaus sympathisch und ehrlich gemeint). Manchmal aber auch, um kleine Geschichten über Mißverständnisse und Ärgerlichkeiten auszutauschen.

Wir sind fast ein Drei-Generationen-Haus – nur, dass wir nicht miteinander verwandt sind. Wir haben ältere Eltern, Omas und ganz junge Mütter – die mit der eingebauten Ottenser-Vorfahrt. Lustigerweise sehe ich gestern Abend diesen Zettel (oben) und danach eine Folge von Ugly Betty, in der Betty in ihrem New Yorker Appartment eine Karaoke-Party mit ihren Nachbarn feiern will. Im Treppenhaus alte Zettel an genau der gleichen Stelle, wie bei uns. Mit drohenden Hinweisen an den Zeitungsdieb und vergilbte Info-Blätter. Hier hängt Betty ihre Einladung auf – und erntet ein dickes “DIE” auf ihren Treppenhaus-Tweet.

Das scheint ein universelles menschliches Prinzip zu sein, das Treppenhaus-Zwitschern – nur, dass es bei uns noch friedlicher zugeht, als in Manhattan.

Papa sagt …

“You worry too much. Eat some bacon…
What? No, I got no idea if it’ll make you feel better, I just made too much bacon.”

12:39 PM Oct 28th from web
shitmydadsays
Justin

“shit my dad says” ist eines der Formate, die sich wie Kleinstbühnen in der digitalen Welt anfühlen. Eine alltägliche Vater (73) – Sohn (29) Beziehung und das Aufschreiben der ganzen Weis- und Gemeinheiten, die der Mann mit seiner Lebenserfahrung so von sich geben noch in der Lage ist. Eine Lage von der Lesende wissen oder zumindest ahnen, dass sie das so oder ähnlich auch mal von sich geben werden, oder jemanden kennen der es tut.

Das Format soll nun von CBS in eine TV-Show übertragen werden, wenn es nicht schon der ursprüngliche Absender der tweets auf Twitter ist. Für meinen Geschmack riecht das Format nämlich nach Profis. Nicht zuletzt der einzige Twitter-Account, dem der junge “Justin” folgt. Bemerkenswert!

Social Referrer – soviel zur Relevanz von Blogs und social networks

Ich weiß gar nicht, ob die Idee von Murdoch, die Schotten dicht zu machen, so schlecht ist., bemerkt Don Dahlmann in seinem Blogpost “Murdoch” und greift eine Frage auf, die ich mir gestern auch gestellt habe.

»Wenn sich Traffic immer mehr ins Social Web verlagert und man orig. Inhalte hat, ist “noindex” viell. gar keine irre Idee.«
#Murdoch #Google

Fakt ist: in meiner kleinen Postille verlagern sich die Referrer dramatisch in Richtung social web. Vor noch zwei Jahren waren es in der Regel andere Blogger oder durchgeknallte Verwandte, die außer Google-Nutzern dieses Blog besuchten. Heute kommt über die Hälfte meiner “Leserinnen” aus social networks – ob die weniger verrückt sind sei hier mal dahingestellt.

Gestern waren die größten: Facebook, Twitter und Anke Gröner.

shorty: ring2s testing his own URL shortener

Vor ein paar Wochen hatte ich ein kurzes Gespräch mit Hanno über so genannte URL-shortener, wie bit.ly bspw. – wir waren beide besorgt darüber, was denn passiert mit den tausenden Verweisen (Links) in Twitter oder Facebook, wenn diese Dienste mangels Geschäftsmodell unter dem digitalen Erfolg ihren Dienst versagen.

Nun hat es einen getroffen, Tr.im stellt seinen Dienst ein – und tausende shortURLs sind tot, unübersetzbar für den Browser, weil der Schlüssel fehlt. Ein Vorgeschmack auf das große digitale Sterben?

Frei nach der Devise, host yourself what belongs to you, habe ich eben shorty testweise installiert. Ein Script, das einen eigenen URIshortener ermöglicht. Unter s.ring2.de werden nun meine Links gekürzt und ihre Übersetzung zurück in echte Adressen verwaltet. Immerhin bin ich dann selber Schuld, wenn was schiefgeht.

Managing the Hype

Die digitalen Kommunikationsinstrumente verändern die Art, wie wir leben, wie wir miteinander umgehen, wie wir Geschäfte machen und wie wir uns austauschen.
-Peter Glaser-

the social circle of attentionDas social web wächst und strebt auseinander. War die Blogosphäre im Jahre 2005 zwar ein vernetztes Universum, so war doch der Ort des Inhaltes, seine digitale Heimat meist klar auszumachen. Heute kommentieren meine Leser meine Beiträge dort, wo sie sie erreichen. Bei Facebook, Flickr oder Twitter. Sogar in der Sphäre originärer Aggregationsdienste, wie friendfeed oder neuerdings posterous.com entstehen Kleinstdiskussionen, die dann teilweise wieder in andere social networks zurückschwappen. Ein hin-und-her-wogen von Reaktionen und Ergänzungen macht dann für den Autoren das Ganze schnell unübersichtlich. Continue reading “Managing the Hype”

Neue Soziale Medien – Follower

am Beispiel von Theran:

In diesem Netzwerk aber funktionieren sie (Klassische Medien und Journalisten, Anm. d. A.) wie Mutterschiffe, um welche die neuen Medien wie digitale Schnellboote herumflitzen. Sie bündeln, verifizieren und verdichten die unzähligen Informationsbruchstücke, ordnen und analysieren, um so ein möglichst akkurates und verständliches Bild zu liefern. Auf diese Bilder wiederum beziehen sich die sozialen Medien und gewinnen so an Kontur. Welche der beiden Medienformen nun die bessere ist, spielt gar keine Rolle mehr. Beide können nicht ohne einander.

(SZ vom 18.6.2009/vw)

und ein wenig älter, Bombay:

Hier zeichnet sich doch eine komfortable Entwicklung ab. Eine mit umgedrehten Vorzeichen: waren früher die Quellen rar, sind sie heute überwältigend. In ihrer Anzahl und Geschwindigkeit. …
Ein rundfunktheoretischer Traum wird wahr! Dazu benötigen Journalisten aber soziale Kompetenz, müssen über ein Netzwerk verfügen, dass Quellen einordnen kann, ob sie wenigstens zum zweiten oder dritten Grad als vertrauenswürdig einzustufen sind, um nachzurecherchieren. Das ist die eigentliche Revolution.

(RF vom 18.11.2008/eh)

V

green

Es bewegt so, weil es an Leipzig erinnert 1989, dieses Teheran 2009.
Es bewegt so, weil man teilhaben kann als Internetgemeinde, sich solidarisieren, wie mit Birma vorletztes Jahr.
Es bewegt so, weil die Menschen im Internet helfen können diesmal.
Es bewegt so, weil wir über Zensur sprechen und über die provinzielle Ursula, während am anderen Ende der Welt, gar nicht so weit weg, die Sonne aufgeht und die Welt noch einmal sich von unten verändert, so, wie schon einmal – von allen “Experten” unerwartet.

Schwanzvergleich in 140 Zeichen

»Es gibt derzeit eine riesige “Sendeblase“. Ähnlich wie die Kreditblase ist sie aufgrund eines Vorurteils entstanden. So wie die Banken glaubten, die steigenden Hauspreise würden die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden erhöhen, glauben die Twitterer, dass ihnen bei steigenden Followerzahlen immer mehr Menschen zuhören würden. Sie glauben an die Zahl der Follower und sie verwechseln das mit Reichweite. Wohlwissend, dass sie selber ja eigentlich niemandem mehr zuhören.«

»Twitter wird daran zugrunde gehen, früher oder später.« – schreibt mspr0, und erliegt einem anderen Irrtum. Er verwechselt den Hype, die Blase mit der Form, der medialen Funktion des Folgens. Der twitter-Hype wird platzen – das “Follower-Prinzip” aber, eben wegen seiner Limitierung in der Wahrnehmung überleben. Continue reading “Schwanzvergleich in 140 Zeichen”

#fcsp-Kappe

Frühlingskappe #fcspSich seine Fanartikel selber zu machen, ist nicht nur Ausdruck der persönlichen Note, sondern seit dem “Schweinedeal” im Merchandising, der dem FC St. Pauli nur 10% der Einnahmen lässt, fast schon Bürgerpflicht.

Ich freue mich jeden Spieltag wieder, dass sich eine digitale Kommunikation zwischen Anwesenden am Millerntor, entfernten Fans und auch Gegnern in meinem Twitter-Stream kumulieren. Das legt eine spannende Ebene über das real erlebte.

Das verbindende: der Hashtag #fcsp

Twitter lokal: “Demo am Gänsemarkt”

BullendemoDer soziale Flurfunk – via twitter und facebook bspw. – funktioniert nicht nur in großen Zusammenhängen, wie bei Anschlägen in Indien oder Flugzeug-Notwasserungen im ebenso fernen New York, sondern auch bei lokalen Begebenheiten, wie der verdi-Demo von heute Vormittag auf dem Hamburger Gänsemarkt.

Via Flickr (via2 twitpic und via3 twitter) findet in meinem facebook-Stream eine kleine erste Konversation zu dem Handyfoto statt, während zeitgleich sich eine kurze Konversation zwischen Anrainern und entfernten Followern ergibt. Nichts dramatisches, aber für den Moment informativ und ebenda im sozialen Jetzt organisiert. Als die Demo sich auflöst, verschwindet auch ihr digitaler Schatten, archiviert allerdings bei twitter und später auch bei Google. Continue reading “Twitter lokal: “Demo am Gänsemarkt””

Facebook, Twitter, friendfeed, identi.ca – Mister Gorbatchov, tare down this social wall #fcsp

social stream facebook, twitter, identi.ca, friendfeed

Wenn viele Sankt Pauli Fans twittern, bloggen, sich E-Mails via netpirates schreiben und auf facebook sich organisieren, dann ist das schon enorm spannend, was sich da an inspirierter Kommunikation zum magischen FC entwickelt. Inzwischen schwappen soziale Nachrichten aber immer leichter über die Grenzen von Plattformen hinweg, bilden einen Strom, in den sich Menschen, Kontakte, Suchende und Leser einklinken woimmer sie gerade sind. Bei Facebook, Twitter, als Leser meines Blogs oder …

wow – denting from facebook through identi.ca – to twitter – via friendfeed and lifestream.fm into my blog – that is social microtravelling
about 1 hour ago from Identica

#mbc09: Twitter-Tools der Stunde

Twitter’s Stärke ist seine nach außen gewandte Architektur. Ein Großteil des Geschnatters läuft über die bisweilen heillos überforderte API.

Darum herum haben sich Tools gebildet, die je nach Zweck das Twittern erleichtern oder die twitter-Funktionalität auf PC’s und mobile Geräte bringen.

Auf der #mbc09 hatte ich Gelegenheit, mir die “state of the tweet”-Tools anzuschauen. Meine Wahl: Continue reading “#mbc09: Twitter-Tools der Stunde”