Sei vorsichtig, wenn Du über Darmstadt twitterst

Eine inzwischen alltägliche Situation. Der Vertreter einer großen Werbeagentur oder Berater einer internationalen Marktforschung hat einen Termin in Darmstadt. Beim großen T.

Auf dem Weg dorthin wundert er sich über den provinziellen Bahnhof, über das Privat-Taxi des örtlichen Schlachtermeisters, das ihn über verschlungene Wege zu seinem Ziel bringt. Ihm fällt die teure Uhr am Handgelenk des Fahrers auf und er bringt das in mehreren Tweets mit diesem Teil von Darmstadt in Verbindung, während er die merkwürdig hohe Taxirechnung bezahlt. “Hier möchte ich nicht tot über dem Zaun hängen”, ist das letzte Posting vor dem Pförtner.

Als der Beamer aufgebaut und die fermentierten Kaltgetränke entkorkt sind, hat er den Vorfall längst vergessen. Seine Kunden, vor denen er heute präsentieren soll aber nicht. Continue reading “Sei vorsichtig, wenn Du über Darmstadt twitterst”

Soylent Lifestream

soylentgreen nah

Es sind zwei Filme, die ich aus den 1970ern noch lebhaft in Erinnerung habe, aus der Reihe der vielen Weltuntergang-B-Movies. Logan’s Run (der deutsche Titel fällt mir gerade nicht ein) und Soylent Green, auf deutsch so hinreißend übersetzt mit “2022, die überleben wollen”.

Heute morgen hatte ich einen Traum, gerade in der Phase, wo man meint schon wach zu sein, sind Albträume ja besonders gemein. Ich sah auf eine kunstvoll ikonisierte Packung Medikamente, von denen ich gerade eine Pille geschluckt hatte. Weswegen weiß ich nicht mehr. Continue reading “Soylent Lifestream”

Bombay, Twitter und die Nachrichten Journalisten

twitter, flickr, bombay, linse, falsche

… und warum sich Knüwer und der Spiegel gar nicht widersprechen.

Ich brauche keine Echtzeit, ich brauche Verlässlichkeit.
… schreibt Matthias Suess in seinem Blog. Als ob das die Frage eine Wahl wäre. Echtzeit ist nämlich schon da, spätestens seit dem Twitter-Sturm aus Mumbai.

Die aktuelle Twitterati-Schelte verkennt, dass es sich bei den Millionen Kurzmeldungen, um keine Nachrichten mit journalistischem Anspruch handelt. Der Kern einer Phantomdisksussion und eine Art protektiver Meinungslobbyismus der etablierten Nachrichtenmedien.
Continue reading “Bombay, Twitter und die Nachrichten Journalisten”

Realtime from Mumbai: die Twitter-Revolution

Am Nachmittag war Thomas Knüwer, Chefblogger vom Handelsblatt, noch bei den Kollegen von ZEIT und zeitonline. Unter anderen Themen besprachen die Journalisten dort das Phänomen Twitter am Beispiel der Nachricht über ein neues Google-Rechenzentrum in Österreich, die sich Wochen vor dem Erscheinen in den Printmedien durch twitter und die Blogosphäre grub.

Hätten die Herren noch ein paar Stunden länger zusammen gesessen, hätten sie gemeinsam Zeuge einer dieser Twitter-Wellen werden können. Die Nachrichten und tweets über den Anschlag in Mugai waren gerade dabei, in minutenschnelle über den Globus zu rasen. Unbemerkt, oder zumindest unberichtet von führenden online-Medien in Deutschland.
Continue reading “Realtime from Mumbai: die Twitter-Revolution”

Wie bewertet man facebook oder StudiVZ oder Twitter?

Es raschelt mächtig im Gerüchtewald. Facebook steht unter Zugzwang, einerseits in den USA, wo jetzt wohl aber die Gespräche für eine Übernahme von Twitter auf Eis liegen, andererseits in Europa, wo ähnliche Social Networks den Markt verstopfen, wie StudiVZ in Deutschland.

Für Twitter hat facebook wohl 500 Mio USD in eigenen Aktien geboten. Gemessen woran? Angeblich an der wahnsinnigen Bewertung von 15 Milliarden USD, die seit dem Vermarktungsdeal mit Microsoft im Umlauf sind, und die Techcrunch zur Recht “lächerlich” nennt.

Facebook was offering $500 million of its stock at the infamous (and ridiculous) $15 billion valuation to acquire Twitter up until 3 weeks ago.

Was bedeutet das aber für die Start-Up-Welt, die wohl kaum in den nächsten 2 Jahren an die Börse möchte? Sie kann sich nur gegenseitig vergleichen, was sich galoppierend unseriös anfühlt. Kein vernünftiger Mensch Ich kann nicht nachvollziehen, wieviel StudiVZ bspw. in facebook-Aktien wert ist.

Oder doch? Continue reading “Wie bewertet man facebook oder StudiVZ oder Twitter?”

Is Obama President?

yes

Inspiriert durch die Statusumeldung für Geeks, ob der Status-Dienst Twitter “down” ist oder nicht, zeigt die Website “isobamapresident.com” seit gestern Abend (GMT -5) ein frohes “Yes” sowie die Restzeit bis zu seiner Vereidigung als 44. Präsident der Vereinigten Staaten.

Das geht natürlich auch mit McCain oder Sarah Palin (via Lummaland) und ebenso mit deutschen Kandidaten:

Mit Herausforderer Frank-Walter Steinmeier natürlich:
www.ist-steinmeier-kanzler.de

oder mit der amtierenden Angela Merkel:
www.ist-merkel-kanzlerin.de

Zugrunde gelegt habe ich den voraussichtlich frühestmöglichen Termin für die Bundestagswahl 2009. Ich aktualisiere den Zähler natürlich, wenn einer feststehen sollte.

update: Eine ganz andere Statusmeldung zu Obamas Sieg und dem Wahlausgang habe ich bei Noah gefunden. Eine Bildergeschichte, wie fein.

VoxOx: zuviele Steroide?

Unified Messaging, das war schon einmal das ganz große fette neue Ding am digitalen Gadget-Himmel. So gegen Ende des Jahrtausends sprossen Firmen aus dem Boden, die das digitale Büro abbildeten. Wenn 1&1 sowas anbot, dann war das reifer Hype damals, die Nummern gefühlt 30-stellig.

Das ist lange her, digitale Kommunikation dennoch schwereloser als je zuvor. Die Aussichten, seine digitale Persönlichkeit und das Treiben derselben übersichtlich zu organisieren, immer noch eine reizvolle. Spätestens seit dem Erfolg von friendfeed eine logische Folge, das im Markt Apps auftauchen, die IM, VoIP und soziales Gezwitscher komplett bedienen.
Continue reading “VoxOx: zuviele Steroide?”

FCA:FC St. Pauli – twitterati digitaler Torjubel

fc st. pauli digitaler torjubel via twitter

Ich habe mich am vergangenen Sonntag bei der @stpauli-Lesung schon mit Hermann Schmidt darüber unterhalten, welche Kraft das gemeinsame Pauli-twittern entwickeln kann. Professionelle Text-Ticker, wie den vom kicker oder anderen Sportredaktionen macht das obsolet. Es gibt einfach keinen Anlass für journalistische Arbeit hier. Ich will Emotionen meiner Herzensbrüder und -schwestern.
Continue reading “FCA:FC St. Pauli – twitterati digitaler Torjubel”

Nix von Bedeuting

Von mir kommt kein Backlink zum Spiegel.
Nicht wegen des Heil-Bashings – was für eine schöne Wortkombination – und auch nicht wegen des Jamie Oliver Beitrages.

Ich saufe doch auch beim kochen. Viva Soweto meine lieben und immer schön weiter vorstellen, der Kerner würde ebenfalls Hühner in seiner Kochsendung vergasen, dass macht dann erst richtig Durst.

Ich zumindest kriege dieses Bild nicht mehr aus dem Kopf. #camp

Twittersäuberungen

Die erste Welle der Twittersäuberungen im Sommer 2008 trafen die inzwischen vom belanglosen Gezwitscher abhängig gewordenen Jünger des Microblogging-Dienstes unvorbereitet.

Der eine oder andere beschimpfte daraufhin Nachbarn und Kollegen, wie die das wagen konnten ihn/sie zu “entfolgen”. Wieder andere posteten hastige Statements, dass sie nix dafür könnten. Das sei sicher ein Bug oder eine Optimierung gegen Karteileichen.

Hallo? Ein Startup, dass Karteileichen beseitigt? Kenn ich keins (ausser aber das ist kein Start-Up mehr ;)

Inzwischen wartet Angelina Braddock in Wisconsin vergeblich auf ihren Enkel. Das sehe ihm gar nicht ähnlich sagt sie ihrer Nachbarin am Telefon, dass er zu spät zum Mittagessen käme.

Marodierende Nutzerhorden oder das Ende der Plattform

Twitter ist down.

Mal wieder. In diesen Momenten zeigt sich, wie einfach Nutzerstämme zu Alternativen rüber wandern. In diesem Fall zu identi.ca, einem open source Klon von Twitter. Ich muss immer öfter an die Theorie des sozialen Objektes denken, die ich in Kopenhagen letztes Jahr das erste Mal verinnerlichen konnte.

Ohne die Hürde, dass die Beziehungen um mein soziales Objekt, seien es Photos bei flickr oder Kontakte und Kontaktpfade (!) bei XING, nur mit viel Aufwand aus den Plattformen herauslösbar sind, kommt es zu Wanderungen, die das Ende einer Plattform, wie Twitter sein können.

Das Phänomen Twitter ist nämlich ein kommunikatives, kein technisches. Hinzu kommt, dass bei Twitter oder noch deutlicher bei friendfeed, dem neuen Hype aus dem Valley, lediglich Momentaufnahmen meines digitalen Lebens vermittelt werden. An meine digitale Horde, *meine* Kontakte, meine Meldungen. Die sich, wie heute Vormittag, schnell auch woanders rematerialiseren können. Vielleicht um dieses Mal noch zurückzukehren.

Nachtrag: Kaum geposted und gemutmaßt, da scheint sich Twitter auch seiner Verwundbarkeit bewusst zu werden und limitiert den freien Abgriff der Nutzertweets auf 100 Zugriffe auf die Twitter-API pro IP und Stunde. Der Anfang vom Ende?

@mopo ein tweet macht noch keinen Sommer

Einen Monat lang hat man nichts vom @mopo-Twitter-Account gehört. Das kann den Grund haben, dass der Redaktions-Maulwurf den Account via Anwalt übergeben hat – und die Mopo-Redakteure nun nichts damit anzufangen wissen.

Dabei sind knapp 300 Follower gar nicht mal übel. Viele Hamburger Meinungs- und Medienmacher darunter. Hier wird ein Vorsprung verschenkt, der gerade der schwächelnden Mopo Online gut tun könnte.

vimeo lässt mich hängen

Nein, ich brauche eigentlich keinen neuen Videodienst.
Neugierig, wie ich nun einmal bin habe ich mir aber mal in Kürze mit vimeo.com beschäftigt, auch weil die Videos von dort immer öfter in meinem Friendfeed auftauchen.

Aber 105 Minuten zu warten, bis ich mir mein eigenes Video ansehen kann? Nee.

Das scheint eine der Konstanten des Web 2.0 zu sein: mit dem Erfolg bricht den Ruby-Modulen da bei vimeo, oder auch Twitter, die Performance zusammen. Das bringt einen dann zurück zu Google (youtube) oder Yahoo! (flickr), so bitter das am Ende sein mag.

Die “sozialen Heuschrecken” fallen über Identi.ca her

Mashable hat drüber geschrieben, und zwar in einer Art und Weise, wie sie jeder Jedi Geek da draußen versteht. Nu fluten die sozialen Nomaden, die nicht mehr Fernsehen und deswegen so viel Zeit haben ;) das kanadische Start-up – und machen es kaputt. So viele neue Nutzer kann nicht nur Twitter nicht vertragen, sondern auch Identi.ca nicht. Auch wenn das ein sehr schöner Name für einen Dienst ist.

Wer miterleben will, wie das Klonen von sozialen Graphen vonstatten geht, der melde sich an, solange der Server noch geht.

Hochbahn-Fotos

Wandsbek Markt 1In Hamburg heißt die U-Bahn “Hochbahn”, auch wenn sie nur streckenweise oberirdisch verläuft. Nichts besonderes, nennen die Hamburger ihr Zentrum ja auch “Centrum”, nur um immer darüber zu nörgeln, dass “in der Stadt” nach 18:00 Uhr kein Leben mehr herrscht.

Das wiederum liegt bestimmt nicht an der Hochbahn, die sich zu einer der ältesten Deutschlands zählt und wohl gerade 100 Jahre alt wird. Dazu hat sich die Agentur siteseeing (sic!) einen Fotowettbewerb ausgedacht. Der ist in der Flash-Anwendung zur Jubiläums-Website “100 Jahre Hochbahn” integriert.

spätDie Qualität der eingesandten Fotos ist gut. Ich wage da kaum, meine Handyfotos einzureichen. Gerne würde ich auf einige Bilder direkt verlinken, sie größer sehen, als vom Flash-Designer vorgesehen, sie kommentieren, taggen und markieren. Sie via facebook, de.icio.us oder twitter meinen Freunden zeigen.

Schade, das geht alles nicht.

Übrigens finden sich gut 1.200 Fotos bei flickr zum Thema. Viele Favoriten dabei (bis zu 150) und mit lebendigen Diskussionen versehen (350 Kommentare). Mit mindestens soviel Liebe zum Motiv, nur irgendwie lebendiger – und mindestens so gut!

Biergarten-Tweets

tat oder wahrheit heisst hier wahrheit oder pflicht #bayern #brandenburg #berlin
about 1 hour ago from web

wichtig: feuchtgebiete nie bei amazon bestellen. die my-seite ist auf jahre verseucht
about 2 hours ago from web

von f*ckschlitten und kinder pingui – mit @heiko im biergarten
about 2 hours ago from web

L: Biergarten am Chinesischen Turm, Engl. Garten München

Brand der Berliner Philharmonie als Fallbeispiel für Nachrichten im Web 2.0

Ich habe über den Brand in der Berliner Philharmonie über twitter erfahren. Erst nach mehreren tweets zum gleichen Sujet war mir klar, das war kein Scherz von Lobo, sondern das passiert wirklich (Herr Lobo kann Autofahren und auch daran vorbei).

Die gute Nachricht, die Berliner Medien sind sehr schnell zur Stelle. Auch online, und das war vor einigen Jahren noch nicht selbstverständlich. Da sah das so aus, wie aktuell bei der B.Z. online: Keine Meldung, keine Bilder. Morgen vielleicht.

Berlin.de verlinkt auf der Homepage auf die Berliner Zeitung im familieneigenen Verbund und die punktet wiederum mit einem Feuerwehrmann-O-Ton.
Der Tagesspiegel berichtet laufend und hat eine eigene Fotostrecke angelegt.

Der Hauptstadtblog, als Blog-Beispiel, aggregiert weitere Berliner Quellen und berichtet in mehreren Posts.

Drei Dinge scheinen mir da bemerkenswert zu sein:
1. Twitter eignet sich tatsächlich zur Verbreitung von Nachrichten
2. Klassische Medien sind immer noch nicht in der Welt der Aggregation angekommen. Bei keiner der Zeitungswebsites in Berlin finde ich einen Überblick über die aktuelle Bild- und Bloglage.
3. Das liegt vielleicht auch daran, dass es keine aktuelle Web 2.0 Berichtslage gibt. Aktuell finde ich acht Bilder bei flickr. Sowas von rückständig dieses Berlin.

Hashtag #fcsp – Sankt-Pauli-Liveticker von allen für alle

hashtag #fcsp

Das Web 2.0 strotzt nur so vor amerikanischen Fachbegriffen. Einer neuesten ist der so genannte hashtag, bestehend aus dem englischen Wort für Raute (ausgerechnet ;) und Tag, also Schlagwort. Beim Microblogging-Dienst Twitter ist der Einsatz dieser tags eher eine Krücke, um das Manko auszugleichen, dass Twitter keine Tweets, kurze online Statusmeldungen per Handy oder Web versandt, anständig gruppieren kann. (mehr dazu bei #RobertBasic)

Wenn nun mehrere Fans (bspw. die des FC St. Pauli) aus dem Millerntor twittern, also kurze Statusmeldungen zum Spiel abgeben, wie Jeky, Markus und ich das schon mal geprobt haben, dann entsteht ein bunter, parteiischer und nahezu ununterbrochener Liveticker. Wenn die gegnerischen Fans twittern, eben auch die andere, die Gäste-Sicht auf das Spiel.

In der aktuellen Diskussion, wem denn der Fußball gehört, der DFL oder den Fans, eine machtvolle Demonstration und ein wichtiges mediengesellschaftliches Experiment. Forza Sankt Pauli #fcsp L:Millerntor

10%

st. pauli, slam, dunks, sneekers, merchandise

Magere 10% bekommt der magische FC von den Einnahmen aus “seinem” Merchandising, wie diesem (erhältlich ab 30. Mai).

Lächerlich wenig, findet nicht nur Cornelius.

LITTMANN: … Auf dem Merchandising-Sektor sind wir national schon fast für die Champions League qualifiziert. Und wer fährt den Gewinn ein?

ABENDBLATT: Vermarkter Upsolut, der 90 Prozent dessen einbehält.

LITTMANN: So ist es. Und das ärgert mich. Wenn ich dann höre, wie sich alle darüber freuen, dass es demnächst St.-Pauli-Shops in anderen deutschen Städten geben soll, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Unser Verein profitiert davon nur unerheblich. Im Grundsatz bin ich nicht bereit, dies weiter hinzunehmen. Uns gehen jedes Jahr Millionenbeträge verloren.

Bild und Hinweis via twitter.

Soziales Schmiermittel social web

Gesellschaftliche Veränderungen benötigen Schmiermittel, um die enormen Reibungskräfte, die Anpassungen an das Neue verursachen, abzufedern.

Mel Blake hat für das 19. Jahrhundert, die Geburtszeit der Industriegesellschaft, den Gin ausgemacht. Für die USA sicher richtig. In Hamburg wäre das dann wohl Lütt&Lütt, ein Gedeck aus Bier und Korn, wahlweise Aquavit, das die seelischen Druckstellen labte und den gestressten Körper weiter auf Linie hielt. Vor und nach der Schicht bei Blohm & Voss.

Im 20ten Jahrhundert wäre demnach das Fernsehen die Droge der Nationen gewesen, wovon eine unvorstellbare Menge von 200 Milliarden Stunden jährlich in den USA konsumiert wird.

In Zeiten von sozialen Medien konzentriere sich diese Zeit, diese Energie, in Konversationen im Internet.
Als Beispiel zieht er die wikipedia-Diskussion über den Status des ehemaligen Planeten Pluto heran. Auch die Diskussion in deutschen Blogs über Urheberrechte und die Frage, wem denn der Fußball gehört, sind Ausdruck dieser neuen Machtfrage.

Wo geht sie hin diese Zeit? Nach Utopia, wo gleichberechtigt gestritten, getwittert und wikis befüllt werden? Oder in Klagen über die Kirschen im digitalen Garten des Nachbarn? Mehr Vielfalt oder die Diktatur des Mainstream? – jedenfalls die Diktatur des Klick.

via

Wem gehört der Fußball?

warnunk

Manchmal sieht man Konflikte kommen, und ist doch überrascht, wenn sie plötzlich da sind. Vor allem, wenn sie durch Medien “beschleunigt” werden. Vor einiger Zeit habe ich geunkt, dass spätestens zur EM 2008 die Frage zu diskutieren sei, ob der Fan 2.0, der da aus dem Stadion twittert, flickrt, casted oder bloggt, sich strafbar macht oder ob er sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ausübt.

Nun diskutieren wir über mich, meine 1000Mikes-Handy-Übertragung, den FC St. Pauli, die DFL, den Begriff Rundfunk und die Meinungsfreiheit. Besonders wohl fühle ich mich nicht dabei.
Continue reading “Wem gehört der Fußball?”

Anke erklärt Twitter

Ich finde es völlig belanglos, dass Lumma dauernd twittert, dass er jetzt boardet oder bei Starbucks ist. Aber gleichzeitig bin ich inzwischen davon überzeugt, dass die Welt aufhören würde zu existieren, wenn Lumma nicht mehr boarden würde oder bei Starbucks wäre.

Fein.

Bei die Mopo twitterts (update)

mopo twitter

… und kommt gleich mit einem Geheimnis daher. Warum stockt der Aussand der Exportware Nachtausgabe?

update: (via twitter)
Bei der “Hamburger Morgenpost” schlagen die Wogen hoch: Wegen einer fünfstündigen Betriebsversammlung, die erst gegen 20.30 Uhr endete, ist am Dienstag die Nachtausgabe der “Mopo” nicht erschienen. Hintergrund: Die Belegschaft protestiert gegen Sparpläne. Nach Angaben des Betriebsrats will der “Mopo”-Eigentümer, die Mecom Group, in diesem Jahr 4,6 Mio Euro bei der “Mopo” einsparen und im Verlag rund 16 Stellen abbauen. Am Dienstag kam es zur Eskalation, weil eine Erklärung der Mitarbeiter von Redaktion und Verlag gegen die Mecom-Pläne nicht im Blatt abgedruckt wurde. (…)

update2: Offiziell ist das nicht, das gezwitscherte da von “ggü der Kampfbahn”. Die Chefredaktion dementiert, dass die MoPo nun “offiziell” twittert. Das scheint aber jemand aus der Redaktion zu sein, Cem weiß da mehr, will aber nix verraten. #offenes Geheimnis? (via)

Wenn man etwas nicht weiß, soll man fragen. So hat man mich gelehrt. Also habe ich bei Frank Niggemeier, Chefredakteur der MOPO, nachgefragt. Seine Antwort zur Frage nach dem MOPO-Twitteraccount:
“Diese Mopo-Nummer auf Twitter ist ein reines Privatvergnügen (von wem auch immer) und hat mit der Redaktion offiziell nichts zu tun.”
Laut Niggemeier wissen auch die Onliner der MOPO von nichts.

… ansonsten wird weiter fröhlich über alles mögliche geplauscht.

… aber was soll eine Boulevardzeitung mit Twitter anfangen?
… mehr als drei Artikel des Tages hoffentlich.
… meine Prognose: mopo lernt bald, dass zum Twittern eine Redaktion gehört, die das kann und Bock drauf hat. Meine Messlatte, eine mindestens bessere St. Pauli Tweet-Coverage, als die von Jeky und Textundblog in Koop mit mir.