#Path Datenskandal – Der Pfad zur dunklen Seite der Macht

Path, so heißt der neue heisse Scheiß im Start-UP Universum. Ein Social Network für echte Bekannte. Viele meiner sozialen Kontakte nutzen dieses slicke Tool, das in einer affenartigen Geschwindigkeit diejenigen einzusammeln scheint, die in Facebook und Twitter sich schon zu sehr entblößen, als eine Art innerer Kreis für echte Bekannte. Vielleicht steckt auch das heimelige Gefühl dahinter, endlich mal wieder auf einer neuen Plattform, mit den üblichen early adopter abzuhängen, dort wo es so schön kuschelig ist, ohne Mainstream und dem Sozialkundelehrer von frùher.

Path hat gestohlen, und zwar das wertvollste, was digitale Personen anzubieten haben: ihr Adressbuch, ihre sozialen Kontakte. Ohne ihre Nutzer darauf hinzuweisen, eine Einwilligung einzuholen, hat die Iphone App das Adressbuch des Nutzers auf die amerikanischen Server des Unternehmens hochgeladen. Das ist schlimm genug, und meiner Meinung nach, sollte das vorsätzlich geschehen sein, ein echtes Verbrechen.

I noticed that my entire address book (including full names, emails and phone numbers) was being sent as a plist to Path. Now I don’t remember having given permission to Path to access my address book and send its contents to its servers, so I created a completely new “Path” and repeated the experiment and I got the same result – my address book was in Path’s hands.

Das kann man imho mit einer Bände vergleichen, die alten Menschen an der Haustür ein TV-Zeitschriften Abo verhökert und ein Komplize derweil die Kommoden im Schlafzimmer durchsucht.

Viel schlimmer als so ein Datenraub, der meiner bescheidenen Meinung nach, hart bestraft gehört, ist die schlimme Erklärung des CEO von Path Dave Morin:

We upload the address book to our servers in order to help the user find and connect to their friends and family on Path quickly and effeciently as well as to notify them when friends and family join Path. Nothing more.

We believe that this type of friend finding & matching is important to the industry and that it is important that users clearly understand it, so we proactively rolled out an opt-in for this on our Android client a few weeks ago and are rolling out the opt-in for this in 2.0.6 of our iOS Client, pending App Store approval.

Frei übersetzt steht da, dass sie nichts weiter getan haben, als Daten ohne Einwilligung zu Klauen, und zwar, weil das für den Dienst und die „Branche“ wichtig ist, das zu tun. Nun will man „proaktiv“, also bevor man verklagt wird, eine Einwilligung nachziehen.

Erschreckend, dass Dave Morin überhaupt keine Reue zeigt, keine Spur Unrechtsbewusstsein zu entwickeln in der Lage ist. Es wird höchste Zeit für eine gute ID-Bank, in der ich meine Daten anvertrauen kann und die im Zweifel in meinem Namen gegen solche Strolche vorgeht.

via lummaland

Happy Halloween – and what is not OK #Rassismus

S*T*A*R*S ist eine seit 1988 bestehende Studenteninitiative, die sich aus einem Unikurs entwickelt hat, wenn ich das richtig verstehe. Passend zu unserer Diskussion vom Wochenende macht diese Organisation vor Halloween darauf aufmerksam, welche versteckten „Ismen“ sich in fröhlichen Verkleidungen finden, und formulieren, was sie nicht OK finden:

Ohio University’s Students Teaching About Racism in Society

In Deutschland ist Halloween vor allem bei der Generation meiner Kindern nicht mehr wegzudenken, hat so etwas wie Rummeln zu Silvester gänzlich abgelöst. Eine gute Gelegenheit, mit seinen Kindern einmal über das Tradieren von Rassismen zu sprechen – oder einfach, was OK ist und was nicht.

-via

Unversœhnlich 9/11

Es ist das, was ich George Bush Jun. und seinen politischen Helfershelfern nicht verzeihen kann, dass sie meine Wut, meine Anteilnahme und Solidarität so sehr pervertiert und missbraucht haben. „Mission Accomplished“ bedeutet heute, dass Machtinteressen und Terroristen eine permanente, unheilige Allianz eingehen – zulasten einer universellen Versöhnung, die eigentlich am Ende von 10 Jahren Trauerarbeit stehen sollte!

Wie ich sie verachte deswegen, mag ich kaum beschreiben.

Was US-Studenten mögen, essen, konsumieren …

… das kann man in Marktforschungen herausbekommen, wie in der tollen Bravo-Studie, die regelmäßig die Gewohnheiten und Vorlieben der deutschen Jugendlichen erhebt.
Oder man betrachtet ihr Verhalten in sozialen Netzwerken.

Und findet erstaunliches heraus. Beispielsweise, dass unter amerikanischen Studenten die elektronische Macht der Firma Apple erschreckend groß ist. Oder dass die 80er Jahre im Bier-Konsum sich wiederbeleben. Corona, mein lieber Scholli … und dazu Country Music vom Ipod ;)

facebook according to college students
facebook according to college students

via tnw

Ipad 2 bei amazon USA oder UK bestellen? Muss ich Zoll zahlen?

Ich kenne niemanden, der gerade in den USA ist, und der mir ein Ipad 2 mitbringen kann (oder sich traut, das am Zoll vorbei ins Handgepäck zu nehmen) – nun soll das Ipad2 in den USA billiger sein, als in Deutschland (auch in England) – kann ich also, wenn ich es nicht exportieren kann, einfach bei amazon.com in den USA bestellen und mir zuschicken lassen? Oder muss ich auf diese Sendung auch Zoll zahlen. Wie sieht das mit amazon.co.uk aus? Die sind doch in der EU – jemand Erfahrung darin Apple Produkte zu importieren?

Don’t believe the cloud #wikileaks

himmel

Als gebranntes Kind der „New Economy“ hoste ich selbst – soweit das geht. Bisher bin ich vor allem im Hinblick auf das wirtschaftliches Überleben und den Datenschutz davon überzeugt gewesen, dass es sich lohnt, wenns denn sein soll, auf deutsche (oder in Deutschland habhaftbare) Anbieter zu setzen. Nun muss man das Ganze auch noch aus der Warte bewerten, dass es einem US-Unternehmen, wie Paypal oder amazon aktuell, nicht mehr ausreicht, nur amerikanisches Recht anzuwenden, wenn man selbst ganz woanders sich befindet, sondern man befürchten muss, dass neben Büchern womöglich mein gesamtes digitales Leben verschwindet, rechtswidrig aber faktisch, nur weil mein Treiben einer Regierung nicht passt.

Amazon als Serverbetreiber würde ich meiden. Überhaupt bestimmen viele US-Cloud-Anbieter in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen beziehungsweise in den Nutzungsbedingungen, dass alle Daten ihnen gehören. Das ist die typische Haltung. Google ist eine solche Klausel für Deutschland von den Gerichten verboten worden – zu Recht.
(Thomas Hoeren in zeit.de)

Das ist der Schaden, den Paypal, amazon und die anderen nachhaltig angerichtet haben mit ihrer vorschnellen Liquidation der wikileaks-Konten. Und ich bleibe bei meiner Prognose – nu wird sie immer wahrscheinlicher – dass das nächste deutsche Wort, das den Weg in die englische Sprache findet „Informationelle Selbstbestimmung“ ist.

Uncle DDoS – US-Angriff auf Wikileaks böse Präzedenz

The leaders of Myanmar and Belarus, or Thailand and Russia, can now rightly say to us “You went after Wikileaks’ domain name, their hosting provider, and even denied your citizens the ability to register protest through donations, all without a warrant and all targeting overseas entities, simply because you decided you don’t like the site. If that’s the way governments get to behave, we can live with that.”

… schreibt Clay Shirky * in seinem ausgewogenen Text zu dem Dilemma, in dem demokratische Gesellschaften in Zeiten digitaler Sicker-Plattformen wie Wikileaks stecken.

Jeder Despot kann sich nun darauf berufen, dass die USA eine Website ihrer Domain, ihrer Finanzierung berauben und sie auf internationalem Territorium angreifen (DDoS) – auf ein solches Vorgehen können sie sich sicher einigen. Der Rechtsweg bleibt ausgeschlossen.

Ipad aus den USA importieren – Zollbestimmungen

Nun ist das schwer zu verstehen, aber traurige Tatsache, dass Apple-Produkte, wie das IPhone oder das IPad in Deutschland deutlich teurer sind, als in den USA oder anderen europäischen Ländern, wie Großbrittanien oder Italien.

Aber ist das auch günstiger, wenn man halbwegs legal ein solches US-Ipad nach Deutschland importieren will? „Ipad aus den USA importieren – Zollbestimmungen“ weiterlesen

Open – Schutz der Privatheit in Zeiten von Facebook und Google

„Wir sind die Einwanderer von Digitalien“

Facebook und Google sammeln alles, was wir ihnen vorwerfen und wir werfen ihnen vor, dass sie es speichern und nutzen. Dabei ist das Ausnutzen von Dingen, die einem jemand anvertraut eine allgemein gebilligte Handlung in einigen Gegenden der Welt.

Der einzige wirksame Schutz dagegen ist wohl weniger das Verschließen, sondern das Verschlüsseln, das Verwirren und Vorgaukeln. Das kann sogar viel Spaß machen, sich online eine eigene Identität zuzulegen. Ich bereue ja schon lange, dass ich mir damals keinen „Don“ erfunden habe, dabei ist das Finden eines überspitzten digitalen Ichs so spaßig einfach … „Open – Schutz der Privatheit in Zeiten von Facebook und Google“ weiterlesen

Aretha Franklin, Blues Brothers, Eddie Murphy, „The first black President of the United States“, President Blowfly to Barrack Obama

Der Obama-Day als popkultureller Höhepunkt eines Weges, der mich als Westdeutschen Erwachsenen eben auch emotional so betrifft, weil die Kultur, die dahin führte eben auch meine eigene ist.

Ein Fest für die Demokratie. Großartig.

Ein Weg, der mit Menschen, wie Aretha Franklin (und ihrem energischen Liebeslied aus Blues Brothers) begann und heute in der beginnenden Präsidentschaft Barrack Obamas seinen vorläufigen Fluchtpunkt findet.

… auf die eigene, popkulturell angloamerikanische Sozialisation (sei) verwiesen, daß eine Joan Baez, ein Hunter S. Thompson, “Saturday Night Fever” und “Fame” und “Hair”, ein Elvis Presley, Maze und die Commodores, die Talking Heads, Barbra Streisand und James Brown und Janis Joplin mir näher sind, mich tiefer prägten als ein Goethe.

Wie lang dieser Weg war, kann ein Blick auf zwei US-Heroen (es gab auch deutsche und englische, aber das nur nebenbei) meiner Jugend nicht deutlicher machen. Wahrhaftiger Pop: „Aretha Franklin, Blues Brothers, Eddie Murphy, „The first black President of the United States“, President Blowfly to Barrack Obama“ weiterlesen

Dollarkurs, Blogs und die Renaissance der Eigeninitiative

sterben blogs USA Börse Wall Street

Die Vereinigten Staaten sind pleite. Nun, das ist keine neue Nachricht. Allerdings mit einer pikanten Note. Denn seitdem nicht nur die USA, sondern alle anderen, die ihre verfaulten Versprechen und Hypotheken-Kredite gehandelt haben, ebenfalls an der Kreditnulllinie herumeiern, feiert das Bodenständige Renaissance. Lustigerweise steigt auch der Dollarkurs wieder. Diese Volkswirtschaft hat nämlich schon bis zum Bankrott abgeschrieben, den Europäern steht das noch bevor.

Blogs sind in den USA weiland erfolgreicher als in Deutschland. Der Erfolg der Wenigen hat dazu geführt, dass US-Blogs, die erfolgreichen umsomehr, weniger wie Blogs funktionierten, sondern eher wie ausgelagerte Leitartikel-Diskussionen. Ein Zirkel, der sich da gegenseitig kommentierte, informierte und pushte. Das lief eine Weile gut – vor allem bei den Werbekunden, nun schlägt das Pendel zurück.

In Deutschland kommen Blogs dagegen in Sachen Reichweite und Relevanz nicht aus dem Quark, weil man sie schlicht nicht braucht. Wer publizieren, Fotos bloggen oder sich austauschen, meinetwegen auch gruscheln möchte, kann dies in vielen putzigen social networks, neuerdings sogar vis-a-vis zu seiner Regionalzeitung tun. Letztlich waren twoday und Co. nix anderes. Wer braucht da noch ein eigenes Blog?

Stimmt das aber, dass 2009 viele dieser social networks zusammenbrechen, dann wird vielleicht wieder Mode, was für Menschen, die gerne ihre Gedanken auf ihren Servern wissen, schon immer klar war. Mein Blog ist meine Burg. Komme was da wolle, ob jetzt die anderen leben oder sterben wollen, mal wieder.

(intensive Zusammenfassung der sterbenden Blogger-Hybris beim powerbook-Blogger)

social bail-out

oder „gebt den Leuten ihre Häuser zurück“!

Hätte man das vorher sich überlegt, wäre der Vorwurf sich unverantwortlich zersetzend an den Strukturen unserer Welt zu schaffen zu machen – subversiv, marxistisch-autonom und total wahnsinnig – vielleicht treffend gewesen. Aber das hat keiner. Die Gier war hier der Gewinner – und bestimmt ein paar Trilliardäre, die auf den Downfall gewettet haben.

Wenn ich das richtig verstanden habe, müssen nun die Banken und Investmenthäuser, deren Kunden und die Steuerzahler auf der ganzen Welt, dafür aufkommen die faulen Hypotheken von Millionen Amerikanern abzuschreiben. Nix mehr wert und keiner mehr da, dem man die Dinger andrehen kann.

Ok. Wäre es da nicht eine große Gelegenheit, wenn man sowieso dafür aufkommen muss, die Hypotheken auch nach hinten, zu den Menschen hin, abzuschreiben. Wenn eine Hypothek bspw. nur noch 10% ihres Wertes besitzt, ist das mit ihrer Schuld nicht auch so?

Nehmt diese Katastrophe zum Anlass, etwas total wahnsinniges zu tun. Scheiß auf den Restwert – gebt den Menschen ihre Häuser zurück. Mit Hypotheken-Rückgabe-Urkunde und einem freundlichen Gruß von mir – übermittelt in den letzten Tagen via KfW.

vimeo lässt mich hängen

Nein, ich brauche eigentlich keinen neuen Videodienst.
Neugierig, wie ich nun einmal bin habe ich mir aber mal in Kürze mit vimeo.com beschäftigt, auch weil die Videos von dort immer öfter in meinem Friendfeed auftauchen.

Aber 105 Minuten zu warten, bis ich mir mein eigenes Video ansehen kann? Nee.

Das scheint eine der Konstanten des Web 2.0 zu sein: mit dem Erfolg bricht den Ruby-Modulen da bei vimeo, oder auch Twitter, die Performance zusammen. Das bringt einen dann zurück zu Google (youtube) oder Yahoo! (flickr), so bitter das am Ende sein mag.

Unwort des Jahres: „Werbenetzwerk für Blogs“

Nach adical Adnation plant nun auch technorati ein Werbenetzwerk für Blogs aufzubauen. Trotz eines viel größeren Marktes ist die Idee nicht besser, als die der Berliner Blogentrepreneure Sascha Lobo und Johnny Haeusler.

Technorati, which has raised around $10 million in new funding to save it out of oblivion, is now launching an online ad network for blogs, amidst heavy competition in the sector. The Technorati Media network has signed on some blogs as its core, more focused on technology sector: blogtalkradio, Blogcritics, blogcatalog, BlogTV, GeekAlerts, GPSMagazine, NerdApproved and Technabob.

Werbung will Norm. Nicht nur deswegen gibt es den so oft schon totgeglaubten Standardbanner noch. Der Wert dieses normierten Stücks werblicher Kommunikation, ob es nun medium rectangle oder wallpaper heißt, bestimmt sich nach dem Umfeld in dem es geschaltet wird. Teurer auf einem Finanzjournal – wenn wir mal Werbende aus dem Bereich Altersvorsorge nehmen – und billiger auf Communities, wie wer-kennt-wen bspw., wo die Menschen milliardenfachen PI-Schaum abwerfen beim sich gegenseitig verknüpfen. In der Stimmung eine Riester-Rente abzuschließen ist da keiner.

Und Blogs? In den USA finden sich immerhin noch Weblogs mit thematischer Klarheit *und* einigermaßen signifikanter Reichweite. In Deutschland kenne ich da keines. Blogs sind hier nur in den Augen ihrer Betreiber besonders; für Media-Agenturen leben wir unterhalb der Wahrnehmungsgrenze.

Werbetechnisch gesehen ist das so, als würde es Klopapier für Dicke geben, das sich aber in Nichts von dem für alle unterscheidet.

disclaimer: Ich finde die Idee eine feine Blogagentur zu gründen, um über ein Netzwerk, wie Adnation stark focussierte Kampagnen zu fahren, die in einem großen Mediaplan eben keinen Platz haben, hingegen nicht so schlecht. Eigentlich ist es auch genau das, was Sascha und Johnny mit der Casio Kampagne gemacht haben. Nur dann muss ich den Anspruch und die Kommunikation anpassen – ein Werbenetzwerk ist das nicht mehr. Eher eine online Werbeagentur mit angeschlossenen Werbeträgern

Ian’s Heimweh

Ich war schwer beeindruckt von seiner Leidenschaft, die ich zugegeben erst sehr spät erkannte.
Ian Joy ist wegen seiner Familie wieder in die USA gegangen, vielleicht um etwas zu kitten, was schon kaputt war. Nun trägt er das Millerntor im Herzen und es beginnt zu schmerzen:

„Sie fragten mich auch schon, ob ich nicht endlich das Tragen der St.-Pauli-Shirts lassen könnte. Aber ich sage jedes Mal: Nein. Niemand wird St. Pauli verstehen und wissen, wofür es steht, wenn er noch nicht am Millerntor gewesen ist. Daher versuche ich, meine Mitspieler dazu zu überreden, irgendwann mal mit mir nach Hamburg zu kommen, damit ich ihnen zeigen kann, was Fußball wirklich bedeutet. St. Pauli wird immer in meinem Herzen sein.“

Kopf hoch, Ian.

via netpirates und jekylla

Soziales Schmiermittel social web

Gesellschaftliche Veränderungen benötigen Schmiermittel, um die enormen Reibungskräfte, die Anpassungen an das Neue verursachen, abzufedern.

Mel Blake hat für das 19. Jahrhundert, die Geburtszeit der Industriegesellschaft, den Gin ausgemacht. Für die USA sicher richtig. In Hamburg wäre das dann wohl Lütt&Lütt, ein Gedeck aus Bier und Korn, wahlweise Aquavit, das die seelischen Druckstellen labte und den gestressten Körper weiter auf Linie hielt. Vor und nach der Schicht bei Blohm & Voss.

Im 20ten Jahrhundert wäre demnach das Fernsehen die Droge der Nationen gewesen, wovon eine unvorstellbare Menge von 200 Milliarden Stunden jährlich in den USA konsumiert wird.

In Zeiten von sozialen Medien konzentriere sich diese Zeit, diese Energie, in Konversationen im Internet.
Als Beispiel zieht er die wikipedia-Diskussion über den Status des ehemaligen Planeten Pluto heran. Auch die Diskussion in deutschen Blogs über Urheberrechte und die Frage, wem denn der Fußball gehört, sind Ausdruck dieser neuen Machtfrage.

Wo geht sie hin diese Zeit? Nach Utopia, wo gleichberechtigt gestritten, getwittert und wikis befüllt werden? Oder in Klagen über die Kirschen im digitalen Garten des Nachbarn? Mehr Vielfalt oder die Diktatur des Mainstream? – jedenfalls die Diktatur des Klick.

via

Wem gehört der Fußball?

warnunk

Manchmal sieht man Konflikte kommen, und ist doch überrascht, wenn sie plötzlich da sind. Vor allem, wenn sie durch Medien „beschleunigt“ werden. Vor einiger Zeit habe ich geunkt, dass spätestens zur EM 2008 die Frage zu diskutieren sei, ob der Fan 2.0, der da aus dem Stadion twittert, flickrt, casted oder bloggt, sich strafbar macht oder ob er sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ausübt.

Nun diskutieren wir über mich, meine 1000Mikes-Handy-Übertragung, den FC St. Pauli, die DFL, den Begriff Rundfunk und die Meinungsfreiheit. Besonders wohl fühle ich mich nicht dabei.
„Wem gehört der Fußball?“ weiterlesen

faz-blogs: kein kommentar

*** update *** jetzt scheint es zu funktionieren. Vielen Dank an Holger Schmidt für die telefonische Nachfrage, das kommt auch nicht alle Tage vor #journalist 2.0 ***

Es scheint Holger Schmidt nicht zu wundern, dass man in seinem Blog nicht kommentieren kann.
Auch seine Beiträge aus den vergangenen Tagen sind kommentarfrei. Kann ja mal passieren, Journalisten sind zeitlich belastete Menschen.

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Google, DoubleClick: Daten auf Vorrat?

»Google weiß bereits jetzt schon viel mehr über mich als irgendein Staat, der meine Festplatte durchsucht«, befindet der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Hartmut Lubomierski.
Bloß weil die Dienste von Google kostenlos seien, seien sie nicht umsonst.

… lese ich in der ZEIT.

Da darf man die Frage stellen, ob das Engagement gegen die Vorratsdatenspeicherung eigentlich den falschen Adressaten hat?
Gibt es ein Grundrecht auf Surfen ohne Datenspeicherung? Wo?

Wenn sich privacy-Aktivisten und Datenschützer zusammen organisieren, könnte das Wort „Informationelle Selbstbestimmung“ der erste Exportschlager der Deutschen Sprache seit langer Zeit werden.

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Nur zu 82% suchtgefährdet

… das ist die gute Nachricht, dass Blogger, die sich „bist Du süchtig nach Bloggen?“ fragen, das bei einem amerikanischen „Dusselwidgetanbieter“ in einer Umfrage versuchen herauszufinden, nur zu 82% sind.

Es bleibt also noch ein wenig Luft zum Arbeiten und zu Robert und der 100% Tagesdosis.
Außerdem bestätigt das auch, dass Blogger wirklich jeden Schiet bloggen.
Auch wenn immer 82% Suchtgrad herauszukommen scheinen, nicht hellhörig werden (1,2).
Ist das eigentlich schon black hat SEO?
Sowas.

Der Welt-Boulevard und das Grundrecht auf Privates

Eben sehe ich, wie sich Mario Sixtus mit David Weinberger unterhält, einen Mann, den ich sehr schätze. Dabei geht es auch um Politiker im neuen Netz und das Beispiel von John Edwards, der zum Gespött der Menschen weltweit wurde, weil er sich eitle zwei Minuten lang die prächtige Politikertolle zurecht macht, dies heimlich abgefilmt und bei youtube in einem „mashup“ veröffentlicht wurde. Lustig, zugegeben.

Was mich daran weiter beschäftigt ist, dass keiner der beiden darüber nachdenkt, dass diese Situation privat war. Vor dem Auftritt ist die Garderobe so etwas, wie das ausgelagerte Wohnzimmer, ein sehr intimer Ort vor der Show. Lediglich ein Vertrauensbruch der Visagistin vielleicht, aber durch die Einbindung in Blogs und Verlinkungen bei YouTube (über 1 Mio. Views) ein prominenter Bruch jener Konvention, deren Einhaltung das Bundesverfassungsgericht gerade so deutlich anmahnt gegenüber dem Staat.

Our privacy norms are changing rapidly. They have to because we’ve now invented so many new ways to be in public.

… schreibt David im Bezug auf privacy und facebook. John Edwards Privacy ist da ein schöner Selbstcheck, wie weit wir dieses Thema treiben müssten, oder wollen wir auswählen, wer es verdient Privatheit gewährt zu bekommen?

Die Regeln von Anstand und Respekt, und das wird gerade in der Politik deutlich, aber auch bei privaten Saufbildern von Studenten, oder nackten Kanzlerinnenpopos, werden nicht nur andauernd von Kai Dieckmann und seinem roten Boulevard gebrochen, sondern von uns allen.
Täglich und nachhaltig. Dank Google.

Studentenbaby, die Leihmütter meiner Kinder

studentenbabyIch habe im beheizten Garten von Tausendsassa Ola Ahlvarsson einen Chinesen kennengelernt, der dabei war, eben in China ein social network für Studenten aufzubauen. Der Clou, man kann sich seinen Studenten als Paten aussuchen, seine Laufbahn fördern und Zeugnisse, Fotos von Saufgelagen und einen Zusammenschnitt von der Aufnahmeprüfung zur ersten Verbindung der Uni bestellen. Dafür finanziert man sein Studium.

Ihm hätte die Idee einer Hamburger Studentengruppe gefallen, die aus Protest gegen die Studiengebühren ihre Körper (beziehungsweise Teile davon, die Frauen ihre Gebärmutter, die Männer ihren Samen – braucht es da noch Indizien für die gescheiterte Emanzipation?) feilbieten:

Unter dem Leitgedanken „Kind gegen Studiengebühr“ stellen sich auf studentenbaby.de Studierende als Leihmütter und Samenspender zur Verfügung, um auf diesem Weg gegen die Einschränkung der Bildungsfreiheit in Deutschland zu protestieren und sich ihr Studium zu finanzieren.

Kunden haben hier nicht nur die Möglichkeit, für 500 € ein Studentenbaby mit den Erbanlagen Ihres Lieblingsstudierenden zu erwerben, sondern sichern so zusätzlich einem jungen Menschen seine akademische Zukunft.
studentenbaby.de garantiert eine reibungslose Kontaktvermittlung, professionelle medizinische Betreuung von Kunden und Studierenden und eine verantwortungsvolle Begleitung des Studentenbabys bis zu seiner Geburt.

Wir schenken Leben. Schenken Sie Zukunft.

Gerüchte, wonach StudiVZ an den jungen Dingern Interesse zeigt, sind ausgedacht.

(Screenshot: studentenbaby.de)

„Heimat Hamburg“ vs. „Heimat Ankara“

hamburg beibt deutsch„Es ist schändlich“, sagte Henryk Broder eben bei Anne Will, „dass Erdogan, türkischer Ministerpräsident und zu Gast in Deutschland, die Katastrophe in Ludwigshafen für seine politischen Interessen benutzt“. Und er hat recht.

Das spielen mit den Gefühlen rückt in den Vordergrund. Erdogan nutzt die gleichen Mechanismen, wie Roger Kusch, wenn der auf seinen Plakaten fordert, dass „Hamburg deutsch bleiben“ soll. Demnach sollen die Tüken in Deutschland besser türkisch bleiben.

Das ist Zündeln an einer Lunte, die keiner der beiden je wieder ausgepustet bekommt, wenn sie einmal brennt.
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