F****, F**** St. Pauli

Endlich mal ein Stadionsponsor der passt. Nu nicht gleich das ganze Stadion wird mit “100% Erotik aus Flensburg” versorgt, aber immerhin Teile davon.

Wäre doch eine schöne Idee für den viel zu früh verstorbenen Millerntaler: Geltungsbereich ausweiten. Bier für das akute Bedürfnis und die Bumsbroschüre später im Orionshop auf dem Kiez abholen. Für Gästefans nach ihren Niederlagen am Millerntor als “Pauligedeck Erotik” sozusagen.

update: meine Frau findet f**** zu pubertaer. recht hat sie ;)

facebook: pAALez vous francais?

AAL facebook


AAL steht für “Andere Arbeiten Lassen” und hat einen schlechten Ruf. Meist, weil Betreiber eines Netzwerkes meinen, so Kosten zu sparen, ohne wirklich etwas dafür zu geben. Ein wenig ist das natürlich im System “Community” immanent, das heißt, nicht zu vermeiden, wenn man eine betreibt. Das kann man auch als “Aufforderung zur Beteiligung” verstehen.

Die Idee von facebook, seine Länderversionen, wie die in Frankreich und Deutschland, von den Nutzern übersetzen zu lassen, ist also entweder eine Spitzenidee oder eine Frechheit.

Ja nachdem. Mein Französisch wird dadurch leider ebenfalls nicht besser ;(

kaioo (25.000) vs. StudiVZ (5.000.000) und die Frage, wieso ich den Klon eines Klons nutzen sollte?

Bild 2.pngKann mir jemand verraten, auf welches “Hetzpapier” durch Blogs da beim Thema kaioo angesprochen wird?
Ist das StasiVZ Video der euphorische Versuch, durch Prolltrollen Profil zu gewinnen?
Kommt das nicht nur mir, oder auch anderen Elchen, spanisch vor?

Ich habe mir kaioo nu anlässlich dieses “battles” noch einmal angesehen (nachdem ich erst meine Anmeldung wegen vermuteter überbordender Datengier abbrach, dann aber doch meine ersten Eindrücke über kaioo hier aufschrieb, nachdem meine Neugier obsiegte).

Das eigentliche Problem, das kaioo hat, ist kein technisches, sondern ein anderes:
Es ist wirklich ein stinklangweiliges yasn (yet another social network). Ein strukturell nahezu perfekter Klon eines facebook-Klons.
Die Ausrichtung als gemeinnütziges social network reicht da nicht, als Alleinstellung, als Magnet, vor allem nicht, wenn ich (imho) in kaioo auf lauter eigennütziges, unnütziges, und wenig nützliches stoße.

Von einem Geist des gemeinsamen Aufbruchs in eine neue digitale Welt ist bei den Themen und Postings nichts zu spüren, besonders moderiert werden die Bretter auch nicht, wie mir scheint. Im Brett Hamburg behandeln bspw. viele Fragen/Threads die Bedienung von kaioo und nicht die Hansestadt, die Gruppe des FC St. Pauli hat im Dezember seinen letzten Laut von sich gegeben. Ein Projekt, wie Viva Con Agua de Sankt Pauli sucht man in diesem Zusammenhang vergeblich, würde es bei dem irrelevanten Rauschen dort wohl auch übersehen.

Das bestärkt mich in meiner ersten Einschätzung: Baut (lieber) einen Grundstock an Inhalten und Diskussionen, die einem Neuling zeigen, “Hierum geht es uns”. Ansonsten macht der thematische Wildwuchs und die überquellende Langeweile der Trolle eure schöne Idee kaputt.

Ich halt mich nu raus, möchte aber meine Kritik hier nicht als Hetze verstanden wissen.
Lehne mich zurück und hole mir Popcorn.

01blog: Der Sinn von Event-Blogs und der lange Schwanz

“Langer Schwanz” ist vielleicht nicht die feinste Übersetzung für den Begriff “Long Tail”, aber genauso treffend, wie alle anderen. Gemeint ist, dass sich in dezentralen, vernetzten Medien das Wirksame (1-10 bei Google), das Wichtige (das oft verlinkte), eben das Relevante nicht am aktuellen Horn der Reichweite aggregiert, wie das in klassischen Medien so passiert, sondern in Schüben, unkontrolliert irgendwo aufpoppt. Gerade zu dem Thema “digitale Technik” ist die “Konkurrenz” enorm, der Schwanz weltumwedelnd.

Sinnzusammenhänge in der Welt des Hypertext sind nicht zwangsläufig an Zeitpunkte und Zeitabläufe gebunden, auch wenn die Kalender der ersten Blogs das noch suggerieren wollten. Relevanz kann sich deshalb erst mit der Zeit einstellen, wenn überhaupt.

Diese Erkenntnis steht der Art, wie Event-PR immer noch gemacht wird allerdings frontal im Weg. Wie schon bei der begleitenden Bloggerei zur Einführung der Wii vor gut einem Jahr, wird der Blog zur CeBit eben kein neues Engadget werden, ist es nicht auf mindestens vier Jahre geplant und finanziert. Wenn man keine Idee hat, was man in der so langen Phase zwischen zwei CeBits machen soll, dann kann man sich die Mühe schenken.

Ich kenne das Projekt nicht gut genug, um das abschließend zu beurteilen, einen populären Zugang zu dem Thema, auf den die Auswahl der Autoren wohl hinweist, finde ich allerdings spannend, auch über das Frühjahr 2008 hinaus.

Allein es fehlt mir der Glaube, dass Messeleitungen und ihre PR-Agenturen schon soweit sind.

via.

Good Luck Ian, en-Joy coming home

Für viele kommt diese Nachricht überraschend: Verteidiger Ian Joy verlässt den FC St. Pauli in der Winterpause! Joy zieht es aus privaten Gründen zurück in seine Heimat, die USA. Dort wird er zukünftig für Real Salt Lake die Fußballschuhe schnüren.

… lese ich da gerade im Paulifeed. Komisch, ich war gar nicht überrascht.
Nach dem engagierten Pokalspiel gegen Leverkusen, in dem er mich wirklich überraschte, fehlte es Ian Joy irgendwie an Durchsetzungsvermögen und Kraft, sich in diese zweite Liga zu spielen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er nicht wirklich Anschluss fand in dieser Paulimannschaft, kann mich aber irren.

Nachdem das Hamburger Abendblatt diese Woche noch meldete, dass er die Vorbereitung so unglücklich verpasst hat, war so etwas durchaus zu erwarten.

Komm gut heim Junge, behalte uns in angenehmer Erinnerung. Das tun wir auch.

Nachtrag: Mensch, bin gerade umgeworfen von seinen Abschiedsworten und dem mächtigen Tattoo da auf dem Rücken. So leidenschaftlich war der mir nie vorgekommen. Sowas.

An Scientology und Tom Cruise soll die Welt genesen

Zumindest, wenn es nach Tom Cruise geht, den man landläufig als sehr charmanten und professionellen Menschen wahrnimmt. Ungläubig schaut man sich das Video an, das in den USA gerade die Runde macht und hektisch von Scientology wieder gelöscht wird. Das ist ja die beste Form des Interviews, in dem sich der Protagonist selbst, ohne Druck, um Kopf und Kragen redet.

So deutlich wurde die verstrahlte Einstellung eines der führenden Scientologen noch nie gezeigt (sinngemäß):

»if you are not believing it, you better have to learn it«

Das bei Gawker in den USA veröffentlichte Video schliesst mit den Worten, “die Geschichte von Tom Cruise, dem Scientologen, hat gerade erst begonnen”, hoffe ebenfalls, dass die Geschichte von Tom Cruise, dem gefeierten Schauspieler, dann hier aufhört.

Gawker zeigt Rückrat und kündigt an, dieses Video nicht zu löschen:

Gawker is now hosting a copy of the video; it’s newsworthy; and we will not be removing it.

side dish: Interessant, ein weiteres Mal, nach dem sexy Badevideo der brasilianischen Schönheit Danielle Cicarelli zu sehen, dass Internetvideos, einmal aus Pandoras Büchse entfleucht, nie wieder dorthin zurückkehren. Die Suche nach Cruise und Scientology ergibt bei YouTube derzeit 638 Treffer, eine mission impossible also ;)

update: Herrlich dieses Netz. Das ist Kommunikation 2.0, eine spontane Videoantwort, drüben ansehen beim Batzblog und die oben zu sehende Metaquelle sind Zeichen einer sehr lebendigen Demokratie in den USA. Frage mich, ob das hier in Deutschland sich auch Menschen trauen würden, bspw. beim Papst.

SZ et al, “Google News ist euer Fieber”

Nicht nur die deutschen Printmedien liegen in schwerem Fieber. Weltweit, zumindest in der westlichen Welt, sinken die Auflagen der traditionellen Zeitungen. Die Erkenntnis greift langsam um sich, dass das wohl nicht wieder wegzuwünschen ist.

Mit Erstaunen lese ich in diesem Interview der SZ mit John Lloyd, dass nun ausgerechnet Google News als Buhmann aufgebaut wird. Ein Buhmann, der allenfalls als Symptom durchgeht, stellt er doch sehr deutlich die Austauschbarkeit der Medienberichte dar, wenn zu einem Thema ausgerechnet Reuters als Quelle genannt wird, und, wie heute 300 (!) Medien denselben, oder minderwertig erweiterten Inhalt anbieten. Das war schon vorher so, fällt aber nun eben auf.

Menschen mit galoppierender Panik aber, nehmen solche, für normale Menschen leicht zusammenzudenkenden Zusammenhänge nicht wahr. Journalisten, wie Uli Jörges bspw. auch sehen das Problem nicht in ihrer eigenen Austauschbarkeit, sondern im Überbringer ihrer Nachrichten. Nichts anderes ist Google News, zitiert noch nicht einmal viel von den klassischen Medien. Unlauteres “Ressourcen” abgreifen, also Trittbrettfahrern, sehe ich da nicht.

SZ: Sehen Sie in “Googles News“ eher einen Freund oder Feind für die Zeitungswirtschaft?

Lloyd: “Google News” ist derzeit eher unser Feind als Verbündeter. Und zwar weil dort Nachrichten nicht selbst produziert, sondern einfach Anderen weggenommen werden. Dadurch wird die Anziehungskraft derer geschwächt, die fürs Nachrichtensammeln bezahlen müssen. Die stellen Google unfreiwillig ihre Ressourcen zur Verfügung und bekommen nichts zurück.

Leider geht Herr Lloyd nicht auf die interessante Frage ein, ob längere Reportagen, einzigartigere Inhalte, verwegene Geschichten der Schlüssel zur Umkehr wären? Meines Erachtens die einzige Chance, für Zeitungen schwieriger als für Magazine, sich vom seichten Nachrichtengeblubber abzuheben, mit Glück und Tüchtigkeit auf das Radar von bisherigen Nichtlesern zu kommen.

Ford, Ford, Foohord

Ford Mustang

Manche Reaktionen in Konzernen sind ihrer Organisation geschuldet. Das ist manchmal bitter, vor allem, wenn man sich auf anderer Seite bemüht, die neuen Formen der Werbung und PR sinnvoll zu nutzen.

So gerät es zur schwer nachvollziehbaren Posse, dass Ford einerseits die Fotos seines Mustangs via Flickr mithilfe einer CC-Lizenz frei bearbeitbar macht, andererseits einen Fanclub, also die wertvollsten Markenabgesandten die es gibt, anmahnt keine Fotos *ihrer* Ford Mustangs zu veröffentlichen.

Die Mitglieder des “Black Mustang Clubs” lieben ihre Autos – so fest, dass die Community bereits seit mehreren Jahren einen Kalender publiziert, worauf jeweils zwölf Mitglieder stolz “ihren” Ford Mustang zeigen. Dieses Jahr stoppte der Autohersteller die Fans jedoch mit der Begründung, dass Ford die Urheberrechte an allen Fotos besitze, schliesslich seien darauf Automobile von Ford abgelichtet.

Das ist natürlich ein schlimmer Widerspruch. Aber einer, der in Zeiten des Bloggens nicht unbemerkt bleibt, und deswegen wie ein kleiner Boomerang an die kommunikativen Wälle des Unternehmens zurückschlägt.

update: Was wohl ziemlich schnell passiert ist, das Aufschlagen des Protestes auf die Ford-Unternehmenswälle. Inzwischen hat Ford den Mustangfans die Erlaubnis zum Druck ihres Kalenders erteilt.

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären: “Wer zum Henker kauft einen Ford-Kalender?”

-via

Superstition

Superstition, das ist in diesem Zusammenhang der Aberglaube, dass es neu sein muss, das Einzigartige. Aber Glauben ist Pflicht, dass wieder eine Generation von Produzenten und Künstlern heranwächst, die Kinder zum Moshen bringen kann.

Alle, ja alle Programmchefs der Jugendsender, Web 2.0-Fuzzi-Videokanäle und Videoproduzenten in spe, alle “Willi Wills Wissen”-Willis und alle Kika-Baumhaus bewohnenden Flachpfeifen: ansehen ist Pflicht und die Sesamstraße eure Messlatte. Nie wieder gerissen bisher.

Genauso moshig, wie das neue Blog von Noah (via).
(Ihr altes Blog auf meiner sterbenden MT-Installation bleibt uns natürlich zum Nachlesen erhalten!)

Solange sich “trip advisor” so anstellt, braucht sich “qype” keine Sorgen zu machen

Putzigerweise wurde mir per “facebook-activity-feed” mitgeteilt, dass sich ausgerechnet Stephan Uhrenbacher, der CEO von Qype, eines social network für lokale Kleinanzeigen, bei der facebook-Applikation “local picks”, ein social network für lokale Kleinanzeigen vom web 2.0 Portal “trip advisor”, angemeldet hat.

Nun kann man sich darüber freuen, dass solche Methoden, sich mal kurz anzusehen, was der Konkurrent so macht, so öffentlich werden. Ich habe mich darüber gefreut, dass “local picks” mir bei der Anmeldung vorschlägt doch mal ein paar Restaurants aus meiner Nähe zu bewerten. Eines aus Paderborn, Bad Harzburg und Leipzig. Ich wusste ja, dass in den USA Entfernungen anders empfunden werden. Aber so daneben liegend, hatte sich dann auch die Anmeldung erledigt. Sowas?

Die Klinsmann-Katastrophe

Ich weiß nicht, was sich Hoeneß und Rummenigge da gedacht haben.
Ich prophezeie ein verkatertes Auseinandergehen nach einem halben Jahr.
Es ist interessant zu beobachten, wie sehr Bundesligamanager, auch die sonst so souverän wirkenden Herren des FCB, getriebene der Presse und ihrer eigenen Pressesucht sind.

Sicher, das ist ein Hammer, diese Meldung – und es schlagen wieder Massen an Prolls hier auf, denen es wichtig ist zu erfahren, ob Klinsmann schwul ist – dennoch passen diese Gegensätze nicht zusammen. Hoeneß selbst wird sich hassen für diese Entscheidung, und im Winter 2008 den Stecker ziehen. Spätestens dann ist der Trainer Klinsmann in Deutschland verbrannt, das Sommermärchen eine blasse Erinnerung. Ein neuer Fußball-Winter steht dann vor den Herren und die bittere Erkenntnis, in nur zwei Jahren drei große Namen des deutschen Fußballs (ja ich weiss, auch ein Schweizer dabei ;) ruiniert zu haben.

Jedermann ist Observierer

Die Vorratsdatenspeicherung ist unter Bloggern sehr beliebt. Ich kenne zumindest keinen, der nicht ab und an mal einen Blick in seine Logfiles wirft, sei es live oder in Form einer gemütlichen Stunde mit Google Analytics.

Gerade letztens erschrak ich, doch Wissender in diesen Dingen eigentlich, als ein bloggender Freund mir per Skype bestätigte, dass ich gerade seinen Artikel las. Huch!

In diesem Zusammenhang lese ich gerade das Interview in DIE ZEIT mit Bernd Flessner:

ZEIT online: Bedeutet das nicht das Ende der Demokratie?

Flessner: Es ist auf jeden Fall einer ihrer vielen Totengräber. Demokratie wird zu einem Auslaufmodell. Und diejenigen, die eine solche Obersvosphäre schaffen, arbeiten an ihrem Untergang mit. Egal, wie sie das begründen, ob durch die Jagd auf Terroristen, aus Neugier (Ergänzung des Autors) oder damit, dass unser Leben dadurch so viel bequemer wird.

ZEIT online: Ist das nicht traurig?

Flessner: Ja.

Die erste Twittergeburt

hmm


Junge Väter haben wir ja ein paar bei Twitter (1, 2, bspw.). Die posten dann bspw. über die Vorzüge einer stillenden Brust und ähnliche Dinge, die meist, das kennt man aus eigener Erfahrung, in Thema und Stil der eigenen chronisch debil machenden Müdigkeit geschuldet sind. Herrlich.

Auf diesen Weg begibt sich erst noch der junge Sichelputzer mit seiner frisch gebackenen Familie.
Von den ersten Wehen, bis zur Geburtsmeldung und der obligatorischen Heimfahrt, um weitere Sachen zusammenzuklauben eine normale, wie es scheint.

Auf diesem Wege meine allerherzlichsten Glückwünsche zur Tochter, mit liebem unbekanntem Gruß an die tapfere Mutter.

Hauptsache nicht Establishment

Der Sieg von Obama in Iowa ist vor allem eines: Der Ausdruck des unbedingten Wunsches nach einer neuen Politik. Einer Politik, bei der neue, unverbrauchte Männer in den Status des Retters erhoben werden (für Frauen sieht das inzwischen wohl schlechter aus), die mit dem neokonservativen Establishment nichts zu tun haben. Immer noch trauen und vertrauen die Amerikaner ihrer Demokratie, der Institution des Präsidenten. Und genau so präsentiert sich Barrack Obama in Iowa.

Eine hoffnungsvolle Entwicklung, die enorm auch hier in Deutschland wahrgenommen und interpretiert wird. Kein Blog von Rang, dass sich dieses Themas nicht annimmt.

Habe Freitag mit Saniti zusammengesessen und darüber palavert, offline in seinem Büro. Die Hoffnungen, die die Menschen in ihn setzen, könnten Obamas größte Gefahr sein, zumal, wenn er dann Präsident wird und anfängt umzusetzen, was er heuer verspricht. Dann erwarte ich eine Wiederholung der Geschichte und ein weiteres Zeichen der Macht, und ihrer eigentlichen Inhaber in den USA.

Vom Senf zur flotzigen Mentholzigarette

Hole gerade den Senf aus dem Kühlschrank, um den Grünkohl, den aufgewärmten, ein wenig zu verfeinern, als das Telefon klingelt.

Spreeblick-Johnny ist dran. Er zittert ein wenig in der Stimme.

ich: “Frohes Neues”
Spreeblick-Johnny: “Hört auf, ich weiss doch, was bei euch los ist”
i: “Wie jetzt?”
S-J: “Ihr wollt polemischer werden, der Lumma und Du”
i: “Och, das war nur so ne Idee, das würd ich jetzt nicht so ernst nehmen”
S-J: hat inzwischen weitergesprochen “… und dann hackt ihr bestimmt auf adical rum, Du vor allen, weil Du nicht rein durftest”.
i: “Ach, weisst Du, ich wollte gerade Grünkohl essen, soll ja gut für die Verdauung sein”
S-J: “Komm, erzähl nix”
i: “Doch, versprochen, hier gibts jetzt vermehrt Rezepte und so, und Politik, das passt super zusammen hier in Hamburg, wenn das wieder rauskommt, weißte, alles zusammen inne Elbe rinn”

Ich zwinkere mit den Augen, doch das kann Johnny nicht sehen.

S-J: “Ich seh mir das nicht länger an, wie ihr Nörgler mein schönes Projekt kaputt macht.”

Ein paar Sätze später, die ich mir nicht merken konnte, ich war abgelenkt, weil der Verschluss des Senfglases klemmte – wieso müssen die das immer neu erfinden, neuerdings braucht man zwei Daumen gleichzeitig, um die Dinger wieder aufzumachen – legten wir auf.

Ich ließ den Grünkohl liegen und machte mir ein heißes Bad zurecht. Mit Bayleys und Automatenzigarette. Frage morgen Nico mal, was er damit meinte, “mal wieder flotziger” zu werden.

Vorweihnacht auf dem Kiez

Ich gehe eben dem Hamburger Berg längs, als mir eine schlagende Verbindung entgegen kommt.
Ein Betrunkener prügelt auf einen anderen Betrunkenen ein. Hat ihn hinten an der Jacke gepackt und zieht ihn halb nach vorn, halb nach unten. Fies, da kommt man nicht raus, zumindest nicht betrunken. Die Bewegungen des Knies, des einen Betrunkenen, der seines ins Gesicht des nach vorne übergebeugten Betrunkenen stösst, sind langsam, fast zeitlupisch. Ich vermute aber, sie tun doch sehr weh, denn der vornübergebeugte Betrunkene fällt hin, krümmt sich, in Erwartung dessen, was dann immer kommt. Noch mehr Tritte.

Das wiederum sieht aber ein dritter, ebenfalls vollkommen Betrunkener, der mich seit meinem Aufbruch aus der “Barbarabar” (toller Name, den müsst ihr mal geschrieben sehen) begleitet. Der, ganz Gentleman, greift ein. Torkelnd, aber energisch. Der Schläger lässt auch ab, ob wegen des dritten Betrunkenen, oder wegen der betrunkenen Frau, die sich nu auch noch einmischt, weiß ich nicht. Auf jeden Fall helfen sie dem zusammengeschlagenen Betrunkenen auf die Beine.

Der sieht nicht gut aus, hat aber noch mehr Energie, als ich erwartet habe und sucht nun seinen Peiniger. Er dreht sich um und sein glasiger Blick landet auf dem Betrunkenen, der ihm eben aufgeholfen hat. Er geht schreiend auf den los und tritt auf seinen Helfer ein. Sein total betrunkener Peiniger steht wirr daneben und starrt leer in die Gegend. Er wankt ein wenig.

Ich verlasse schnell diese Szene und merke, ich sehne mich nicht nach dem Hamburger Berg: auf Dir hat sich nix verändert in den letzten 15 Jahren.

Daddeldu

Weihnachten steht vor der Tür. Die Zeit der Jahresmailings.
Das mit Abstand beste bekam ich von einem Segler.

Weihnachten, Hamburg und die Seefahrt sind schon immer
eine besonders innige Melange von Sentimentalität und Rotzigkeit
gewesen, die Chefalkoholiker Ringelnatz so schön zu formulieren
wußte.

La fiesta de Navidad del marinero Kuttel Daddeldu

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Copykill

Nostalgie repost:

klonkriege

Bisher noch als –geheim– eingestufte Pläne der Menschenrechtsorganisation ai fordern ein Umdenken in der internationalen Konfliktlösung. RF unterstützt logistisch das Vorhaben der USA-Sektion 200.000 Klone des amerikanischen Präsidenten George W. Bush gegen 391.166 Saddam’s antreten zu lassen.
Aus der amerikanischen Administration kam der Vorschlag, die Menge der von jeder Seite eingesetzten Klone an das Verhältnis der Militärausgaben zu koppeln. Aus Bagdad kam darauf hin ein entschiedenes “NO WAY”. Man hat sich, wie die gut informierte “science cloning today” mitteilte, auf eine komplizierte Formel geeinigt, die die Skrupellosigkeit des Iraker Regimes berücksichtigt — so kam man dann auf ein Verhältnis von 1: 1,955830.

“Wir freuen uns, diesen und andere Konflikte so kollateralschadenfrei wie möglich austragen zu können. Wir beenden so auch alle möglichen persönlichen Fehden”, freute sich U.N. Generalsekretär Kofi Annan am Freitag Abend.
ai hat unterdessen das lybische Unternehmen copykill.cc mit der Produktion der Klone beauftragt. Der volle Klon-Aufmarsch am Golf wir in ca. 2 Monaten abgeschlossen sein, bestätigte ein Sprecher.

Die ganze Welt wartet gespannt auf die ersten Klonkriege.
Unklar ist noch, ob die Weltmeisterschaft in Japan und Korea ausfallen, oder die Klonspiele dort stattfinden sollen.
Eines steht aber schon fest: MTV wird dieses Spektakel zusammen mit dem angeschlagenen Sender Premiere (Deutsche Bank Gruppe) übertragen. Die mehrstündige Übertragung wird im Rahmen des erfolgreichen MTV-Formates “Celebrity Deathmatch” stattfinden. Premiere verlangt für eine Live-Übertragung über den Malone Draht (vgl. RF::Call-a-Terror) einen Betrag von 1.000 EUR. Wer nicht mitschauen möchte erhält bei einem sog. bcc:-Abo für 500 EUR nur die Tonspur.
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Eva Mendes gärtnert nackt

nackt im Garten, naked garden
Die Konkurrenz ist groß in der Welt der Superschönen. Da geziemt es sich, ab und an ein wenig aus dem Puderdöschen zu erzählen. “Huch”.

Teri Hatcher macht das ganz perfide und schreibt ein Buch über ihren Ex. Pfui, wie geil wir da alle werden und Bild lesend in der U-Bahn lautlos schreien: “Hey Baby, das wäre Dir mit mir nicht passiert!”

Allerdings, und das ermüdet dann doch, sind die Muster immer die gleichen.Wieso gerade das “nackt Gärtnern” dazu gehört? Ich weiss es nicht.
Aber Eva Mendes jätet Nackedei, genau so, wie Shakira. Eigenwillige Vorstellung.

Eva Mendes gärtnert nackt
Die US-Schauspielerin Eva Mendes liebt es, nackt zu sein. Auch das Unkraut in ihrem Garten bekämpft sie ohne Kleidung. Manchmal aber muss sie ihre Hemmungen erst mit Alkohol abbauen.

focus

“One Blogpost for Burma”: Free Birma! 04. October 2007

flag_of_buddhism_svg.png

Blogger aus aller Welt bereiten einen Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Birma vor. Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympathie bekunden. Diese Blogger haben vor, am 4. Oktober 2007 ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text „Free Burma!“.

Hier soll dieser Aktionstag der Blogger und Webmaster koordiniert werden.

Weitere Informationen zu diesem “lauten Schweigetag” finden sich bei Robert und Cem Basman

Solidarität, Anstand, Selbstverständlichkeit

Komisch, es gibt Tage, da liest man alles das, was an anderen Tagen nicht viel gemein hat, anders, in einer Art innerem Zusammenhang. Worte, Begriffe, die sich immer wiederholen, das Unmittelbare verknüpfen im Kopf.

Schön ist aus meiner Sicht, dass Erwachsenwerden vermutlich der Moment ist, wo die Bedeutung dieser Subkulturen und Zugehörigkeiten schrumpft und man lernt, die Welt komplexer und individueller wahrzunehmen. … lese ich bei den bissigen Liberalen. Und verneine.

Komplexer, ja, vielleicht, weil ich inzwischen hinter so manche Kulisse geschaut habe. Einige Drähte zu ihren Puppenspielern verfolgt, aber allzu viele Fäden gesehen habe, denen ich nicht so tief hinab folgen konnte. Individueller? Kommt sie mir vor die Welt, ja. Bin mehr allein. Hängt vielleicht mit dem Alter zusammen, oder mit einer Welt, die solange schon sich selbst bedroht, dass keiner mehr hinhört. Mit “Erwachsen werden” hat das wenig zu tun.

Im Gegenteil, ich empfinde “individueller zu sein” als pubertär. Wichtig, denn erst wenn ich mich selbst begreife, kann ich mich auch wieder in Ruhe umsehen, mich anschliessen.

Wenn ich meinen alten Freund Gavin treffe, der inzwischen in den USA lebt und gestern Geburtstag hatte – herzlichsten übrigens – dann sind seit dem letzten Treffen meist einige Jahre vergangen. Wir gehen dann nach einer kurzen “was hat sich denn inzwischen getan”-Phase in den stillen Teil unserer Konversation über. Reden wenig, geniessen die Zeit, die man nebeneinander verbringt. Selbstverständlich, auf Basis einer zugegeben erprobten Gemeinsamkeit, aufgrund erlebter Solidarität.

Dann lese ich einen Text von Axel Vornbäumen im Tagesspiegel, dem man ruhig vorwerfen kann, dass er sich bei der Überschrift hat hinreissen lassen – “Kein Herz für Inder” hat nämlich mit den Aussagen in seinem Text wenig zu tun. Konträr sogar, reduziert er die Thematik doch gut auf die wichtige Kernfrage: “Was wäre anständig gewesen?”

Ich bin es ebenfalls leid über Selbstverständlichkeiten, wie Anstand noch zu diskutieren. Ich suche Menschen auf, die Anstand mitbringen. Da spielt es keine Rolle, ob das Inder, Sachsen oder Volksmusikanten wären. Das nenne ich erwachsen werden, die Erkenntnis “zusammen weniger allein zu sein”.

Diese Selbstverständlichkeit übrigens, die finde ich Sonnabends für ein paar Stunden am Millerntor. Immer wieder, ohne dass man das groß sagen, einfordern oder in Prozesse gießen müsste.

Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.
Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.
Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.
Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.
Gerhard Bronner (3)
23.10.1922 –
österreichischer Komponist, Musiker und Kabarettist

blackfacing

Schmiere im Gesicht macht einen nicht zu einem Schwarzen, dummerweise.

unicef blackface

dazu:

“Das blackfacen der Kinder funktioniert nur, wenn Deutsche nur weiß sein können.”
riemer-o-rama

“Schwarze Menschen = Dreck = Afrikaner = ungebildet”
poplog

Aufruf des Braunen Mob e.V.

Wir bitten alle Menschen, die damit nicht einverstanden sind, ihre Erfahrungen und Erklärungen an Unicef und die verantwortliche Werbeagentur zu schicken!

Bitte schreiben Sie Ihre zivilisierenden Gedanken an publicrelations@unicef.de und info@jvm.de mit einer Kopie an info@derbraunemob.de.

Es empfiehlt sich für jeden Leserbrief und jedes Beschwerdeschreiben der Zusatz “Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von uns öffentlich geführt wird, und wir dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen.”! So wird das Briefgeheimnis nicht verletzt und die Antwort kann verbreitet und veröffentlicht (und von Dritten kommentiert) werden.

Penis of the Prairie

326785449_fafc061fa8_m.jpgIch habe sie verpasst, die Preview des Simpson Films, oder The Simpson Film, wie auch immer. Wahrscheinlich hätte ich mich sowieso nicht an die Sperrfrist halten können, die der Verleih verlangte. Warum, für einen Film eine Sperrfrist? Mir ein Rätsel.

Umso froher war ich über einen Artikel mit Fotoserie in der neuen NEON, der das reale Springfield in Illinois, USA beschreibt. Toll.

Beim Namen des Hilton Hotels viel mir fast der Latte Caffee aus der Hand: Das Hilton in Springfield heisst lt. NEON im Volksmund “Penis der Prärie – Penis of the Prairie” – und eine echte Marge Simpson gibts da auch. Großartig.

Da ist es nur eine Randnotiz, dass sich die Autoren ein wenig irrten. Das Hilton in Springfield heisst im Volksmund “Prick of the Prairie” also sowas wie “Pimmel der Prärie”. Der Original-Präriepimmel steht in Nebraska und ist dort das örtliche Kapitol. Die Legende sagt, dass Hemmingway persönlich diesen Begriff prägte. Eigenwillig, was man in der Liste der phallischsten Gebäude der USA so entdecken kann.

Wieso ich jetzt plötzlich Appetit auf eine Currywurst verspüre ist mir allerdinx ein Rätsel.

Libby und die Attitude der Macht

Scooter_Libby.jpg
Foto via wikimedia

George W. Bush hält 2 1/2 Jahre Haft für seinen ehemaligen Stabschef Lewis Libby für zu viel. Kurzerhand wird dieser dann begnadigt.

Das ist nicht nur frech. Das ist grundlegend undemokratisch und mafiös.
So ist das nämlich auch bei der Camorra. Hält einer dicht und nimmt für die Familie eine Strafe auf sich und schützt den – oder die – Paten damit, dann hat seine Familie ausgesorgt. Er bekommt immer frische Pasta in den Knast und seine Töchter eine gute Ausbildung.

Das Negieren, das Ignorieren der dritten Gewalt in den USA durch den Präsidenten offenbart einen Blick auf die wahre Attitude des Clans Bush/Cheney.

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M-Dot: Ein Deutungsstreit unter Ironmännern

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Es ist schon komisch, dass überall, wo sich Menschen zusammenfinden, die ähnliches tun, schnell irgendjemand dem anderen abspricht eigentlich dazu zu gehören.

Stolpere gerade über einen kuriosen Streit über den Begriff “Ironman” und wer ihn denn wohl tragen darf.

Charlie Yu streitet sich beim Branchendienst T-Dot um dieses Thema mit Chris Hauth, meinem Cousin.

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Social Meierei

Vielleicht liegt es daran, dass wir Deutschen uns lieber mit anderen in einen Clubraum verpieseln, als alleine unsere Meinung zu Markte zu tragen.
Vielleicht stimmt es ja, dass wir Kollektivwesen sind, die sich neuerdings, in der Postmoderne 2.0 um soziale Objekte herum gruppieren, um Spaß zu haben.
Vielleicht haben wir einen eingebauten Schutzmechanismus, der uns davor beschützt einzelnen Autoren zu folgen, und seien es Blogger.
Vielleicht blockieren hier in Deutschland alte Linke den Spaß den man am Bloggen haben könnte.

… oder könnt ihr euch erklären, weshalb StudiVZ trotz der geballten Frustrelevanz Spitzenreiter – und ihr ahnt, wie schwer mir dieser Begriff in diesem Zusammenhang über die Tastatur kommt – in Sachen PIs in Deutschland ist?

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