Hobnox und die fehlenden AGB

hobnox AGB 404
Das nenne ich mal löblich. Die Videocommunity hobnox, die sich durch eine Spitzenbqualität bei der Übertragung der re-publica bei mir einen Namen gemacht hat, zeigt bei der Anmeldung einen Link auf die AGB, denen man, wie sonst auch üblich, zustimmen muss.

Hier stimme ich mal gerne zu. 404 ist eine Grundlage, auf der lassen sich Geschäfte machen.
Allein, ich nehme an, das war ein Fehler.

Frage: Was hat das zu bedeuten? Wir, also hobnox und ich haben keine Vereinbarung über AGBs getroffen, oder?

Emma, Frauen am Steuer und die Springer Presse

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass ausgerechnet Orkantief “Emma” dafür sorgte, dass eine 24-jährige Pilotin von der Presse vom Helden zur Beinahe-Versagerin gestempelt wird.

Natürlich alles formal korrekt formuliert, aber imho nicht minder diskriminierend:

“Warum flog die Kopilotin (24) das Landemanöver?”, headlined das Hamburger Abendblatt boulevardesk, was womöglich auf die Zusammenlegung der Redaktionen in einen Newsroom mit den Boulevardkollegen liegt. Das färbt ab.

Bei dem Beinahe-Absturz des Lufthansa-Airbusses am Sonnabend steuerte die 24 Jahre alte Kopilotin Maxi J. den Jet und nicht der erfahrenere Kapitän Oliver A. (39). Das geht aus einer Abendblatt-Anfrage bei der Bundesstelle für Luftunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig hervor. Normalerweise lande der Kapitän.

Dass Sie lieber Leser jetzt an “Frau am Steuer” denken und daran, dass das junge Ding nie diesen Knüppel hätte übernehmen dürfen, ist womöglich beabsichtigt.

stern.de meldet heute, die HA-Überschrift relativierend: “Bei dem Beinahe-Crash am Hamburger Flughafen hat zunächst die 24-jährige Kopilotin die Lufthansa-Maschine gesteuert. Bereits während des ersten Landeversuchs übernahm der Kapitän das Steuer und startete durch.”

So kann man das auch ausdrücken meine Herren.
Wer das unter medialer Detailanalyse versteht, kann mir gerne gestohlen bleiben.

“E.T. und Fruchtfliegen”, social networks: Je abwegiger desto besser

.
Früher hieß das Spleen. Die Menschen, die einen solchen hatten, waren meist allein unter sehr vielen normalen Menschen in ihrem Dorf, ihrer Schule.
Im Web 2.0 ist das nicht mehr so. Es gibt wohl kein Hobby, keine Spielart des menschlichen Lebens, die nicht Gleichgesinnte findete in der nun weltweiten Community.

Da liegt eben auch der Fehler von vielen Start-Ups und ihrer Investoren. Anstatt die 2.000ste Reisecommunity zu machen, sollte sich mal jemand um die “social graphs” der Fliegenfischer dieser Erde kümmern.

So betrachtet, sieht Steven Spielbergs Idee, ein social network für Ausserirdischen-Gläubige zu starten, nur auf den ersten Blick spleenig aus!

Hollywood super producer Steven Spielberg is preparing to launch a new social network, we’ve heard from multiple sources. The focus will be on users who’ve had or who are interested in sharing paranormal and extraterrestrial experiences. The new social network may also have original video content investigating alleged ghost and UFO stories.

/techcrunch

Die Community ist irgendwo da draußen: Steven Spielberg, erfolgreichster Regisseur der Welt (E.T., Poltergeist etc.) und Fan des Para-Normalen, will eine Community für Gleichgesinnte aufbauen.

/turi2

Nachrichten-Hierarchie im 21. Jhdt.

(c) Hamburger Abendblatt, zeigt Titelseite des HA vom 3.3.2008Online first hiess einer der strapazierten Schlachtrufe, die den Investoren, aber auch den eigenen Kollegen den Paradigmenwechsel in den klassischen Medien vor Augen führen sollte. Bisher fehlte es in Deutschland aber an einem markanten Beispiel.

Die Engländer spürten schnell nach den Terroranschlägen von 2005, was sich in Sachen Geschwindigkeit getan hatte im Nachrichtensektor, seit der Erfindung des Fotoblogs. Die Franzosen erlebten eine gigantische Meinungsvielfalt während der Aufstände in den Benlieus.

Gestern konnte man in Deutschland erleben, wie sich die Ausbreitung von Nachrichten, auch Videonachrichten, im 21. Jhdt. anfühlt.

Eine persönliche Chronik der Nachrichtenausbreitung über den Beinahe-Crash des A320 auf dem Hamburger Flughafen beim Orkan Emma:

Sonntag, 2.3.08

  • 13:00 Uhr – lese einen Blogbeitrag in meinem Feedreader. Nehme da noch an, dass es sich um Archivmaterial aus England handelt, wegen des Videoservers und meines oberflächlichen Anschauens.
  • 14:30 Uhr – auf twitter erscheinen die ersten Links und tweets zu geplanten Flügen am Montag und nun galoppierender Flugangst.
  • 17:00 Uhr – weitere Blogs berichten, auch meiner.
  • 21:45 Uhr – Das heute journal übernimmt den Videofeed und hebt das Thema in die klassischen Medien

Montag, 3.3.08

  • heute beim Frühstück – das Hamburger Abendblatt macht auf der Titelseite mit Screenshots des Amateurvideos auf. Recherchiert Hintergründe.

Eine Art der Ausbreitung von Nachrichten, an die man sich gewöhnen muss, die aber auch die Stärke der etablierten Medien zeigt.
Sie können glaubhaft und gründlich nachrecherchieren und Themen vertiefen.

Das Rennen um die erste Nachricht gewinnen, können sie nicht mehr.

Du bist Journalist, Amen.

Die Journalisten und alle anverwandten Qualitäter brauchen nichts von ihrem Expertentum aufzugeben. Aber sie müssen mehr und wesentlich offensiver ihre Ansprüche mit den Nutzern und Neuformierern ihrer Arbeit teilen. Es wird weiterhin erstklassige Reporter, Berichterstatter und Autoren geben, die uns mit klaren Blicken auf die Welt versorgen. Aber die Zeit, in der Journalismus von einer begrenzten Berufsgruppe ausgeübt wurde, geht zu Ende. In der Internet-Ära sind wir alle dazu verdammt, Journalisten zu sein.

… schreibt Peter Glaser, damals einer der Kolumnisten unseres legendären VH-1derlandes (ja ich Trauer da immer noch) in der TR. Und setzt ein schönes Ausrufezeichen unter die Diskussion der letzen Zeit.

Nie gehört

“Howzat media investiert in trivago” ist so ein Satz, der die blubbernde 2.0-Blase für mich manifestiert. Den naiven Versuch offenlegt, die Tatsache zu vernebeln, dass man eben zu spät auf den Zug aufzuspringen versucht, der für andere schon im Nirgendwo angekommen ist, diese schlimmen Nichtnamen für irgendwas.

Das geht aber noch weiter und wird dann erst richtig witzig:

David Soskin und Hugo Burge, die Macher der Reise-Plattform Cheapflights (www.cheapflights.com), investieren über ihr Unternehmen Howzat media in die Reise-Community trivago (www.trivago.de). Wir sind froh, unsere erste Investition in Deutschland, Europas größtem Internetmarkt, zu machen. trivago konkurriert erfolgreich in einem wirtschaftlich etablierten und stark wachsenden Sektor”, kommentiert Soskin die Investition. Über die Höhe der Finanzspritze ist nichts bekannt. Vor trivago investierte Howzat media bereits in das soziale Netzwerk Wayn (www.wayn.com), die britische Immobilien-Suchmaschine Zoomf (www.zoomf.com) und die Bewertungsplattform TrustedPlaces (www.trustedplaces.com).

Sowas.

Superstition

Superstition, das ist in diesem Zusammenhang der Aberglaube, dass es neu sein muss, das Einzigartige. Aber Glauben ist Pflicht, dass wieder eine Generation von Produzenten und Künstlern heranwächst, die Kinder zum Moshen bringen kann.

Alle, ja alle Programmchefs der Jugendsender, Web 2.0-Fuzzi-Videokanäle und Videoproduzenten in spe, alle “Willi Wills Wissen”-Willis und alle Kika-Baumhaus bewohnenden Flachpfeifen: ansehen ist Pflicht und die Sesamstraße eure Messlatte. Nie wieder gerissen bisher.

Genauso moshig, wie das neue Blog von Noah (via).
(Ihr altes Blog auf meiner sterbenden MT-Installation bleibt uns natürlich zum Nachlesen erhalten!)

Solange sich “trip advisor” so anstellt, braucht sich “qype” keine Sorgen zu machen

Putzigerweise wurde mir per “facebook-activity-feed” mitgeteilt, dass sich ausgerechnet Stephan Uhrenbacher, der CEO von Qype, eines social network für lokale Kleinanzeigen, bei der facebook-Applikation “local picks”, ein social network für lokale Kleinanzeigen vom web 2.0 Portal “trip advisor”, angemeldet hat.

Nun kann man sich darüber freuen, dass solche Methoden, sich mal kurz anzusehen, was der Konkurrent so macht, so öffentlich werden. Ich habe mich darüber gefreut, dass “local picks” mir bei der Anmeldung vorschlägt doch mal ein paar Restaurants aus meiner Nähe zu bewerten. Eines aus Paderborn, Bad Harzburg und Leipzig. Ich wusste ja, dass in den USA Entfernungen anders empfunden werden. Aber so daneben liegend, hatte sich dann auch die Anmeldung erledigt. Sowas?

Markenneugier

interone


Das Web 2.0 verändert in rasender Geschwindigkeit die Form der Kommunikation. Das beinhaltet natürlich auch Marken, die ähnlich, wie Politik ab einer gewissen Abstraktionsstufe, es verlernt haben, direkt zu kommunizieren. Martin Oetting hat das mal sehr treffend auf das “Zuhören” verdichtet. Nun ist das Zuhören wichtiger Bestandteil von Kommunikation und es scheint Marken zu geben, die das im Moment auch tun. Allerdings wohl eher, wie die amerikanische NSA, durch horchen. Wenn das der erste Schritt zu einem Dialog ist, dann soll es mir recht sein, dass vermehrt Bots und Referrer von Interone hier auftauchen. “Webmonitor” heißen die und sind bestimmt nicht billig, diese Horcher.

Nun wächst ja meiner Neugier bei solchen Entdeckungen in schier maßlose. Welche der Firmen, die Interone betreut ist denn dabei in den Vorhof moderner Kommuniktaion zu treten? O2, BMW, Mini oder Air Berlin als Nachfolgerin der dba?

Ich frag da gleich mal nach …

Foto/Screenshot: Interone.de

Money (That’s What I Want) The Flying Lizards, a video reply

Ja, das ist die Faszination von YouTube, wenn ihr mich fragt. Diese herrlichen Interpretationen an der Grenze von privatem Amateurtum zu trashiger Kunstform.

(via Robert, der mit dem Original aufwarten kann.) Hier anders herum. Trashige Kunstform, die einen Hauch Privates sich bewahrt. Popkultur, die sich selbst in den Arsch beisst, fast dreissig Jahre später sich selbst rezitiert. Nicht neu, aber toll.

Schnitzlr, alberne Web 2.0 Communities sind der neue trnd

Schnitzel Community SchnitzlrNachdem Kiki neben ihrer Lieblings-web20-Community “alleinr”, die ich wiederum nicht kannte, ebenfalls über openmyfaceVZ stolperte, kam ich den Machern da doch auf die Spur.

Inzwischen gibt es nämlich ein nicht weniger albernes Spin-Off: Das Web 2.0 POrtal für Schnitzelfreunde, schnitzlr.

Die Manie immer alles in flickr-Manier abzukürzen brachte mich schon damals auf die Spur der trnd-Macher. Und siehe da: Admin-c der Domain schnitzlr.de ist Markus Nikowitsch, einer der trnd-Brüder.

Stirbt technorati?

technorati.png

Sehr zuverlässig und schnell war der Dienst “technorati” nie.
Aber eine Ikone der amerikanischen Blogbewegung. Aus ihr geboren und David Sifry, Geek und Web 2.0-Priester dahinter, soll selbst Googles werben wiederstanden haben.

Doch langsam scheint das alte Schlachtschiff leck geschlagen. So stark, dass ihr wichtigstes Gut, die Daten über Millionen Tags und Links technorati aus dem weiden Bauch suppen.
Vor ein paar Stunden fehlten nur einige Hundert Links in meinem Profil.

Jetzt fehlen sie ganz. Technorati stirbt so langsam dahin. David hat die Brücke verlassen.

Kommt da am Ende noch einer und liest die Reste auf?

R.I.P. Yahoo! Photos, now flickr gets Yahooed completely

So ändern sich die Zeiten. Der altgediente Photoservice bei Yahoo! wird eingestellt.

Und, absolute Pflicht für deutsche New Media Manager hier in Sachen Wiedergutmachung zuzuschauen – Yahoo! bietet den Export der Daten zu flickr – UND allen gängigen Diensten an, die nicht zum Impreium gehören. Respekt: das ist Web 2.0!

Dear Yahoo! Photos user,

For some time now, we’ve supported two great photo sharing services: Yahoo! Photos and Flickr. But even good things come to an end, and we’ve decided to close Yahoo! Photos to focus all our efforts on Flickr — the award-winning photo sharing community that TIME Magazine has called “completely addictive.”

We will officially close Yahoo! Photos on Thursday, September 20, 2007, at 9 p.m. PDT. Until then, we are offering you the opportunity to move to another photo sharing service (Flickr, KODAK Gallery, Shutterfly, Snapfish, or Photobucket). We’re making the transfer real simple, and with a couple clicks we’ll automatically move your photos to Flickr or wherever you want them.

Gutfinden

Heute in der Post:
– Ein Belegexemplar der internet WORLD BUSINESS Ausgabe 14/07 vom 9.7.
– Eine Promo CD einer Band, die noch vor Kurzem erst zwei Tracks fertig hatte, keine Bandmitglieder, aber schon einen Gig, Toll, und sich selbst als REM-Klon bezeichnet, naja fast.

Im Anschreiben der Zeitung steht, ich möchte doch auf Seite 22 schauen, was ich auch mache.
Finde dort einen Artikel über adical von Svenja Hofert. Egomane, wie alle Blogger, überfliege ich die Allgemeinplätze über die der Artikel so brav sich längszieht und suche gleich den Grund dafür, mir überhaupt ein Belegexemplar zu schicken:

“Während die Kampagne bei vielen, etwa beim Blog “Ringfahndung” von Erik Hauth, gut ankam reagierten andere Blogger eher ablehnend”

Aha. Jetzt reicht es schon, in dieser Welt der Nörgler einmal ein graues Haar an einem Projekt zu lassen, um zititert zu werden?
Moment, zitiert haben die ja gar nicht. Oooh, hab ich mir die Mühe doch umsonst gemacht.
Fand das aber eigentlich den Clou bei der adical-Debatte – der um das Geschäftsmodell – dass die gar kein Netzwerkvermarkter sind, sondern Agentur. Aber vielleicht verlange ich da zuviel.

Auf jeden Fall danke für das Belegexemplar, so komme ich auch mal dazu, euer Blatt zu lesen. Kannte ich irgendwie noch gar nicht. Finde jedoch den Claim “alle 14 Tage topaktuell” recht putzig. Auch, dass auf Seite 21 eine Übersicht sich findet über “Web 2.0 Sites, Vermarkter und Formate”, aber adical nicht mal erwähnt wird. Sowas.

Die CD mache ich jetzt auch wieder aus. Irgendwie der Wurm drin heute. Mache jetzt die Rechnungen auf.

Yahoo! Deutschland zur flickr-Zensurdebatte

Nach Stewart Butterfield meldet sich inzwischen auch Yahoo! Deutschland zu Wort.

Wie verschiedentlich vermutet, ist es wohl der ungewohnte Umgang mit dem strengen deutschen Jugendmedienschutz, der zu diesen strickten Maßnahmen führte, die weite Teile der Blogosphäre erregen.

Völlig unklar hingegen, weswegen man das so katastrophal spät kommuniziert: thinkflickrthink

Guten Tag Herr Hauth,

anbei finden Sie unser Statement zu Ihrer Anfrage von gestern.

Die Entscheidung, Flickr in Deutschland anders aufzusetzen, hatte in keinster Weise etwas mit Zensur zu tun. Vielmehr ging es darum, die deutsche Gesetzgebung zu berücksichtigen und entsprechend umzusetzen. Deutschland hat in Bezug auf Altersverifizierung eine strengere Gesetzgebung als die meisten Nachbarländer und damit einhergehend auch ein härteres Strafmaß. Aus diesem Grund können die Nutzer von Flickr in Deutschland derzeit nur die Inhalte sehen, die als “sicher” eingestuft sind. Wir sind gerade aktiv dabei, verschiedene Ansätze und Lösungen zu prüfen, die die Nutzererfahrung verbessern, gleichzeitig jedoch die gesetzlichen Bestimmungen erfüllen.

Beste Grüße,
Judith Sterl.

Judith Sterl
Head of Trade & Corporate PR
Yahoo! & Yahoo! Search Marketing

Continue reading “Yahoo! Deutschland zur flickr-Zensurdebatte”

Web 2.0: Klauen, wie die Großen

Ich habe eine gut 10-jährige Vergangenheit in der deutschen Agenturszene und bin schon oft in Pitches unterlegen, nur um dann ein halbes Jahr später unseren Pitchentwurf von einer Wald-und-Wiesen-Klitsche nachgebaut zu finden.

Es waren, soviel sei verraten, auch namhafte und große Unternehmen der damals so genannten “old economy” dabei. Guter Stil war das nie.

Ist ja auch peinlich, vor allem, wenn man es in den Unternehmensplan schreibt, so zu verfahren.

“laden wir uns Agenturen ein, um uns inspirieren zu lassen, und machen es dann selbst?”

… fragte sich das Startup yumondo in ihrem Wiki, annehmend, dass dies nicht aller Welt zugänglich ist.

Falsch gedacht und ausgelacht. Ganz Web o.o eben

Continue reading “Web 2.0: Klauen, wie die Großen”

Web 2.0, der vergangene Zauber

349172655_803ea31fb6_o.jpg

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt (…)

… summt Peter vor sich hin, als ich diesen Sonntag die Schauer zähle, die über HH hinwegjagen.

“Woran denkst Du?”, frage ich ihn.
“Daran, dass es nicht mehr so zauberhaft zugeht, dort im sozialen Internet dieser Tage. Der Schutz ist aufgebraucht und ich erlebe immer öfter, dass ich dem Herrn Mayer im dasigen Blog recht geben muss. Mal abgesehen von seinen Haltungs- und Stilnoten natürlich.

“Oha”, war alles, was mir dazu einfiel. Ich klappe meinen Kragen hoch und bereite mich vor, auf die Rückkehr des Winters.

Continue reading “Web 2.0, der vergangene Zauber”

Einladung zur Web 2.0 Butterfahrt

Wer schon einmal eine Verlosung mit “meet & greet” veranstaltet hat, der weiss, dass man sich da mit Sätzen wie: “schickt uns doch mal die schönsten Basteleien für euren Startreff mit Fuzzi MC” ganz schön in den eignen Fuß schiessen kann. Bei “HnzgnF” haben wir damals Wagenladungen von schlimmen Zeichnungen, pubertären Schlüpfrigkeiten und naiven Basteleien entsorgt. Jede Woche.

Die Coolen, die Begabten, die mit denen man vor der Kamera was anfangen kann, die sind nie darunter gewesen.

Noch schlimmer wirds, könnte man nun meinen, wenn ein next-generation-“web 2.0”-Kongress – zu seinem zweiten Geburtstag sich next07 nennend (ja ein Internetjahr sind vier Jahre, schon vergessen?) – zu so etwas aufruft.

Doch weit gefehlt. Sie sind da draussen, die coolen und begabten Hoschies, die unbedingt zu der Butterfahrt nach HH wollen:

Continue reading “Einladung zur Web 2.0 Butterfahrt”

“Das hatten wir schon mal …

… 2000 – und es ist eben auch wieder von selbst davon gegangen”.

So oder so ähnlich haben sich viele Kollegen in den Medien geäußert, als 2001 die Blase starb und mit ihr viele der bis dato hochgelobten, manchmal auch hoch bezahlten “Internet-Fuzzis” die Verlage und Fernsehsender wieder verließen.

Eben, hat sich doch gelohnt, das Ganze mit Argwohn zu betrachten. Ist ja auch zu schön und einfach, wenn die Geschichte einem Recht gibt und man nebenbei auch noch die ganze eigene Medienmisere dieser “New Economy”, die ja auch immer “New Media” war, in die Schuhe schieben konnte.

Nebenbei haben aber die Leser und Zuschauer dieses ominöse Internetz weiter genutzt und das erobert, was wir heute Web 2.0 nennen. Ohne die Verlage und Sender, ohne die Kollegen.

Wenn Thomas jetzt die Auseinandersetzung um die Zukunft der klassischen Medien in die Redaktionen verortet, wo die vermeintliche zweite Blase, der Abgang vom rechten Weg an die Klowand gemalt wird, dann zeigt das immer noch diese komische Attitude, dass die Verlage mit dieser Revolution etwas anderes zu tun haben könnten, als das Opfer zu sein. Eigenwillig.

Continue reading ““Das hatten wir schon mal …”

macbooks onboard camera and you tubes on-the-fly camcapture tool

… das nenne ich mal eine powerapplikation.
Auch wenn ich, wie man unten sehen kann, nichts wirklich sinnvolles damit anfangen kann. Eigenwillig, aber nicht schlimm. Das soll so sein in den Zeiten von web 2.0, habe ich gehört.

… nun ja — das mit dem Ton muss ich noch besser hinkriegen — aber ich schwör, das lohnt sich sowieso nicht.

via

Continue reading “macbooks onboard camera and you tubes on-the-fly camcapture tool”

StudiVZ mit Pausenzeichen

StudiVZ macht Pause.

Entweder Mittagspause oder eine längere, um auf die jüngsten Sicherheitslücken zu reagieren:

“Pause
Koffeinschock?
Kinder, dann lasst doch den Kaffee sein!
Wir arbeiten für Euch und sind gleich wieder für Euch da!
Geduldet euch mit uns, wir arbeiten für euch und sind bald wieder da!”

Erinnert mich an die Senderkennungen mit Testbild, die beim Sendeschluss gezeigt wurden, damals bevor es Privatfernsehen und WEB 2.0 gab. Mal sehen, wie lange das “Pausenzeichen” steht. Counting …

Continue reading “StudiVZ mit Pausenzeichen”

StudiVZ: nachhaltige Treibjagd nach dem Rotzlümmel Dariani

%28studivz%29%20fMinAuthority%20a4.png

Seit Tagen hangelt sich der Suchbegriff „StudiVZ“ in den TOP10 Suchbegriffen bei Technorati nach oben. Während sich in den USA über den Weltfrieden, die Wahlen, Bush und Apple gewundert wird, wundert sich Deutschland über eine Rotznase.

Eine potenziell reiche Rotznase, wenn sich das Gerücht um den Verkauf an das Original bestätigen sollte.

Reflexartig fällt man hierzulande nun über den CEO des me2-Startups her. Immerhin, er hat sich auch einiges zuschulden kommen lassen. Ich zähle bisher fünf Vergehen, moralische natürlich:

1. Ehssan Dariani hat einen schäbigen Humor und verfremdet Nazi-Kampfblätter zu Geburtstagseinladungen. Skandal. Ein Streich, der dem jungen Mann noch Jahre anhängen wird. Inzwischen hat er sich dafür so etwas wie entschuldigt.
2. Ehssan Dariani hat eine merkwürdige Art Mädchen anzubaggern und auch eine merkwürdige Art mit Persönlichkeitsrechten umzugehen. Das ist auch ein Skandal. Wenn der letzte Skandal allerdings klappt, dann ist das auch egal. Dann rennen ihm die Chicks die Bude ein, sowieso.
3. Ehssan Dariani mopst Domains von Mitbewerbern und dokumentiert damit nur seine blutige Anfängerschaft. Sowas von skandalös.
4. Ehssan Dariani, oder seine Helfershelfer löschen Kommentare und korrigieren Wikipedia. Web 2.0 Vergehen erster Kajüte. Natürlich ein Skandal!
5. Ehssan Dariani hat sich des Ausverkaufs des Web 2.0 schuldig gemacht. Spätestens als er mit den Samwers und Konsorten ins Bett stieg, hat er seine digitale Seele den Seelenverkäufern anheim und sich selbst zum Abschuss freigegeben. Freilich, das konnte man damals nicht wissen.

So fragen mich dann auch amerikanische Bekannte, ob wir nicht auch wirkliche Probleme haben, ob wir uns nicht ein wenig schämen, diesen Bauernjungen so zu schlachten?
Andere fragen sich nur: WTF is StudiVZ?

Jetzt kann man das ganze Thema auch ironisch angehen, wie Johnny. Ich frage mich aber:
Warum diskutieren hier so wenige über das eigentliche Thema?

Was haben die Nutzer solcher Plattformen davon, wenn die Gründer und Plattformbetreiber aus-chashen und sie als Pfand gleich mit?
Das ist kein Problem von StudiVZ allein. In den USA ein heißes Thema im Bezug auf YouTube. Die Gimmicks von Qype fallen da eher schon in die Kategorie „nice try“.

Aber, stört das die Mehrheit der Nutzer überhaupt?

Wenn ja, würden viele dieser übernommenen Communities schnell ausbluten, wenn die digitalen Bohémiens, die Wortführer und Kontaktknoten weiter ziehen. Das ist schon oft passiert. Erinnere mich an eine große Datingbörse, die der Kostenlosigkeit ein Ende und damit sich selbst fast abgeschafft hat.
Dann löst sich das Problem quasi von selbst. Nutzer, die gegangen sind, kann man nicht mehr seriös ansprechen und gegen das andere gibt’s Filter und den Staatsanwalt.

Oder man denkt ein wenig nach. Gründet eine Community, die gerne Geld verdienen darf, auch beim Verkauf, aber beteiligt die wichtigsten User.
Herauszufinden, wer das ist und wie man die anderen, das Fußvolk, den Long Tail nicht vergrault, das ist die große Aufgabe der Stunde.
Die wird aber zunehmend unsichtbar, in dem moralinen Nebel, der auf StudiVZ geworfen wird.

Domaingrabbing lohnt sich nicht my darling

Gerade stolpere ich über die Welle der Empörung, die sich gegen und wegen StudiVZ und sein “CEÖchen” Bahn bricht.
Von Domaingrabbing ist da die Rede.

Sowas. Der geneigt Leser vgl.e bitte. Ist Deutschland in Gefahr? Hat die Sesamstrasse versagt? “Denkt euch selber mal was aus”-technisch?

youtube.de
technorati.de (bahnt sich da eine Kooperation an?) ;)
movabletype.de

Eigenwillig.

Continue reading “Domaingrabbing lohnt sich nicht my darling”

msn soapbox ist mir zu neugierig

Eines der prägendsten Merkmale einer wirklichen Web 2.0 Anwendung ist das Sofortnutzen. Ankommen, umsehen, neugierig werden, verstehen, nutzen wollen – nutzen. Fertig.

Dazu gehört elementar, dass ich von meinen Nutzern nur diejenigen Informationen abfordere, die sie auch für das Benutzen benötigen. Neugierig werden sollen die Nutzer und die sollte dann auch befriedigt werden.

Nicht so Microsoft. Bei Windows Live mache ich dann eben nicht mit, die sind mir zu neugierig. So sehr, dass meine eigene Neugier im Formularwahn erstirbt.

Continue reading “msn soapbox ist mir zu neugierig”

Bubble 3.0: Einmaleins der Aktienblase

Ich habe eben in einem Kommentar zu einem Artikel im LawBlog folgendes gelesen:

# Anonymous meint: (20. 11 .2005 um 12:19)
Ich empfehle (schon seit langem und völlig ohne Bezug zu Web 2.0) Google und Apple. Beschert mir in letzter Zeit satte Gewinne. :-)

Nun. Lieber Anon Ymous, entweder Sie sind ein echter Fuchs. Haben Ihre Googleaktien nach dem IPO gekauft und erst vorgestern wieder verkauft. Dann, aber auch nur dann, haben Sie fette Gewinne gemacht.
Oder Sie sind eines dieser armen Geschöpfe, die denken, nur weil der Aktienkurz steigt, würden auch ihre Gewinne steigen. Zumindest sind Sie dann in guter Gesellschaft.
Und web 2.0 schmeckt plötzlich auch gar nicht mehr so süß!

Continue reading “Bubble 3.0: Einmaleins der Aktienblase”